Sanjis windelfreies Leben…

ist alles andere als Windelfrei…

Mummy 1000Sunny

Um Stress zu vermeiden, sind wir dazu übergegangen, Windeln zu benützen. Vorher hatte Sanji immer eine Stoffwindel locker in den Body gelegt. Dies hatte zur Folge, dass jedes Pipi das wir verpassten, in der Kleidung landete, und Sanji ganz umgezogen werden musste.

Wir stressten uns richtig und brachten Sanji teilweise bei jeder kleinsten Andeutung zur Toilette.

Irgendwann war Sanji richtig genervt und hat das auch zum Ausruck gebracht, zur Toilette gehen wollte er gar nicht mehr. Und er hat trotz der vielen Toilettengänge immer in die Hose gemacht, eben weil er bei den Toilettengängen verweigerte.

Nach zwei solchen Tagen haben wir die Windeln ausgepackt. Sanji hat uns kurz darauf wieder verziehen und ging wieder gerne zur Toilette.

Jetzt sieht es folgendermaßen aus:

Sanji zeigt uns meist sehr deutlich, wenn er muss. Dann gehen wir ganz gemütlich zur Toilette oder zu seiner Schüssel, die Windel kommt weg, und er macht was auch immer er machen muss. Und wenn er nicht so deutliche Zeichen macht, oder sein Bedürfnis mit Hunger in Konflikt gerät, oder wir abgelenkt sind, dann geht halt was in die Windel, die wir dann wechseln, sobald wir es merken.

Ich habe aufgrund unserer Erfahrung der letzten Wochen eine Theorie entwickelt bezüglich den Ausscheidungen von Babies (Über Babies darf man sowas noch öffentlich schreiben, hoffe ich zumindest):

Ich bin es von Chopper und Nami gewohnt gewesen, dass die Windel bei jedem Stillen gefüllt wurde, und zwar nicht nur mit Pipi. Sanji muss nur zwei bis dreimal am Tag groß und nicht mehr. Er vermeidet es, in die Windel zu machen. Wenn was in die Windel geht, dann ist es Pipi, auch wenn 5 Minuten später die Schüssel richtig gut voll ist. Könnte es sein, dass Chopper und Nami es genauso vermieden haben, in die Windel zu machen? Und weil es nicht anders ging, wurde halt ein bißchen rein gedrückt, so dass es im Bauch wieder erträglich wurde. So kommt natürlich öfter was rein, weil die „Portionen“ kleiner sind. Sanji wird immer alles in einem Schwung los.

Jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht von windelfrei gehört habe, als Chopper ein Baby war. Ich finde es nämlich bis jetzt richtig gut, und ich habe den Eindruck, Sanji findet es auch gut – allerdings kann ich nicht sagen, ob er es besser findet als Windeln, so wie sie von der Industrie intendiert sind – er kennt ja nicht anderes 🙂

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13 Kommentare zu “Sanjis windelfreies Leben…

  1. Das glaube ich nicht. Jedes Kind hat eine ganz andere Verdauung, und Lisa hat z.B. regelmäßig oft die Windel voll gehabt, und Amelie hatte Phasenweise nur einmal die Woche Stuhlgang (was bei Stillkindern nicht unnormal ist). Bei Jamie lag es so dazwischen.
    Jedes Kind ist anders, und irgendwann habe ich sie zumindest im Sommer ohne Windel rumflitzen lassen, und dadurch hat sich auch nichts verändert, was Häufigkeit oder so betrifft.
    Und ganz windelfrei waren sie alle drei mit ca. 2+.

  2. Frage mich auch, warum die Kinder vermeiden sollten, in die Windel zu machen…man wechselt sie doch eh sofort, wenn sie reingemacht haben.
    Was ich mir eher vorstellen kann, ist, dass Kinder generell die WINDEL am Po nicht mögen.
    Aber dann sehe ich auch keinen Unterschied – ob nun Body/Schlüpfer, Windel, … das ist doch alles störend.
    Amelie mag jetzt noch keine Schlüpfer oder überhaupt etwas unten rum tragen. Aber wenn es kalt ist, geht es halt nicht anders.
    Versteht ihr, was ich meine?

  3. Mir scheint wirklich, dass Sanji nicht gerne in die Windel macht. Er hält an, bis es nicht mehr geht, oder er mit nacktem Po irgendwo drüber hängt 😉
    Er beschwert sich aber nicht mehr, wenn die Windel wieder dran kommt. Vielleicht hat er sich aber schon daran gewöhnt…
    Chopper hatte auch so eine Phase, in der er immer ein kleines bißchen in die Windel gehen ließ, dann den Rest loswurde sobald die Windel weg war. Da war er etwa 6 Monate alt.

