2 Enten auf dem Teich

Es war einmal eine grüne und eine rote Ente auf einem Teich.

Die grüne Ente schwamm immer links herum und die rote rechts herum. Da trafen sie sich jeden Tag tausendmal und die rote gefiel der grünen gar nicht. Und die grüne gefiel der roten gar nicht.

„Du schwimmst in die falsche Richtung!“

„Nein! Du schwimmst in die falsche Richtung“

Natürlich sagten sie das auf entisch, sie sagten es auch nicht, sondern sie schnatterten: „Nu schwimmgst nin ding falscheng Rischtungsch! Neinschg Dusch!“

Und so schnatterten sie den ganzen Tag.

Da kam eine Ente, sie war sehr schlau – wie alle Enten nun mal sind – auf die Idee, dass doch die andere wegwatscheln sollte. Da die andere Ente nicht blöd war, dachte sie sich etwas ganz schlaues aus. Eine schlaue Entenlösung.

„Wir bilden ein Abkommen, jeder dem es nicht passt der kann wegrennen – das Rennen-Abkommen“. Die andere Ente war sofort einverstanden – sie war ja auch entenschlau.

„Ja“, quakte sie zu. „Und Dir passt nicht, in welche Richtung ich schwimme. Also hau ab. Da vorne hinter dem Berg ist noch ein Teich.“

Natürlich wollte das die grüne Ente nicht, sie hatte sich das Rennen-Abkommen ja ausgedacht, damit die andere endlich abwatschelte. So eine Watschelei war schließlich anstrengend. Außerdem wusste sie wo die meisten Würmer und Schnecken in diesem Teich waren. Und vor allem: Wer konnte schon wissen, in welche Richtung die Enten im anderen Teich schwammen!

Also quakte sie säuselnd: „Nein, geh Du. Das Rennen-Abkommen stellt es Dir frei zu gehen, wenn Dir was nicht passt – mich stört nicht in welche Richtung Du schwimmst. Schau wie großzügig und freimütig ich bin“

Ab diesem Abkommen schwammen beide Enten doppelt so langsam aneinander vorbei. Und plusterten sich auf. Jede war noch genervter und beide wurden insgeheim immer wütender. Beide schnatterten, wie richtig es war was sie tat und wie falsch es war was die andere tat. Natürlich! Wie kann man nur so verblendet sein und in die falsche Richtung schwimmen.

Eines Tages platzten die Enten vor Wut und schnatterten auf sich ein. Natürlich in derbstem entisch: „Schnütz Dung dasch Schengen-Abkommengsch“ – Ja nütz Du es. Aber keine nützte es.

Da kam die grüne Ente auf eine noch schlauere Idee! Sie mussten abstimmen. Rein Demokratisch. Dazu setzten sie pompös zwei Urnen in das Wasser und jeder bekam einen Stimmzettel auf dem Stand welche Ente in die falsche Richtung schwamm und welche gehen sollte.

Das Ergebnis könnt ihr euch schon denken. 50% der Enten waren überzeugt, dass die Grüne alles falsch machte und die anderen 50% empörten sich über die Rote.

Die Enten waren aber sehr schlau – entenschlau und erkannten ihren Fehler sofort. Die Wahlbeteiligung war zu gering. Beide Enten einigten sich darauf die Schnecken und Würmer mitstimmen zu lassen. Sofort erzählten sie den Schnecken und den Würmern davon. Jede wusste, dass sie sich nun gut stellen musste mit diesem blöden Volk.

„Schnecken und Würmer! Aufgemerkt! Ich habe für euer Recht zu Wählen mit der Roten Ente gekämpft. In ihren Augen wart ihr nur Futter, doch jetzt seid ihr Wähler. Und dürft endlich mitbestimmen, was im Teich geschieht! Ich bin euer Freund, wählt mich: die Grüne Ente“

Und genau dasselbe schnatterte auch die Rote Ente – nur in ihrer Erzählung war die Grüne Ente der Feind. Die schlauen Enten wußten natürlich, dass es den blöden Schnecken und Würmern egal war, ob sie nun von Links herum oder von Rechts herum gefressen wurden. Sie wollten nur nicht gefressen werden. Eine utopische Forderung, die keine der Enten jemals zur Wahl stellten.

Es ging natürlich um das Allerwichtigste – welche Ente sollte in Zukunft das Gewaltmonopol haben? Das bedeutete, wer sollte in Zukunft die Würmer und Schnecken in diesem Teich fressen dürfen – aber so hörten das die Schnecken und Würmer natürlich nie. Und schließlich waren die meisten auch zu blöde um das zu verstehen.

