Kein Experiment – Liberalisierung der Schlafenszeit

Vor einiger Zeit haben wir ja Computerspiele, Youtube und Videos komplett freigegeben. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.

Jetzt kam die nächste Stufe. Wir hoben die Bettchen-Zeit auf. Die Kinder können seit 3 Tagen ins Bett gehen wann sie wollen!

Als wir vor ungefähr 3 Jahren anfingen Chopper regelmäßig um 8 ins Bett zu bringen, hätten wir das nie geahnt. Doch schon im Sommer sagte ich zur Mummy1000Sunny: „Laß uns den Jungen doch auf Sommerzeit umstellen, sonst haben wir gar nichts vom Abend“ – also durfte er bis 9 und dann bis 10 aufbleiben.

10 Uhr Abends blieb recht lange Zeit stabil – dann fing es an zwischen 12 und 10 zu oszillieren. (Immer bedenken, unsere Kinder können jeden Tag ausschlafen).

Vor ein paar Tagen meinte ich: „Lassen wir die Kinder doch einfach so lange aufbleiben wie sie wollen. Wir machen sie immer zur gleichen Zeit bettfertig (Essen, Zähne putzen) und dann können sie tun was sie wollen. Wenn sie dann irgendwann ins Bett gebracht werden wollen, bringen wir sie fertig ins Bett und alle sind glücklich“.

Nun, was soll ich sagen. Ich komme früher ins Bett und bei den Kindern hat sich nicht viel verändert. Sie wissen, dass ich ab einer gewissen Zeit nur noch sporadisch ansprechbar bin – oder je nach Lust und Laune mit ihnen noch Sportübungen mache, während die Mummy1000Sunny lernt und arbeitet.

Und so ist das jetzt ein Lebensraum in dem jeder fast gleiche Rechte hat und die administrativen Elternaufgaben nahezu auf Null reduziert wurden. Wir können die Zeit mit unseren Kindern jetzt ganz genießen und müssen ihnen nicht Grenzen auflegen, die nicht ihre sind und die nicht einmal unsere eigenen sind.

Dafür blüht gegenseitiger Respekt und die Freude am Familienleben jeden Morgen wieder auf und vergeht nicht mehr, bis sich der Letzte schlafen gelegt hat.

So wie es jetzt ist traue ich uns noch 10 Kinder mehr zu 🙂

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4 Kommentare zu “Kein Experiment – Liberalisierung der Schlafenszeit

  1. Das mit den Schlafenszeiten habe ich eh noch nie verstanden. Gesunde Kinder schlafen, wenn sie müde sind, wie Erwachsene auch, sofern ihr Rhythmus nicht völlig gestört wurde (und fremdbestimmt ist sicher auch gestört) und sie nicht aus irgendeinem Grund innerlich aufgewühlt sind. Selbst Charlotte, die fast zehn Jahre brauchte, bis sie einigermaßen durchschlafen konnte (was bei ihr klar krankheitsbedingt ist), hatte schon lange vorher eine relativ feste Zeitspanne gefunden, in der sie allabendlich schlafen gehen wollte. Daß sie dann trotzdem oft nicht schlafen konnte, it etwas anderes.

    Irgendwie finde ich es dreist, Kinder ins Bett zu schicken. Wobei wir natürlich auch nicht das Aufstehproblem haben, einer der wichtigsten Punkte, die aus meiner Sicht gegen den verpflichtenden Schulbesuch sprechen. Übrigens war es bei uns so, daß im Sept. 2000, als S. in die Schule kam und Ch. in den Kiga, die Kinder – oh Wunder – am Abend von sich aus früh (viel früher als sonst) zu Bett gingen (Ch. hatte da grade eine gute Phase und das Schlafen viel ihr leichter als sonst), und ich sie morgens nicht wecken mußte, sondern sie von selbst rechtzeitig aufwachten. Leider änderte sich das nach einigen Wochen und ich merkte dann, daß sich meine ganze innere Haltung auf Widerstand gestellt hatte, denn ich verstand es gar nicht, warum wir morgens das Heckmeck mit Fertigmachen, Autofahren etc. haben mußten, wo die Kidner doch eigentlich nur zum Spielen (was ja zeitungebunden möglich ist) gingen (S. machte in seiner ferien Schule nichts anderes als zuvor im Kiga, und da gab es – gottlob! – keine verpflichtend festen Kommenszeiten).

    Ich habe mir etwas später, als bei uns die Dinge aus dem Ruder gelaufen waren, oft gedacht, wenn es Schule auch nachmittags gäbe, so als Angebot, wo man in Gruppen die Kulturtechniken etc. über könnte, dann würde mein Sohn da vielleicht gerne hingehen.

  2. … sorry für die vielen Tippfehler (viel statt fiel, wie peinlich *schäm*) im vorigen Kommentar! – und die ferien Schule sollte eigentlich freie Schule heißen.

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