Krieg ich einen Preis…?

Endlich kommt mal wieder ein Post über Unschooling… 🙂

Wir haben jetzt Rosetta Stone Französisch. Denn es wäre schon blöd in Frankreich zu sein und die Gelegenheit nicht zu nutzen auch Französisch zu lernen…. das wäre so richtig Un-Unschoolisch 🙂

Auf jeden Fall ist Chopper so motiviert und Nami auch, dass jetzt alle (schon seit einer Stunde) vor dem Computer sitzen und eine Lektion nach der anderen machen. Sogar der kleine Sanji will immer wieder eine machen… wobei ich es eigentlich gut fände, wenn er bald einschläft. Aber ich will keinen Lernenden im Flow stören 🙂

Vor allem, wenn sie morgen ja sowieso ausschlafen können, während für die ganzen Schulis morgen wieder der graue Alltag beginnt.

Vorher fragte Chopper, ob er einen Preis bekommt, wenn er alles durch hat… wenn er das ganze Rosetta Stone also durch hat. Und ich habe ihn mit großen Augen angeschaut und feierlich gesagt, ja, er bekommt sogar einen ganz tollen Preis…. nämlich, dass er dann rausgehen kann auf die Straße und jedes Wort Französisch verstehen kann… und sogar französisch sprechen kann.

(Das ist eigentlich so der Kern meiner Bildungsphilosophie, man lernt um die Dinge dann zu verstehen. Das ist die Belohnung und fertig).

Er fand das ganz faszinierend und konnte es gar nicht glauben…. nun ja … jetzt lernt er immer noch… 🙂

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Am See

Gestern waren wir wirklich 7 Stunden am See! Ich bin für meine Verhältnisse sogar sehr viel geschwommen 🙂 und es war so anstrengend, dass wir uns am Abend nur knapp ins Bett retten konnten – ohne auf dem Weg dorthin schon einzuschlafen. Es ist aber auch praktisch gerade mal 5 Minuten mit dem Fahrrad zum See zu haben, und praktisch keine Straße überqueren zu müssen.

Am See haben wir einen richtig großen Fisch gesehen, ungefähr so groß wie Chopper – und der ist jetzt 6 Jahre – bald sieben. Der Fisch lag im Todeskampf (und Fische im Todeskampf sind kein schöner Anblick), vielleicht hatte ihn ein Reiher gepickt, ein Fischer verletzt, oder ähnliches.

Die Kinder stellten dann alle möglichen Fragen ( wie es sein kann, dass Augen platzen und so weiter – die Augen waren auch Hauptfokus der Faszination). In der Stadt hat man meistens ein sehr romantisches und idyllisches Bild der Natur und kommt gar nicht auf die Idee dass es in der Natur und bei Tieren wirklich brutal zugeht und wenn dann mal Augen platzen, kommt kein Doktor und verbindet sie, kein Designer um eine Gucci-Sonnenbrille darauf zu setzen und auch und man kann auch nicht – wie im Kino – erklären es sei alles nur Schminke und Specialeffects.

Es ist einfach so wie es ist und der Tod beendet das Leben. Und diese Idee versuchen wir ja gekonnt in unserer Zivilisation vor uns zu verstecken und verstecken auch jedes Lebensalter in einer abgetrennten Einheit.

Aber wir sahen auch andere Dinge, wie einen Schwarm von Babyfischen, die sich an einer seichten Stelle im warmen Wasser sonnten. Und sobald man nur etwas näher kam, setzte eine riesige Fluchtbewegung ein, so dass es aussah, als ob der Boden sich bewegte und manch kleiner Fisch aus dem Wasser heraus über 5 andere hinwegsprang.

Etwas später suchte uns dann ein Schwan auf, er kam wirklich immer näher und machte drohende Geräusche. Bis ich Sanji beiseite nahm und dem Schwan Baguette-Stücke vorwarf. Das befriedete ihn für einige Zeit, doch er kam für eine zweite Ladung wieder und erst dann schwamm er davon.

Später im Wasser schwamm er mir wieder über den Weg, zum Glück diesmal waren die Kinder am Strand und ich ging auch in sichere Entfernung.

Zur Zeit haben wir kein Internet und ich muss immer an die deutsche Grenze, wo ich mobiles Internet habe. Da sitze ich dann – wie jetzt – auf einer Bank und die Pferde 3 Meter entfernt wiehern und machen seltsame Blökgeräusche. Komisch diese Natur 🙂

Schul-Ausstiegs-Empfehlungen

Ich höre immer wieder von Kindern, die gerne in die Schule gehen und da richtig hinwollen. Ich finde das ein interessantes Phänomen: Auf der einen Seite die revolutionären Eltern, auf der anderen Seite die spießigen Kinder die (ums mal zu übertreiben).

