Zwischen Magnolienblättern

Zur Zeit gehe ich manchmal spät spazieren und genieße den Abend, die Luft – die das ganze Leben des neuen Jahres verspricht und berühre den Duft der Blüten die alle gleichzeitig zu kommen scheinen. Die viel früher zu kommen scheinen, so als könne dieser kurze und dunkle Winter gar nicht schnell genug vergessen werden können – und mit ihm der Schnee der sich in meine Seele brannte.

Und dann stehe ich zwischen den Magnolienbäumen… und diese Blätter voller Zartheit… und dieser intensive Duft berühren mich so tief und ich spüre ihre Schönheit mit allen Sinnen. Ein Wind kommt und um mich herum entfaltet sich ein rosa Blütenregen, der in all seiner Intensität und Schönheit schon seinen eigenen Tod ankündigt und dann ist Lily da.

Und immer kommt sie wieder. Und sagt „Hallo Daddy“. Ich gehe spazieren und verliere schon den Weg, bis ich auf einmal vor dem Trauerhilfeinstitut stehe. Und auf dem Weg zur Arbeit, oder beim Tanzkurs steht auf einmal die Dame vor mir, die mir erklärte, wie ich eine Trauerfeier leite. Und oft kommen sie einfach so, die Tränen… bei der Arbeit, vor dem Einschlafen. Ich weine nicht. Aber mir stehen die Tränen tief in den Augen, dass die Welt verschwimmt und irgendein Teil in mir weiterarbeitet während der Rest von mir einfach nur ist und fühlt und gar nichts sonst.

Und dann stehe ich wieder zwischen den Magnolienbäumen. In einem Regen aus Rosa und Weiß und dem zarten Duft und dieser unendlichen Schönheit, die doch so schnell endet. Und immer wieder wiederkommt.

 

 

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