Neues Blutbad an Schule

Mehr als zehn tote Schüler sollen durch einen Ehemaligen umgekommen sein – der Fachbegriff dafür ist School-Shooting (Schulmassaker – mehr als 10 Tote).

Hier findet man eine Liste der aktuellen Schul-Amokläufe.

Leider weiß ich zu wenig über Schul-Amokläufe, doch ich weiß, wie ich mich oft gefühlt habe, als ich noch in der Schule war. Vielleicht kann man dieses schreckliche Schicksal eines Tages den Kindern dieser Welt ersparen. Während der Wirtschaftskrise kommt auch noch finanzielle und somit sozialer Ausschluss dazu.

In dieser Zeit wenden sich Menschen wahrscheinlich zurück und suchen den Punkt in ihrem Leben, an dem die Weichen gestellt wurden. Dort entdecken sie oft eine Institution an der sie gemobbt anstatt verstanden wurden. In der sie verurteilt und ungerecht beurteilt wurden, anstatt Unterstützung zu erfahren. Und das in einem Alter, in dem sie sich noch nicht wehren konnten – von der Institution, die versprach ihnen alles beizubringen und ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Vielleicht sollte man für die Dauer der Wirtschaftskrise alle Schulen schließen – am besten für immer – denn das Aggressionpotential in diesen Menschenverklappern ist hoch.

Wir alle wissen aber schon die Antwort der Politiker und Medien – nur Blogger lesen weiter.

Bei den letzten Amokläufen und Unfällen habe ich mich ja aus Pietätsgründen zurückgehalten – aber diese Institution Schule muss aufgehalten werden – bevor noch mehr Kinder zu Tätern und zu Opfern werden. Massenbildung ist keine Antwort auf die Probleme unserer Gesellschaft, sondern ein weiteres Problem.

(Das Buch Medienpädagogik und noch andere Bücher über Psychologie sind in meiner Leseliste)

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54 Kommentare zu “Neues Blutbad an Schule

  1. Hm, ich glaube kaum, dass die Institution Schule an den Amokläufen die Grundschuld trägt. Wenn überhaupt, dann nur eine Teilschuld. Bei dem Amokläufer hier handelt es sich auch um jemanden, der bereits seinen Abschluss gemacht hat. Die Gründe sind daher noch unklarer, da nicht direkt auf die Schule als „Verursacher“ geschlossen werden kann.
    Wie ich in meinem Blog erwähnt habe, ist es schwer, eine Schuldzuschreibung auszusprechen, bevor die näheren Lebensumstände klar sind. Gründe für den Amoklauf kann es viele geben, auch wenn ich persönlich nicht einen einzigen verstehen würde. Insofern halte ich es für übereilt, der Schule, den Medien, den Eltern oder sonstwem an irgendetwas die Schuld zu geben.

  2. Daß so etwas vorkommt, wundert mich nicht. Viel mehr wundert mich diese „das passiert doch nicht bei uns“-Einstellung. und was mich noch mehr wundert, sind bestimmte Reaktionen darauf:
    „… Es müsse geprüft werden, welche baulichen Voraussetzungen geschaffen werden könnten, «damit während des Unterrichts nicht jeder x-Beliebige in eine Schule laufen kann», sagte der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg. Technische Einlasskontrollen wie Chipkarten verbunden mit dem Schülerausweis könnten eine Hürde aufbauen.“

    Vielleicht als nächstes Kontrollstationen für die Schulen wie an den Flughäfen? Natürlich erst, wenn ein aktueller Schüler einer Schule Amok läuft. Aber die tun sowas ja nicht, das tun nur Ehemalige.

    Echt klug, durchdacht und kompetent der Vorschlag des Herrn Freiberg. Um Fußpilz vorzubeugen, oder zu behandeln, sollten wir uns präventiv die Beine amputieren lassen. Kein Bein – kein Fuß – kein Fußpilz. Logisch, oder?

  3. @sowai
    Ich denke auch, jeder wird jetzt versuchen soviel Kapital wie möglich daraus zu schlagen.

    @Stormcloud
    Hallo und Willkommen, dieser Blog beschäftigt sich hauptsächlich mit den negativen psychischen, soziologischen und pädagogischen Auswirkungen der Schule.
    Interessanterweise habe ich noch vor zwei Tagen wieder einen Artikel geschrieben, der es kritisiert hat, dass Menschen in Schulen zu einem Stück Fleisch degradiert werden.
    https://freiebildung.wordpress.com/2009/03/09/schule-fliesbandarbeit/
    Ansonsten kannst Du auch mal in den „200 Gründen gegen die Schulpflicht“ stöbern.
    Die Schule ist eine der grausamsten und menschenverachtendsten Institutionen dieser Gesellschaft – und jeder Tag an dem sie weiter offen bleiben darf ist ein Tag der viele Leben kosten kann.

    Die Menschen kehren in die Schulen zurück, um die Morde zu begehen. Sie gehen nicht hinaus und töten einen Politiker oder einen Arbeitgeber, der ihnen gerade die hunderste Bewerbung zurückgeschickt hat – nein, sie gehen in die Schule. Aber die Schule hat hier das Dogma der Schuldfreiheit und deswegen wagt soweit keiner zu denken.

    Nicht einmal, wenn die ganze psychologische Literatur nur einen einzigen Schluss zuläßt.

  4. Die Ursachen werden komplex sein – sie liegen warscheinlich auch in Persönlichkeitsstörungen, die vielleicht in der Säuglingszeit des Individuums in sein Gehirn eingewebt wurden. Ich weiss, dass Korrelation keine Kausation zeigt, aber es hat mich nicht überrascht, als ich damals las, daß der Erfürter Amokläufer als Kleinkind die Züge von unsicherer Bindung aufwies.

    Aber die Schule trägt dazu sicher auch was (sonst hätte er das irgendwo anders gemacht).

  5. @sowai bzgl. Baulicher Maßnahmen:
    Unser Innenminister hat das hervorragend herausgestellt: Die jetzt getroffenen Aussagen sind natürlich noch auf den Schock zurückzuführen. Er möchte aber nicht, dass hier jetzt irgendwelche Kurzschlußhandlungen produziert werden. Welche Konsequenzen die Tat letztlich hervorbringen wird, sind noch nicht abzusehen. Insofern glaube ich auch kaum an die Chipkarten.

    @1000sunny & scatty:
    Nicht nur, weil ich angehender Lehrer bin stehe ich hinter der Institution Schule, sondern auch, weil ich Ihre Vorteile schätze. Natürlich verstehe ich aber auch Gegenpositionen. Ich möchte lediglich verhindern, dass eine so schreckliche Tat wie ein Amoklauf verwendet wird, um eigene Überzeugungen, die durchaus ihre Berechtigung haben, durchzusetzen.
    Warum der Täter in diesem Fall an die Schule zurück gegangen ist, ist auch mir ein Rätsel. Wenn man aber das „Ziel“ eines Amoklaufes darin sieht, möglichst schnell möglichst viele Leben zu nehmen und dann auch noch – das klingt hart – möglichst viele Unschuldige, dann ist die Schule natürlich ein ideales Ziel. Ein Blick über den großen Teich zeigt aber auch, dass es an anderen Orten passieren kann. Daher sehe ich die Aussage „…sonst hätte er es irgendwo anders gemacht“ recht kritisch.

    Loben muss man den Einsatz der Kräfte vor Ort. Ich habe die Geschehnisse gestern lange am Fernseher verfolgt und bin stolz, wie toll das geklappt hat. Sowohl von Seiten der Polizei als auch der Sozialhelfer, der Lehrer, Eltern und Schüler, die sich trotz der grausamen Umstände besonnen verhalten und Hand in Hand gearbeitet haben, hat mir doch gezeigt, dass nicht alles in unserem Staat falsch läuft und mir doch wieder etwas mehr Vertrauen in unsere Gesellschaft gegeben.