Für all diese leidgeplagten Eltern will ich hier mal ein paar leichte Einstiege ins Deschooling und Unschooling geben, die sie vielleicht mit ihren Kindern zusammen genießen können und dann drüber reden können. Das schlimmste ist ja, wenn es aufgrund von verschiedenen Wertvorstellungen zwischen Eltern und Kindern zu einer Kommunikationsblockade kommt. Also, dass man sich nichts mehr zu sagen hat, weil ein gegenseitiges Verständnis fehlt. (Wobei verschiedene Wertvorstellungen an sich auch bereichernd sein können und für gute Gespräche sorgen können, also spreche ich nur den Blockadefall an).

Also:

1.) Fight Club (der absolute Deschooling-Top-Tipp für mich)

2.) Das Milgram Experiment (auch als Film)

3.) und natürlich „One Piece“ (die ultimative Serie um Unschooling zu verstehen)

und hier die Englische Übersetzung des Liedes:

 

Stadtgründungsfest

Mummy 1000Sunny

Eindrücke vom Stadtgründungsfest:

Es gab jede Menge zu sehen und zu hören, doch das beste war der Handwerks-hof für Kinder:

Ein Töpferer war da, und machte mit jedem Kind ein Ton-gefäß. Er war super-geduldig und lehnte kein Kind ab (zu klein). Ihm verging auch bei der immer wachsenden Schlange vor seiner „Werkstantt“ nicht einmal die Lust.

Vorallem Chopper hatte große Freude daran nützliche Dinge herzustellen. Wir haben jetzt eine Kupfer-Schöpflöffel, einen Holz Schaber, 3 Vasen und eine Schale, und viele Bilder.

Nami fühlte sich mehrzur Küche gezogen, wo es über dem Feuer gekochte Gemüsesuppe mit Kräuterfladen gab.

Vorallem beim Töpfern fiel mir eine Sache auf: Obwohl mir alle meine Kinder sehr unterschiedlich erscheinen, hatten sie dort – gegenüber den anderen Kindern – eine große Gemeinsamkeit. Wo andere Kinder sofort „parierten“ wenn der Töpferer Anweisungen gab („und jetzt die Finger zusammen, so“), und sofort vom Ton abliesen, wenn er seine Hände wegnahm, machten Chopper und Nami einfach weiter, was sie zuletzt gemacht hatten. Oder sie probierten selber etwas, wie sie es meinten. Sie ernteten auch viel „nein, nein, lass mich Deine Hände wieder halten!“. Jetzt wollen beide unbedingt wieder töpfern, sobald es geht. Und sägen.


Lernen aus der Konserve

Das Internet  ist für viele die Lernressource Nr.1 geworden. Überall findet man Vorlesungen, Sprachkurse und jeden Tag gründet sich ein neues Startup mit irgendeinem hilfreichen Werkzeug (Mindmaps, Notizblöcke, …) oder ein Verein bringt eine wichtige Funktionalität der Schule online (z.B. freie und kooperative Schulbücher) – die Industrie verwöhnt uns mit tragbaren Geräten, die uns vorlesen und nur ein paar Gramm wiegen (die teuersten sind so billig, wie ein Fernseher vor ein paar Jahren).

Diese Ressourcen sind meist phänomenal und der Schrott ist schnell aussortiert – wobei selbst dieses aussortieren andere Blogger machen und man sich eigentlich nur noch (wie im Schlaraffenland) in den Schatten der Bäume legen muss, aus dem Milchbach trinken kann und wartet bis einem die gebratenen Hühnchen in den Mund fliegen.

Kurz gesagt: Wir sind da (außer Deutschland, die noch versuchen das Bildungskaiserreich zu errichten – aber die paar Quadratkilometer kann man -global gesehen- ignorieren). Also noch mal: Wir sind da! Applaus!

In diesem Stadium ist es belustigend zu hören, dass manche das Lernen aus dem Internet als Konserven-Lernen betrachten.

Wenn wir uns nur den Ausdruck Konserve anschauen, dann ist es klar, dass alles und jeder der konserviert (also existierendes Wissen trägt/aufbereitet) eine Art Konservator ist und die Wissensvermittler allesamt Konserven.

Die billigste Konserve – die uns aber auch den Gedanken der frischen Frucht am nähesten bringt – (ist) und war das Buch.

Die teuerste Konserve – mit der größten Schwankungsbreite zur originalen Quelle – ist der Lehrer (oder früher der Priester).

Es gibt nun Menschen mit gar schlichtem Gemüt die denken, dass ein Lehrer, der das Wissen konserviert allein aufgrund seiner Bewegungsfähigkeit keine Konserve wäre! Ihre Argumentation ist, dass sie noch nie eine Konserve gesehen haben, deren Inhalt sich bewegt – und wenn, dann nur weil der Kühlschrank ausgefallen war und die Konserve schon länger geöffnet drinnen stand.

Nun stimmt dieser eine Unterschied nicht mehr, seitdem die Bilder angefangen haben sich zu bewegen.

Der nächste Unterschied wäre nun, dass man nur eine Richtung hat und die Rückrichtung fehlt. Also der „konservierte Lehrer“ kann einem zwar etwas beibringen, aber man kann ihn nicht mehr mit Fragen löchern. Dieses stimmt jedoch auch nicht mehr, seit dem überall Kommentarfunktionen und EMail-Buttons sind und das einzige, was einen Lehrenden am Antworten hindert sein Tod ist.

