Ein wichtiger Schritt beim Deschooling

(heute habe ich Ivan Illich – Die Nemesis der Medizin fertig gelesen).

Gestern habe ich einen wichtigen Schritt vollzogen. Es ging ganz automatisch. Ich benötigte keine Anstrengung – nichts. Ich war einfach so weit.

Als Home-/Unschooler kennt man das ja (besonders am Anfang). Wenn man diesen Schritt gemacht hat, dann möchte man mit anderen darüber sprechen, schauen, ob man nicht was übersehen hat und wie andere die Information auffassen. So spricht man immer irgendwann das Thema Schule an und dass man was besseres gefunden hat.

Gestern kam eine Mutter und ihr kleiner Sohn zu uns in den Garten und ich habe fröhlich Witze gemacht und wir haben uns köstlich amüsiert. Ich kam gar nicht zum Thema X. Sie hat es dann irgendwann angesprochen… und ich habe nicht angefangen zu diskutieren. Ich habe nichts beweisen wollen und ich habe nicht einmal…. ernsthaft die Fragen beantwortet.

Sie fragte, dass Schreiben doch wichtig sei (Fragen von Schoolern sind fast nie Fragen – schon gemerkt ? 🙂 )

Ich meinte: Nein, das wird total überschätzt!

Sie: Was, aber das braucht man doch.

Ich: Wozu, um irgendwelche langweiligen und blöden Formulare für irgendwelche Beamten auszufüllen?

Sie: Nein, z.B. für…. Postkarten aus dem Urlaub. Mein Vater hat mir und meinem Mann erst eine geschrieben… obwohl er ihn ja nicht so mag.

Ich: Siehst Du. Beim Schreiben lügt man viel leichter. Dann lieber nicht schreiben, oder anrufen.

Sie: Ja, aber wenn die Je.. (gemeinsame Freundin) mir aus dem Urlaub schreiben will

Ich: Was soll sie denn schreiben? Dass schönes Wetter ist? Das willst Du doch gar nicht lesen, so kalt wie es hier gerade ist. Und wenn es was wichtiges ist, dann kann sie doch anrufen, oder es Dir nachher so erzählen.

Sie: Ja, aber sie kann schreiben, wo sie gerade ist.

Ich: Das siehst Du auch auf dem Bild auf der Postkarte..

Und es ging immer so weiter. Sie versuchte es noch mit Rechnen, Biologie, Geschichte, Chemie und Physik. Bei mir war kein Durchkommen. Ich lies mich nicht auf eine ernste Diskussion ein. Wir hatten aber auch zu viel Spaß und mich nervt es langsam, mit Leuten, die überhaupt keine Ahnung haben über so tiefschürfende Themen am Spielplatzrand zu sprechen.

Sie sind eh gefangen in ihrer Denke und können sich nicht befreien – wenn aber doch, dann schaffen sie es auch mit der Information, dass es solche Menschen gibt und im Internet eine Menge Informationen dazu stehen.

Jemand der sich befreien kann, der braucht einen Hinweis. Den Rest müsste er aus eigener Kraft schaffen. Alles, was wir tun können ist vorleben, dass es geht. Das Leben genießen und möglichst viel Material hinterlassen, dass die Denkfehler aufzeigt – oder um es ganz gebildet auszudrücken: Die kognitive Dissonanz.

Ich glaube ich habe diesen Schritt jetzt endlich, endlich, endlich gemacht. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen anderen zu *beweisen*, dass Unschooling funktioniert, weil ich es selbst so gut verstanden habe, dass mich nichts mehr erschüttern kann. (Ausser ein echter Diskurs mit jemanden, der sich wirklich auskennt, aber die Standardvorurteile habe ich hinter mir – da wird nur noch gewitzelt).

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