Igitt Phasenmodelle

Ich bin ja erklärter Skeptiker, was psychologische Phasenmodelle für menschliche Entwicklung (Kind -> Erwachsen) anbelangt.

Sowohl populäre Phasenmodelle wie: Grenzen testen -> Trotzphase -> rebellisches Aufbegehren (während der Pubertät)

Als auch elaborierte, wie Piagets: Präoperational -> Konkret Operational -> Formaloperational

finde ich Schwachsinn und sind nicht haltbar im kulturvergleich (sie setzen meist sogar schon bei Parallelgesellschaften innerhalb einer Kultur aus 🙂 ).

Und so kommt es, dass ich jetzt gerade Vygotskijs „Phasenmodell“ lese. Und das ist ein Kampf. Mein innerer Phasenskeptiker kämpft, doch Vygotskij legt es so klar da, schießt seinen Pfeil so hoch hinaus und landet sicher über kulturel produzierten Phasen. Sobald sich eine Phase aus einer kulturellen Begebenheit ergibt, beschreibt er das! Ohne sich dabei einen Zacken aus der Krone zu brechen.

Ich muss alle paar Minuten das Buch weglegen und mein Denken neu ordnen. Ich bin jetzt halb durch und es scheint wirklich ein Phasenmodell zu geben, das ich akzeptieren kann. (Natürlich muss ich das noch mit Chopper und Nami überprüfen)

Doch dieses Phasenmodell ist nicht starr wie die anderen. Es ist eher ein Brückenmodell, das beschreibt, warum diese Phase so wichtig ist für die nächste und welcher Denkvorgang gemacht werden muss, damit er das nächste wird.

Es ist etwas, mit dem man arbeiten kann und das einen wirklich weiterbringt im Verständnis der eigenen Kinder und des eigenen Denkens.

(hoffentlich geht das so gut weiter)

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8 Kommentare zu “Igitt Phasenmodelle

  1. Sehr hübsch.
    Vielleicht sollte ich Vygotskij auch mal lesen. Aber eigentlich… Irgendwann habe ich auch von allein mitbekommen, dass es alles in Phasen – oder in Wellen? – verläuft. Und wenn man einfach vertraut, dass die Natur sich schon was dabei gedacht hat, dies oder jenes im kindlichen Wachstum so oder so einzurichten, dann liegt nahe, dass eine Phase auf der anderen aufbaut. Zum Beispiel. 🙂

    LG!
    MamaMuh

  2. (Ah, MamaMuh, sind diese Phasen nur in der Kindheit zu finden? Das ist mir neu… Jedenfalls erlebe ich viele „neue“ Situationen so phaserig.)

  3. Oh, stimmt. Bei mir ist auch alles extremst phaserig, das ganze Leben eigentlich. 🙂
    Gerade habe ich eine akut müde Phase und werde diese mal nutzen…

  4. Kieran Egan hat auch in seinem neuen Buch ein Phasenmodell. Vielleicht beruht es sich auf Vygotskis (da er Anhaenger von Vygotski zu sein scheint). Vygotski habe ich noch nicht gelesen. Gestern kaufte ich mich 2 neue Buecher, einer von denen ich in einem anderen Buchladen in Montreal zum Lesen anfing und nicht wegliegen koennte (es geht um Genie, ein Maedchen, dass ohne Sprache aufwuchs). So, im Moment bin ich – in meinem Urlaub – gleichzeitig mit 4 Buechern beschaeftigt.

  5. Welches Buch liest Du denn?
    Das Phasenmodell bei Vygotskij sieht so aus:
    Komplexdenken -> Begriffdenken
    (hierzu folgt noch ein genauerer Post – dies ist nur zur Überprüfung, ob es dasselbe Phasenmodell ist)

  6. Ich habe ein bisschen rumgelesen – auch seine Einleitung und die Rezension. Allerdings erfährt man sehr wenig, was jetzt eigentlich seine Lösungen sind. Ich würde mich freuen, wenn Du etwas bei Dir darüber schreibst, sobald Du soweit bist.

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