Der nächste gewichtige Unterschied ist natürlich, dass man seinen Lehrer nicht anfassen kann – und er einen auch nicht. Nun ist das auch nicht so ein immenser Unterschied, da ja anfassen von Lehrern und Schülern sowieso verboten ist und ich auch keinen Schüler kenne, der während einer Unterrichtsstunde über Integralrechnen vom Lehrer gestreichelt wurde.

Was bleibt also für ein Unterschied? Nüchtern betrachtet: Nichts. Eine Konserve bleibt eine Konserve. Sie konserviert erarbeitetes Wissen und gibt es wieder sobald jemand es haben will.

Wobei hier ist schon der gewaltige Unterschied, ein echter Lehrer, der mir aus Fleisch und Blut gegenübersteht hat Bedürfnisse und ist ein Mensch. Ich kann ihn nicht mit auf einen Spaziergang in den Wald nehmen, wo ich mich nur auf ihn konzentriere. Ich kann ihn nicht auf den Spielplatz mitnehmen und während er seine Korollare runterspult und nur 10% meiner Aufmerksamkeit benötigt werden noch nebenbei mit meinen Kindern spielen – oder einkaufen gehen.

Ich kann auch nicht vor- und zurückspulen. Oder für eine Wiederholung 5 Minuten überspringen, 10 Sekunden anhören, 5 Minuten überspringen, 10 Sekunden anhören usw. Oder wenn ich es kurz machen will mir eine Konserve mit 1,5-facher Geschwindigkeit reinziehen. Was zu erhöhter Aufmerksamkeit führt! All dieses macht aber der Lerner2.0 mittlerweile. Ich kann auch nicht an drei schlechten Tagen nicht zur Vorlesung gehen, während ich dann an einem guten Tag ein komplettes 10er-Pack bearbeite. Bookmarks setzen! Pause drücken! Originaltexte in diesen Pausen bearbeiten! Lauter stellen! Leiser stellen! Abschalten! All das geht für den neuen Lerner.

Die Überlegenheit von Lernen2.0 wurde mittlerweile schon untersucht. So wurden die Vorlesungen gehalten und gleichzeitig aufgezeichnet. Eine Gruppe Studenten „durfte“ in die Vorlesungen kommen, die andere Gruppe wurde gebeten zu Hause zu bleiben und nicht zu kommen („echte“ Hörsäle und Klassenzimmer haben ja immer noch Platzprobleme). Während also die einen entspannt zu Hause lernen mussten, wann sie wollten bekamen die anderen das Privileg sich zu einer bestimmten Zeit in einen engen Raum quetschen um dem Lehrer ohne Unterbrechung zu lauschen (Essen war erlaubt, Spazierengehen eher nicht, den Lehrer um eine Pause zu beten um sich unterhalten zu dürfen war nicht einmal gestattet, wenn es dazu dienen sollte sich über den Stoff auszutauschen).

Am Ende wurden dann beide Gruppen gemeinsam geprüft. Und siehe da: Die Lerner2.0 waren wirklich den Präsenz-Studenten überlegen. Durch die Bank!

Und das obwohl ihre Anwesenheit nicht überwacht wurde, sie nicht ermahnt wurden, wenn sie „schwätzten“ und niemand sie zwang zwischen 8.00 und 8.45 konzentriert zuzuhören.

Ja, man möchte es gar nicht glauben.

Wie werden die deutschen Kultusministerien darauf reagieren? Nun, zuerst werden sie erst einmal leugnen, verzerren, ignorieren und anfechten. Wenn dann -internationalen Vergleichen sei Dank- das deutsche „Bildungssystem“ auf dem letzten Platz landet werden sie zögerlich die Erkenntnisse umsetzen. Stets darauf bedacht, dass sich keine Parallelgesellschaften bilden und auch die terroristisch veranlagten Eltern ihre Kinder nicht in Al-Kaida-Scientology-Camps aufwachsen lassen (eine der Hauptbeschäftigungen deutscher Terroristen-Eltern, vor denen sich die Regierung von Rot bis Blau fürchtet).

Die Schule/Uni2.0 wird also so aussehen. Es gibt einen Raum in dem die Schüler sich zusammen mit einem Überwachungsspezialisten aufhalten (dieses wird in der Übergangsphase ein Polizeibeamter sein – oder ein Kinderpsychologe). Die Kinder werden dort alle Notebooks, Kindles und Mp3-Player haben (Schul- und Staatseigentum, das Mitbringen eigener Geräte wird weiterhin verboten sein). Im Nebenraum wird ein Lehrer den Unterricht halten und auf Fragen direkt über Twitter eingehen. Dieses wird aufgezeichnet und kann dann im Internet von den Schülern im anderen Raum über Youtube abgerufen werden. Der Zugriff ist über IP aber auf das Schulgebäude beschränkt, hier wird es einen Staatsvertrag mit Youtube geben.

