Sehr provokanter Artikel über den neuen deutschen Faschismus…

vorab möchte ich sagen, dass dieses nicht meine Meinung ist sondern eine Persiflage auf die aktuellen Ereignisse und deutschen Antworten des deutschen Journalismus auf die Geschehnisse um die Familie Romeike. Mir geht es darum aufzuzeigen, wie gefährlich die Argumentation hier teilweise ist und auf welch dünnem Eis sie sich bewegt. Ich schätze alle Glaubensrichtungen und Verurteile Mord, Gewalt – auch und besonders wenn sie vom Staat ausgeht, dem die meisten Menschen ohnmächtig gegenüberstehen. Auch möchte ich damit aufzeigen, wie wenig die Menschen aus ihrer Geschichte gelernt haben.

Konkret handelt es sich um diesen Artikel bei der Zeit, bitte vorher lesen. Genug der Vorworte, jetzt geht es los (leider) :

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Die Juden schaden ihren Kindern  (1. November 1938)

Die Juden haben einen Glauben, den die deutsche Nation nicht teilt. Die Wertevermittlung der deutschen Leitkultur akzeptieren sie nicht.

Für ihre Vorstellung von Kindeswohl haben die Juden in Kauf genommen, dass der Nachwuchs mit ihnen zusammen in das Konzentrationslager in Dachau gebracht wurde. Anstatt sich freiwillig dorthin zu begeben, mussten die Kinder miterleben, wie sie von der Polizei aus ihren Häusern entfernt wurden, so riskierten die Juden in verantwortungsloser Weise eine Traumatisierung ihrer Kinder. Was das für die Kinder bedeutete, mag man sich nicht ausmalen. Ausmalen will man sich auch nicht, welche Spuren die Flucht mancher Juden in die USA hinterließ.

Das Gefühl, nicht gewollt zu werden, gar verfolgt zu sein, kennen deren Kinder lange. So ehrenwert der Glaube der Juden  ist, so übertrieben mutet die Reaktion der USA an. Juden erhalten nun politisches Asyl in den USA.

Lange war es für Juden in Deutschland schwierig, Kinder zur Adoption an Arier-Eltern freigeben zu lassen, die den Glauben haben, den der Führer vorschreibt. Der Individualisierung der Lebensentwürfe wird der Faschismus noch nicht gerecht. Doch gerade in den vergangenen Jahren hat sich viel bewegt und wir steuern auf einen glorreichen Sieg zu.

Warum haben die Juden ihren Kindern nicht vieles erspart und hierzulande lange genug nach passenden Eltern gesucht?

Es bleibt der Verdacht, dass die Juden nicht nur idealisieren, was Pluralismus sein kann, sondern auch, was Gesellschaft sein muss. Mehr Gelassenheit werden sie auch in Tennessee brauchen.

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Ich möchte hier nicht die Leiden, des jüdischen Volkes in Deutschland während des 2.ten Weltkrieges herunterspielen oder auf die gleiche Ebene oder Intensität der politischen Verfolgung der Romeikes setzen. Ich will nur den Deutschen Artiklern einen Spiegel vorhalten, damit sie gesellschaftliche Kräfte nicht wieder in dieselbe politische Sackgasse ziehen, die sie schon einmal erreicht hatten. Es ist schlimm was geschehen ist, und wir sollten aus den Fehlern endlich lernen. Ein Band des Schweigens darüber zu legen ist der erste Schritt einen Schleier des Vergessens zu erzeugen. Mir ist es wichtig die Ähnlichkeit der Argumentation herauszuarbeiten.