„Zwei Enten auf einem Teich, das kann nicht klappen. Das gibt nur Chaos. Die Zustände sind untragbar für euch Würmer und Schnecken.“

Bald waren die Schnecken und die Würmer in zwei tiefe Lager gespalten. Die Würmer versprachen sich Gleichheit mit den Schnecken von der grünen Ente. Die Schnecken dagegen versprachen sich Gleichheit mit den Würmern von der roten Ente. Der Teichboden war übersät mit beschriftetem Schilf und Algen. Auf den Algen stand: „Würmer wählt die grüne Ente! Sie bringt Sicherheit und Wohlstand für alle!“ Auf dem Schilf stand „Schnecken und Würmer, vereinigt euch und wählt die rote Ente! Gleichheit, Freiheit, Tierlichkeit!“

Bald hatten die Schnecken und die Würmer alles andere in ihrem teichbodenständigem Leben vergessen und diskutierten nur noch die Vorteile der grünen und der roten Ente. Die Enten waren hochzufrieden über so viel Zuwendung. Denn so schlau Enten auch sind, sie sind auch sehr eitel. Und so sprachen sie mit den Schnecken und den Würmern über die vielen Vorteile von rechtsherum schwimmenden Enten – oder die Nachteile der schrecklichen linksherumschwimmenden Enten. Oder andersrum.

Das taten sie tagsüber. Nachts waren die beiden Enten so hungrig, dass sie doppelt so viel Schnecken und Würmer fressen mussten. Aber Enten sind ja sehr schlau – entenschlau – und so fraß jede Ente meistens die, die gegen sie stimmen würden. Da die beiden Enten natürlich so viel wie möglich politische Gegner fraßen, wurden beide Enten von Tag zu Tag fetter und fetter. Die grüne Ente konnte schon bald gar nicht mehr Rechtsherum schwimmen. Und auch die rote Ente hatte bald so lahme Flügel, dass sie gar nicht mehr Linksherum schwimmen konnte. So zeigten beide bald nur noch in ihre Richtung, schnatterten und fraßen noch emsiger.

So rückte das Wahldatum immer näher und näher. Und am großen Tag standen überall Kabinen mit Stimmzetteln. Auch standen überall Urnen für die Würmer und Schnecken. Es glich einem Volksfest. Die Würmer und Schnecken putzten sich feierlich heraus. Schließlich ging es um ihre Zukunft. Es ging mittlerweile nicht mehr nur um das Gewaltmonopol, sondern auch um den Bildungszugang und die Weltrettung. Die beiden Enten im kleinen Teich hatten sich große Mühe mit ihren Programmen gegeben. Je mehr die rote Ente versprach, desto mehr musste die Grüne nachlegen. Und so hatten sich beide fast täglich mehrmals überholt.

Es sollten sogar Orte für alle kleinen Schnecken und Würmer eingerichtet werden, wo die Leckerbissen zusammen lernten und die Ente auch mehrmals täglich Besuche abstatten würde, um zu sehen wie sich die Investition in Bildung so machte. Schließlich musste die zukünftige Generation von Schnecken und Würmern auch Bescheid wissen, welche Ideen die Enten hatten und welche man wählen solle. Die Enten waren nämlich sehr schlau und wussten – sind solche Lernorte erst einmal eingerichtet, wo alle zarten, jungen und schmackhaften Kriechtiere zusammen kommen, dann würde das auch sehr schnell negative Auswirkungen auf die Zahl der Schnecken und Würmer haben. Um dieses Problem zu lösen brauchte man auch schlaue Würmer und Schnecken!

Man musste nur aufpassen, dass man möglichst früh unterschied in Problemlöserkriechtiere und Futter. Und das war schon wieder ein Problem, das man lösen musste. Und jeden Tag kamen neue Probleme hinzu und neue Chancen zu einem Problemlöserkriechtier zu werden. Ja, die Probleme waren überhaupt das allergrößte. Sie machten es erst möglich, dass manchen Schnecken und Würmern bald ein sorgenfreies Leben zukam. Das war eigentlich das wichtigste Problem von allen und wurde von oberschlauen Würmern als Chancengleichheit bezeichnet. Würmer mochten nämlich lange Dinge, und lange Wörter waren das allerwurmigste von allem. Die Schnecken waren dagegen schon ein bisschen zurückgezogener. Der Traum, dass jeder Wurm und jede Schnecke bald die Chance auf einen Platz in Sorgenfreiheit und Überfluß haben sollte war eines der größten Ziele. Und dass nur die Leistung und nicht die Abstammung zählte, das war die große Aufgabe.