  6. Ein Blick über den großen Teich zeigt aber auch, dass es an anderen Orten passieren kann.

    Volle Zustimmung. Ein Schlüsselwort, das in der n-tv-Berichterstattung (die ich erst heute per Internet gesehen habe) gefallen ist, ist „Persönlichkeitsstörung“, an einer solchen scheint der Täter gelitten zu haben.

    In einer Welt, in der ganz beiläufig hingenommen und berichtet wird, daß zwecks Eliminierung eines einzigen Tyrannen mehrere Millionen unschuldiger Zivilisten ihr Leben lassen mußten, wobei im Nebeneffekt zahlreiche andere, unbedeutendere, aber deswegen nicht ungefährlichere Tyrannen zu sprießen begannen, in der unter „Freigeistern“ das emotionslose Abknallen von menschlichen Gestalten in der Virtualität als völlig unbedenklich gilt, in der aber u.a. auch die erzwungene Anwesenheit in Schulen als völlig normal gilt, da wundert es mich nicht, daß Persönlichkeitsstörungen immer mehr zunehmen. Ich habe hier nur ganz wenige von einer Vielzahl weiterer Aspekte herausgestellt, welche ich für genauso destruktiv halte wie die aufgeführten.

    Wenn die Schulen zu Festungen umgebaut sein werden, wenn größtenteils verhindert sein wird, daß Minderjährige noch an Waffen kommen, dann wird sich das Phänomen Amoklauf eben verlagern – ältere Täter, andere Orte – verschwinden wird es sicher nicht, ich denke sogar, es wird noch zunehmen.

    Andererseits ist es m. E. aber trotzdem kein Zufall sondern folgerichtig, daß ein jugendlicher Täter, der erst vor kurzem noch die Schulbank drückte, seinen Haß und seine Mordphantasien dort ausagiert, wo er einen Großteil seiner Jugend verbracht hat. Er hätte ja sonst genausogut am Sonntag in einer Kirche so ein Blutbad anrichten können, auch dort hätte er möglichst viele Unschuldige auf einmal ins Jenseits befördern können.

  7. Pingback: Update: 1 Tag nach Winnenden « Stormcloud’s Bunter Blog

  8. Hi Eljascha, ich habe selbst sehr lange in der virtuellen Realität herumgeballert – diese Menschen waren aber nie Menschen, sondern der Feind. Wenn Du Amok-Gefühle hast – zum Glück lange her (und ich weiß gar nicht, ob ich das öffentlich schreiben darf) – dann siehst Du die Menschen und spürst einen unbändigen Hass. Du willst genau die Menschen töten. Das hat eine andere Qualität.
    Auf der anderen Seite ist unsere Gesellschaft natürlich total verlogen und liebt und verherrlicht Gewalt (z.B. Boxen)
    Gegen Amok/Selbstmord-Gefühle hilft nur eine Phase tiefen Deschoolings.

    Ich denke, um zukünftig Amokläufe zu verhindern, müsste man jedem Schüler jederzeit die Option geben aus der Schule zu gehen und Abschlüsse in der echten Welt zu erwerben. Also weg mit dem Schulzwang und der ihn verherrlichenden Gehirnwäsche.

    @Stormcloud
    Hallo Stormcloud, es ist klar, dass Du als Lehrer hinter der Schule stehst – sonst wärest Du nicht Lehrer geworden. Aber bedenke die meisten Home-/Unschooler sind Ex-Lehrer. Irgendwann erkennt man: „Die Schule bringt keine Vorteile – sie hat nur Nachteile und die pädagogische Katastrophe hat noch den soziologischen Super-GAU im Schlepptau. Doch der soziologische Super-GAU wird durch die pädagogische Katastrophe versteckt, so wie der ‚kleine‘ Mond manchmal die Sonne versteckt“

    Unschuldige findest Du überall – und Du kannst viel leichter einen Massenmord begehen als bewaffnet in eine Schule einzudringen. Sieh Dir nur die U-Bahnhöfe zur Stoßzeit an.

    Es ist auch Schade, dass nur Amokläufe als Katastrophe angesehen werden. Wir haben an den Schulen so viel Selbstzerstörung und Fremdzerstörung von Menschen. Bulimie, Selbstmord, Mobbing, Schlägereien (von vielen Lehrern oft als harmlos abgetan), Messer, Drogen, Wurfsterne, Verletzungen die bis ins Koma reichen. All das geht unbeachtet vorbei am öffentlichen Interesse.

    Nein, Schule dient zur staatlichen Herrschaftssicherung – Schicksale sind nur sekundär. Kindeswohl ist ein Vorwand und eine der größten Lügen überhaupt. Denn Kinder werden auch aus Familien herausgezwungen, wo es ihnen nachweislich gut geht. Kinder werden ohne verfassungsrechtlichen Schutz geboren und aufgezogen – alles nur zum Wohl der Schule (siehe §119 BayEUG und diverse andere Landesgesetze).

  9. @Eljascha
    Noch ein Nachtrag zu oben. Für mich waren die Gestalten in Computerspielen immer nur Pixel – und ich habe mich über die Erwachsenen gewundert, dass die diese Pixel mit echten Menschen verwechseln.

  10. @sowai
    Ich würde diesen Amokläufern und Schulopfern gerne zurufen: Stopp – es gibt eine Lösung. Die Lehrer haben euch belogen, weil sie es nicht besser wussten. Ihr könnt alles machen, was ihr wollt, es gibt eine neue Welt. Ihr müsst nur die Schule und alles, was ihr dort gelernt habt vergessen und auslachen.
    Hier ist etwas bei Dayna, was ich noch einen Tag vorher gelesen hatte:
    http://thesparklingmartins.blogspot.com/2009/03/whole-new-world.html

    Stop School, start sparkling!

  11. Kleine Ergänzung zu „Unschuldige findet man auch in der U-Bahn“. Ich hatte das im psychologischen Kontext gesehen. Mit der Kindheit wird auch Unschuld verbunden. Wenn ich also das Symbol der Unschuld zerstören wollte, dann würde ich auch an eine Schule statt in eine U-Bahn gehen, wo mit Masse Erwachsene anzutreffen sind.

    Ansonsten versuche ich immer die Vor- und Nachteile einer Sache zu sehen. Dass Du nur Nachteile in der Schule siehst, kann ich daher zwar nur bedingt nachvollziehen, aber ich akzeptiere das auch als Deine Meinung. Ich bin auch nicht immer mit allem einverstanden und wenn ich die weltfremden Entscheidungen sehe, die der Schule dann als Aufgaben auferlegt werden, tränen mir die Augen. Trotzdem sehe ich es dann als meine Aufgabe und meine Berufung, das Beste zum Wohl der Kinder daraus zu machen. Ich denke, hier sind wir uns einig, dass das oberstes Ziel sein muss. Lediglich die Methoden zur Umsetzung gehen auseinander.
    Und damit ich das später auch mal machen kann, werde ich mich jetzt wieder über meine Prüfungsliteratur setzen 😉

  12. Ich finde, es geht nicht zusammen, für die Schulpflicht zu sein und dem anderen seine andere Meinung darüber zu lassen. Das ist blanker Hohn in meinen Ohren. Stormcloud mag vielleicht lediglich die Institution Schule unterstützen und Schulpflicht ablehnen – das hat er nicht weiter ausgeführt.

