Die Reformierung unserer Welt

Auf die Frage nach „Woher kommt die Energie, wenn wir die Atomkraftwerke ausschalten“ bei der CSU/CDU will ich meine Antwort hier geben (eigentlich habe ich schon dort geantwortet – aber die Ideen sprudelten immer weiter) – die Antwort hat aber auch viel mit Amis Artikel über Gemeinschaft zu tun.

Wir haben den Fernseher ausgeschaltet und kaufen nur noch sehr wenige Industrieprodukte (kommt wahrscheinlich daher, dass wir wenig fernsehen ;) ) – und sind trotzdem glücklich.
Ach ja und die Schule (industrielle, aber unwirksame Bildungsproduktion) sparen wir uns auch (das macht noch mal doppelt glücklich).
Ansonsten haben alle Haushaltsgeräte ein A+ und wir sind mehr draußen.
Vielleicht würde es auch helfen Nachts nur jede zweite Straße zu beleuchten (oder jede zweite Lampe) ?
Vielleicht ist das aber auch alles ganz schädlich für das “Unnötiger Firlefanz und Vollbeschäftigungstherapie für alle”-Programm und wir sollten schleunigst anfangen, die ganze Welt endlich endgültig abzufackeln und zu verseuchen.

Einwand eines Kommentators: „Ja aber Privathaushalte sind nicht mal DAS Problem, bei wegbleibender Elektrizität. Gut, Telefon, Kühlschrank, Heizung, Licht, Wasserpumpen sind dann weg aber stell Dir mal Verwaltung, Banken, Kühlhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Eisenbahnen usw. ohne vor. Mehrere Tage oder Wochen. Ohne Elektrizität. Weil der Wind nicht weht oder die Sonne nicht da ist…. Oder Eis- und Schnee auf den Windrädchen und Solarpaneelen liegt.“

Krankenhäuser und Banken besitzen Notstromaggregate. Schulen (hmmm….) halte ich ja sowieso für überflüssig ;) (ich würde mir mehr Sorgen um Bibliotheken machen, aber die Bücher kann man ja ausleihen und irgendwo anders lesen z.B. im Freien).
Züge ist ein Argument (aber auch nur, wenn man davon ausgeht, dass alle Windräder (Wind ensteht übrigens durch Erdrotation), Gezeitenkraftwerke (durch den Mond), Solarpaneelen an einem Ort stehen).
Verwaltung… äh, hier kann man sich einiges sparen und die Selbstverwaltung stärken. (Ketzer würden behaupten, viele Verwaltungen laufen eh immer noch mit Kerzen)
Was bleibt sind die Kühlhäuser und die Züge. Den Großteil der aktuellen Weltverbrennung kann man sich aber sparen, wenn man sich vom Vollbeschäftigungstherapie-Programm abwendet.

Kühlhäuser wären wahrscheinlich auch nicht mehr so wichtig, wenn wir die Bauern nicht so an den Rand der Gesellschaft drängen würden. Und mit ihnen nur noch über Supermärkte und Markenprodukte kommunizieren würden – dann hätten wir auch öfter mal was Frisches was noch nach Nahrung schmeckt und wir dem Produzenten vertrauen.

Dann bräuchte es auch nicht mehr so viele Züge und Güterverkehr, der alles mögliche von A nach B bringt.

Und wo wir gerade bei politischen Lösungen des Energieproblems sind: Wie wäre eine massive Förderung von Home-Office Arbeitsplätzen (inklusive Coaching).
Die Leute müssten nicht die ganze Zeit durch die Gegend gurken und in Büros fern ihrer Familien leben. Die Städte wären nicht mehr so unnatürlich voll und die Vorstädte wären keine Schlafstädte mehr. Wir könnten mehr Dezentralisierung haben und müssten uns nicht mehr dermaßen in Ballungsräumen konzentrieren. (Ich höre schon die Grundstücksspekulanten stöhnen 🙂 ). Dadurch wäre auch eine gute Durchmischung von Hochtechnologie-Entwicklung (dezentral) und ländlichen Berufen möglich. Ein Bauer und ein Geek leben Tür an Hof.
Dadurch könnten wir die Bürosituation, Verkehrssituation und Lebenssituation und Energiesituation entlasten. Und wir könnten unsere Nachbarn besser kennenlernen und Respekt für ihre tolle Arbeit lernen.
Vielleicht könnten in diesem Modell auch wieder die Eltern sich stärker selber um ihre Kinder kümmern. Das würde die Familien stärken. Die Anwesenheit der Berufstätigen in den Gemeinden und der Kinder würde die darbende Kultur wiederbeleben – bei abnehmenden Verkehrsaufkommen.