Besonders die Enten legten Wert darauf, dass kein Wurm zum Futter wurde, bloß weil er ein Wurm war. Und keine Schnecke zum Problemlöser, bloß weil sie eine Schnecke war. Schließlich ging es darum das Problem der immer kleiner werdenden Kriechtierbevölkerung zu lösen. Und da die Enten so viel fraßen und ihre Verdauung so gut funktionierte, musste man sich auch bald Sorgen um die Umwelt machen. Schließlich verdunkelten die Hinterlassenschaften der Enten schon den Teich und machten teilweise das Atmen schwer – für alle, die unter der Oberfläche lebten. Aber sie machten auch das Tauchen nach Futter schwerer. So kam es dazu, dass die Lernorte für die Jüngsten und Leckersten natürlich schon vor den Wahlen eingerichtet wurden. Dafür setzten sich beide Enten kompromisslos ein.

Und es war natürlich einhellige Meinung, dass alle jungen Kriechtiere an diese Lernorte kamen. Sogar die ganz faulen – besonders die! Mjamm! So wurde es bald zur Pflicht; sogar noch vor den Wahlen. Denn darin waren sich alle beiden Enten einig.

Am Wahltag dann strömten die Kriechtiere in die Kabinen. Überall waren Wahlbeobachter – man hatte sogar welche vom anderen Teich herbei bestellt. Denn es war das wichtigste Ereignis überhaupt im Leben dieser Kriechtiere. Was konnte es wichtigeres geben, als all die Versprechen der Enten des kleinen Teiches.

Am Abend wurde es dann bekannt, die Rote Ente hatte gewonnen. Und noch am selben Abend beschlossen beide Enten, dass keine den Teich verlassen müsse, aber die Rote Ente jetzt für ein paar Jahre sagen durfte in welche Richtung geschwommen wird. Und ab diesem Tag schwammen beide Enten in dieselbe Richtung. Während sie schwammen diskutierten sie über Politik. Die schlauesten der Problemlöserkriechtiere nannten dies das Schnablament – andere sagten es wäre der Bundesquak.

Wie immer man es auch nannte, wenn die kleinen Würmer und Schnecken nach oben schauten, sahen sie einen Himmel der überzogen war mit Entenkot und zwei Enten, die in dieselbe Richtung schwammen. Alle Jahre wurde gewählt und es gab ein Volksfest der Versprechungen, wie die beiden Enten den Teich und die Welt retten sollten – und einen Plan alle Errungenschaften zu reformieren und sie noch besser zu machen. Von so einem Leben konnten die Kriechtiere früher nur träumen! Was hatten die Kriechtiere jemals ohne den Schutz der Enten gemacht? Das wusste nicht einmal der Lehrer.

Das Schengen-Abkommen hatten die Enten natürlich beibehalten. Jeder Wurm und jede Schnecke, die am Teichboden lebte konnte – wenn sie wollte und einen langen Atem hatte – in einen anderen Teich aussiedeln.

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10 Kommentare zu “2 Enten auf dem Teich

  1. -durch Steuerbelastung, Kampf um die Ressourcen der sich verschlechternden Umwelt/Gesellschaft und dauernde politische Involviertheit steigt der Stress, die Burnout-Rate, Selbstmordrate (Anomie) und der Krankenstand. Auch hier müssen Lösungen gefunden werden.

    -Alle Lösungen sind Errungenschaften. Jeder Kritiker an dem System generell wird als Systemfeind gebrandmarkt, der diese Errungenschaften bedroht. Er hat Anrecht auf das Rennen-Abkommen.

  2. -Würmer und Schnecken, die ihre Muttersprache (würmisch/schneckisch) statt Neuquak in den Bildungseinrichtungen lernen wollen gelten als Integrationsunwillig und werden von gesellschaftlicher Teilnahme ausgeschlossen. Problemlöser werden nur für Probleme gebraucht, die für Neuquak interessant sind.

