Auf den Schwingen der Krise

Eine echte Krise ist der tiefste Punkt unsere Lebens. Der Punkt an dem alles zusammenbricht. Ein Punkt in dem wir in einem tiefen Loch stecken und nur einen schwarzen Tunnel vor uns sehen, der steil nach oben geht.

Doch an diesem Oben sehen wir den Mond der scheint – und die Welt, alle Optionen und alle Möglichkeiten stehen uns offen. Alle Verpflichtungen und Freuden sind aufgelöst und wir können sie jetzt abweisen, annehmen oder verändern. In dem Moment der Krise sind wir die einzigen Meister unseres Lebens und alle Entscheidungen, alle Antworten können von uns neu gegeben werden.

In der Krise sehen wir all unseren Ängsten, Unsicherheiten und Schwächen ins Auge, wir stehen den Momenten gegenüber die uns unter Wasser drücken und keine Luft mehr zum atmen lassen. Wir sehen das Menschliche an uns so klar und unausweichlich. Denn wir sind mitten drinnen und es gibt kein Leugnen.

In diesem Moment nehmen wir alle Hoffnung die wir haben und versuchen zu wachsen. Wir bekommen einen der schönsten Momente unseres Lebens geschenkt und eine der größten Chancen. Wir können stärker werden, als das was uns gestürzt hat. Wir können über unser altes Ich hinauswachsen. Wir können von uns Abschied nehmen und uns neu gestalten. Jede Pore eines selbstverständlichen Lebens mit neuem Leben auffüllen. Bis wir über und über der Schmetterling sind, der seinen Kokon verlassen kann. Der sich gar nicht mehr an die Raupe erinnern kann und sich gar nicht mehr vorstellen kann wie er so schwach leben konnte.

Wenn wir jeder Krise aufrecht und mit klarem Verstand entgegentreten, dann bietet dieses Leben uns unglaubliche Möglichkeiten des Wachstums. Bis wir irgendwann verstanden haben: Ganz unten am Boden des Brunnens zu sein, heißt nur, dass wir dort schon immer waren. Es bisher nur noch nicht wußten und nun jeder Schritt uns zu einem neuen Ich hinführt. Und jeder Schritt geht diesen endlosen Brunnenschacht hoch. Wir definieren uns neu und unsere Möglichkeiten sind unendlich – wir müssen sie nur entdecken.

Und dann sind wir neu. Und wir können nie mehr zurück. Die Welt hat sich verändert. Zum ersten Mal wirklich. Und erst wenn wir die Krise verlassen haben, merken wir, dass wir wieder ein normales Leben beginnen. Mit neuen Verpflichtungen, neuen Freuden als neuer Mensch.

Und manchmal, manchmal, wenn es dunkel ist und die Welt ganz steht während sich das Universum still weiterdreht, denken wir an den Punkt zurück an dem wir alles entscheiden durften. Und sehnen uns die Krise noch einmal herbei, denn wir fühlen, dass wir in diesem Moment wirklich gelebt haben und so stark sein mussten, wie wir nur sein konnten. Und das war hoffentlich stark genug.

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von 1000sunny Veröffentlicht in Allgemein

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