Das Kultusministerium wird dieses als ungeheuren Fortschritt verkaufen – allerdings werden die Mehrkosten das Geld für die Schulrenovierung auffressen und während alle anderen Völker schon im Bildungsschlaraffenland, kooperativ und dezentral lernen, werden die deutschen Schüler in maroden Gebäuden weiterhin auf das Funktionieren in der industriellen Fertigungslandschaft des 19.Jhds vorbereitet. Die Webmaschinen und Stahlwalzen sind nun durch Notebooks ersetzt und aus dem damaligen Fabrikarbeiter wurde der moderne Wissens-Fabrik-Arbeiter.

Für alle Eltern, die ihren Kindern ein freies Leben wünschen (und auch für sich selbst) gilt es Deutschland großräumig zu umfahren.

Hier die Keynote on Open-Education (großartig! )

Der Zauber eines schulfreien Lebens

Die letzten Tage war wunderschönes Wetter – so schön, dass wir so viel draußen waren, dass Sanji gleich krank wurde und als er dann Nachts so weinte ging Mummy1000Sunny lieber mit ihm ins Krankenhaus – man weiß ja nie (und irgendwie sind wir Babyweinen einfach nicht mehr gewöhnt).

Jetzt geht es ihm schon wieder sehr gut und er grinst frech in jede Richtung.

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Das Besondere ist aber, wie alle Kinder jetzt auf einmal miteinander spielen. Es gibt sie zwar immer noch die Streitmomente, aber sie schaffen es jeden Tag öfter sie selber zu regeln und sich selber zu trösten.

Die meiste Zeit spielen sie einfach nur miteinander und erfinden dabei laufend *selber* neue Spiele:

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Hier haben Nami und Chopper gerade ein Picknick für die ganze Familie vorbereitet:

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Und Sanji hilft beim Brotschneiden, während Chopper aus seinem Brunnen “Trinkwasser” pumpt:

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Ein besonders witziges Spiel ist “Hase, Rad, Flugzeug”:

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Hier hüpft zwar gerade nur Chopper, aber wenn beide hüpfen, rufen sie sich immer Begriffe zu und hüpfen dann so, wie die Begriffe das tun würden. Darunter auch “Feuer”, “Schlange”, “Schubkarren” (wie bitte stellt man alleine einen Schubkarren dar? )

Apropos Schubkarren:

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Und hier beim Bau der Strecke und einer Testfahrt:

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Nach all der Anstrengung gibt es auch öfter mal eine Ausruhpause:

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Ach, und wie zwei gute zivilisationskinder in einer konsummistischen Gesellschaft haben sie natürlich das “Shop-Spiel” entdeckt und verkaufen sich Süßigkeiten:

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Meiner Meinung nach sind damit die Ziele einer erfolgreichen Schulsozialisation erfüllt. Oben ist der Kapitalist, der den Preis diktiert (in diesem Fall 50 € für ein Gummibärchen-Teil):

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Und wenn dann der Papa kommt, laufen sie freudig auf mich zu und umarmen mich…

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Nun – daran müssen wir noch arbeiten

Und sobald es Abend wird – und die ganzen Schüler Sandmännchen kucken und ins Heia-Heia-Bettchen gehen:

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Spielen sie einfach weiter:

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und Chopper baut an seiner Eisenbahn:

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Mummy1000Sunny muss leider dauernd an der Diplomarbeit  arbeiten – das gestaltet sich ein bisschen schwierig:

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Und wieder ist ein Tag mit viel Singen und Lachen vorbei und wir fallen erschöpft ins Bett und hoffen auf bessere Zeiten, wenn wir nicht mehr so beengt aufeinander leben – in Frankreich, wo Eltern nicht vor dem Jugendamt und jedem Polizeiauto Angst haben müssen und hunderte andere Familien dasselbe machen. Und wundern uns, wie es dann erst wird?

Ein Land, das seine Familien nicht verfolgt und den Eltern genauso traut wie seinem Beamtenapparat (oder gar mehr) – das können wir uns nach den letzten 3 Jahren nicht mehr vorstellen.

Unschooling – so mache ich das

—Vorgeschichte—-

In einem „Offenen Brief an alle Bildner“ (Educators) wurde behauptet, dass der Wert von Informationen gegen 0 tendiere, lernen damit für’n Arsch sei und man lieber gleich zu leben anfangen sollte.

Dieses wurde bei Rete-Mirabile aufgegriffen und die 3 Hauptthesen diskutiert. Meine Meinung war, dass die Information zwar stetig entwertet wird, dafür die Interpretation immer teurer wird, Lernen direkt ins Leben gehört, also man wirklich anfangen soll zu leben, und damit käme auch das richtige Leben (eine typische Unschooler-Position eben 🙂 ).