    -Das Merkmal von Neuquak ist, dass alle Begriffe ihren Sinn verloren haben und der Sinn nun in Gut oder Schlecht besteht. Dabei sind Errungenschaften (Chancengleichheit, Rechte, Bildung, Demokratie) immer gut und ihre Gegenstücke immer schlecht (Chancenungleichheit, Unrechte, Unbildung, Undemokratisch (es gibt nicht die Undemokratie, da sie sich unter der Herrschaft der beiden Eltern nicht manifestieren kann). (Neuquak ist von 1984 entliehen und wir schreiben 2010 also 26 Jahre später).
    Sobald die Enten also über ihre Politik sprechen, sprechen sie natürlich nur über alles Gute (dabei sind die einzelnen Wörter an sich uninteressant, da sie keinen wirklichen Sinn haben außer Quak). Das hört sich dann so an: Ich bin für Freiheit, Chancengleichheit, Demokratie und Bildung (Klartext: Quakquakquakquakquak)

  3. -Jemand der gegen eine Errungenschaft ist, gilt automatisch als Feind aller Errungenschaften. Dies ist folgerichtig, da alle Errungenschaften nur Synonyme von Quak sind. Und er damit gegen Quak an sich ist – was aber nicht stimmen muss, da für die Schnecken und Würmer der eine Quak sehr unterschiedlich vom anderen Quak ist.

    -Jeglicher öffentliche Diskurs geht nicht um die echte Bedeutung von Begriffen (ihren „wahren Sinngehalt“ – „wahr/Wahrheit“ gibt es nicht mehr). Sondern nur um die Einteilung in Quak und Unquak – also Gut und Schlecht. Wissenschaft entkoppelt sich in Neuquak komplett. Dieses lähmt die Fähigkeit der Teichbodenkriechtiere die Umwelt so zu erfassen wie sie ist. Desto stärker identifizieren sie sich mit dem politischen Kampf um Quak.

  4. Endlich herrscht Ordnung im Teich!
    Es sollte dringend noch über Wellen- und Uferbegradigung diskutiert werden.

    Bitte, lieber 1000sunny, ersetzte noch die „Kriechtiere“ (=Reptilien) durch ein passendes Wort… Kleingetier? (Schnecken sind Weichtiere, Würmer… Urmünder
    Wieder was gelernt 🙂

  5. Das wäre ja zu lustig. Die Entmündigung der Urmünder! Was bleibt da noch… danke für die Tipps, ich werde es einarbeiten. Vielleicht schreibe ich für entmündigte Urmünder und Weichtiere einfach Bürger?

    -Anmerkungen

    -Da Neuquak nur aus Klischees besteht, fällt es sehr schwer darin neue Gedanken oder exakte Beschreibungen auszudrücken. Jedes Wort (da Klischee) löst automatisch Quak oder Unquak aus. Somit kling Wissenschaft umständlich, kompliziert und unverständlich.

    -Die meisten Bürger sind somit von der Wissenschaft getrennt und empfinden sie nicht als hilfreich. Lesen sie solche Texte, so erreicht der Inhalt sie nicht, da sie nicht über Quak und Unquak hinausdenken können.

    -Der Fisch George Orwels schrieb in seinem Roman 1984 vieles nieder, was hohe Resonanz bei den Bürgern hatte, da vieles sie irgendwie an irgendwas erinnerte – aber an was. Allerdings versagte er in der Beschreibung der Machtmechanismen total und setzte Folter anstatt Hoffnung.

    -Ein anderer Fisch (Aldous Lachsley) schrieb in seinem Buch „Brave New Aquarium“ eine verbesserte Version, die aber zu stark in die Gegenrichtung ging. Außerdem galt er für zu futuristisch (maschiniertes Brutverhalten, Schwebeboote für alle Bürger).

    -Erst ein späterer, wissenschaftlicher Versuch von dem Fisch B.F. Schwimmer beschrieb die Mechanismen der perfekten Konditionierung genau. Sein Buch „Ohne Freiheit und Stolz“ ging in die Geschichte der Motivationsforschung ein, weil es zeigte, wie man andere (ohne schwere Strafe, Drohungen oder Drogen) für fremde Ziele motivieren konnte. Allerdings waren die Erkenntnisse schon intuitiv an den Lernorten umgesetzt worden und man schloss daraus, dass man sie ohne Gefahr für den teichischen Wohlstand angenehmer machen konnte.

    -Nach diesem Buch wurden Utopien und Dystopien als Unquak markiert und wurden vom Bürger belächelt.

    -Da die Probleme in allen Teichen in denen die Enten für Ordnung sorgen dieselben sind, und die Wissenschaft da ist diese Probleme zu lösen, wird die Wissenschaftssprache jene Sprache, die aus dem reichsten Teich kommt (Enten sind eitle Tiere und alle anderen wollen auch so reich werden). Das Neuquak der Bevölkerung anderer Teiche verkommt zu Regionaldialekten und wird langsam ersetzt.