  13. 1000Sunny, ich habe nicht umsonst „menschliche Gestalten in der Virtualität“ geschrieben, es ist mir schon klar, daß es sich nicht um Menschen handelt und daher das Abknallen keine Gefühle des Trauerns etc. bei den Spielern auszulösen braucht. ABER: Allein die „Tätigkeit“, stundenlang eben emotionslos, aber unter höchster Spannung vor so einem Bildschirm zu hocken und zu ballern, die macht mich höchst skeptisch. Sowas können doch eigentlich nur solche Menschen tun wollen, die irgendwie innen leer sind, aus dem Gleichgewicht gefallen sind, sich abreagieren müssen, Ödnis und Langeweile empfinden etc.

    Hat nicht die Realität genug Anforderungen (im Sinne von Anreizen) an (junge) Menschen? Das reale Leben aber fällt hinten runter, wenn man sich so in diese Spiele versenkt, da kannste mir nichts erzählen. Und außerdem bin ich felsenfest davon überzeugt, daß jede Handlung und Nicht-Handlung ihre Spuren (im Menschen, und damit in der Welt) hinterläßt. Und es ist mit Sicherheit etwas grundlegend Anderes, ob ich mich mit schönen, gehalt- und liebevollen Dingen beschäftige oder mit monoton düsteren. Auch da kannste mir nichts erzählen.

    Zur Kritik an der Schule: Ich denke, man darf nicht vergesssen, daß nicht nur in Schulen Kinder und Jugendliche Demütigungen usw. erleben, sondern auch in Familien und sonstigen Zusammenhängen/Gemeinschaften. Allerdings nimmt die Schule einen immer größeren Raum im leben der jungen Menschen ein, und es gibt eben die Schulpflicht, der man nicht entrinnen kann (normalerweise). Das besonders Negative an Schulen und ihrer heutigen Übermacht (immer mehr Zeit im Leben der jungen Menschen verschlingend) ist sicher das Hervorrufen eines Hordenbewußtseins und die weitgehende Verunmöglichung von Entfaltung der Individualität. Dennoch bin ich der Meinung, daß Schule schon für manches Kind, manchen Jugendlichen ein positiver Ort sein kann, sie auffangen kann und ihnen etwas geben kann, was sie sonst nicht hätten.

    Was ich nicht nachvollziehen kann ist Deine Aussage, daß die meisten Home- und Unschooler ehemalige LehrerInnen sind.Hast Du dafür Belege? Ich kenne ja nun sehr viele Familien aus der „Szene“, und ich würde das nicht bestätigen.

  14. Da geb ich Dir aus meiner Sicht Recht. Ich war selber viele viele Jahre Computerspielsüchtig und Fernsehsüchtig, das ist alles nur Flucht aus einem Leben, aus dem man uns die Selbsteffektivität geklaut hat und in ein fremd- und schulbestimmtes Vegetieren umgewandelt hat. Ich glaube dass ein Spielverbot eine Gewaltwelle auslösen würde.
    Für mich waren diese Spiele damals schön (obwohl ich die ganze Zeit zittrig war) – wenn Du in absoluter Dunkelheit lebst, dann brauchst Du erst einmal eine Kerze und kannst Dich dann langsam zur Sonne hocharbeiten.

    Ich glaube früher galt das mit den Lehrern (Grace Llewelyn, John Holt, …) – das ist wirklich eine geschichtliche Aussage. Vielleicht irre ich mich aber total – ich gehöre ja noch nicht zum inneren Kreis 🙂

  15. Dieses Ereignis als Beweis für die Untauglichkeit der Schule zu nehmen, ist ungefähr so zynisch und geschmacklos, wie anläßlich der U-Bahn-Bomben in London zu krähen, da könne man ja sehen, wohin öffentlicher Nahverkehr führe. Denn wer jeden Tag in die U-Bahn gezwängt wird, der muss ja aggressiv werden.

    Wirklich ekelhaft, sunny.

  16. Das macht mich echt traurig, aber auch total wütend. Warum machen es sich alle so einfach? Ich finde hier muss sich jeder Mensch an die eigene Nase fassen.
    Wie oft hast du einen Mitschüler geärgert? Wie oft hast du dich um einen gekümmert,
    dem es schlecht ging? Hast du das überhaupt bemerkt? Wie oft hast du dich für Schüler
    eingesetzt, die gemobbt wurden? Wie oft warst du stattdessen einfach froh, dass man dich mag. Wie oft hast du dich für andere eingesetzt, wenn sie ungerecht beurteilt wurden? Wie oft war es dir einfach egal, weil du gut weggekommen bist? Das ist kein Schulproblem. Das ist ein Gesellschaftsproblem. Für Jugendliche ist die Schule der Kontakt zur Gesellschaft. Dort findet man Freunde – oder auch nicht. Dort verbringt man viel Zeit. Ich nehme an, deshalb wählt ein Jugendlicher Amokläufer die Schule. Der Hauptort seines gesellschaftlichen Lebens. Es gibt auch Menschen die in ihrem Büro Amoklaufen. Büros verbieten? Mobbing, fehlende Unterstützung, Ungerechtigkeiten,… das zieht sich durch unser ganzes Leben. Verbieten? Oder fängt jeder mal an ein bisschen mehr über die anderen nachzudenken anstatt über sich selbst? In allen Lebensbereichen. Das sollten schon Kleinkinder lernen. Nicht erst Schüler. Das hat mit Schule an sich überhaupt nichts zu tun. Wenn unsere Schüler das schon nicht können, dann verbocken wir das alle. Jeden Tag zusammen. Immer wieder auf’s Neue.

  17. Meiner Meinung nach ist das ein Schulproblem. Und die Schule bildet ihre Metastasen überall in der Gesellschaft.
    Aber ich weiß. Freispruch für die Schule um jeden Preis.
    Unsere Schüler? Nein, die Kinder der Eltern. Schule als Hauptort gesellschaftlichen Lebens? Ein Horror. Ich hoffe es ist bald vorbei mit dieser Brutstätte des Mobbings.
    Und ja, ich habe auch gemobbt. Aber meine Gründe interessieren Sie wahrscheinlich nicht. Das würde nicht zur Sauberweste der Schule passen.

  18. mrs. h,
    belehren Sie mich bitte nie wieder auf moralischer Ebene – ich bin ein erwachsener Mensch – ich habe keine Belehrungen mehr nötig. Sie können Ihre Gründe ruhig vorbringen, aber mich als ekelhaft zu bezeichnen dient der Sache nicht, sondern es hilft, weiter die wahren Ursachen der Amokläufe totzuschreien.

    Ich habe lange genug geschwiegen, was Amokläufe an Schulen betrifft.

  19. mrs. h,
    da Sie ja offensichtlich nicht zu den regelmäßigen Leserinnen dieses Blogs gehören, stellt sich die Frage, was Sie hierher gelockt hat. Haben Sie vielleicht nach Blutbad gescroogelt, um weitere schaurige Details zu dem Amok-Lauf zu erfahren? Das wäre ja … ekelhaft?

  20. @1000sunny
    Mich würde wahnsinnig interessieren, warum du andere gemobbt hast. Die Schule hat keine „Sauberweste“. Neben der Politik wird nichts mehr kritisiert als die Schule. Zwei Felder in denen jeder alles besser zu wissen scheint. Nein, kein Freispruch für die Schule. Klar könnte Schule individueller fördern, besser vermitteln und noch persönlicher sein. Das Mehr-Geld-Argument für eine besser Betreuung und mehr Möglichkeiten darf ich ja nicht bringen. Die Schule reicht aber so sogar eigentlich gar nicht mehr aus. Ich finde eher die Gesellschaft dreht stückweise hol. Jeder will Superstar sein, wenn das nicht so ist, will jeder mehr bemittleidet werden – Aufmerksamkeit haben um jeden Preis. Wir haben uns verändert und ich finde früher war man mit weniger zufriedener und glücklicher. Aber Schule kann dafür nichts. Das ist eine ganz andere Liga. Ach und nebenbei. Wenn du deinen Kindern deine Mobbing-ist-unter-einigen-Bedingungen-okay- und Schule-ist-Scheiße-Meinung mitgibst, verbaust du ihnen die Chance andere Erfahrungen zu machen, vielleicht bessere als die deinen. Ist Zwang und Druck der Eltern besser?