In der weiteren Diskussion fiel mir ein großer Unterschied zwischen dem Verhältnis zwischen meinen „Schülern“ und mir auf und dem der Lehrer und ihren Schülern. Die Frage war: woher mittlerweile Inhalte kämen, ob das Internet schon so weit ist? Verwies dabei auf iTunesU, nalandaU.com, academicearth.org. Insbesondere liegt mir Librivox sehr am Herzen. Die Lehrer meinten darauf, dass die Qualität von Librivox aber nicht für den Unterricht reichte. Woher kommt dieser Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und ihrer? Und hier kommt der Punkt, wie ich Unschooling betreibe ins Spiel.

—-Des Pudels Kern—–

Unschooling bedeutet für mich in erster Linie, dass jeder in unserer Familie ein Unschooler ist. Nicht nur die Kinder ge-unschooled werden, sondern insbesondere auch Mama und Papa (und die ganze Community).

Wenn ich also Materialien suche, dann sind die (und das mag die meisten schockieren) für mich. Und nur für mich. Ich interessiere mich gar nicht, was die Kinder zur Zeit interessiert. Ich habe ein Wissen, von da aus will ich weiterarbeiten und die Welt besser durchdringen und verstehen. Und danach richtet sich all meine Auswahl. Nach überhaupt nichts anderem und nach überhaupt niemand anderem.

Das bedeutet also, dass ich Librivox gut finde, weil es für mich die richtigen Dinge bietet. Ich finde dort Humboldt, Augustinus von Hippo, Dostojevski, Mill, Bakunin, Adam Smith und Marx. In der Bücherei hole ich mir noch Ernest Gellner, Buddhismus und Gestalttherapie. Aber was zum Teufel sollen die Kinder mit Philosophie, Politik, Wirtschaft und Nationalismusforschung sowie Angstbewältigung. Nichts. Es ist für mich.

Das klingt wahrscheinlich für viele jetzt sehr egoistisch und ich will da auch gar nicht widersprechen. Aber ich will versuchen hier zu erklären, wie ich Unschooling verstehe. Beim Unschooling versuche ich nicht die besten Materialien zu finden, die die Kinder lernen sollen, sondern ich versuche der beste Mensch zu werden, der ich werden kann. Damit werde ich selbst das Material. Sie bekommen einen authentischen Menschen, der versucht sein Leben komplett zu verstehen und es zu meistern.  Und dabei geht es bei der Befreiung aus dem künstlichen Kontext Schule, in dem Kinder nur Menschen vorfinden, die darauf optimiert wurden sie auf den Lehrplan und ein Funktionieren in der Gesellschaft zu optimieren.

Sie bekommen einen echten Menschen, mit Problemen, mit Hoffnungen, mit Wünschen, Wutausbrüchen (keine Angst, sind sehr gemäßigt), Ängsten, Träumen und dem stetigen Ziel sein „Telos“ – den Zweck seines Lebens – zu erfüllen. Und dadurch, dass ich Leben und Lernen vereinige, ja eigentlich überhaupt gar nicht erst trenne bekommen sie noch einen „Lehrer“, der stets lernt und immer neue inspirierende Dinge bietet. Nicht weil ich Stoff für sie suche, sondern weil meine aktuellen Dinge (wie alle Dinge auf der Welt) interessant sind. Und auch ein paar interessante Aspekte für die Menschen in meiner Umgebung bieten. An diesen Aspekten lernen sie jetzt nicht unbedingt, aber sie beginnen sich auch Fragen zu stellen.

So bereite ich nie Unterricht vor, oder Lektionen, sondern ich lebe und wachse. Und wenn wir in die Bibliothek gehen, dann suche ich meine Dinge und sie suchen ihre Dinge (ich helfe ihnen nur die Scheu in den Gesprächen mit den Bibliotheksangestellten zu überwinden). Und so stellt Chopper auch nicht in den Mittelpunkt, was mich interessiert, oder Nami; sondern er interessiert sich nur für das, was ihn eben interessiert. (Was für eine triviale Erkenntnis). Und das ist auch das einzige, was ihn optimal erreicht und ihn am besten unterstützt er selbst zu sein und sein Leben zu finden.

So vermeide ich den einen großen Fehler, der die Schule beherrscht und von dem sie sich nicht losreißen kann. Ein Fehler, in meinen Augen, der uns allen als fundamentale Wahrheit erscheint. Wir wollen, dass sich die Kinder für das interessieren, wofür wir uns interessieren. Und wir wollen sie dafür interessieren, dazu motivieren. Im Gegenzug bereiten wir unser Wissen und unsere Interessen so auf, dass die Kinder es verstehen können. Und das ist falsch. In meinen Augen führt das zu mehreren Problemen.

Einmal schätzen wir die Kultur der Kinder damit nicht, wir hindern sie konsistent zu reifen.

Dann sind wir enttäuscht, wenn sie sich nicht für „das Richtige“ interessieren. (also für unseren Kram)

Und wir bleiben selbst oberflächlich, weil wir dauernd portionieren, aufbereiten und verlehrplanen. Anstatt, dass wir immer tiefer und weiter forschen.

Das ganze führt zu einer erzwungenen Konvergenz, wo sich beide Seiten gegenüberstehen und oft schwächen, anstatt sich bestmöglichst zu entwickeln.