Das Zusammenleben und Zusammenlernen und Zusammenarbeiten der Kinder und Erwachsenen würde dann wieder zu mehr Verständnis für die Tätigkeit des „Anderen“ geben. Und aus diesem Verständnis könnte neuer Respekt erwachsen. Und aus dem neuen Verständnis und Respekt könnte eine neue Toleranz erwachsen. Dort wo wir unsere Kinder jetzt über Noten kontrollieren und Strafen sanktonieren können wir dann mit ihnen leben, mit ihnen wachsen und die Kontrollfunktion immer nebensächlicher werden lassen. Bis zu dem Punkt, dass wir gleichberechtigt nebeneinander leben können. Und vor allem Miteinander. Und dabei können wir noch Energie sparen 😉

Doch laßt mich diesen Traum noch weiterführen – auch auf die Gefahr hin lächerlich und idealistisch zu wirken. Denn ich glaube all unsere Vernunft und Wissenschaft bringt uns nichts, wenn wir nicht weiter idealistisch sind und das Risiko eingehen lächerlich zu sein.

Was wäre wenn wir jetzt in einer Gemeinschaft leben, in der die Zäune immer kleiner werden? In der der Geek und der Nuklearmediziner mit dem Bauern und dem Friedhosgärtner Tür an Tür leben? In der die Kinder und die Erwachsenen gemeinsam älter werden? Könnte es nicht sein, dass wir natürlich älter werden und irgendwann sterben, anstatt dass wir ein Rentenalter erreichen und in Altersheime ausgegliedert werden – die wiederum viel Energie kosten. Altersheime, die uns des wertvollsten berauben, was wir uns vorstellen können.

Sie isolieren uns von unseren alten Menschen, ihren Erfahrungen, ihrer eventuellen Lebensweisheit und somit von unserer Geschichte und auch von der Möglichkeit aus erster Hand zu lernen. Aus spannenden Geschichten, die sich in Lehrplänen nie finden lassen und die uns die Menschlichkeit und die Zerbrechlichkeit unseres Seins zeigen. Und auch die Zärtlichkeit die die Schwäche eines zerfallenen Körpers uns erzählt. Vielleicht können wir in ihren Augen sehen, dass der Tod nicht so mächtig ist, wenn man ihm in einer Gemeinschaft begegnet, die den Tod nicht mehr an den Rand und in seine Reservate verbannt.

Dies alles ist mein Traum. Er ist ein großer Kreis, der uns aus der Gesellschaft hineinführt in eine Gemeinschaft. Und in der sich jeder Mensch wieder trauen kann zu bitten: „Kannst Du mir helfen, ich habe mich verloren“. Und wir müssen unsere tiefen und bewegenden Gedanken nicht mehr mit Wörtern wie „ich schwurbel nur so rum“ rechtfertigen – sondern aufrecht sagen: „Ich fühle in mich und ich träume von morgen“.

Nichts wird großartiger sein, als der Verlust all der Mauern, die wir zwischen uns gezogen haben. Die Mauern zwischen Erwachsenen und Kindern. Und die zwischen alten Menschen und dem Rest der Gesellschaft. Die Mauern zwischen Arbeitern und Zuhausegebliebenen. Sogar die unendlich hohen Mauern zwischen Nachbarn. Wir haben schon einmal eine Mauer niedergerissen, ich denke wir sind auch immer noch stark genug und mensch genug um es mit den anderen Mauern aufzunehmen.

An diesem Punkt in der Geschichte werden wir unsere Computer ausschalten und aufhören zu bloggen und zu twittern und zu facebooken. Weil wir es dann nicht mehr brauchen. Weil wir uns dann wieder gegenüberstehen können. Und wir werden uns nicht nur die Hände reichen können. Wir werden uns umarmen können.

Dieser Punkt ist nicht archaisch, oder vorindustriell. Er ist postindustriell. Er beschreibt eine Kultur auf einem sehr hohen Niveau, menschlich, technisch, künstlerisch und wirtschaftlich. Die Menschen versammeln sich in ihr aber nicht mehr um die Maschinen um nutzlosen Kram zu produzieren. Sondern die Maschinen versammeln sich um die Menschen um der Gemeinschaft zu helfen.

So können wir Energie sparen und gleichzeitig eine Welt gewinnen. Wir brauchen auch keine Mächtigen, die uns zeigen, wie man Mauern niederreißt. Jeder von uns kann das. Die Lösungen existieren.

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Ein Kommentar zu “Die Reformierung unserer Welt

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