Interessen nähren

Bei Unschooling geht es darum sich selbst kennenzulernen und seine Interessen zu spüren und zu nähren – und das kontinuierlich. Man unterbricht sich nicht beim Lernen – nicht einmal durch Prüfungen 🙂

Die eigenen Interessen wachsen und wachsen jeden Tag und jeden Tag kann man mehr. Vor 3 Jahren ungefähr erkannte ich, dass ich so glücklich leben kann. Damals kannte ich den Begriff Unschooling noch nicht einmal.

Ich begann mich für Geschichte zu interessieren. Und las und las über Geschichte. Dann fing ich mit Biographien an und las und las. Dann kam Meditation, Autogenes Training und Zen. Und irgendwann kam dann Psychologie und dann Pädagogik. Und ich las und las. Dann kam Soziologie und ich las weiter. Und irgendwann kam dann noch ein Kind und ich las auch darüber.

Immer wieder kam etwas im Leben. Leider sehr oft etwas unschönes. Doch immer wieder kam die gleiche Antwort. Ich suchte mir die besten Bücher und sie halfen mir darüber hinaus zu wachsen und mit meinen Problemen fertig zu werden. Mein Leben ergab den Stoff und meine Erfahrung und die Erfahrung der Autoren gaben mir die Lösungen und Hilfen, die ich brauchte. Diese wurden zu Interessen und aus diesen entstanden neue Interessen und Impulse für das Leben.

Und dann kam das neue Kind. Und obwohl dieses Kind natürlich etwas besonderes war, so war es doch nichts mehr ungewöhnliches. Es war für mich einfach ein neues Interesse, dass ich nährte. Ich fing diesesmal an ganz andere Bücher auszuleihen. Bücher, die sich damit beschäftigen, wie ich mein Baby verstehe. Bücher, die mir sagen, wie ich mich mit meinem Baby beschäftige, so dass wir Spaß haben.

Und so löste sich auch diese eine letzte Frage, die für viele Väter besonders schwer scheint: „Was mache ich mit dem Kind, bis es 3 Jahre alt ist“. Das Baby war einfach ein weiteres Interesse, dass sich nicht ausnahm. Dessen Umgang ich genauso in einem organischen Kontinuum lernte, wie ich Geschichte und Soziologie und all die anderen Dinge gelernt habe.

So sind Lernen und Leben zu einem steten Rhythmus geworden, zu einer Melodie, deren Töne ineinander fließen. Und so bin ich da, um die Interessen meiner Kinder zu nähren. Und auch jeden Moment, den sie erleben nicht mehr in lernen und leben zu unterteilen. Sondern zu verstehen, dass alles, was sie tun eine einzige Melodie ist. Und die Methoden, die ich bevorzuge gelten nicht für sie. Ich muss nur für sie da sein, sie nähren und sie ganz gut und ehrlich beachten.

Vor ein paar Tagen habe ich irgendwo gelesen: Unschooling ist keine Methode des Lernens, es ist eine Art Lernen wahrzunehmen.

Advertisements

2 Kommentare zu “Interessen nähren

  1. Ich finde gerade nicht den Beitrag, indem ihr das Starterpaket erwähnt habt, aber ich muss was dazu sagen:
    Ich fände es wirklich toll, wenn ihr eventuell eine Empfehlungsseite hier eröffnen könntet, mit Büchern, die gut für Unschooling-Kinder sind. Ich würde gerne mal sehen, was ihr da so empfehlt.
    Und eventuell auch wirklich so eine Art „Starterpaket“ für Eltern etc. :)!

    Danke.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s