Unschooling – Bildung in Freiheit

Unschooling ist, provokativ formuliert, das fortschrittlichste Schulsystem der Welt 🙂  – es ist neu und alt und es wirft die Denkweisen, wie wir lernen und lernen müssen über den Haufen und auf diesen Seiten wollen wir alle wichtigen Fragen klären und erste Hilfestellung geben, es selber zu versuchen.

Wenn Du noch nie etwas von Unschooling gehört hast, dann ist die FAQ ein guter Startpunkt.

Hier eine kleine Liste, warum wir Unschooling machen.

Das Verlassen der genehmigten Systeme nennt man Deschooling (Entschulen), es war ein langer Weg für uns, doch jetzt sind wir da, wo wir hingehören.

Die folgenden Seiten sollen ein Gefühl für Unschooling geben und unser Blog ein Tagebuch von Menschen, die sich der Schule verweigern – und stolz darauf sind. Denn Schulverweigerung ist nichts schlechtes, Schulverweigerung ist ein natürlicher Abwehrmechanismus eines gesunden Verstandes gegen ein krankes System.

19 Kommentare zu “Unschooling – Bildung in Freiheit

  1. One thing which screams out to me with these videos is the fact that adults fall into two categories: those who profess to know and understand everything and those who show that they are always learning.

    This speaks so loudly to me because we all need to come to an understanding that there is no one person or institution who has the key to all knowledge.

    Certainly not school, school officials, politicians…

    Thanks 1000Sunny!

  2. Egal welchen Bildungsstand die Eltern haben
    Da kommt schon der größte Knackpunkt bei diesem System. Um es mal einfach, von mir aus polemisch zu sagen, wie sollen „dumme“ Eltern ihren Kindern etwas beibringen?
    Sag nun nicht, die Kinder zu anderen Eltern schicken 😉

  3. Hmmmm… was meinst Du mit dumme Eltern. Mögen die ihre Kinder nicht oder sind sie am Wohl ihrer Kinder interessiert, wissen aber nicht wie und haben selbst keine Bildung, oder, oder, oder?

  4. Es gibt viele Eltern die dumm sind. Manche sind auch dumm und faul und manche dazu noch uninteressiert. Aber dumm will wohl einfach sagen nicht intelligent. Und die gibt es wohl zuhauf. Wenn es beispielsweise an jeglichem Transfervermögen fehlt. Ich find das schrecklich. Diese Leute können ihren Kindern wirklich nichts beibringen. Außer wie man vielleicht zum Amt läuft oder so. Da man aber nun angeblich wissen will, dass Dummheit vererbar, da genetisch bedingt ist, läuft wohl auch die Schulbildung ins Leere. Dann können ja die Kinder der dummen Eltern wirklich daheim unterrichtet werden, weils ja eh nix hilft.

  5. Gut getroffen Pyromanin. Es gibt genug Elten, denen die Intelligenz fehlt, ihren Kindern Grundwissen beizubringen.
    Dazu kommt, es gibt viele ausländische Kinder, deren Eltern nicht mal vernünftig die deutsche Sprache beherrschen. Wie sollten die solch eine Lernform durchziehen?

  6. Sie sollen ja nicht. 😉
    Aber jeder sollte die freie Wahl haben.
    Und…kann man nur in der deutschen Sprache lernen?
    Wie wär’s mit Lernmaterial in der jeweiligen Muttersprache?
    Was spräche dagegen?

    ‚Dumme Eltern‘ werden sich wohl auch eher weniger für schulfreies Lernen entscheiden. Obwohl…wenn sie es tun würden, und z.B. einen Mentor bekämen (wir das in Canada durchaus der Fall ist), könnte ich mir vorstellen, dass auch ‚Dumme Eltern‘ mit ihren Kindern lernen (und vielleicht noch etwas dazulernen) können.

    Wo wäre eigentlich im Endeffekt der Unterschied, ob ein Kind mit oder ohne SChule ohne SChulabschluss endet? (trotz Schulzwang gibt es da ja eine steigende Tendenz)

  7. Wie wär’s mit Lernmaterial in der jeweiligen Muttersprache?
    Was dagegen spricht? Nun, wie sollen sie vernünftig deutsch lernen, wenn sie alle Lerninhalte in ihrer eigenen Sprache machen würden?