Ich hoffe mit meinen Warnungen nicht die zu beleidigen die damals gelitten haben, sondern die aufzurütteln, die aktuell von „angeblicher Verfolgung“ und einem „höheren Gut“ schreiben. Religionsfreiheit ist eine demokratische Errungenschaft, nicht die Schulpflicht – diese wurde in Deutschland von Adolf Hitler eingeführt und in den USA um die Schwarzen von hohen Posten fernzuhalten. Ihr Vater war Gottlieb Fichte, der von Bertrand Russel der Vater des Faschismus genannt wurde. (siehe Die geistigen Väter des Faschismus in Reclam: Bertrand Russell: Philosophische und politische Aufsätze S.115 ff)

Die USA hat mittlerweile die Schulpflicht der Versammlungsfreiheit, den Menschenrechten und der Religionsfreiheit geopfert. Deutschland klammert sich daran und die Begründungen werden von Tag zu Tag gefährlicher.

Ich habe diesen Artikel so geschrieben, weil ich in der letzten Zeit von mehreren Gruppen ausgeschlossen und gebrandmarkt wurde. Diese Gruppen hatten meine Schulverweigerung als einzigen Punkt für den Ausschluss (und heftige Beschimpfungen). Es liefen organisierte Hetzkampagnen gegen eine Gruppe von Schulverweigerern über mehrere Monate. Die Artikel, die ich im Zusammenhang mit den Romeikes gefunden habe, die Kommentare auf diese Artikeln sind nur die Spitze des deutschen Eisberges.

Hier ein Artikelreader – bitte auch die Kommentare lesen.

Hier noch ein „aufgeklärter“ Blog der auch zeigt, wie tief das Unverständnis in Deutschland schon schneidet – die hoffen, dass die Familie wieder ausgewiesen wird, damit die USA und Deutschland doch ihre Kuschelbeziehungen weiterführen können (individuelle Schicksale stehen hinten an – wir wissen ja welche Ideologie das ist)

Wogegen ich mich auch damit aussprechen will ist „Die Bayerische Verfassung will mit der allgemeinen Schulpflicht alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen und umfassend in die Gesellschaft eingliedern. Dies ist eine der großen emanzipatorischen und demokratischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts.“(Erwin Huber) – also ein umfassendes eingliedern ohne Respekt auf Traditionen andere Kulturen, deren Sprache (Muttersprache) usw. und ähnliche Schönrednereien.

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13 Kommentare zu “Sehr provokanter Artikel über den neuen deutschen Faschismus…

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  2. Hast du diesen Artikel irgendwo veröffentlicht? Ich find ihn unheimlich gut!! Ich hatte fast Tränen in den Augen, ganz sicher aber einen Knoten im Hals, denn ich finde es auch so unendlich traurig, wie die meisten auf den Fall Romeike reagieren.
    Ganz schlimm!!

  3. Hi, Danke vielmals. Ich wüsste nicht wo. Wenn Du eine Idee für die Veröffentlichung hast – gerne. Ansonsten freue ich mich über jeden, der für meine Artikel Werbung macht und mehr Leute hierher bringt 🙂

  4. ich melde mich jetzt mal mit einer Nörgelei: Dein „Ausgangsartikel“ ist in der Welt erschienen, nicht in der Zeit, das wäre es wahrscheinlich nicht so dümmlich geraten.