Wie sähe eine Klasse von 30, 40 oder 100 Kindern aus, die alle nach ihren Interessen forschen und leben würden? Wie sähe ein Lehrer aus, der ein ganzes Leben lang geforscht hätte und nicht an ein Fach gebunden wäre, sondern einfach seine „Zone der nächsten Entwicklung“ stetig ausbaut? Was für eine Welt hätten wir, wenn wir nicht dauernd Wissen wieder und wieder recyceln würden, sondern immer tiefer, breiter und und höher hinaus wollten?

So mache ich Unschooling, indem ich selber Unschooler bin und jede Idee von einem Aufbereiter und Planer loslasse. Ich helfe, wenn ich gebraucht werde und ich antworte und erkläre, wenn ich gefragt werde. Und ich gebe meinen Kindern die Sicherheit, dass ich immer da sein werde, wenn ich gebraucht werde – wenn auch oft versunken in ein Buch, dass nur mich interessiert und nur meine Fragen beantwortet.

Wie finanziert ihr euer Unschooling/Homeschooling?

Jojo. Immer wieder kommt die Frage… HS/US ist ja eine super Sache – aber wie und mit welchem Geld? Es reicht doch jetzt kaum hinten und vorne!

Lohnen tut es sich auf jeden Fall, das sehe ich zur Zeit ganz deutlich. Chopper dekoriert gerade die ganze Wohnung um und bastelt wie ein Weltmeister. Er fertigt Bücher an. Malt Geschichten. Bindet sie (mit dem Tacker 🙂 )Fertigt aus Verpackungsmaterial Masken, dass man Angst hat die Wohnung zu betreten… und alles. Wir können gar nicht so viel Müll produzieren und Bastelmaterial heranschaffen, wie er verarbeiten kann. In solchen Augenblicken merkt man erst, wie ungezähmt die Kreativität des Menschen ist. Man merkt, wie alles, was ein Kind sieht, hört, riecht und schmeckt (ich übertreibe 😉 ) in neue Formen gegossen wird und in welcher Form es reproduziert wird. Horden von Pädagogen könnten sich hier glücklich forschen. Der Kontrast zu diesem Befehlsbasteln schlägt so stark ins Auge, wenn um 21 Uhr noch einmal alles Bastelzeug ausgepackt wird und dann noch eine Stunde still vor sich hingebastelt, gemalt, verziert, geklebt und laut buchstabiert wird. Später setzt er sich noch mal an den Computer und beschlagnahmt das Schreibprogramm (GIO Keyboard) – ein paar Minuten später hört man ihn sagen: „Hey ich habe lesen gelernt“ (er hat die Wörter aus dem Kontextmenü vorgelesen).

Und dann Nami erst – die entdeckt die Sprache und hat immer eine coolen Spruch (meistens komplett widersinnig) auf den Lippen… oder ein Selbstgespräch… oder ein Telefonat… Die Sprache ist dabei total ungebunden und frei von allen Peer-Einflüssen. Sie Dickensed sich so durch (das ist umso spannender zu beobachten, da ich gerade die Pickwick-Papers und vorher Great Expecations genieße).

Und dann der kleine Sanji… Smiley… Dauergrinsen… unerschütterliches Vertrauen… selten nur ein kleines Weinen (wenn die Milch nicht zur rechten Zeit da ist), Liegestütz wie beim Militär.

Und wie sie dann alle drei zusammen spielen. Und dauernd lernen miteinander umzugehen. Und wie dann noch die Oma immer stärker eingebunden wird. Und wir mittendrin statt nur dabei. Es ist als ob man förmlich zusehen kann, wie die alte Struktur der Großfamilie sich wieder zusammenfügt.

Wenn ich mir die 3 so anschaue, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Familie oder Lernen irgendjemanden belasten könnte auf dieser Welt. Besonders Lernen und Gestalten, immer wieder neue Sache herauszufinden scheint ihnen so viel Freude zu machen und diese Freude ist ansteckend, so dass man auch wieder lernen möchte. Und es hält sie den ganzen Tag auf Trab, so dass sie am Ende nur noch erschöpft ins Bett fallen um am nächsten Tag wieder von neuem zu beginnen.

Aber wie kann man mehr Menschen solch ein wundervolles Leben ermöglichen? Und wie macht ihr das schon heute? (und wer braucht selbstgemalte Bücher, Faschingskostüme u.ä.? – billig abzugeben 😉 ).

Die Reformierung unserer Welt

Auf die Frage nach „Woher kommt die Energie, wenn wir die Atomkraftwerke ausschalten“ bei der CSU/CDU will ich meine Antwort hier geben (eigentlich habe ich schon dort geantwortet – aber die Ideen sprudelten immer weiter) – die Antwort hat aber auch viel mit Amis Artikel über Gemeinschaft zu tun.