    Aber dass eine Theorie, die auf n=3 beruht, nicht haltbar ist, überascht micht nicht im geringsten. 🙂 Es war nur so ein Gedanke, ein Muster, dass ich bei meinen Kindern beobachtet habe.

  4. Bei den Nikitin-Kindern gibt es eine Windelgeschichte, kennt ihr die? Sie haben die windeln im dem Moment weg gelassen, wo das Kind sich selbstständig zum topf bewegen konnte, der immer irgendwo herumstand und leicht erreichbar war. Leider habe ich das Buch nicht mehr und kann nicht genau nachschauen und zitieren. Es ging aber darum, dass sie voraussetzten, das schon die Kleinen keine Lust darauf haben, sich einzunässen und darum selbst motiviert sind, die Ausscheidungen zu kontrollieren.

  5. Hallo Lisa, (Du hast uns gleich auf die Blogroll gesetzt? – vielen Dank, ich dachte bei Lehrern stehe ich gerade nicht hoch im Kurs 🙂 )
    Danke für die Nikitin-Kinder (die werden wir mal googlen) – ich denke aber so ähnlich wird es bei uns auch laufen – nur dass wir halt auf seine Signale schon jetzt reagieren (und er hält wirklich schon erstaunlich lange zurück – entgegen den Aussagen des Aufklärungsblatts der Krankenkasse).
    Wir haben diese Idee von der Seite Topffit
    http://www.topffit.de/
    und dort sind wir über Rabeneltern hingekommen:
    http://www.rabeneltern.de/

  6. Was mich interessieren würde: hättest du dich das wirklich bei Chopper auch schon getraut? Angedeutet hast du es ja schon. Oder ist das jetzt eher die Erfahrung mit 2 „großen“ Kindern?

    Ich hatte in der Schwangerschaft davon gelesen, aber es erschien mir utopisch, dass ich verstünde, wann der Zwerg mal müsste. Allerdings teile ich jetzt folgende Erfahrungen: anfangs gab es Geheule beim Pipi, oft sogar jedes Mal, später dann nur noch bei Stuhlwindeln bzw. davor und diese „der Po ist frei, ich lass dann mal laufen“-Phase hatten wir auch noch mal mit ca. 6 Monaten. Wobei ich mir eben immer noch nicht sicher bin, ob er die Windel unangenehm fand oder das generelle Geschehen…

  7. Danke für die Links. Hier ein Link zu den Nikitins: http://www.sokrates-digital.de/php_skripte/detailseite.php?ID=AQ+012959&PHPSESSID=1e7c44e9368648f0867defda75eb317e

    Kein gutes Ansehen der Unschooler bei Lehrern? – Ja klar. Lehrer kriegen Angst, sie würden „abgeschafft“, wenn sie denken müssen, dass ohne Schule (ohne sie) Bildung auch möglich ist. Ich denke das nicht. Ich denke inzwischen, wenn die Schule sich nicht grundlegend und radikal transformiert, wird sie als ganzes System nicht überleben (naja, mich selbst als Person vielleicht schon.) Mit den digitalen Medien, insbesondere mit Web 2.0 ist ja das nicht-institutionalisierte Lernen groß im Kommen. Und was die Kompetenzen angeht, die gebraucht werden, so werden sie im Moment eher außerhalb der Schule entwickelt. Mich interessiert drum, wie es Unschoolern oder Homeschoolern so geht. (Nicht gerade die, die aus fundamentalistisch religiösen Gründen die Staatsschule verweigern – aber die anderen.)

  8. Mummy 1000Sunny

    @Katja
    Im Nachhinein zu wissen, was man sich zugetraut hätte, ist schwierig… Als Chopper ein Baby war, habe ich mir so weit ich mich erinnern kann, alles zugetraut. Ich habe auch einige Dinge gemacht, die nicht Mainstream waren und die ich verteidigen musste (vor Großeltern, Nachbarn etc). Zum Beispiel habe ich mein Studium nicht abgebrochen, sondern habe Chopper einfach mit in die Uni genommen und habe das volle Pensum des 3. Semesters mitgemacht (was bei Biologie nicht wenig ist). Und ich habe Stoffwindeln benutzt. Das war beides in dem damaligen Umfeld ein Unding, dass man sich und dem Kind doch nicht antut…
    Für mich ist es logisch, dass ich lernen kann, Toilettenzeichen als solche zu verstehen. Ich verstehe ja auch nach einer Zeit Hungerzeichen, und ich kann am Weinen erkennen, ob mein Baby Schmerzen hat oder Hunger oder sich einfach nicht wohl fühlt und getragen werden will. Dieses Wissen wird als selbstverständlich angenommen, und ich hatte keine Bedenken, dass ich mein Baby auf dieser Ebene verstehen würde. Ich denke, dass ich es mir mit dieser Logik im Hinterkopf auch schon bei Chopper zugetraut hätte.