  5. Ich finde deinen Artikel demagogisch und gar nicht gut. Wenn man historische Analogien benutzt, muss man sehr genau gucken, ob sie auch hinhauen. 1. Faschismus ist etwas ganz anderes (auch wenn man einen weiten Faschismusbegriff hat, steht er nicht für alle und jede Diskriminierung.) 2. geht es mir jetzt wirklich auf die Nerven, dass immer der Holocaust herhalten muss als Analogie, egal ob es Hühnermassenhaltung oder verbotenes Homeschooling oder sonstwas ist. Deine Ansage,
    „Ich möchte hier nicht die Leiden, des jüdischen Volkes in Deutschland während des 2.ten Weltkrieges herunterspielen oder auf die gleiche Ebene oder Intensität der politischen Verfolgung der Romeikes setzen“ ist ein olles und schon viel benutztes Lippenbekenntnis, das du ja durch deinen ganzen Artikel wieder Lügen strafst. Denn du tust es ja: gleichsetzen in einer Analogie. Und du benutzt diese Analogie, die analytisch nichts taugt, um normativ die Geschichte der Familie Romeike und den Welt-Artikel zu skandalsieren. Das ist Instrumentalisierung des Holocaust, die mir nicht gefällt. Das Problem ist weniger ein Moralisches als ein Erkenntnistheoretisches. Die Analogie macht aus deinem berechtigten Anliegen eine peinliche Angelegenheit. Ich denke auch nicht, dass du damit irgendjemanden überzeugen kannst.
    Im Übrigen halte ich diese Aspekte unseres immer noch preußischen Schulsystems – also den Schulzwang – für ebenso peinlich.
    Hier ist eine nützliche Zusammenstellung von Argumenten, die ich überzeugender finde als Deine Analogie:
    schulkritik.de http://is.gd/7C4MA

  6. Hm.

    Ich habe gerade wieder mal das LEbenslauf von Bonhöffer gelesen. Und ich muss sagen, diese schleichende „Wegschauen“ oder „so schlimm ist es nicht“ in Deutschland schon erschreckend.

    Gerade wenn ich bedenke, welche Schikanierungen Eltern hierzulande haben, auch wenn ihre Kinder in der Schule bzw. Kindergarten sind (wie meine 5 es sind… ich könnte Bücher schreiben von dem Unrecht und Unverschämtheit der Behörden schreiben).

    Und wenn man mit anderen, mit unter auch „Betroffenen“ bekomme ich zu hören: der Staat muss eben so und so handeln… (und ich frage mich: sind sie denn blind? Wieso soll der Staat diesen Recht haben? Wer hat sie diesen Recht gegeben? Was ist mit den natürlichen Elternrechten? usw.)

    Oft habe ich mich gefragt, was die Kirchen eigentlich gemacht haben im dritten Reich. Haben die nicht das Unheil kommen sehen? Wieso gibt es so wenige D. Bonhöfers? Und heute ist es nicht anders.

    Es gibt kein Gewissen mehr in Deutschland. Und keine Gerechtigkeit. Keine natürliche Rechten. Wusstest Du, Lisa, dass Deutschland sogar ins benachbarte Ausland geht, um schulpflichtige abzutransportieren? Das ist absurd.

    Es geht darum, dass ein Staat sich anmasst, etwas zu dürfen und es geht darum, dass die breite Bevölkerung mit Scheuklappen herumläuft und auch noch besagt, die „verfolgte“ Gruppe/Person sei selbst dran Schuld.

    Und da ich nicht Deutscher bin (ich bin ein Mensch!), scheint mir der Vergleich mit den Juden durchaus angebracht.

    (Aber das nimmt nichts davon, dass die drüben beim Schulkritik auch hervorragend schreiben… lesenswert!)

  7. Ich schwanke immer wieder. Es gibt mittlerweile eine Menge Leute, die sich wehren. Auf der anderen Seite sehe ich die Regierung unerbitterte Jagd auf „Die Reichen“ machen. Jetzt macht sich die Regierung sogar zum Verbrecher und kauft einem Erpresser eine CD mit 2,5 Mio Euro ab. Und die ganzen gleichklingenden Antworten, zusätzlich der Lehrplan, der allen „das Gleiche“ lehrt (und darauf sind alle noch stolz). Und sie wollen sich sogar alle vergleichen, ob sie auch ja alles gleich verstanden haben.
    Das ist doch voll daneben. Ich weiß nicht. Zusätzlich haben wir mittlerweile wieder eine Staatsreligion (der Atheismus) – das ist mir ein bisschen zu sehr franz. Revolution, wo man dann den Gott der Vernunft eingeführt hat (oder so).
    Vielleicht mache ich mal eine Liste – aber Homeschooling ist für mich bestimmt nur ein kleines Fragment (eher ein Überbleibsel aus dem letzten Faschismus). Der neue Faschismus wird sich gegen HarzIVler, Muslime und Banker richten. Und alle Behinderten werden in normale Schulen gezwungen werden, damit man sich humanistisch geben kann.
    Auf der anderen Seite würde es mich interessieren, woran Du Faschismus festmachst, wie Du Signale erkennst? Er wird ja kaum in der Zeitung inserieren 🙂

