Kindergefahrenzonenrettung

Viele der Familien, die ihre Kinder gleichberechtigt behandeln und auf ihre Gefühle eingehen kennen das Problem, wenn sie bei den Großeltern sind. Wenn aber bei den Großeltern noch jemand aus der Familie ist, oder sogar ein autoritäres Familienfest stattfindet, dann ist die Eskalation manchmal vorprogrammiert.

Heute passierte das Nami, Chopper und mir. Die Oma machte was, die Nami wurde traurig, ich und Chopper meinten zur Oma, sie solle sich entschuldigen. Die nächste Angehörige meinte: „Nein, nicht entschuldigen, die wickelt euch um den Finger!“

(Kinder/Menschen wickeln Erwachsene nur um den Finger, wenn diese anders nicht auf ihre Gefühle eingehen wollen und sie sich das bnötigte Mitgefühl anders erschleichen müssen — meine Meinung)

Dann wurde ich so sauer, dass ich mein Essen wegschob, aufstand und zu beiden sagte: „Ich finde es wirklich eklig, wie Ihr mit Kindern umgeht – und Du auch“ – und dann bin ich mit Nami und Chopper rausgegangen. Wir haben noch eine CD angehört und dann kam schon die Mummy1000Sunny und holte uns ab.

(Das Letzte, was ich gehört habe war der Satz: „Wenn jemand so für mich eingestanden wäre, wenn ich klein gewesen wäre…“ weiter habe ich nicht gehört. Dann waren wir schon draußen.)

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7 Kommentare zu “Kindergefahrenzonenrettung

  1. Seit dem letzten Mal, dass ich für eins meiner Kinder eingestanden bin, redet mein Vater nicht mehr mit mir.
    Es ist absolute Funktstille…und wird wohl auch so bleiben.

    (Man gut, dass meine Mutter nicht so ist…)

  2. Erziehung ist immer ein Drahtseilakt. Und dass es da mehr als 1000 Meinungen gibt sollte man manchmal gelassen sehen und nicht deswegen eine Familienkrieg ausbrechen lassen. Offen und gelassen und nicht verschlossen und emotional reagieren.

  3. Ich nehme an, 1000sunny ist kein Drahtseilartist.

    Ob nun ein Familienkrieg ausbricht, weil einer vom Tisch aufgestanden ist und zwei Kinder es ihm gleich taten, ist doch gar nicht besiegelt.

    Kann mensch anders als emotional reagieren?

    Ich kann mir manche meiner Emotionen nicht anmerken lassen. Hab schon öfter an einem Tisch mit meinen Eltern gesessen und geschluckt. Die Emotion, die mich beim AmTischSitzenbleiben geleitet hat, war Angst. Aufstehen und sich für eine Zeitlang zurückzuziehen ist nicht falsch, es ist nur sowas von verboten. Ein ungeschriebenes Gesetz in vielen Familien. Deshalb fürchtet man auch, es könnte ein Familienkrieg ausbrechen, wenn man doch aufsteht. Wer kein Problem mit seinen Tischgenossen hat, der mag mit ihnen speisen, aber wer solch ein Problem hat, dass er aufstehen möchte, der handelt doch nicht falsch, wenn er geht, der zettelt doch keinen Familienkrieg an. Oder? Seltsames Szenario.

  4. Ich finde es sogar total wichtig, für unsere Kinder so zu handeln.
    Der Familienkrieg entsteht ja erst, wenn man sich auf der normalen Ebene nicht mehr begegnen mag.
    Ich habe das Recht zu sagen, was mir nicht gefällt oder aufzuzeigen, wie es meinen Kindern mit etwas geht, etc.
    Wenn das Gegenüber sich darauf nicht einlassen kann (Z.B. auch mal Entschuldigung zu sagen, oder ‚Ach so siehst du das…das war mir nicht bewusst‘), dann finde ich das schade.
    Jeder Mensch macht Fehler.
    Wenn Erwachsene sich falsch behandelt fühlen, dann wehren sie sich im Normalfall und erwarten (gerade von Kindern!) eine Entschuldigung.
    Aber umgekehrt – sich bei Kindern zu entschuldigen – ist vielen fremd.
    Warum?

    In unserem Fall wollte ich keineswegs einen ‚Krieg‘ anzetteln, im Gegenteil.
    Ich war freundlich und nett und habe nur erklärt, dass ich etwas ganz bestimmtes nicht so gut finde (in Bezug auf meinen Sohn).
    Mein Vater hat dann unmöglich reagiert und das Gespräch beendet.
    Warum? Weil ich es gewagt habe IHN zu kritisieren.

  5. Ein Drahtseiltänzer bin ich wohl nicht 🙂 Ich bin eher einer den es interessiert, wie belastbar so ein Drahtseil ist.
    Kinder aus solchen Situationen zu retten (Nami ist ja erst 3 Jahre) halte ich für meine oberste Elternpflicht. Heute haben wir auch schon wieder mit der Oma geredet und sie wohin gefahren.
    Mittlerweile weiß aber jeder in der Familie, was er von mir zu erwarten hat wenn er Kinder herablassend behandelt.

  6. @Isla
    Das mit Deinem Vater tut mir leid. Ist mit meinem Vater eigentlich dasselbe. Ich habe als Student von ihm „Unconditional Parenting“ eingefordert (damals wusste ich natürlich nicht, dass es so etwas gibt). Das wollte, oder konnte er nicht geben.
    Vielleicht klappt es ja, wenn ihr euch genug Zeit gebt.

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