Wir haben den Fernseher ausgeschaltet und kaufen nur noch sehr wenige Industrieprodukte (kommt wahrscheinlich daher, dass wir wenig fernsehen ;) ) – und sind trotzdem glücklich.
Ach ja und die Schule (industrielle, aber unwirksame Bildungsproduktion) sparen wir uns auch (das macht noch mal doppelt glücklich).
Ansonsten haben alle Haushaltsgeräte ein A+ und wir sind mehr draußen.
Vielleicht würde es auch helfen Nachts nur jede zweite Straße zu beleuchten (oder jede zweite Lampe) ?
Vielleicht ist das aber auch alles ganz schädlich für das “Unnötiger Firlefanz und Vollbeschäftigungstherapie für alle”-Programm und wir sollten schleunigst anfangen, die ganze Welt endlich endgültig abzufackeln und zu verseuchen.

Einwand eines Kommentators: „Ja aber Privathaushalte sind nicht mal DAS Problem, bei wegbleibender Elektrizität. Gut, Telefon, Kühlschrank, Heizung, Licht, Wasserpumpen sind dann weg aber stell Dir mal Verwaltung, Banken, Kühlhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Eisenbahnen usw. ohne vor. Mehrere Tage oder Wochen. Ohne Elektrizität. Weil der Wind nicht weht oder die Sonne nicht da ist…. Oder Eis- und Schnee auf den Windrädchen und Solarpaneelen liegt.“

Krankenhäuser und Banken besitzen Notstromaggregate. Schulen (hmmm….) halte ich ja sowieso für überflüssig ;) (ich würde mir mehr Sorgen um Bibliotheken machen, aber die Bücher kann man ja ausleihen und irgendwo anders lesen z.B. im Freien).
Züge ist ein Argument (aber auch nur, wenn man davon ausgeht, dass alle Windräder (Wind ensteht übrigens durch Erdrotation), Gezeitenkraftwerke (durch den Mond), Solarpaneelen an einem Ort stehen).
Verwaltung… äh, hier kann man sich einiges sparen und die Selbstverwaltung stärken. (Ketzer würden behaupten, viele Verwaltungen laufen eh immer noch mit Kerzen)
Was bleibt sind die Kühlhäuser und die Züge. Den Großteil der aktuellen Weltverbrennung kann man sich aber sparen, wenn man sich vom Vollbeschäftigungstherapie-Programm abwendet.

Kühlhäuser wären wahrscheinlich auch nicht mehr so wichtig, wenn wir die Bauern nicht so an den Rand der Gesellschaft drängen würden. Und mit ihnen nur noch über Supermärkte und Markenprodukte kommunizieren würden – dann hätten wir auch öfter mal was Frisches was noch nach Nahrung schmeckt und wir dem Produzenten vertrauen.

Dann bräuchte es auch nicht mehr so viele Züge und Güterverkehr, der alles mögliche von A nach B bringt.

Und wo wir gerade bei politischen Lösungen des Energieproblems sind: Wie wäre eine massive Förderung von Home-Office Arbeitsplätzen (inklusive Coaching).
Die Leute müssten nicht die ganze Zeit durch die Gegend gurken und in Büros fern ihrer Familien leben. Die Städte wären nicht mehr so unnatürlich voll und die Vorstädte wären keine Schlafstädte mehr. Wir könnten mehr Dezentralisierung haben und müssten uns nicht mehr dermaßen in Ballungsräumen konzentrieren. (Ich höre schon die Grundstücksspekulanten stöhnen 🙂 ). Dadurch wäre auch eine gute Durchmischung von Hochtechnologie-Entwicklung (dezentral) und ländlichen Berufen möglich. Ein Bauer und ein Geek leben Tür an Hof.
Dadurch könnten wir die Bürosituation, Verkehrssituation und Lebenssituation und Energiesituation entlasten. Und wir könnten unsere Nachbarn besser kennenlernen und Respekt für ihre tolle Arbeit lernen.
Vielleicht könnten in diesem Modell auch wieder die Eltern sich stärker selber um ihre Kinder kümmern. Das würde die Familien stärken. Die Anwesenheit der Berufstätigen in den Gemeinden und der Kinder würde die darbende Kultur wiederbeleben – bei abnehmenden Verkehrsaufkommen.

Das Zusammenleben und Zusammenlernen und Zusammenarbeiten der Kinder und Erwachsenen würde dann wieder zu mehr Verständnis für die Tätigkeit des „Anderen“ geben. Und aus diesem Verständnis könnte neuer Respekt erwachsen. Und aus dem neuen Verständnis und Respekt könnte eine neue Toleranz erwachsen. Dort wo wir unsere Kinder jetzt über Noten kontrollieren und Strafen sanktonieren können wir dann mit ihnen leben, mit ihnen wachsen und die Kontrollfunktion immer nebensächlicher werden lassen. Bis zu dem Punkt, dass wir gleichberechtigt nebeneinander leben können. Und vor allem Miteinander. Und dabei können wir noch Energie sparen 😉

Doch laßt mich diesen Traum noch weiterführen – auch auf die Gefahr hin lächerlich und idealistisch zu wirken. Denn ich glaube all unsere Vernunft und Wissenschaft bringt uns nichts, wenn wir nicht weiter idealistisch sind und das Risiko eingehen lächerlich zu sein.

