Grenzen – Überall

Zur Zeit stoße ich überall an Grenzen. Egal was ich denke, sobald ich etwas dazu recherchiere, entdecke ich, dass alles schon mal gedacht wurde.

Dinge, die ich jahrelang für einzigartig in meinem Denken fand und einen Weg suchte sie mitzuteilen, immer hat es schon jemand gesagt. Marx, Rousseau, Locke, ja sogar Macchiavelli spricht sich für eine „Erziehung zur Freiheit“ aus (16 Jhd!).

Doch die Umsetzung! An der Umsetzung hat es immer gefehlt. Es scheint sogar, dass die Ideen verkehrt wurden, abgefälscht und adaptiert. So sagte Marx, dass die Ideologien uns mit Bildern von der Welt versorgen, die falsch sind und die uns den Weg zur Wahrheit und damit zur Befreiung von den Institutionen verstellen. (Ähnliches sagt ja sogar schon der Jahrtausende Alte Buddhismus).

Und wenn man sich ansieht, was heute daraus gemacht wird, so wird jede neue Idee gleich als Ideologie bezeichnet. Homeschooling sei Ideologisch. Dabei ist es die Institution, die damals den Ideologiestempel bekam – nämlich die Schule.

Die Art wie die Medien kontrolliert werden und sich die öffentliche Meinung aus dem Filter von einigen Menschen formt, wird in der Wissenschaft als Power Structure Analysis bezeichnet. Die Art, wie die Information mit der Interpretation angereichert wurde (immer von den Mächtigen) wurde schon längst klar dargestellt und die Schule als zentrales Element identifiziert.

Das was Politiker uns den ganzen Tag vorlügen und die Methoden die sie benützen ist schon vor dem 2.ten Weltkrieg untersucht worden und in den USA gab es ein extra Institut (Institute for Propaganda Analysis). Diese Institut stieß auf Interesse von Lehrenden und Bürgern und wurde auf Drängen der Werbeindustrie und der Politik wieder *abgeschafft*. Aldous Huxley beschreibt dies sogar in seinem Buch „Brave New World Revisited“.

Es ist hart zu erkennen, dass alles, was man so denkt eigentlich banal ist und schon Jahrhunderte, ja sogar schon Jahrtausende, existiert und gut formuliert wurde; Gedacht wurde und immer wieder versucht wurde umzusetzen. Und dass es Kräfte gibt, die den Start ins Leben kontrollieren, und all dieses verschweigen. Ja sogar, dass dieses Verschweigen eine Propaganda Methode ist, die sogar schon einen wissenschaftlich anerkannten Namen hat-  nämlich Card Stacking.

Würden wir mit der Suche nach der Wahrheit, mit dem Echten, den großen Denkern schon am Anfang unseres Lebens konfrontiert, dann hätten wir die Chance ein eigenes Leben zu leben. Eigene Ideen zu entwickeln, die auf dem aufbauen, das schon existiert. Wo wäre die Menschheit jetzt?

Anstelle dessen werden wir belogen, durch Propaganda und Werbung, Shopping und Schule trivialisiert und unsere Existenz banalisiert. Wir werden zu dem umgeformt, was Da Vinci „Latrinenfüller“ nannte. Sobald wir etwas mehr Freiheit wollen, als der industrielle Produktionsprozeß (sei es Schule oder Fabrik) zulässt, dann werden wir beschimpft: Als Idealisten, Spalter, Parallelgesellschaft (ein Euphemismus für Staat im Staat), Unsozial, Individualzombies.

Vor meinen Augen stellt sich eine Welt dar, die durch Sachzwänge (wie Miete und Essen) versklavt wurde und in der wir keinerlei Mitsprachrecht haben. (Unser „Wahlsystem“ wird schon von Plato kritisiert, dass es Demagogen hervorbringt). In der alle unsere Begriffe und unsere ganze Sprache durch eine Einheitsbildung mit Ideologien verschattet und verstümmelt wurde. Dass diese Einheitsbildung und ihre psychologischen Mechanismen mittlerweile so gut untersucht sind, dass man die Werbung und die Propaganda genau darauf abstimmen kann. Und uns wie kleine Schachfiguren gegeneinander aufhetzen kann (gegen Juden, Bänker, Türken, Muslime, Eltern, Raucher, …) und wir wie die Ameisen unter der Dominanz eines implantierten Codes gegeneinander kämpfen.

Währenddessen wird unser Leben weiter banalisiert, unsere Umwelt immer industrieller und feindlicher. Die Ideologien, die unsere Sicht verstellen werden immer größer und die Mittel der Selbstbestimmung, nämlich Zeit, Bildung, Gesundheit, Grund und Produktionsgüter werden nach oben gesogen – alles unter dem Namen der „Wohlfahrt“.

Und da das jedem mittlerweile bewusst ist, ist unsere einzige Bestrebung, wie wir uns noch Norm-Konformer, noch vergleichbarer, noch ersetzbarer verhalten können. Wie wir unsere Köpfe noch mehr dem industriellen Paradigma unterwerfen können, bis wir keine eigene Seele mehr besitzen und nur noch aus Konsum, Fremd-Beschäftigung und Reproduktion bestehen.

Doch sobald ein Mensch stirbt, den wir näher kennen, erkennen wir für einen schrecklichen Augenblick, die Wahrheit, die sich hinter all den Oberflächlichkeiten verbirgt: Kein Mensch ist Ersetzbar – jeder Mensch ist Einzigartig.

Und das müssen wir erkennen. Bevor es für uns zu spät ist und wir unser Leben so banal gelebt haben, wie es das aktuelle Paradigma von uns verlangt.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, hin zu einem radikalen Humanismus, eine Welt in der ein Mensch etwas wert ist – egal was er leistet oder nicht.

Und ein Pfui für die Leistungsgesellschaft, die nichts anderes ist als eine subtilere Version des kalten Krieges – in der jedes Land mit jedem anderen Land in Konkurrenz steht. Nicht mehr in Waffen, sondern in Statistiken.

Ich habe die letzten Jahre gesucht und geforscht und stoße nun an die echten Grenzen. Ich weiß jetzt warum Bildung nicht frei ist, und warum es sehr viele Kräfte gibt, die Bildung gar nicht frei haben wollen. Doch hinter dem ganzen Kampf um Freiheit und freie Bildung geriet eines aus dem Blickfeld: Was ist freie Bildung?

Und dieser Frage will ich mich ab jetzt zuwenden.

Denn, wenn ich jetzt die Grenzen erreicht habe, und das total frustrierend ist, so bieten Grenzen auch eine einzigartige Chance: Man kann erkennen was dahinter ist und versuchen über sie hinauszugehen.

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5 Kommentare zu “Grenzen – Überall

  1. Über den Inhalt möchte ich nichts verlauten lassen der spricht mir aus der Seele und ist so perfekt zusammengesetzt, aber die Form….die ist total schön und wäre es ein Bild, hing es über meiner Couch (die ich nicht habe).

    LG Bianca

  2. Ja, danke auch von mir (uns) für diesen Artikel.

    LG, Isla – die in den letzten Wochen auf lauter Grenzen gestoßen ist und gerade Mauern einreisst und ihr Augen öffnet, obwohl sie dachte, sie wäre schon ‚wach‘.

  3. Vielen lieben Dank für die schönen Kommentare – beim ersten kamen mir ein bisschen die Tränen.
    🙂

    @Bianca
    Was ist mit Eurer Couch passiert ? Wir haben unsere verkauft 🙂

    @Isla
    Schreibst Du in Deinem Blog darüber?? Das macht neugierig.

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