Deutschlands Renaissance

Seit Anfang des Jahres werfen die Deutschländer ihre Autos weg und kaufen sich dafür ganz Neue – das weiß ja jeder, das Ding heißt Abwrackprämie – die Politiker nennen es Umweltprämie.

Was es mit der Umwelt zu tun hat, so viele Autos wegzuwerfen und dafür neue zu produzieren, das weiß jedoch kein Mensch. Mit dieser großen Umrüstaktion wurde ja auch nicht gewartet, bis umweltfreundliche Autos serienreif wären. Die Ökobilanz ist schon sehr weit im roten Bereich.

Was aber interessant ist, ist dass es bei den Deutschländern wirklich ankommt. Und die Nutznießer freuen sich gar über das Staatsgeschenk – keiner merkt, dass es überhaupt kein Geschenk ist. Es gibt natürlich die offensichtlichen Faktoren, wie Wertverlust im ersten Jahr und leergefegter Gebrauchtwagenmarkt, ungerechte Steuerumverteilung für willkürlich ausgewählte Volksschichten (es scheint, als werden die belohnt, die am längsten an Dreckschleudern festgehalten hätten – je länger, desto höher der Gewinn). Man sieht in Deutschland lohnt es sich ein Schwein zu sein. Ich würde sagen 90% der Gesetze (oder 100%) hier belohnen asoziales, verantwortungsloses und kurzfristig orientiertes Verhalten.

Lassen wir den ganzen Pferdefuß, der schon andernorts breitgetreten wird weg und sehen uns mal die mathematische Seite an. Betrachtet man einmal die Differenz zwischen Brutto- und Nettopreis des neuen Autos, sieht man auch schnell, man bekommt eigentlich nur einen Mehrwertsteuerrabatt. Es ist also kein Geschenk, man kriegt nur das wieder zurück, was man ohnehin zusätzlich aufs Auto draufzahlt. Das ist eigentlich äusserst geschickt von der Regierung. In Wirklichkeit gibt sie gar kein Geld aus – da auf der anderen Seite die Mehrwertsteuer ja gar nicht verdient worden wäre – nämlich wenn das Geschäft nicht zustande gekommen wäre. Wie es dann nach der Wahl oder in der Mitte des Abschwungs aussieht, das blenden wir einfach aus – denn ein Geschäft, das heute ohne Mehrwertsteuer gemacht wird, kann morgen nicht noch einmal gemacht werden.

Die nächste Zeit wird sowieso sehr interessant. Nehmen wir an, die Zentralregierung schafft es nicht den Kollaps bis zu den Wahlen zurück zu halten. Dann bekommen wir eine starke Inflation, zusammen mit einer „Managerschelte“ – der Euphemismus für eine Volkshaß auf Geldverleiher-, eine Angebotsverknappung, PISA-Gewinner in Ausländerfeindlichkeit und einem Staat der sich über Staatsanleihen Geld holen muss.

Ein Volk, das in staatlich genehmigten Schulen Mathematik, Volkswirtschaft, Geschichte lernt und die „Liebe zu fremden Kulturen entdeckt“ kann leicht Gefahr laufen, alte Fehler zu wiederholen. Wir sollten die Steine in unseren Händen wieder auf den Boden legen und sagen: „Nein zur Managerschelte – Nein zur Zwangsintegration“.

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