  21. @Hi
    Ich habe drei Theorien zu ms. h – aber am wahrscheinlichsten ist es, dass sie, sobald sie irgendwoanders einen Kommentar von mir liest, hierher kommt und schaut, ob sie mich moralisch zurechtweisen kann.

    @yma
    Nun dieses Gesellschaftsbild teile ich zur Hälfte.
    Mobbing ist nie OK. Ich habe hier eine Leseliste (oben eine der Pages), dort sind verschiedene Bücher aus der pädagogischen Psychologie und aus der Prüfungsliteratur Pädagogik angegeben – diese geben gute Hinweise, warum Mobbing an Schulen so weit verbreitet ist.
    Zu der Frage, ob Zwang und Druck der Eltern besser ist – vorweg will ich sagen, dass Unschooling kein Konzept des Zwanges und des Drucks ist. (Wir sind Unschooler – bitte auch oben lesen).
    Dennoch finde ich Zwang und Druck nur der Eltern besser. Die Schule kommt ja nur oben drauf – sie kommt zusammen mit den gesamten Erwartungen der Gesellschaft.
    Von den Eltern kann man sich ziemlich schnell emanzipieren, wenn sie Zwang und Druck ausüben. Von der Gesellschaft kann man sich nur schwer emanzipieren – und selbst dann muss man wieder zurück in die Gesellschaft – sonst ist man allein.
    Die Eltern sind nur zwei. Die Schule ist der Druck der ganzen Kultur.
    Sonst empfehle ich hier weiter mitzulesen – dann wird unsere Alternative zur Zwangsbeschulung klarer 🙂

  22. Hallo 1000Sunny, Deine Ansicht über das Zwangssystem Familie (sofern es eines ist) und das Zwangssystem Schule/Gesellschaft teile ich in etwa. (Man kann das nicht ganz so vereinfacht darstellen, da ja auch Familie Gesellschaft repräsentiert, und auch Kultur, aber in etwa.) Ich denke auch, daß man sich von Familie leichter emanzipieren kann, aber man darf Familie, insbesondere Großfamilie, sofern sie nicht positiv unterstützend ist, auch nicht unterschätzen. Manche befreien sich von den destruktiven Einflüssen, denen sie dort ausgesetzt waren, sicherlich erst in mittleren Jahren (wenn überhaupt).

    Die größte Schwierigkeit, sich vom Zwangssystem Schule zu emanzipieren ist m. E., daß man sich da vor allem von seinen Altersgenossen emanzipieren muß. Sich gegen Lehrer zu stellen, ist einfach, wie sich gegen andere Erwachsene, etwa die Eltern, zu stellen. Aber gegen die eigenen Altersgenossen? Es ist eben die Vermassung, wie Du auch schon geschrieben hast, die Massen-Bildung/Massenbildung, die sehr bedrückend werden kann. Nach Neufeld hieße es ein Überhandnehmen von „Gleichaltrigenorientierung“, nach dem was ich zuvor schrieb „Hordenbewußtsein“.

    Deine einseitige Schuldzuweisung an Schulen finde ich dennoch nicht richtig. Nur ein Argument dagegen: Finnland hatte in der jüngsten Vergangenheit zwei Amokläufe an Schulen (von einem wußte ich, über den zweiten erfuhr ich nun aus dem Internet), dabei gibt es in Finnland keine Schul-besuchs-pflicht. Finnland hat ein hochgelobtes und ein freies Bildungssystem, man kann auch schulfrei lernen. Dennoch sind grauenvolle Massaker auch dort passiert.

  23. @eljascha

    Liebe E, du sollst meinen Sohn beim Spielen von Resident Evil 4 sehen – nachdem er sich das Spiel kaufte knallte er Stundenlang ab. Er ist gar nicht der Typ, der du da beschreibst, macht es auch nicht aus „Ödnis und Langeweile“. (Er spielt auch stundenlang Gitarre, aber auch weil dieses ihm genauso interessiert – wenn er zuhause ist, liest er auch ganz viel, spielt Strategiespielen, guckt nach seine Lieblingsfilme usw. – im Moment macht er eine Dr. House Phase durch).

    Allerdings sagte er mir heute, solche Spiele schuldig für sowas zu halten sei doof, weil praktisch alle Jungs diese Spiele spielen – man könnte fast sagen, zur Toilette gehen ist genauso der Grund für solches Verhalten.

  24. Liebe scatty,

    wahrscheinlich bin ich entweder zu alt oder habe einfach null Draht zu diesen Computerspielen, um mir vorstellen zu können, daß man damit seine Zeit verbringen will, ohne einen der von mir genannten oder ähnliche Gründe. Habe als junge Studentin, damals gab es noch so gut wie keine privaten PCs, mal in einer Prüfungsphase tagelang ein Spiel gespielt, bis mir beim Einschlafen die virtuellen Gestältchen im Kopf rumkreisten und mich nicht mehr schliefen ließen. Damit war für mich der Reiz solcher Spiele ein für allemal verschwunden. (also überhaupt der Reiz, in der virutellen Welt irgendwelche Levels zu erreichen, es war ja kein Ballerspiel)

    Vielleicht hat Dein Sohn auch nur so eine Testphase? Oder macht er sowas wirklich ausgiebig und gerne und mit echtem Genuß? Kann ja sein, nur, ich kann es mir irgendwie nicht vorstellen (mir gelingt das „Wohnen in den Häusern von morgen“ oder wie der Prophet sagt halt nicht).

    Mein Sohn spielt solche Spiele zum Glück nicht, ehrlich gesagt würde ich es ihm an meinem PC auch verbieten (und wir haben nur einen, eben meinen, PC zu Hause), das müßte er dann aushäusig machen, da bin ich knallhart (und schäme mich auch nicht dafür). Als Grund für eine Bluttat sehe ich diese Spiele ja auch nicht an (der Ausspruch von Deinem Sohn ist aber echt gut!), aber als förderndes Element bei gefährdeten Typen. Vielleicht bekäme es denen besser, wenn sie sich nicht im stillen Kämmerlein virtuell abreagierten, sondern z. B. beim Boxen im Sportclub.

    Liebe Grüße, Elisabeth

  25. @eljascha
    Finnland – das Problem ist, dass die Frage „Bildung in Freiheit oder nicht“ meist von den Eltern im kulturellen Umfeld getroffen wird. Die Kinder werden meistens zum funktionieren angehalten. Wir brauchen eine Gesetzesregelung, und eine Aufklärungskampagne, bei der sich die Kinder auch eigenständig gegen den Schulbesuch entscheiden können – auch gegen den Willen ihrer Eltern.
    Und eine Aufklärungskampagne, die sagt, wie Freie Bildung wirklich ist, und dass es nicht feige oder schwach ist, aus der Schule zu gehen, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

    Boxen vs Virtuell
    Ich glaube, hier ist der große Unterschied zwischen uns beiden. Ich als Spieler halte Boxen für echte Gewalt und das lehne ich ab. Ein Ballerspiel hat aber nichts mit Gewalt zu tun (so ironisch das auch klingt) – es ist eine virtuelle Herausforderung. Ich könnte dagegen nie einem Menschen ins Gesicht schlagen, allein den Gedanken daran finde ich pervers. Dann bricht ja seine Nase – in echt – und dann muss er leiden – in echt – und seine Verwandten werden sich Kummer haben – in echt. Das ist Echt. Das ist Realität. Boxen im Sportclub finde ich einfach nur geschmacklos – außer gegen Dummies oder kein Körperkontakt. Denn echte Gewalt ist echt. Virtuelle Gewalt ist keine Gewalt.