    -Die Wissenschaft teilt sich in zwei Kategorien auf. „Mehr INdustrielles Teichtum“ (MINT) und ideologische Dienstleistung. Während MINT-Fächer komplett in Hochquak aus dem reichsten Teich beschrieben werden, werden ideologische Dienstleistungen in einer Mischung aus regionalem Neuquak und einer stetig wachsenden Menge an Neuquak aus dem reichsten Teich gedient (sog. Weltquak).

    -Ideologische Dienstleistung wird intern mit Kontrollgruppen erforscht. Sind die Kontrollgruppen stärker wehrt sich die Demokratie gegen diese Anomalien – es wird eine ideologische Hetzkampagne von dieser oder jener Interessensgruppe durchgeführt. Die Kontrollgruppe wird als Unquak stigmatisiert. Ansonsten erfährt der gemeine Bürger nichts von Kontrollgruppen und ist überzeugt von deren Nichtexistenz.

    -Dieses wird durch eine Ideologie des „andere Schnecken/Würmer aus anderen Teichen gehen uns nichts an“ – einer sogenannten Teichzugehörigkeit trainiert. Dieses stärkt auch das Verlangen das Schengen-Abkommen eher als Zwangsexil für den Bürger zu betrachten.

    -Die Enten bewegen sich mittlerweile frei zwischen den Teichen hin und her. Und bequaken sich, wie sie soziale Probleme lösen können.

    -Wer die Mischung aus regionalem Neuquak, Weltquak und ideologischer Dienstleistung am besten beherrscht kann weit aufsteigen in der Hierarchie – er kann sogar aufsteigen aus den gewöhnlichen Universitäten in sog. Regierungsuniversitäten. Aktuell am erfolgreichsten ist der Katzenfisch Klaus Schnurrelmann. Er arbeitet in der Schwertie School of Governance – gesponsert von einem Schwertfisch – und entwirft Pläne für die Enten, wie man Entenfutter industriell oder unter weitestgehender Ausschaltung von Bürgermitwirkung herstellen kann. Als Vorbild dient hier „Brave New Aquarium“.
    Ein weiterer Schwerpunkt ist natürlich die Selektion und Evaluation in Futter und Problemlöser.

  6. Anmerkung
    -der reichste Teich kann gerne der große Teich heißen.

    -Das Hauptmedium mit dem die Enten und die Bürger kommunizieren (in Richtung Ente->Bürger) ist die Zeitungsente.

    -Die Zeitungsente wird betrieben von Bürgern, die sich besonders um die Probleme der Teichgemeinschaft bemühen und durch ihre Fähigkeiten zur Gestaltung von Neuquak selektiert wurden.

    -Wenn eine Ente den Hals gar nicht voll genug bekommen, kann muss sie manchmal würgen. Von diesem Würger leitet sich das Wort Bürger ab, das generell für Futter verwendet wird.

  7. -Als auf einmal viele Teichbewohner Selbstmord begehen, stellt die Schnecke Emile Durkschleim fehlenden Zusammenhalt als Grund in dem Teich fest. Er beschreibt zwei Arten von Zusammenhalt unter den Teichbewohnern. Früher beruhte die Zusammengehörigkeit auf Ähnlichkeit, weil alle das selbe taten – mechanische Solidarität. Durch Spezialisierung und Aufgabenteilung ist dieses verschwunden. Es trat eine neue Solidarität – die organische – in die Geschichte ein. Hier sind die Teichlinge desto solidarischer je größer die Aufgabenteilung ist und desto abhängiger sie voneinander sind. Durkschleim merkte an, dass die Aufgabenteilung auf Freiwilligkeit beruhen musste. Bis auf diese letzte Anmerkung fand seine Lehre Einzug in die Lehrpläne.

  8. -Der Tunfisch Ferdinand Tunna schrieb das Werk „Gemeinschaft und Gesellschaft“.
    -Die Krebsin Mary Wollstonecrab schrieb in ihrem Buch „Die Verteidigung der Rechte der Weibchen“ darüber, dass Bildung den Teichbewohnern helfen sollte sich selbst zu „perfektionieren“. Sie stellte sich dagegen, dass Bildung auf das Leben vorbereiten sollte. Sie wurde ausgelacht, doch die Idee, dass Weibchen genauso gute Sklaven wie Männchen sein könnten wurde aufgegriffen und perfektioniert. Zumal Maschinen immer mehr die körperlich fordernde Arbeit übernahmen und das Ideal der Gentleschnecke sich für Männchen durchsetzte.

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