Das Experiment – 10 Monate Computerspielen ohne Ende – Wer,Wie,Was

Mittlerweile haben wir wirklich alle DVDs, viele Videokassetten und Computerspiele die wir in den Bibliotheken so fanden. Wahrscheinlich um die 20 solcher „Unterhaltungsmedien“.

Über die Computerspiele habe ich ja schon viel geschrieben und auch ein bisschen über die Videos.

Dayna Martin erklärte in einem ihrer Videos,dass sie „mit ihren Kindern ist, wenn sie Fernseh schauen.

Hier das Video: Dayna Martin über Book-Worshipping-Society und Free-TV-Choices

Nun auf jeden Fall setze ich mich immer wieder dazu (besonders, wenn die Kinder einen Film das erst Mal ansehen) und erzähle ihnen ein bisschen dazu, wenn sie fragen haben. Dies passiert, wenn zum Beispiel einer stirbt, oder sich jemand sehr aggressiv verhält. Dann versuche ich ihnen meine Ansicht der Dinge darzustellen, woher dieses aggressive Verhalten kommt.

Vorgestern also, schauten wir wieder den Film Dinosauriers von Walt Disney an.

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Chopper wollte dann auf einmal wissen, was das für Dinosaurier sind, ob das ein Tyrannosaurus ist usw. Dann holte er unser Buch über Dinosaurier und gab es mir. Ich musste alle Dinosaurier aus dem Film heraussuchen. Danach suchte ich auf der DVD noch die Dinosauropädie und dort wird jeder Dinosaurier erklärt. Das war echt gut. Aber besonders war es interessant, wie Nami und Chopper das Buch mit dem Film verbanden. Für sie waren es nicht zwei verschiedene Medien, sondern es waren zwei Betrachtungsweisen derselben Sache (so fühlte es sich an). Es war so natürlich, frei und hemmungslos.

Ich versprach, dass wir baldmöglichst in die Bücherei fahren und Dinosaurier-Bücher holen. Das haben wir dann heute mit der Oma zusammen auch gemacht. Am Montag gehen wir noch einmal in den Bücherbus und holen die nächste Welle.

Gestern schauten wir uns den Film wieder an. Und Chopper erzählte und erzählte. Ich konnte fast nichts mehr vom Film hören und verlor auch bei Vygotskij (ich habe nebenbei gelesen) andauernd den Faden. Aber er erzählte alles, was er gerade sah, und Nami irgendwie auch. Und dann versicherte er sich dauernd bei mir, ob er auch alles richtig verstanden habe. Irgendwann musste ich dann sagen: „Ich weiß es nicht Chopper, ich bekomme selber gar nichts mehr mit“ 🙂

Und irgendwann kurz vor Ende des Films fingen beide an auf der Couch und auf der Purzelbaum-Matratze herumzuspringen und sich nicht weiter für den Film zu interessieren. Das ist öfter so, sie schalten ihn dann auch von selber nach ein paar Minuten ganz aus. Das ist so befremdlich, wenn man bedenkt, wie das Verhalten von Kindern eigentlich sein „müsste“ will man den Winterhoffs dieser Welt glauben. Sie können es, sie brauchen nur die Chance und das Vertrauen.

Eine andere Sache ist mir noch aufgefallen, dass andere Eltern ihren Kindern oft (beim Fernsehen) sagen: „Halt Dich still“ – „Sei ruhig“ – „Schalt ihn aus, wenn Du nicht mehr (konzentriert) schaust“ – aber genau damit bringen wir ihnen bei, so zu sein, wie sie nicht sein sollen und von Natur aus auch nicht zu sein scheinen.

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Ein Kommentar zu “Das Experiment – 10 Monate Computerspielen ohne Ende – Wer,Wie,Was

  1. Das ist auch unsere Erfahrung.
    Allerdings ist unser Fernseher nicht angeschlossen und die Kinder können wirklich nur DVDs/Videos schauen.
    Der Computer ist ebenfalls frei zugänglich und die Kinder sitzen manchmal davor…aber nicht mehr ständig und auch nicht mehr sehr lang. Über Blinde Kuh erreichen sie auch nur Seiten, die für Kinder geeignet sind, so dass ich nicht ständig ein Auge drauf haben muss.

    Meistens ist es so, dass sie das Ding (Fernseher oder Computer) anschalten, ca. 10 – 20 Minuten gucken, und dann haben sie keine Lust mehr.
    Und ‚dabei‘ wird gehampelt, geturnt, gespielt,…
    Was ich schön finde ist, dass andere Interessen angefacht werden können, und ja, dass das Fernsehen eben nur ein Teil des Puzzles ist, wie Bücher auch.
    In ‚All creatures great and small‘ fand Jamie die alten Autos so toll. In der Bücherei lieh er sich daraufhin ein Buch aus, in dem die Entwicklung der Autoherstellung dargestellt ist, er hat sich einen Spielzeug-Oldtimer geholt, mit dem er spielt (auch Tierarzt *lach*), er fing an, sich mehr für MEIN Auto zu interessieren, und ich musste ihm zeigen wo der Motor ist, etc.

    Schade finde ich es, wenn Fernsehverbot und Computerverbot zu Erziehungszwecken benutzt werden. Bei Lisas Freundin war das vor kurzem so, und sie wollte dann ganz dringend bei uns spielen und fragte am Telefon: „Wir dürfen dann auch an den Computer, oder?“ Das war ihr auf einmal sehr wichtig!

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