  26. Ich bleibe bei meiner Meinung, lieber 1000Sunny, was Mrs h. angeht.

    Du brauchst sie. Sie ist wichtig.

    Was ich eigentlich hier kurz schreiben wollte, ist das die virtuelle Welt durchaus sehr real ist.

    (Gab es hier vor kürzem eine Diskussion? Nein? Dann wo habe ich es gelesen?)

    Also, wenn Du ein Sprachkurs virtuell „belegst“, kannst Du real eine neue Sprache lernen.

  27. @1000sunny
    Nee, ich hätte schon gerne deine ganz persönlichen Gründe gehört, warum du andere gemobbt hast. Nicht warum man andere mobbt. Du pauschalisierst wieder und schiebst die Schuld auf deine Außenwelt, anstatt dich zu betrachten. Es gibt auch Gründe warum man andere umbringt, trotzdem rechtfertigt das nicht die Sache an sich.

    Das klingt für mich einfach alles nach Anarchie. Selbstjustiz wir kommen… Du kannst mir nicht erzählen, dass du damit die Gewalt auf der Welt verhindern kannst.

    Frag mal Kinder in Afrika, wie gerne sie auf eine Schule gehen würde, weil sie dadruch mehr erreichen könnten als ihre Eltern. Wenn wir uns jeden Tag nicht sicher wären, ob’s was zu Essen gibt, hätten wir nicht die Zeit so tief in uns zu gehen, dass man immer etwas findet, was einen unzufrieden macht. Nörgeln können wir inzwischen besser als alles andere. Nee, ich bleib dabei. Das ist ein Gesellschaftsproblem und viele wählen die Schule als Sündenbock, weil an die viel Erwartungen gerichtet werden, die sie so nicht erfüllen kann. Ohne Schule verlagert sich das einfach weiter. Irgendwas is immer Schuld, nur nicht unsere Einstellung.

  28. @1000Sunny, ich schrieb von Boxen als Sport – da gibt es Regeln und da werden keine Nasen zertrümmert.

    Ich selber mache keinen solchen Sport, ich bin zwar sportlich (ja, davon bin ich überzeugt), aber ich halte auch viel von der Aussage „Sport ist Mord“ (ud damit meine ich den Leistungssport, und daß man selber dabei zu Schaden kommen kann, wenn man die Grenzen seines Körpers überschreitet). Aber ich kenne Menschen, die Leistungssport (erfolgreich) machen, und die haben ihre Gründe warum und machen das gerne. Ich selber mag auch nicht so sehr den Wettbewerb beim Sport, das hat mich schon als Jugendliche gestört, habe lieber Rundlauf gespielt als um Punkte beim Tischtennis, aber das ist halt meine Ansichtssache.

    Ich war ja mit meinem Sohn bei den Prüfungsvorbereitungstagen der Flex-Fernschule, da hat ein Jugendlicher über seine Hobbies erzählt, daß er Sport mag und gerade auch Boxen. Der erschien mir gar nicht gewalttätig, er hatte ein lachendes, offenes Gesicht dabei – und ich kann nachvollziehen, daß er nicht boxt, um andere zu verletzen. Und hier in Karlsruhe haben wir Regina Halmich, eine Box-Weltmeisterin, die erscheint mir auch nicht so, als ob sie gewalttätig wäre.

    Also, obwohl ich selber kein Boxfan bin, so kann ich doch gut denjenigen, die sich auskennen, glauben, daß sie das als Sport machen, und daß das nicht mehr gewalttätig ist als viele andere Sportarten, vor allem, daß es überhaupt nicht darum geht, andere dabei zu verletzen.

    Irgendwie finde ich, daß Du bei dieser Tragödie Amoklauf und ihrer Diskussion gehörig übers Ziel hinausschießt.

    Virtuell – real: Eine Freundin erzählte mir gestern, daß ein Therapeut ihr gesagt hat, daß das Unterbewußtsein nicht zwischen Virtualität und Realität unterscheidet! (und zwar hat er das nicht im Zusammenhang mit dieser Bluttat gesagt)

  29. Hallo yma,

    Schule ist als Konkurrenzsituation organisiert. Sie wird hier als pädagogischer Beschleuniger eingesetzt.
    Noten und Gauss-Kurven, so wie nur eine stark begrenzte Aufmerksamkeit des Lehrers für den einzelnen, sorgen dafür, dass es ein Rattenrennen wird. (Das ist übrigens Stand der Wissenschaft und wird auch in pädagogischer Psychologie so gelehrt – z.B. Edward Deci -gut begründet).
    Zusätzlich wird der Kampf um Noten von zu Hause aus unterstützt und sogar ermutigt, bessere Noten zu schreiben. Wenn man aber bessere Noten schreibt, wird ein anderer schlechter. Also heißt es immer Du gegen Alle. Und alle buhlen um die Lehrer – der muss die Konkurrenzsituation verschärfen (wegen der Leistungen) und zusätzlich Mobbing von sich abwenden (schließlich hängt sein Job daran, nicht gemobbt zu werden, und seine „natürliche“ Autorität zu behalten) – das geht am einfachsten in dem man Mobbing zulässt und mithilft (es gibt viele Opfer von Mobbing, wo der Lehrer die Initialkraft war – und den ersten Spruch bzgl. einer Note geliefert hat – um gut vor der Klasse dazustehen).
    Laß mal die Kinder in Afrika in Ruhe, über die haben wir hier ungefähr um Weihnachten herum diskutiert, als die ganze westliche Welt es nicht erwarten konnte, ihr Geld in Nächstenliebe-Aktionen zu stecken und Afrika einen Schritt mehr zu helfen (Stichwort Kulturimperialismus).

    Ohne Schule verlagert sich das nicht weiter, da die grausame Peer-Konkurrenz-Verdien-Dir-Dein-Leben-Situation komplett aufgelöst wird. Es ist, als ob man den gordonischen Knoten zerschlägt. Allerdings wird sich das niemand trauen, da Schule die Wert der herrschenden Kaste in die Unterschicht transportiert und ihr damit glaubhaft macht, warum sie im Baumarkt an der Säge stehen muss (ihr Leben lang) – und dass es dort viel besser für sie ist.

    (Am Rande Anarchie ist nicht gleich Chaos und Schule ist absolute Selbstjustiz und rechtsfreier Raum – Gewalt wird dort nicht juristisch verfolgt, sondern nach Ad-Hoc-Entscheidungen der Lehrer)

    Schule ist von der Grundidee vielleicht eine gute Lösung in einer Gesellschaft, in der Fronarbeit existiert und der Bildungsstand der Eltern nicht existent ist. In unserer Gesellschaft ist sie längst überholt.

  30. @Andrea
    ja die Diskussion war hier 🙂
    Der Sprachkurs ist real, weil die Sprache real ist (Wissen kann über alle Wege übermittelt werden – außer auf einem Kindergeburtstag, wie in der Schule).

  31. @eljascha
    Ich habe ja gesagt, es hängt davon ab, ob man Körperkontakt macht oder nicht. Wenn also Chopper eines Tages zu mir kommt und sagt, er will jetzt Kickboxen machen, dann ist das OK für mich (es ist auch OK, wenn er sich eine Boxveranstaltung ansehen will). Für mich ist eine Boxveranstaltung allerdings Gewalt. Soviel ich mich an meine Fernsehzeit zurück erinnere, hat Halmich aber Raab die Nase gebrochen.