    Meine Definition konstruiert sich hieraus:
    http://academicearth.org/courses/introduction-to-political-philosophy
    (in einer der letzteren Vorlesungen – und dann noch von Ernest Geller (glaube ich))

    (aber ich verspreche, ich suche mir nächstes Mal einen kreativeren Text, der nicht so naheliegt)

  8. Ach und dann noch diese unsägliche „Du bist Deutschland“-Kampagne und die stupide Vernichtung von Autos um die Nachfrage anzuheizen (Goodman hatte in seinem Buch Communitas die Möglichkeit eindringlich beschrieben, dass man statt Krieg die Werte einfach direkt vernichten könnte, um sie neu zu produzieren).
    Und dann noch dieses Schild: „Jump you F****s“ – das Bänker motivieren sollte aus dem Fenster zu springen. Ich glaube die letzten Jahre haben die Menschen (global) stark verwirrt.
    Und wenn dann jetzt noch von nationaler Kraftanstrengung (u.ä.) geredet wird, dann sind wir beim „bundle up“ (dem Bündeln von *allen* Kräften).

    Tschuldigung – ich will Dich nicht totreden ..

  9. Lieber Sunny, offenbar gelten die beiden letzten Beiträge mir und meiner Kritik. Also will ich noch mal antworten, v.a. auf Deine Frage „Auf der anderen Seite würde es mich interessieren, woran Du Faschismus festmachst, wie Du Signale erkennst?“.
    Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man so frei wie du seine Meinung äußern darf, oder gar nicht. Da wirst du mir doch sicher Recht geben. Der NS (bzw. Faschismus) an der Macht erlaubt(e) keine Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Er regierte mit Terror und Vernichtung gegen alle Gegner seiner partikularistischen Moral und seiner kriegerischen Vernichtungspolitik. Er hat in ganz Europa unter den Völkern gewütet und 100e Millionen Menschen umgebracht. Und das war Programm!
    All das ist in der BRD anders. Wenn der NS noch an der Macht wäre, wäre ich nicht geboren worden, denn meine Mutter hätte ihn nicht überlebt. Ein großer Unterschied. Du glaubst, die Integration von „Behinderten“ in allgemeinbildende Schulen sei faschistisch? – Der Faschismus hat Behinderte umgebracht, wo er konnte.
    Vielleicht liest du mal etwas über die Geschichte des NS an der Macht, dann werden dir die Unterschiede sicher auffallen.
    Wenn du Faschismus bekämpfen möchtest, dann kämpfe gegen seine immer noch vorhandene Ideologie in den Köpfen von Menschen in unserem Land (das ist etwas anderes als wenn er politisch an der Macht wäre!), in den Köpfen von Neonazis, und kämpfe gegen ihre Organisationen, wie NPD und „Freie Kameradschaften“.

  10. 1000Sunny gibt „frei“ seine Meinung? Er nennt uns noch nicht mal seinen Namen!

    „Er regierte mit Terror und Vernichtung gegen alle Gegner seiner partikularistischen Moral und seiner kriegerischen Vernichtungspolitik.“

    Wenn ich die diverse Berichte über wie Eltern behandelt werden, wie ihre Rechte (ihre natürliche versteht sich) für nichtig erklärt werden (wir selbst haben einen Drohbrief erhalten, und dies hat nix mit Homeschooling zu tun, es ist eine pauschale Vorwurf mit Androhung vom Amt an allen Eltern mit in Hessen lebende Kindern, die zwischen 2006 und 2007 geboren wurden) völlig missachtet werden… dann denke ich auch wie ich oben beschrieben habe.