    Die steigende Tendenz von Schülern ohne Abschluss liegt aber nicht nur an unserem teilweise veraltetem Schulsystem bzw. dessen Inhalte, sondern auch an der steigenden No-Future-Einstellung der Jugendlichen. „Was interessiert mich das Morgen, ich leb heute“.
    Und wenn sie dann aufwachen, ist es meistens schon zu spät, das Steuer rumzureissen…

  8. Ja, aber woher kommt diese Einstellung wohl?

    Ich habe gestern mit einer Sozialpädagogin gesprochen, die an der hiesigen Hauptschule die Praktikanten betreut.
    Sie sagt, dass sehr viele Jugendliche während ihrer Praktikumszeit total aufblühen und auf einmal gern arbeiten.
    Finde ich schonmal sehr interessant.

    Wenn wir als Gesellschaft nicht hinter den Jugendlichen stehen und ihnen bieten, was sie brauchen, und wenn unsere Erwartungen an die Jugendlichen immer niedriger werden…wie sollen sie da noch an sich selbst glauben?

  9. @Wortmann & Pyromanin
    In der FAQ bin ich sehr intensiv auf die „Dummen Eltern“ eingegangen. Wenn dort noch Fragen offen sind – gerne jederzeit 🙂

    @Pyromanin
    Das mit dem „weils ja eh nix hilft“ ist zur Zeit natürlich die Realität in Deutschland – und wird aus politischen Gründen wahrscheinlich auch so bleiben. Dennoch sollten wir zeigen, dass es mit Unschooling eine bessere Alternative – eine „Bildung von Unten“ gibt. Auch diese Schichten können ausbrechen.

  10. @Wortmann
    Die Forschung zur Sprachentwicklung habe ich hier aufgearbeitet:
    https://freiebildung.wordpress.com/2008/08/18/buchbesprechung-padagogische-psychologie-10auflage-anita-woolfolk-kapitel-2/

    Leider wird von den Holzmedien aktuell der kulturimperialistische Zwangsansatz propagiert. Dieser ist aber komplett falsch – untersucht und nachgewiesen. In Amerika gibt es sogar schon Feldtests erst mal in Spanisch zu unterrichten und Englisch als normale Fremdsprache einzuführen. Alles andere ist schlichtweg Dumm.

  11. (Tut mir leid mein Deutsch ist nicht sehr schoen!) Ich bin ein Unschooler aus den USA. Es freut mich zu sehen Unschooling beginnen in Deutschland!

    Ueber die Frage von Wortman: es gibt ein Forschungsstudie (study?) ueber das aus Canada in 2007: http://www.fraserinstitute.org/newsandevents/news/4933.aspx

    auf Deutsch: http://translate.google.com/translate?hl=en&sl=en&tl=de&u=http%3A%2F%2Fwww.fraserinstitute.org%2Fnewsandevents%2Fnews%2F4933.aspx

    „Home schooling improves academic performance and reduces impact of socio-economic factors“

    „Heimschule verbessert akademischen Leistung und reduziert die Auswirkungen der sozio-ökonomischen Faktoren“

    Das ist: in Schule es ist sehr wichtig wie viel Education hat die Eltern (ob die Eltern „dumme“ sind?)aber wenn Kinder sind Homeschoolers/Unschoolers es ist nicht so wichtig.

    Ich habe ein Website sie koennen lesen auf Deutsch ueber Unschooling und „Worldschooling“: http://translate.google.com/translate?js=y&prev=_t&hl=en&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Feligerzon.com%2Fworldschooling.php&sl=en&tl=de&history_state0=en|de|all%2520students%2520perform%2520above%2520average%250A

  12. Wie passend dass ich diese Zitat direkt unter der Kommentar von Eli Gerzon schreibe, denn ich habe dieser auf seinen Blog gefunden:

    “Unschooling is about trust.” This is what I often hear unschoolers say. Sometimes I put it this way: “Unschooling is about having confidence in freedom, or free people’s ability to guide their own lives.”

    Also Unschooling basiert auf Vertrauen.