Was wäre wenn wir jetzt in einer Gemeinschaft leben, in der die Zäune immer kleiner werden? In der der Geek und der Nuklearmediziner mit dem Bauern und dem Friedhosgärtner Tür an Tür leben? In der die Kinder und die Erwachsenen gemeinsam älter werden? Könnte es nicht sein, dass wir natürlich älter werden und irgendwann sterben, anstatt dass wir ein Rentenalter erreichen und in Altersheime ausgegliedert werden – die wiederum viel Energie kosten. Altersheime, die uns des wertvollsten berauben, was wir uns vorstellen können.

Sie isolieren uns von unseren alten Menschen, ihren Erfahrungen, ihrer eventuellen Lebensweisheit und somit von unserer Geschichte und auch von der Möglichkeit aus erster Hand zu lernen. Aus spannenden Geschichten, die sich in Lehrplänen nie finden lassen und die uns die Menschlichkeit und die Zerbrechlichkeit unseres Seins zeigen. Und auch die Zärtlichkeit die die Schwäche eines zerfallenen Körpers uns erzählt. Vielleicht können wir in ihren Augen sehen, dass der Tod nicht so mächtig ist, wenn man ihm in einer Gemeinschaft begegnet, die den Tod nicht mehr an den Rand und in seine Reservate verbannt.

Dies alles ist mein Traum. Er ist ein großer Kreis, der uns aus der Gesellschaft hineinführt in eine Gemeinschaft. Und in der sich jeder Mensch wieder trauen kann zu bitten: „Kannst Du mir helfen, ich habe mich verloren“. Und wir müssen unsere tiefen und bewegenden Gedanken nicht mehr mit Wörtern wie „ich schwurbel nur so rum“ rechtfertigen – sondern aufrecht sagen: „Ich fühle in mich und ich träume von morgen“.

Nichts wird großartiger sein, als der Verlust all der Mauern, die wir zwischen uns gezogen haben. Die Mauern zwischen Erwachsenen und Kindern. Und die zwischen alten Menschen und dem Rest der Gesellschaft. Die Mauern zwischen Arbeitern und Zuhausegebliebenen. Sogar die unendlich hohen Mauern zwischen Nachbarn. Wir haben schon einmal eine Mauer niedergerissen, ich denke wir sind auch immer noch stark genug und mensch genug um es mit den anderen Mauern aufzunehmen.

An diesem Punkt in der Geschichte werden wir unsere Computer ausschalten und aufhören zu bloggen und zu twittern und zu facebooken. Weil wir es dann nicht mehr brauchen. Weil wir uns dann wieder gegenüberstehen können. Und wir werden uns nicht nur die Hände reichen können. Wir werden uns umarmen können.

Dieser Punkt ist nicht archaisch, oder vorindustriell. Er ist postindustriell. Er beschreibt eine Kultur auf einem sehr hohen Niveau, menschlich, technisch, künstlerisch und wirtschaftlich. Die Menschen versammeln sich in ihr aber nicht mehr um die Maschinen um nutzlosen Kram zu produzieren. Sondern die Maschinen versammeln sich um die Menschen um der Gemeinschaft zu helfen.

So können wir Energie sparen und gleichzeitig eine Welt gewinnen. Wir brauchen auch keine Mächtigen, die uns zeigen, wie man Mauern niederreißt. Jeder von uns kann das. Die Lösungen existieren.

Vygotskij Unschooler?

Hmmmm…. ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich habe auf der einen Seite gelesen (in der Kritik an Piaget), dass

die Tests in Kinderheimen durchgeführt wurden und deswegen die Leistungen aufs Alter immer schlechter sind, als sie es in Schulen wären. Und dann noch schlechter, als sie es in familiären Umgebungen wären[!!]

Und jetzt habe ich gerade folgenden Absatz gelesen:

Alle diese, beiden Gruppen kindlicher Begriffe [also Alltagsbegriffe und wissenschaftliche Begriffe] gemeinsamen Merkmale [4 von PIAGET genannte wichtige Merkmale von Begriffen] unterscheiden sie von eingelernten Vorstellungen und Antworten, die ein Kind unter dem suggestiven Druck einer Frage gibt.  S.261

Dieser Satz erinnerte mich dermaßen an eine Passage in John Holts Buch „Aus Schlauen Kinder werden Schüler“, dass ich es einfach kurz notieren musste. (Jetzt lese ich noch weiter und sehe, ob Vygotskij dieser Einstellung gegenüber Sch*lernen widerspricht oder zustimmt. Aber nach dem, was in diesem 6.Kapitel von Denken und Sprechen steht, sieht es nicht nach einer guten Wende für die Sch* aus. Dennoch muss man daran denken, dass Vygotskij ja einen Weg für die Sch* erarbeiten wollte – hätte er sich mal lieber auf Unschooling interessiert – das andere Zeug gibt es eh bald nicht mehr.

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