Von Mäusen und Schupflis

Vor 2 Tagen trat Josef Kraus der Präsident des Lehrerverbandes in den Ring um die Schulpflicht gegen Homeschooling zu verteidigen.

Auf der anderen Seite stand ein Richterspruch der Deutschland die systematische Verfolgung und Unterdrückung von Minderheiten bestätigte.

Und vor allem standen 2 Familien da, 2 Familien, deren Kinder ihr Glück ohne die Schule gefunden hatten – und die in der Schule unglücklich waren.

Diese beiden Familien standen aber nicht alleine, sie waren ein Symbol für Tausende Familien die Widerstand leisten – hunderte Familien, die ins Ausland flüchten und Millionen Familien, die unter dem Diktat einer Schule leiden der sie komplett ausgeliefert sind. Wo sie sich stets vergleichen müssen und Druck erleiden müssen und deren Lehrpläne auf obskure Weise zustande kommen – und in denen sie zu guter letzt selektiert werden und ihre Rolle in ihrem einzigartigen Leben zugewiesen bekommen. Und ihren Platz in der Pyramide der Hierarchie.

Josef Kraus brachte die alten Gründe an: Die Schulpflicht sei eine Errungenschaft der Zivilisation – Sie beschützt uns vor Sekten – Sie macht Moslems gefügig – Sie besiegt die Christenheit gegen die das römische Reich unterlag – Sie entzieht Kinder den Eltern und ihren schlechten Biographien; besonders die Biographien der Schulversager und HarzIVler könnten sich nicht auf die nächste Generation übertragen – und vor Allem sie installiert den neuen Staatsgott des Atheismus, in dessen Opferschale nur Statistiken gehören.

Doch alle dies war die Geschichte und der Traum einer Gesellschaft, die das goldene Zeitalter erreichen wollte und doch feststellen musste, dass Menschen eben Menschen sind. Er begehrt auf gegen die Natur mit dem dumpfen Wissen, dass er jeden Tag mehr zerstört als er jemals aufbauen kann. Ein zwölfstufiger Transformationsvorgang, der jeden Unedlen in reines Gold verwandeln sollte – fertig bereitet für eine bessere Welt.

Dieser Traum ist endgültig aus – die industrielle Massentransmutation von rohen Menschen in goldene Menschen schlägt fehl. Aber schlimmer noch – wie einst König Midas erfahren musste – brauchen die Menschen mehr als Gold. Es braucht eben von allem etwas um eine Welt zu formen. Ein goldenes Zeitalter kann nur mit echten Individuen und echten Menschen erreicht werden und nicht mit einer Horde entfremdeter All-Gemein-Wisser.

Der Schupfli Josef Kraus saß in seinem Sitz und schrie sein Unwissen und seine Unfähigkeit der Bevölkerung entgegen: Ich kenne keine andere Möglichkeit als alle Kinder in die Schule zu zwingen. Ich kann mir keine andere Möglichkeit vorstellen als die Menschen gegen ihren Willen zu zwingen.

Doch am Ende blieb nur ein Mann, der auszog um nichts zu bewegen; ohne Visionen mit einer Politik ohne Zukunft – und einer Lösung, die gescheitert ist. Das einzige was ihm übrig bleibt ist ein Rückzugsgefecht, in dem er versucht die Massen an Mäusen zu beruhigen, die ihm noch zuhören; und den trostlosen Ideen aus einer längst verdrängten Vergangenheit die Neugierde und Freiheit ihrer Kinder opfern. Bis diese Kinder eines Tages dann auch allen Menschen, die nach Freiheit ringen, zornig entgegen rufen: „Dann geht doch! Wir sind hier und wir können nicht gehen… denn, obwohl wir hier alle Macht haben, sind wir doch woanders nichts.“


To A Mouse
by Robert Burns
Wee, sleeket, cowran, tim'rous beastie,
O, what panic's in thy breastie!
Thou need na start awa sae hasty,
Wi' bickering brattle!
I wad be laith to rin an' chase thee,
Wi' murd'ring pattle!

I'm truly sorry Man's dominion 
Has broken Nature's social union, 
An' justifies that ill opinion, 
Which makes thee startle, 
At me, thy poor, earth-born companion, 
An' fellow-mortal!

I doubt na, whyles, but thou may thieve; 
What then? poor beastie, thou maun live! 
A daimen-icker in a thrave 'S a sma' request: 
I'll get a blessin wi' the lave, 
An' never miss't!


Thy wee-bit housie, too, in ruin! 
It's silly wa's the win's are strewin! 
An' naething, now, to big a new ane, 
O' foggage green! 
An' bleak December's winds ensuin, 
Baith snell an' keen!

 

Thou saw the fields laid bare an' wast, 
An' weary Winter comin fast, 
An' cozie here, beneath the blast, 
Thou thought to dwell, 
Till crash! the cruel coulter past 
Out thro' thy cell.

 

That wee-bit heap o' leaves an' stibble, 
Has cost thee monie a weary nibble! 
Now thou's turn'd out, for a' thy trouble, 
But house or hald. 
To thole the Winter's sleety dribble, 
An' cranreuch cauld!

 

But Mousie, thou are no thy-lane, 
In proving foresight may be vain: 
The best laid schemes o' Mice an' Men, 
Gang aft agley, 
An' lea'e us nought but grief an' pain, 
For promis'd joy!

 

Still, thou art blest, compar'd wi' me! 
The present only toucheth thee: 
But Och! I backward cast my e'e, 
On prospects drear! 
An' forward, tho' I canna see, 
I guess an' fear!

 
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3 Kommentare zu “Von Mäusen und Schupflis

  1. Joseph Kraus, die traurige Rübe. Er hat so eine schlechte Figur gemacht. Ein peinlicher Auftritt.
    Was soll ein Mann auch sagen, der eigentlich weiß daß er im Unrecht ist und spricht.

  2. Pingback: lutzland.blog » Kraus, Kanther und die Pol Pots der Pädagogik

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