Tag 5 und Tag 6 – Ten Days

Chopper malt eine Einladungskarte nach der anderen. Und er hat sogar einen riesen Einladungsbrief für seinen Onkel und seine Tante geschrieben – allerdings ohne Leerzeichen – er ist kein Fan von Leerzeichen. Er meinte, ich sei die viel zu sehr gewohnt.

(Nami hat heute übrigens ein sehr schönes Lied gesungen: “Wir lernen alle zusammen – die Mama – die Oma – der Papa – der Chopper – the Baby – in English – in German – wir lernen zusammen und das 5 Minuten durch ((keine Ahnung woher sie den Text hat – wir sprechen hier eigentlich nicht viel über “Lernen”)))

Chopper liest ja zur Zeit sehr gerne die Lustigen Taschenbücher von Walt Disney (er liest nicht wirklich die Buchstaben, sondern schaut sie sich nur sehr genau an) und in einem kommt die chinesische Mauer vor.

Er fragte, ob wir auch hier eine chinesische Mauer haben. Ich meinte: “Nein, wir haben hier Schlösser”

Dann führte es immer weiter. Ich zeigte ihm den verrückten König Ludwig und Neuschwanstein und Schloss Nymphenburg. Dort war ein Foto mit Gondeln. Dann schlugen wir alle Gondeln nach – da er meinte Gondeln wären im Gebirge.

Dann fanden wir noch ein paar weitere Bedeutungen – eine davon waren Zeppelingondeln. Und wir schauten uns die Gondeln an. Die venezianischen, die Seilbahngondeln, die Zeppelingondeln.

Heute wollte er dann Jets anschauen. Ich machte ihm einfach die Wikipedia Seite mit Jets auf und ging dann in die Küche, ein bisschen helfen. Er fand dann selber heraus, wie er die Bilder ganz vergrößern konnte und hin- und herscrollen konnte (das wusste er eigentlich schon) – aber er fand auch heraus, wie er zurück kam und hin und her navigiert.

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5 Kommentare zu “Tag 5 und Tag 6 – Ten Days

  1. Ich möchte die Leistung von chopper keineswegs schmälern, aber das ist doch total normal für aufgeweckte 5jährige. Das habe ich hier ja schon öfter eingewandt: ein Kind entdeckt die Welt den ganzen Tag. Auch ich kann locker bis zur 6.Klasse das Kind mit frischem lernfutter versorgen und ihm die Welt helfen zu erklären. Alles was bis dahin so easy und fast wie von alleine aussah wird plötzlich mühsamer. Ab dann wird es schwierig (auf jeden fall für mich) wenn ich die Physikexperimente nicht merh mal eben nachbauen kann und PhysikChemie auch nicht mehr mit WasserUndÖlZusammenKippen getan ist. Was dann? Schaffen es Kinder dann tatsächlich, sich die Welt alleine aus Büchern zu erklären? Es wäre wieder mal eine Frage für die FAQ Liste 🙂

  2. @sevenjobs
    na so ein Zufall – grad schaue ich rein 🙂
    Ich will ja auch nicht zeigen, dass Chopper ein Wunderkind ist oder dass Unschooling eine Wundermethode ist. Eher das Gegenteil, es ist so natürlich wie Du sagst.
    Mit der Serie „Ten Days“ will ich eigentlich nur die Entwicklungsschritte festhalten – und auch ein bisschen sensibilisieren, wie sich Interessen natürlich entwickelt – man muss eben nur hinschauen.

    Deine Frage gehört wirklich in die FAQ – ich wollte allerdings eine „Wie funktioniert Unschooling-FAQ“ schreiben; sonst wird die „Was ist Unschooling-FAQ“ zu lange.

  3. Irgendwann gab es auf einem anderen Blog mal einen ähnlichen Einwand – in die Richtung: „Was pustet Ihr hier ganz normale Entwicklungsschritte eigentlich zu was weiß ich was für Lernerfolgen auf?“
    Dazu fällt mir zweierlei ein:
    1) Eben – es sind natürliche Entwicklungsschritte, deswegen braucht man auch keine Schule dafür
    2) Was die Schulen an Popanz zu „Projekten“ aufpusten ist doch ein echter Witz. Kartoffeln setzen (nur so als Beispiel) machen wir an einem Nachmittag, inkl. Theorie – in der Schule würde da ein wahnsinnig wichtiges Projekt draus gemacht.

    Und wie es in der Sek I und Sek II dann weitergeht… wir werden es sehen. Es spricht ja auch nichts dagegen, irgendwann (auf eigenen Wunsch!) eine Schule zu besuchen. Allerdings zeigen einfach die ganzen Beispiele aus dem Ausland, dass es nicht wirklich nötig ist. Es gibt Mitmach-Museen, Kinder-Unis, das Internet und das echte Leben.

  4. Eine Schule oder eine Lehrerin oder einen Lehrer aus freien Stücken aufgesucht, ist auch was ganz anderes für den Menschen, der sich bildet, als wenn mensch gezwungener Maßen in eine Einrichtung geht, meine ich.

    Entwicklungsschritte, die ich aus meiner beschränkten Perspektive als solche beobachte, sind die eine Sache. Die andere Sache sind all die (für mich) unsichtbaren Bildungsprozesse – und die übergeht/ignoriert die Zwangsschule zwangsläufig.

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