Der Staat und die Demokratie

Bei Paxx-Reloaded habe ich einen sehr interessanten Artikel über die Demokratie gelesen – zu dem ich ein bisschen was hinzufügen will.

Staaten haben sich ja aus den Herrscherfamilien (besonders erfolgreiche Familien / Stämme) herausgebildet. Diese haben erst alle anderen verprügelt und dann mit Waffen bedroht. Daraus hat sich dann der Feudalismus und später der Absolutismus entwickelt. (Ich weiß nicht, ob das für alle Länder und Zeiten gilt, aber Rom und „Griechenland“ unter Alexander dem Großen sollen ja schon Familienunternehmen gewesen sein).

Wie dem auch sei, dann kam eine Welle an dem sich die Unterdrückten dachten: Hey, wir werden hier mit Gewalt unterdrückt und liefern all unsere Arbeit und all unser Blut ab, damit es ein paar Familien richtig gut geht. Das läuft aber mal gar nicht. – Und sie taten das was man in so einer Situation immer tun sollte, man macht kräftig Revolution… und dort setzen sich dann die „besten“ Familien aus den neuen Verhältnissen an die Spitze. Aber das ist ein Detail.

Nun könnte man den Staat abschaffen. Das wäre einfach, das Gesundheitssystem, Straßen und auch Bildung und Sicherheit lassen sich ohne Staat regeln. Zu der Zeit, als sich die modernen Staaten auf diese Weise bildeten galten Verbrecher als „Wölfe“, die jeder töten darf. Zu diesen Wölfen zählten auch Menschen, die anderen nicht genug vom Kuchen übriglassen um satt zu werden.

Allerdings hat der Staat eine sehr verlockende Idee in sich: Was dem einzelnen nicht erlaubt ist, spontane Gewalt gegen seinen Nächsten, kann durch das Kollektiv legitimiert werden. Natürlich darf man den nächsten nicht töten, oder enteignen… aber wenn wir alle sozusagen ein „höheres“ Geschöpf schaffen, dann können wir es diesem -natürlich- erlauben. Wir alle stimmen ja zu.

Ich will damit nicht behaupten, dass man wirklich abgewägt hat zwischen dieser Option und der Auflösung des Staates. Vielmehr war man einfach einen König gewöhnt und alte Götter lassen sich nun einmal schwer abschaffen. Da ist eine Revolution ganz nett, aber es braucht ein bisschen mehr – nämlich Zeit, Veränderung in den kulturellen Praktiken usw (aber das sind auch nur Details).

Also hat man die zentrale Figur des Beinahe-Gottes, den Leviathan, oder profan gesagt: Den Staat behalten. Erhalten und neu erschaffen. Und es wird für immer mehr Menschen immer deutlicher, was der Staat eigentlich bedeutet und was ihn so sehr auszeichnet. Und das ist nur Gewalt, und damit die Fähigkeit Dinge einfacher und schneller mit Gewalt zu „lösen“ als man es mit strengem Nachdenken wohl könnte.

Aber Leviathan hat einen natürlich Feind: Gott. Und dieser Gott ist spätestens nach der Aufklärung durch die menschliche Fähigkeit streng nachzudenken ersetzt worden. Und da wir nicht aufhören streng nachzudenken (nicht alle, aber genug) werden wir irgendwann auch diesen letzten Gott töten. Wir werden es merken, dass es soweit ist, wenn wir eine Unitoilette betreten und dort lesen werden: Der Staat ist tot.

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Ein Kommentar zu “Der Staat und die Demokratie

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