    Ich glaube nicht, dass ich über das Ziel herausschieße, es kann sein, dass ich manche Dinge drastisch formuliere. Allerdings finde ich, ist eine Diskussion um die Schulpflicht mal nötig – besonders im Rahmen der Gewalt und Konkurrenzsituation die die Schule darstellt. Und besonders der Schulzwang ist ein Faktum, dass den Kindern und ihren Eltern keinen anderen Ausweg gibt, als immer wieder in die Schule zu gehen, und immer wieder zu leiden.

  32. @1000sunny
    Naja, ich kenne Eltern deren Bildungsstand auch nicht existent ist. So toll und weit weg sind wir gar nicht.
    Ey, keine Diskriminierung gegen Jobs im Baumarkt. Ein Volk aus Ingenieuren, Ärzten und Professoren sieht total alt aus. Kasten gibt’s nur in Indien. Hier sind wir wieder im Jeder-will-Chef-sein-spiel. Aber eigentlich finde ich ein bisschen Wettkampf schon fair. Es kann nicht sein, dass jemand der nichts für seine Zukunft tut und sich 0 Mühe gibt nachher gleich gut dasteht, wie jemand der der sich anstrengt. Dann macht keiner mehr irgendwas. Natürlich sollte das nicht in ein Rattenrennen ausarten. Noten sind sicherlich keine gute Lösung, da geb ich dir Recht. Der Druck der Eltern wegen Noten sollte eigentlich nicht sein. Da läuft dann noch was falsch. Aber ja. Weniger Schüler, dann gibt’s persönliche Beurteilungen in denen Stärken und Schwächen besser rauskommen, als mit einer 4 im Zeugnis. Aber ich glaub wir sind Off-topic.

  33. Hallo yma,
    vielleicht musst Du Dich ein bisschen mit humanistischer Bildung auseinander setzen. Wettkampf ist nicht das, was uns zu guter Leistung anspornt. Wettkampf ist, was uns dazu anspornt, den anderen zu besiegen und sein eigenes Ego dadurch zu heben.

    Weniger Schüler ist keine Lösung. Optimal funktioniert Mobbing mit 3 Kindern in einer Klasse. 1 Mobber, 1 Claquer (jemand der Beifall spendet), 1 Opfer. Bei Mobbing gilt interessanterweise: Je größer die Klasse, desto geringer die Wahrscheinlichkeit für Mobbing. (Man glaubt es nicht, wenn man die ganze „Kleine Klassen sind gute Klassen“-Diskussion verfolgt – aber es stimmt. Ich kenne Eltern kleiner Klassen – die haben die Schnauze voll.
    Allerdings doktorn wir wieder am Schulsystem herum – es geht hier um den Schulzwang, der einem keine Fluchtmöglichkeit lässt, sollte die Schule doch nicht jedem und allen gut tun. Dieser Schulzwang muss zuerst abgeschafft werden.

  34. Ah ja, das mit der gebrochenen Nase von Raab ist richtig, war aber wohl keine Absicht (und Unfälle kommen immer mal vor, selbst bei der sanftesten Sportart). Halmich ist glaube ich Kickboxerin (kenne mich da nicht so aus, habe auch nie sowas im Fernsehen geschaut und schon seit Jahren keinen Fernseher mehr).

    Ich denke, daß Du nicht schlicht Recht hast, was Deine Aussagen zur Schulpflicht angeht. Würde sie heute noch abgeschafft werden, so hätten wir sicher dennoch weiterhin dieser Blutbad ähnliche Grausamkeiten. Die Schulpflicht abschaffen würde für uns, die wir frei lernen bevorzugen, einen großen Unterschied machen, und für eine kleinere Gruppe von Jugendlichen, die einfach wegbleiben würde. Ich bin absolut überzeugt davon, daß die meisten Kinder und Jugendlichen weiterhin hingehen würden – dafür spricht auch, daß sie es in Ländern, wo es keine Schulpflicht gibt, auch überwiegend machen.

    Du hast mein Beispiel mit Finnland übrigens völlig ignoriert! Hast Du dazu nichts zu sagen???

    Es ist ein gesellschaftliches Problem, das hier wieder einmal explosiv zum Ausdruck gebracht wurde, so wie die Schule eine gesellschaftliche Institution ist. Es wird gar nicht viel nützen, gesetzliche Freiheiten zu geben, wenn sich nicht das Bewußtsein und Empfinden der Menschen ändert. Und das wäre ein langwieriger Prozeß.

    Obwohl ich selber die Schule nicht als Zwang empfunden habe, bin ich eindeutig gegen die Schulpflicht, weil ich etwas anderes mit meinen Kindern kennengelernt habe. Trotzdem will ich nicht einfach alle Schulen schlechtreden, und das besonders Traurige hier ist doch auch, daß es sich offensichtlich um eine Schule gehandelt hat, in der man ziemlich bemüht um ein gutes Klima war.

  35. Entschuldigung, 1oooSunny, das hatte ich überlesen bzw. schon wieder vergessen!

    Was wird mit den Kindern sein, die nicht in die Schule gehen wollen, deren Eltern sie aber loswerden wollen? Es schreien doch viele Eltern selbst nach Ganztagsbetreuung und Krippe.

    Wenn Eltern nicht mehr bereit sind, ihre Kinder selber „zu hegen und zu pflegen“, wenn sie es nicht mehr sein können, weil ihnen dann die Finanzen zum Überleben fehlen, dann sind sie auch in die Enge getrieben. Und die Gehirnwäsche hat doch auch so gut funktioniert, daß sich viele Frauen schlecht fühlen, wenn sie nur Hausfrauen und Mütter sind, nicht erwerbstätig. Und die Welt der Erwerbstätigkeit fordert doch Menschen, die frei von Kinderbetreuungssorgen sind, um arbeiten zu können. Jobs, wo man Kinder und Beruf vereinbaren kann, sind Mangelware und werden dies eher mehr als weniger. Usw.

    Die Frage, ob da wirklich am Anfang die Schule steht/stand, als Ursache für alle diese gesellschaftlichen Probleme, ist mindestens so wie die nach der Henne und dem Ei. Wobei ich eigentlich sogar meine, daß sie im Gegensatz dazu eindeutiger beantwortet werden kann – erst geriet das Gesellschaftliche ins Wanken, dann erst wurde Schule etabliert und allnählich zu einer Zwangsveranstaltung.

    Da es aber neben Schule weitere gesellschaftliche Verpflichtungen, wie die Landesverteidigung, schon früher gab, scheinen mir die Wurzeln der Übel nicht wirklich einzig und eindeutig in der Schule zu liegen.

  36. Ich denke die Wurzeln des Übels liegen mitunter in dem Zeitalter der Industrialisierung. Auf einmal durfte niemand mehr zu Hause arbeiten, sondern jeder muss lange Wege zurück legen um in einer per definition kinderunfreundlichen Umgebung zu arbeiten. Eine Umgebung, die nur die Arbeit kennt.
    Ich denke zur Behebung dieses Problems bräuchten wir flankierende Maßnahmen:
    -Ende des Schulzwangs
    -Aufklärungsprogramm über freies Lernen außerhalb der Schule
    -Förderung von Home-Office (vielleicht sogar mit Einbau ins Curriculum der Universitäten und anfänglicher Quotenregelung)
    -Bildungsgeld
    -(vielleicht sogar) gesellschaftliche Anerkennung und Bezahlung von Mütterarbeit/Väterarbeit (einziger unbezahlter 24-Stunden-Job den ich kenne)
    -und natürlich Fluchtpunkte für Kinder, deren Eltern partout nicht zu Hause bleiben wollen. Diese Fluchstätten dürfen aber keinerlei pädagogische Absicht betreuen, sondern einfach nur für die Kinder da sein.