    Wir mögen noch nicht soweit zurück gefallen sein… aber auf welche soziale Verhältnisse konnte sich Hitler’s Macht aufgebaut werden?

  11. Der Zusammenhang zwischen Schulzwang und Faschismus ist tatsächlich nicht allzuweit hergeholt. Hier eine kleine Geschichtslektion dazu.

    John Taylor Gatto schreibt in „Underground History of American Education“, Kapitel 13 (eigene Übersetzung):

    „Die grosse Energie, die das moderne Schulwesen vorantreibt, steht unter dem starken Einfluss einer Strömung aus dem Psychologie-Labor von Wilhelm Wundt an der Universität Leipzig. Mit einem Strom internationaler Assistenten machte sich Wundt daran zu untersuchen, wie die menschliche Maschine am besten angepasst werden kann. Um 1880 legte er den Grund für die Arbeit von Pavlov, und für die Arbeit von Watson in Amerika, für die medizinische Prozedur der Lobotomie, für die Elektroschocktherapie, und für die wissenschaftliche Ansicht, Schule sei ein Feld für soziales Training, „Sozialisation“ in John Deweys Terminologie.
    Unter Wundts Nachfolgern befanden sich (…) John Dewey, (…) und James Earl Russell, Präsident des Lehrer-College in Columbia.
    Dieses Lehrer-College, finanziert von den Rockefellers und inspiriert von Preussen, dominierte während langer Zeit die amerikanische Pädagogik. (…) So dominierte der Einfluss preussischen Denkens über die amerikanische Schulpolitik (…) Die psychologische Manipulation des Kindes, schon von Plato vorgeschlagen, wurde (…) von Wundt verwissenschaftlicht. Maschinen werden nicht erzogen, sie werden angepasst.
    Das besondere Unternehmen der pädagogischen Psychologie wurde 1903 von Edward Thorndike vom Lehrer-College begonnen. (…) Nach Thorndike ist es das Ziel eines Lehrers, „bestimmte Reaktionen hervorzurufen bzw. zu verhindern“, und der Zweck der Erziehung ist „Anpassung“.
    (…) Eine frühe Einstufung von Schulkindern nach ihrer Intelligenz würde es erlauben, sie in Klassenzüge aufzuteilen für die verhaltensmässige Bearbeitung. Thorndike wurde bald zur treibenden Kraft der nationalen Prüfungen, eine neue Institution, von der Benjamin Franklin und Andrew Carnegie in eine Reformschule verwiesen worden wären und Edison in eine Sonderschule.
    (…) Thorndike wurde ein wichtiger politischer Verbündeter der halb verdeckten Sterilisierungskampagne, die in Amerika stattfand. Dieses Pionierprogramm der Eugenik erschien jenen, die zufällig davon erfuhren, sozial vorteilhaft (…) Aber wenn Sie jetzt zustimmend nicken, dass Dummköpfe keine Babies haben sollten, dann ziehen Sie zuerst in Betracht, dass nach Thorndikes Psychologenkollege H.H.Goddard von Princeton 83% aller Juden und 79% aller Italiener zu den geistig Behinderten gehörten.“

    – An anderer Stelle erwähnt Gatto das folgende Zitat von Thorndike (aus einem 1911 veröffentlichten Essay):

    Die Schulen würden als „Instrumente einer verwalteten Evolution dienen, die Bedingungen für eine selektive Fortpflanzung aufstellten, bevor die Massen die Dinge in ihre eigenen Hände nähmen.“

    Zudem noch folgendes Zitat aus dem
    „Gelegenheitsbrief Nr.1 der Allgemeinen Bildungskommission“ (1906) von John D.Rockefeller – eine Organisation, die allein mehr Geld in die Pflichtschulen investierte als die ganze amerikanische Regierung:

    „In unseren Träumen ergeben sich die Menschen vollkommen fügsam in unsere formenden Hände. Die gegenwärtigen Vorstellungen von Bildung, im Sinne von Bildung des Intellekts und des Charakters, verschwinden aus ihrem Sinn; und ungehindert von der Tradition führen wir unseren eigenen guten Willen aus über ein dankbares und willfähriges Volk. Wir werden nicht versuchen, diese Leute oder irgendeines ihrer Kinder zu Gelehrten oder Philosophen oder Wissenschaftern zu machen. Wir sollen unter ihnen keine zu Schriftstellern, Erziehern oder Dichtern machen, auch nicht zu grossen Künstlern, Malern oder Musikern, noch zu Anwälten, Ärzten, Staatsmännern, Politikern, Geschöpfe, mit denen wir reichlich versorgt sind. Die Aufgabe ist einfach. Wir werden Kinder organisieren und sie auf vollkommene Weise die Dinge lehren, die ihre Eltern auf unvollkommene Weise tun.“

    (Zitiert ebenfalls bei Gatto a.a.O, Kapitel 2.)

    Ob man ein solche Ideologie jetzt exakt „Faschismus“ nennen soll oder stattdessen „Totalitarismus“, „Staatismus“, oder wie auch immer, das ist ziemlich unerheblich. Der Kern der Sache ist, dass der modernen Schulpflicht tatsächlich dieselbe Idee zugrunde liegt wie dem Faschismus und verwandten Ideologien, nämlich dem Volk eine einheitliche Staatsideologie aufzuzwingen. Die angeführten Zitate belegen das eindeutig.

  12. @LisaRosa
    Da habe ich mir jetzt ein bisschen Zeit genommen um drüber nachzudenken. Dass die Nazis Behinderte getötet haben, das wusste ich (bin auch selbst behindert).
    Auch habe ich mich ein bisschen mit Ernest Gellner dem Faschismus und Nationalismusforscher beschäftigt. Und ich muss leider sagen, ich bleibe bei meiner Meinung:
    – es gibt hier keine Meinungsfreiheit für Homeschooler (besonders, da die Strafe nicht uns Eltern trifft, sondern direkt auf unsere Kinder zielt, die man auf keinen Fall einer solchen Gefahr aussetzen will).
    – in Bayern gibt es auch keine wirkliche Versammlungsfreiheit
    – die Methode, die der Staat anwendet ist ein Gesetz durch Terror gegen Familien durchzudrücken.

    Doch worauf mein Artikel am meisen abzielte sind die nahezu unendlichen gleich klingenden Parolen: „Sollen sie gehen“ „Weg mit den Fundamentalisten“ „So etwas brauchen wir hier nicht“ „Parallelgesellschaften (der Staat im Staat)“

    Mir macht das Angst. Und ich muss an dieser Stelle einschreiten und dagegen aufstehen. Ich kann nicht erst warten, bis der Terror für alle offensichtlich ist oder es zu spät ist. Ich hoffe, es wird gar nicht erst noch einmal so weit kommen. Aber ich glaube es kann erst dann nicht wieder so weit kommen, wenn die Leute lange vorher aufstehen. Und zwar nicht nur gegen offensichtliche Nazis (NPD, usw.), das kriegt noch jeder hin, aber gegen die, die Ideologie verinnerlicht haben und ganz natürlich anwenden. Die guten Bürger, die besorgt sind, dass der Zug rechtzeitig ankommt will ich darauf hinweisen, dass die Passagiere nicht freiwillig an Bord sind.

    Ich bin lieber zu früh, als zu spät.
    Ich hoffe Du nimmst mir meinen Weg nicht allzu übel. Dafür verspreche ich Dir, dass ich mich noch etwas mehr mit dem Nationalismus und dem Faschismus beschäftigen werde und hoffe hier adäquate Erkenntnisse bringen zu können.

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