  9. Hallo Lisa Rosa,

    LehrerInnen würden sicher nicht überflüssig werden! Ein Beispiel zeigt dieser Artikel auf bildungsfreiheit.org (untere Hälfte unter der Überschrift: Demokratische „Schulen“ und demokratische Bildung – Vortrag von Marko Koskinen). Ich persönlich denke, daß die Kids spätestens, wenn sie in die Pubertät kommen, ganz gerne auch mal mit anderen Erwachsenen als den eigenen Eltern ihren Horizont erweitern möchten. (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.) Und auch viele Eltern werden froh sein, wenn sie weiterhin die Kids abgeben können – da braucht man sich wirklich keine Sorge machen, man könnte die Schulpflicht wirklich angstfrei (von allen Seiten) abschaffen.

    Uns geht es als Unschooler sehr gut – es ist so anders, wenn nur noch das gelernt/gemacht wird, was einen selber lockt (intrinsische Motivation). Es gibt im Alltag ja auch genug Dinge, die gemacht werden müssen, d. h. das Leben an sich drängt einem schon eine gewisse Disziplin auf, man braucht dafür keine Schule. Am wertvollsten sind m. E. das Fehlen von überflüssigem/unsinnigem Druck und das Leben (Lernen inbegriffen) nach dem eigenen Rhythmus.

    LG, Elisabeth

  10. sDas finde ich alles sehr interessant. Unsere Sonja, 17 Monate, will nichts vom Hafen oder der Toilette wissen…der aeltere Sohn hat in dem Alter genau gewusst, wann der Pipi kommt…und ging schoen brav zum „potty“.

    Mein Problem im Moment ist das: wenn die Kleine mall muss, und ich eben gerade beim bloggen bin, geht’s in die Windeln….das ist mein Fehler und den Fehler hab ich auch bei Ben gemacht…

    Blame the blogs, that’s what I say!

  11. Hi Elisabeth. Danke für die Begrüßung!
    Natürlich werden LehrerInnen gebraucht – und viel mehr als vorher. Sie werden bloß eine ganz andere Rolle haben. Vielleicht heißen sie dann professionelle LernberaterInnen und sind auf keinen Fall mehr Stoffvermittler. Und auch Erwachsene werden von solchen Experten für die Organsation und Reflexion von Lernprozessen immens profitieren. Es ist ja nicht so, dass das alles „natürlich“ nur per learning by doing geht. Das ist viel zu langsam und zu zufällig. Schließlich suchen wir uns ja auch für alles Mögliche andere Experten als Berater im Netz und außerhalb. Ich möchte z.B. eine Expertin werden in der Beratung für „historisch denken“ lernen. Das ist eine sehr komplexe Kompetenz entsprechend dem „mathematischen Denken“, und ebenso wie dieses nur wenig mit „Rechnen“ zu tun hat, hat jenes nur wenig mit „geschichtlichen Daten sammeln“ zu tun.

  12. @Lisa Rosa
    Ich kann es gar nicht glauben, dass Du eine Lehrerin bist. Ich habe die letzten Monate immer nach einer aufgeschlossenen Lehrkraft gesucht, die auf ihrem Blog sinnvolle Beiträge schreibt, wo es mir nicht bei jedem zweiten Satz die Zehennägel aufstellt (sobald das Themas Pädagogik und Lernen ist). Und jetzt, als ich mich von der Schule komplett abwende und diese hinter mir gelassen habe, da kommst Du und zeigst mir: Es gibt diese Art von Lehrern – und sie haben eine gute Blogroll auf der sie auf andere Lehrer verweisen, die ähnliches im Sinn haben (nicht ausschließlich, aber beeindruckend).

    Ich hoffe Du begleitest die U-R-Versity, denn es ist genau diese Art von Lehrer, die die Zukunft zusammen mit allen anderen Bildungsinteressierten (ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder Senior) mitgestaltet – wenn auch nicht in den kultusministeriallen Zimmern.

  13. @javamom
    Ja, das Bloggen ist schuld. Ich habe mir jetzt auch vorgenommen nur noch am Abend eine gewisse Zeit zu bloggen, da es schon manchmal sehr zeitintensiv wird, wenn man nicht aufpasst. Das Problem dann ist, dass man nach einiger Zeit sich von seinem eigenen Tagebuch bedroht fühlt, weil es keinen Platz mehr für den Tag lässt – im schlimmsten Fall wenden sich solche Blogger ganz ab und machen eine Entziehungskur.

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