  37. #Virtualität gegenüber Realität

    Wenn ein Kind uneingeschränkt und fürs Argument unbeaufsichtig Gewaltvideospiele spielt, erkennt es denn den Unterschied zwischen Realem und Unrealem?

    Ich meine, ich bin mit Pacman und Mario Bros aufgewachsen… Space Invaders war so ziemlich das gewaltigste, was es gab. Da war schon eine große Distanzierung: ich war ein Pacman, ein Mario… das Denken (und mich in das Spiel hineinvertiefen) war auf eine sehr oberflächliche Niveau.

    Aber heute, wo man richtig in eine Rolle hineinschlüpft? Ist da die Grenze fürs Kind offensichtlich?

    (Ebenso wie es real eine Sprache via Computer lernen kann, lernt es auch andere Fertigkeiten via Computer… die Frage ist lediglich: Was?)

  38. @1000sunny
    Okay, jap. Sollte ich und das etwas anders formulieren. Ich kann diese starre Haltung halt nicht nachvollziehen. Für mich war es okay. Wenn ich schlecht war wusste ich meist warum. Eltern und Freunde haben mich getröstet. Wenn ich in was gut war, war ich stolz. Ich war aber auch stolz, wenn ich jemandem mit was helfen konnte was ich konnte und froh, wenn mir jemand geholfen hat, wenn ich was nich geblickt hab. Ich fand es gerecht, wenn jemand, der nichts gemacht hat, schlechte Noten bekam. Auch wenn ich selbst diejenige war, weil ich wusste, das hatte ich dann meist mehr als verdient. Hab das nie als Kampf gegen andere Schüler empfunden. Manchmal gegen ungerechte Lehrer, aber auch da muss ich sagen, dass wir das gut regeln konnte. Diplomatie schadet auch im Leben danach nicht. Das ganze Umfeld ist einfach entscheidend. Ich lass dir natürlich deine Meinung, aber ich lass mich nicht überzeugen. Schulpflicht ist nicht schuldig. Da steckt mehr dahinter und da muss man offener auf seine Mitmenschen zugehen und mehr drüber reden. Fluchtpunkte finde ich zur Abwechslung mal eine super Idee. Aber insgesamt, nö. Wie viele Eltern haben im letzten Jahr ihre komplette Familie oder zumindest Teile davon getötet – sind also zuhause Amok gelaufen? Sag nicht das liegt an der Schulpflicht. Da brauchen viele Menschen einfach dringend Hilfe.

  39. yma, über genau diesen Punkt mit den Familientragödien habe ich vorhin, als ich unterwegs war, auch nachgedacht. Ich denke, es gab mehr Familientragödien, wo ein einzelner Mensch, Vater, Mutter, oder manchmal ist es ja auch ein (erwachsenes) Kind, eine gesamte Familie ausgelöscht hat als es Amokläufe an Schulen gab.

    Ich verfolge ein bißchen in den Medien, was so zu dem Unglück in Winnenden gesagt wird, und da hieß es u. a., daß (ehemalige) Schüler an ihre Schule zum Töten gehen, weil das ihre soziale Welt ist. Die wollen sie strafen, vernichten … Andere wollen eben die soziale Welt Familie strafen, vernichten …

    Ich habe mir auch überlegt, daß ich sagen würde, die Wurzel des Übels liegt darin, daß Menschen funktionieren müssen. Das war schon immer so, entweder sie mußten für einen Landesfürst funktionieren, oder für ihr Familienoberhaupt und -system, oder für kirchliche Interessen oder mehreres zugleich, auch für Armee, Lohnarbeit und Schule müssen Menschen funktionieren – und das ist auf Dauer nicht gut, ja eben eine Sackgasse und sehr schädlich.

    Fromm schrieb von einem homo consumens, wenn ich mich richtig erinnere – funktionieren und konsumieren, darauf ist doch heute Vieles reduziert. Perspektivelosigkeit, so weit, daß es die Kids (aus meist bürgerlichen Familien) nicht mehr treibt, mächtige Verantwortliche zu eliminieren, wie die RAF es tat, sondern gleich das ganze Lebensumfeld so stark wie möglich zu verwunden inklusive der Selbstvernichtung.

    Vielleicht sollte man mal über Selbstmordattentäter nachdenken, ich finde, das ist das gleiche Muster – und ich glaube auch nicht, daß bei den Selbstmordattentätern Schule oder Schulpflicht so weit im Vordergrund stehen, daß es die Hauptfaktoren für die Bluttaten sind.

    Anders sehe ich es schon, wenn ein Schüler Selbstmord begeht (ohne andere mitzunehmen), da habe ich schon viel gehört und gelesen, wo ich einen eindeutigen Zusammenhang zum Schulsystem und der Schulpflicht herstellen würde.

    Ich rede hier nicht Schulpflicht und Schulsystem schön, aber ich habe was gegen Schwarz-Weiß-Malerei, bei so sensiblen Themen besonders. Das erzeugt zuviel Unverständnis und Ablehnung, weil es eben so plakativ nicht stimmt.

    1000Sunny, irgendwie kommt mir Deine Reaktion ein bißchen vor wie die eines ehemaligen Rauchers, der nun der ärgste Rauchergegner geworden ist, seitdem er selber Nichtraucher ist. Das ist eine Haltung, die ich nicht gut finde, ich mochte sie noch nie, und sie bringt auch keinen Fortschritt.

  40. Hi eljascha,
    das driftet jetzt doch ein bisschen ins persönliche ab.

    @yma
    Die Schulpflicht zwingt alle Kinder immer und ohne Pause in die Schule zu gehen. Das ist nicht OK. Wir brauchen diese Fluchtpunkte, wenn sie auch Schutz vor der eigenen Familie zusätzlich geben (für die, die es brauchen), umso besser.

    Hier noch ein alter Artikel über Gewalt als Lösungsweg:
    https://freiebildung.wordpress.com/2008/09/06/gewalt-ist-eine-losung/

    und hier noch ein paar Zeilen zum drüber nachdenken:
    https://freiebildung.wordpress.com/2008/10/20/bayerisches-gesetz-uber-das-erziehungs-und-unterrichtswesen/
    Hier sieht man, dass Kinder keine Rechte haben, nicht einmal das Recht auf körperliche Unversehrtheit – sobald es um die Schulpflicht geht.

  41. Meine Meinungen sind immer persönlich, meine Blog-Einträge und Kommentare auch. Deine nicht? Ich gebe Persönliches von mir preis und erlaube mir, auch unumwunden und klar meine persönliche Meinung zu sagen. Ich meinte es übrigens nicht beleidigend, aber ich meine es auch ehrlich.

  42. @yma
    Ich freue mich natürlich, dass für Dich die Schule so eine positive Erfahrung war.
    Dennoch bitte ich Dich, bevor Du mir eine starre Haltung zuschreibst, mehr in diesem Blog zu lesen. Denn hier sind eine Menge Einträge, die sich mit den nicht so positiven Dingen beschäftigen, die es in der Schule auch geben soll.
    Und die Schulpflicht zwingt alle Menschen dort hinein, auch die, die es auf den Tod nicht leiden können. Und diese sind nicht in der Unterzahl.

  43. eljascha dein Vergleich ist irrtümlich:

    Wäre 1000sunny Ex-Raucher, wäre er jetzt gegen den allgemeinen Rauchzwang.

    Ein Unschooler ist gegen den allgemeinen Schulzwang. Damit man ihn aber überhaupt ernst nimmt, muss er natürlich argumentieren können, warum er gegen den Schulzwang ist, also muss er Argumente gegen die Schule vorbringen können. Nicht weil er prinzipiell gegen die Schule ist.

    So säe ich das 🙂

  44. eljascha schreibt hier ziemlich kluge Sachen.

    >Denn hier sind eine Menge Einträge, die sich mit den nicht so positiven Dingen beschäftigen, die es in der Schule auch geben soll.

