Meine neue Bibliotheksstrategie

Seit ein paar Wochen habe ich eine neue Bibliotheksstrategie für die Kinder.

Die Frühere war immer nach der nächsten Stufe zu suchen – die Kinder voranbringen. Das finde ich mittlerweile nicht mehr gut, es ist zu …. schulig (fordern und fördern und so ein Quatsch).

Die neue Strategie ist einfach die aktuelle oder die vorige Stufe (Entwicklungsstufe) zu genießen. Jedes Kind hat einen Ausweis und zusätzlich haben wir noch zwei Ausweise vom Bücherbus. Das sind ungefähr 100 Medien (der Bücherbus nimmt es da nicht so genau 🙂 ), die wir uns gleichzeitig ausleihen dürfen.

Und das machen wir. Die Ausweise laden wir bis zum Anschlag voll (10-20 sind für uns Eltern 😉 ). Mit den Bilderbüchern mit den schönsten Zeichnungen. Mit den Bilderbüchern mit den wildesten Covern. Und den aufregendsten Geschichten.

Die werden dann nach Gusto vorgelesen. Und ich kann es nicht glauben, was für ein Schatz diese ganzen Kinderbücher sind. Z.B. Vom General der singen lernte.

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Und das Gute ist, ich kann sie 2 oder 3 mal vorlesen, denn es sind nur wenig Wörter drinnen. Früher hatte ich Chopper schon bis zu „Dem kleinen Vampir“ „hochtrainiert“.

Und jetzt kommt die große Überraschung! Die Stufen, die ich früher mit pädagogischem Blick abzuschätzen versuchte und dann die nächste nahm – die kommen jetzt von den Kindern aus und von ganz alleine. Nach ein paar Wochen dieser neuen Strategie wählen sie zu den einfachen Bilderbüchern manchmal auch Bücher, wie „Der kleine Vampir“, die schon auf der nächsten Stufe sind, und das ganz von selbst. Ohne Zutun. Ohne Fördern.

Es scheint fast so, dass man jedesmal, wenn man etwas mehr das loslässt, was man selbst übers Lernen gelernt hat, dann kommt die Natur ein bisschen mehr zurück und zeigt einem, wie natürlich Lernen eigentlich ist. Wie selbstverständlich der Mensch sich entwickelt, wenn die Umgebung und die Welt es zulässt. Wie fatal Systeme sind, denn sie können den Menschen höchstens hindern – aber nie fördern.

Dieses Deschooling ist die intensivste Erfahrung die man machen kann. Und ich bin gespannt, was passieren wird, wenn eines Tages die ganze Gesellschaft anfängt zu deschoolen. Was passiert, wenn wir unsere Umwelt so gestalten, dass wir uns einfach drinnen wohlfühlen – und was dann kommt?

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2 Kommentare zu “Meine neue Bibliotheksstrategie

  1. ach ja…
    so werden gefangene mit bildern zugekleistert,
    bilden, bilden, bildung, einbildung,
    akkumulation von bildern und bildern und bildern
    und bildern und bildern
    so gesehen ist fernsehen vielleicht wirklich
    noch effektiver und performanter als
    „bilderbücher“
    wurden deswegen bücher verbrannt,
    ikonoklastisch oder ikonophobisch?
    oder ikonovitalistisch,
    zur respiration.
    atmen, nachdem sämtliche
    bilder und bildungen
    dem erstickenden aus
    der luftröhre entfernt wurden…

    pädagogik – das auch noch,
    zum stufensteigen: aber
    wohin, auf welchen turm?
    wieviele opfer findet
    dieser grausame turm
    zu babel noch? wie oft
    baut man ihn wieder auf,
    und wie oft muss er noch
    einstürzen oder seine
    besucher als ewige
    gefangene in seinen
    wahnsinn treiben?

    nimm die richtigen
    bücher! erklimme die
    nächste stufe! sei spontan
    (so wie man es von dir
    verlangt!) gehe die
    wege und ziele, die
    wir für dich bestimmt
    haben, aber tu es
    freiwillig, „automatisch“.
    sonst musst du den
    turm verlassen! und
    du weißt, dass du
    den mut dazu nicht hast!

  2. Ja, das finden wir auch!
    Je weniger Schule, desto besser.
    Jedenfalls für uns Kleine Vampire.
    Und weiterhin viel Spaß mit den Büchern
    über uns. Übrigens: im nächsten Jahr
    erscheint „Annas Nächtebuch“. Das hab ich, Anna, selbst verfasst.
    Liebe Grüße, auch von Angela!

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