Das Experiment – 10 Monate Computerspielen ohne Ende – Das glaubt mir keiner

Vor einigen Wochen waren wir bei Nachbarn auf einem Kinder-Kino-Abend eingeladen. Dort haben wir (Nami, Chopper bei Freund) inklusive Eltern (Ich + Eltern von Freund) einen Kinderfilm angeschaut und dazu gab es Popcorn.

Seitdem will Chopper nicht mehr zu diesem Freund. Ich muss ihm immer erst versichern, dass dort heute KEIN Film angeschaut wird.

Chopper und Nami wollen selbst auswählen, einschalten und ausschalten, wann sie wollen.

Als ich letztens das Wort Fernsehen gesagt habe (das er eben nur im Zusammenhang mit dem Kino-Abend kannte) – sprang Chopper sofort auf und hüpfte wie Pumuckl persönlich auf der Couch rum und protestierte: „Fernsehen, nein, nein… bäbäbäbä, kein Fernsehen, auf keinen Fall“ – ich konnte ihn nur beruhigen, indem ich ihm versicherte, dass heute niemand Fernseh schauen muss.

Es gibt also doch einen Unterschied zwischen fernsehen (fremdbestimmt/erlaubt,rationiert) und fernsehen(selbstbestimmt). Und es ist (für mich) manchmal erschreckend mit welcher Konsequenz und Unbarmherzigkeit unsere Kinder abschalten, wenn sie keine Lust mehr haben. Es kann gerade richtig spannend sein und die letzten 3 Minuten des Films. Wenn sie fertig sind, sind sie fertig.

PS: Es gibt eine ganz interessante Besonderheit, die man immer wieder beobachten kann. Auf der einen Seite beschweren sich Menschen darüber, dass Kinder nur vor der Glotze hocken und sich nicht mehr bewegen. Auf der anderen Seite sagen dieselben Menschen zu ihren Kindern, „sitz still, sei leise und wenn Du Dich abwendest, dann schalte ich aus“ – sobald der Fernseher läuft.

Advertisements

3 Kommentare zu “Das Experiment – 10 Monate Computerspielen ohne Ende – Das glaubt mir keiner

  1. Das finde ich wirklich interessant. Jetzt habe ich mir gedacht unser Benjamin (4) schaut an manchen Tagen viel zu viel TV. Aber genau wie Du sagst stellt er auch er ab wenn er genug hat. Auch wenn ich mit halben Auge zuschaue und ganz gerne wissen moechte, wie es nun ausgeht. Wenn er genug hat, dann stellt er ab. Ich finde das toll.

    Having said that, I/we still control WHAT he watches, to some degree. Here in Canada we have access to an American children’s station, called Treehouse, which plays most of the children’s shows that are shown in Germany too (Bob der Baumeister, etc), 24 hours per day (of course. It’s the American way). He turns it off when’s he loses interest and pulls a chair out on the back porch to watch the birds come and land on the birdhouse. Or to watch the sky for airplanes. Or to play with lego. Just like that.

    Not sure how to handle tv when he gets older, but for now, we’re happy that he’s not so attached to it that he can’t be without.

  2. Wir „kontrollieren“ auch, was er anschaut – Fernsehen trau ich mich gar nicht. Wir haben nur Videos/DVD, die wir uns aus der Bibliothek ausleihen (also wenn das Experiment scheitert, kann ich die einfach zurück bringen). Bei der Auswahl sind wir aber großzügiger als die FSK – zur Zeit besitzen unsere kleinen ungefähr 50 Medien zur Auswahl (inkl. Computerspiele) – und es läuft so natürlich ab. Just like you say. I think we need a birdhouse as well:)

  3. PS: Es gibt eine ganz interessante Besonderheit, die man immer wieder beobachten kann. Auf der einen Seite beschweren sich Menschen darüber, dass Kinder nur vor der Glotze hocken und sich nicht mehr bewegen. Auf der anderen Seite sagen dieselben Menschen zu ihren Kindern, „sitz still, sei leise und wenn Du Dich abwendest, dann schalte ich aus“ – sobald der Fernseher läuft.

    wie wahr, wie wahr….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s