    Betonung auf „soll“. Sunny, Sie haben offensichtlich eine miese Schulerfahrung gehabt (ich hatte übrigens auch eine weitgehend langweilige und zum Teil unerfreuliche) und haben sich jetzt auf das Thema eingeschossen. Und seither sehen Sie alles durch diese Brille.

    Ihrer Sache tun Sie dabei sicher nichts gutes. Ich persönlich finde es recht wünschenswert, wenn es außerhalb der Schule auch Möglichkeiten gäbe, Kinder zu unterrichten, und ein breiteres Angebot an methodisch verschiedenen Schulen täte vielen Kindern gut. Wir sehen nur zu oft Kinder, die mit dem System einfach nicht zurechtkommen und unglücklich und erfolglos sind und denen es in einem anderen Umfeld wesentlich besser ginge (im übrigen gibt es auch eine große Zahl an Kindern, die in der Schule putzmunter und vergnügt sind). Und nein, wir Lehrer machen dann keine Kerbe in unseren gemeinen Rohrstock.

    Aber wenn die Wortführer einer Bewegung für die Öffnung der Schulpflicht Leute wie Sie sind, na dann gut‘ Nacht.

  45. Schauen Sie mrs. h., Sie können es einfach nicht lassen. Sie stecken eljascha und mich in eine Konkurrenz-Situation – den einen loben und den anderen tadeln. Ich reagiere da bei Ihnen mittlerweile allergisch. Besonders bei solchen Sprüchen wie: „Aber wenn die Wortführer einer Bewegung für die Öffnung der Schulpflicht Leute wie Sie sind, na dann gut’ Nacht.“
    Ich habe da wirklich keine Lust mehr drauf. Gehen Sie doch zu anderen Blogs, wo gemäßigte Homeschooler sind. Wenn Sie genau bei mir kommentieren müssen, der die Massenbelernung an sich für ein Problem hält und weniger aus pädagogischen, mehr aber aus soziologischen Gründen für eine Abschaffung der Schule plädiert, dann werden Sie nun einmal mit solchen Positionen und Argumenten konfrontiert.
    Wenn Ihnen meine Position nicht passt, Sie aber für eine Öffnung sind, dann gehen Sie doch zu gemäßigten Verbänden wie dem Netzwerk-Bildungsfreiheit. Machen Sie doch Ihre Unterstützung nicht an mir fest. Das ist und bleibt für mich eine Stufe des Mobbings. Da können wir gerne auch einmal gesondert darüber diskutieren. Sie versuchen das jetzt schon zum 5ten Mal. Und ich habe Sie auch schon mehrmals darauf hingewiesen, dass so eine Ebene für mich absolut nicht geht.

    Außerdem habe ich nie behauptet Lehrer würden den Rohrstock auspacken. Ich kritisiere hauptsächlich das System und die Gesellschaft, die so ein System geschaffen hat – und sich nicht davon trennen kann und will. Mit dem Argument: Jede Art des Zwangs ist besser, als das Verweilen der Kinder in ihren Familien.

    Und zusätzlich bin ich kein Wortführer von irgendwas oder irgendwem. Ich schreibe hier meine Meinung und ich glaube, was das Thema Amok-Gefühle, Sucht und Flucht, Mobbing und jahrelange seelische Misshandlung angeht bin ich sehr kompetent – und leider nicht nur aus akademischer Sicht. Und deswegen sehen meine Forderungen nun einmal so aus.

    Wir brauchen zumindest ein geordnete Rückzugsmöglichkeit für Kinder, die die Schulpflicht außer Kraft setzt ohne, dass man sein Gesicht verliert.

    Hier ist eljaschas Blog:
    http://schul-frei.blogspot.com/
    Dort werden Sie sehen, dass es auch Homeschooler gibt, die vielleicht auch Ihren Ansprüchen entsprechen. Tut mir leid, aber bei mir werden Sie nicht glücklich.

  46. Es steht Ihnen ja frei, die Kommentare zu löschen. Ich glaube, Sie können bei WordPress sogar einzelnen Nutzern verbieten, bei Ihnen zu posten.

    Was daran Mobbing sein soll, jemandem die Meinung zu sagen, weiß ich nicht so recht. Aber Mobbing ist ja ein sehr wohlfeiler Begriff. Sie mögen mich nicht, das ist ja auch in Ordnung, aber vielleicht wäre es ehrlicher, wenn Sie sich das einfach eingestehen würden, statt alberne Konstrukte von wegen Konkurrenzsituation und Mobbing und so was heranzuziehen.

    Was Eljascha sagte und mir gefiel, war ihre Ablehnung der plakativen Schwarz-Weiß-Malerei. Ich habe ihr ganz schlicht und einfach zugestimmt. Nicht eine Konkurrenzsituation hergestellt. Aber an einem freien Diskurs sind Sie anscheinend nicht interessiert.

  47. Oh, Mrs H. what a drastic suggestion: to delete comments.

    Listen. I think you and Eljascha are very important for this blog here. And if you both decided not to comment here anymore then to what benefit is that?

    I have said it before and I will say it again: you are 1000Sunny’s teacher (and I do realize that I run the risk of having my comment deleted!).

    A wise man once said:

    The important thing is not to stop questioning.

    -Albert Einstein

    I think and truely believe that 1000Sunny would also agree to this statement. So let us keep questioning. Each other and everything in between.

    (And let us try not to get our Knickers in a knot while doing it… can we approach this as opposite views to reach a common end: the freedom of the souls of children? We need thinkers from within and outside of the system.)

    „The highest result of education is tolerance.“
    —Helen Keller

    „The great aim of education is not knowledge but action.“
    –Herbert Spencer

  48. Dear 1000Sunny, this quote speaks novels to me. I want to share it with you and hope that it inspires you to bring this conversation forward:

    „We cannot hold a torch to light another’s path without brightening our own.“ Ben Sweetland

  49. @Andrea
    Also ich halte es für einen ziemlichen Schmarrn, dass mrs h hier die Funktion einer Lehrerin für 1000sunny haben soll. Was soll dieser Unsinn?

  50. Also, konradmama.

    Ich bin der Ansicht, dass 1000Sunny doch enrom viel von Mrs. H gelernt hat, lernt und lernen wird.

    Hast Du denn keinerlei Erkenntnisse gewonnen von Mrs H? Ich schon.

    Schade finde ich nur, dass auch home-unschooler in dieser Schublade auf, Schublade zu denken fallen: Lehrer = böse oder aber Schule abgeschlossen = kein Lehrer mehr nötig.

    Klar ist, diese Thematiken (Schulzwang & Amoklauf) ist sehr heikel und haarscharf an eine Empfinglichkeitsgrenze geschnitten. Das merkt man an den Kommentaren (hier und bei den anderen Beiträge von 1000Sunny). Aber ich empfinde, je länger wir am Thema bleiben, desto weiter werden wir kommen.

    Einige Punkten, die gerade im Austausch zwischen 1000Sunny und Mrs H aufkommen, wären verborgen oder nicht so glaubwürdig und empfatisch dargestellt, wenn sie von –sagen wir– zwei Homeschoolern kämen…

    Iron sharpens iron. Kontroverse auch. Sie reiben sich aneinander (oder zumindest 1000Sunny reibt sich an Mrs H, ob Mrs H irgendwelche Erkenntnisse hier gewinnt, vermag ich nicht zu sagen. Fakt ist, sie liest doch eine lange Zeit hier mit. Irgendetwas zieht sie immer wieder zurück…).

    (Natürlich wenn man unter „Lehrer sein“ nur „Kuschelpädagogik“ versteht, dann ist das wirklich Schmarrn… 😉 und ich musste Dir recht geben!)

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