    Schoolen (also schulzwangmäíg) heißt dann, Vertrauen in das System, in der Regierung haben…

  13. Ich weiss nicht, wo dieser Kommentar am besten hinpasst; ich stelle ihn jetzt einmal hier hinein. Es gibt ja inzwischen eine grosse Anzahl wissenschaftlich fundierter Studien über die Vorzüge des „homeschooling“. Eine der bekanntesten ist der Report des kanadischen Fraser-Instituts über die akademischen und sozialen Ergebnisse des „homeschooling“. Diese Studie ist jetzt in deutscher Übersetzung verfügbar. Siehe http://christlicheraussteiger.wordpress.com/2010/02/21/ausbildung-besser-ohne-schule

    Die Studie zeigt, dass zuhause ausgebildete Kinder durchwegs besser abschneiden; nicht nur hinsichtlich ihrer akademischen Leistungen, sondern auch im Sozialverhalten und in anderen Bereichen.

    Die Fraser-Studie untersuchte übrigens auch die in einem obigen Kommentar gestellte Frage nach „dummen Eltern“. Ergebnis: Kinder, die von Eltern mit niedrigem Bildungsstand unterrichtet werden, zeigen tatsächlich weniger gute Leistungen als Kinder, die von Eltern mit höherem Bildungsstand unterrichtet werden. Wenn aber diese Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsstand zur Schule gehen, dann sind ihre Leistungen NOCH VIEL SCHLECHTER, als wenn sie von ihren Eltern zuhause unterrichtet würden!

  14. @wortman

    „dumme Eltern die Ihren Kindern nur beibringen können aufs Amt zu gehen“: Da in Deutschland jeder mal Schulbildung „genossen“ hat, sollte es die ja eigentlich gar nicht geben. Und falls das mit den „dummen Eltern“ nicht nur ein BILD-Zeitungs-Klischee ist, dass in Wahrheit gar nicht so häufig vorkommt, dann spricht die „Tatsache“, dass es anscheinend so viele dumme Eltern gibt, auch nicht gerade für unser Schulsystem.

    Aber dumm ist man ja nie selber, dumm sind immer nur die anderen.

  15. In Österreich gibt es keine Schulpflicht, bloß Unterrichtspflicht. Die Kinder müssen bei externen Prüfungen nachweisen, dass sie die Lernziele erreichen. Es bleibt aber den Eltern frei, wie die Kinder diese Ziele erreichen. Bleibt nur die Frage, ob alle Eltern mit den Lehrplänen einverstanden sind. Ich als Lehrer finde einige Ziele ziemlich überflüssig …

  16. Hi Teacher,
    willkommen. Ich halte auch einiges im Lehrplan für überflüssig. Wegen dieser strengen Lehrplanregelung sind wir auch nicht nach Österreich. Wir wollten nicht Handlanger für aufgezwungene Stoffe werden. Ich hab mich auch hier schon ziemlich mit dem Lehrplan befasst, und lehne mittlerweile die Idee an sich ab.
    Ich habe nichts dagegen, wenn ein Mensch irgendwann einmal sagt: Ich will jetzt Biologie „studieren“ und mir erst einmal das ganze Grundwissen dazu reinziehen, das für ein Verständnis der aktuellen Forschung notwendig ist – dass er dann auf ein Curriculum zurückgreift. Das halte ich sogar für sehr sinnvoll. Aber das ist ja etwas anderes als die Schullehrpläne.

  17. @Wortmann & Pyromanin

    es gibt in Kanada eine unabhängige Institution „The Fraser Institut“. Sie hat eine Untersuchung gemacht,

    http://www.netzwerk-bildungsfreiheit.de/pdf/Fraser_Insitute.pdf

    bei der festgestellt wurde, das Kinder von „dummen“ Eltern, die nicht zur Schule gehen, bessere Lernergebnisse erzielen, als Kinder von „dummen“ Eltern, die staatliche Schule besuchen.
    Ihr geht bei Eurer Betrachtung davon aus, dass Eltern ihre Kinder unterrichten müssten, wenn sie nicht zur Schule gehen. Der irreführende Begriff „Homeschooling“ verstärkt diese Annahme noch. Ich halte das für eine großes Missverständnis. Kinder muss man in Ruhe lernen lassen. Das Problem ist der permanente Eingriff der Erwachsenen in den natürlichen Lernprozess von Kindern, der seinen Höhepunkt in EINEM Lehrplan – für ganz viele unterschiedliche Kinder – findet. Da legen sogenannte Lehrer fest was, wann, wie gelernt werden muss. Jemand hat mal den schönen Satz gesagt: In der Schule kriegen die Kinder Antworten auf Fragen, die sie nie gestellt haben.

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