In der Wohnung

Nachdem eine alte Frau uns beim Bürgermeister gemeldet hat (: „mit Kinder auf dem Campingplatz und soviel Schnee!“), dieser uns dann ein Schreiben geschickt hat, dass wir doch eine Wohnung suchen sollen, wir dann mit ihm ein Treffen hatten bei dem er meinte, dass:

A) Kinder nicht in der Schule (was unser Recht ist)

B) Kinder im Winter im Wohnwagen (was zusammen mit Punkt A wohl wirklich bei den meisten Leuten Unverständnis auslöst – und das ist mit Kindern ja immer gefährlich).

Und deswegen haben wir uns dann eine Wohnung gesucht und auch gefunden. Und nun sind wir eingezogen, haben alle Möbel aus München hergeholt und jetzt sitze ich schon im Stuhl, habe Internet (von unserer Vermieterin) und die Kinder sind wieder in Sicherheit vor den besorgten Blicken besorgter, alter Frauen.

Die Kinder spielen mit allem möglichen Spielzeug und Gleisen und so weiter, drinnen, während draußen die Sonne scheint.

Mir geht es irgendwie total schlecht, wir (die beiden Erwachsenen) haben den Wohnwagen so lieb gewonnen, dass es jetzt so seltsam erscheint sich wieder in 4 Mauern einzuzementieren. Nicht mehr einfach weiterfahren können und einfach frei sein. Draußen sein, am Strand.

Jetzt müssen wir uns wieder hieran gewöhnen unser Wohnwagen steht noch auf dem Campingplatz und wir werden dort auch öfter sein. Aber irgendwie ist mir fast schlecht, wieder in einer Wohnung mit lauter Plunder zu sein. Aber mehr Platz haben wir und ich denke für die Kinder ist es auch besser, irgendwie, zumindest im Winter während die Mama arbeitet…

Der Geruch von frischer Farbe treibt mir die Tränen in die Augen – aber nicht weil er beißt, sondern weil die Sache an sich mich tief trifft. Ich empfinde es als total schlimm wieder in einer Wohnung „gefangen“ zu sein. Die ganzen Sachen, die das Leben und den Tag angenehm machen, aber die einen festhalten. L’homme forge ses fers, der Mensch schmiedet seine Ketten. Ja. Ja. Ja.

Und jetzt müssen wir einen Weg finden, wie wir wieder „normal“ werden.

Und unnormal genug bleiben, dass es noch Sinn macht…. mir fehlt der Campingplatz. Mir fehlt die 1000Sunny….

Aber eigentlich sind wir es, in denen die Freiheit liegt und daran müssen wir uns erinnern.

Also doch: Juhu, wir haben eine Wohnung… aber nicht wirklich. Es ist wirklich schwer.

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von 1000sunny Veröffentlicht in Allgemein

3 Kommentare zu “In der Wohnung

  1. Auf jeden Fall. Mittlerweile geht es auch schon wieder besser und ich fange auch an mich wohlzufühlen. Ich wollte gestern den ersten Eindruck ungefiltert niederschreiben.

  2. Ja, die alten Frauen sind immer sehr engagiert.
    Bei uns waren sie im Sommer und Herbst absolut besorgt, ob meine Kinder denn keine Schuhe bzw. Socken hätten…?!
    Ach ich weiß nicht. Ich wäre auch traurig! Wenn ich im Wohnwagen wohnen wollte, möchte ich bitteschön auch gelassen werden. Eigentlich unverschämt, jemanden in ein Haus zu ‚zwingen‘, der das garnicht möchte.

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