Was heißt denn hier „unsere Kinder“?

Wenn man denn aktuellen autoritären Autoren so glaubt, dann sind die Kinder auf der Straße und in den Wohnungen anderer Familien alles „unsere Kinder“?

„Warum unsere Kinder Tyrannen werden?“

„Was läuft falsch mit unseren Kindern?“

„Unsere Kinder – zu viel Selbstbewusstsein und zu wenig Gehorsam?“

Jetzt muss ich mal was klarstellen: Das sind alles gar nicht „unsere Kinder“. Meine Kinder sind meine Kinder – die werden gerecht geteilt mit der Mummy1000Sunny 🙂 . Die Kinder der Familie von Nebenan sind deren Kinder. Manche behaupten sogar Kinder gehören sich selber.

Also nix ist mit kollektiver Kinderenteignung und dann Erziehung durch Sozialisation und Schulen-ABM. Platons Staat war ein reines Denkmodell und keine Utopie, die er durchsetzen wollte.

Kinder sind Kinder. Mann, mann, mann… diese Kinderenteigner können einen echt manchmal nerven… die sollten mal lieber eigene kriegen und dann schauen, wo sie ihre Motivation bei dem unbezahlten, 24-stunden-Knochenjob herholen.

Doch nur durch das Lächeln der eigenen Kinder.

(Und PS – wir Eltern sind Erwachsen – wir brauch keine Erziehung mehr)

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9 Kommentare zu “Was heißt denn hier „unsere Kinder“?

  1. Genau das ist IMO das Ziel unseres Staates und seiner Politik: Die Kinder gehören ihm und ihm alleine. Darum auch diese ständigen Vorstöße in Sachen Krippe, Kindergartenpflicht und Ganztagsschulen. Und die (mir scheint es zumindest so) häufigeren und schnelleren Sorgerechts-Verfahren. Leider wirkt es auch schon auf viele „Bürger“ (und ja, diesmal benutze ich das Wort absichtlich): Durch die häufigen Meldungen über Verwahrlosung und Mißbrauch sind viele extrem sensibilisiert. Und fühlen sich verantwortlich – für anderer Leute Kinder. Sie beobachten genauer, mischen sich in alles ein und denunzieren.
    Gut und schön bei wirklichen Fällen von Mißbrauch, es findet aber mittlerweile überall statt, wo ein Kind nicht haargenau in das gängige Bild paßt.
    Es kann schon reichen, wenn ein Kind der Meinung eines besorgten Mitbürgers nach nicht dick genug verpackt ist. Da hört man schon „Verwahrlosung“ und „Sorgerecht entziehen“ murmeln. Kommt man dann erst in die offiziellen Mühlen, wird’s schwierig.
    Diesen Trend beobachte ich schon seit ein paar Jahren, und er nimmt zu.

  2. Stimmt, MEINE Kinder sind keine Tyrannen, ICH brauche keine Erziehung, schon gar nicht von Buchautoren, deren Werte ich nicht zwingend teile.

    Allerdings betrachte ich meine Kinder auch nicht als mein Eigentum, ich halte es lieber mit Khalil Gibran:

    „Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

    Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.

    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

    Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,

    Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,

    Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.“ (Auszug)

  3. es fängt schon damit an, etwas ein „kind“ zu nennen. ganz auf abstrakter ebene. was ist ein „kind“? wenn man diese frage stellt, wird einem sehr schnell bewusst, dass man sich bereits in einem vorgegebenen (sprach)-system befindet, mit vorgegebenen regeln, gesetzen, vorschriften, grammatiken, normen, disziplinen, und allem, was so ein machtapparat ausmacht. dieses „kind“-sagen, jemanden als ein kind zu bezeichnen, kanalisiert und ordnet bereits ein. alle weiteren probleme und erscheinungen wie „unsere kinder“ wird dadurch erst ermöglicht, denn „kinder“ gibt es gar nicht, es ist nur ein abstrakter ausdruck um das leben in den (würge)griff bekommen zu können, Individualisierungen und Subjektivierungen aufstellen zu können, die nichts als zwangsjacken sind, um die „irrenanstalt“ in der wir leben segmentieren zu können. noch evidenter wird dies im krieg, wenn kinder plötzlich soldaten werden…oh wunder…so leicht können sich wirklichkeiten, die in wahrheit nur ordnungen sind, die wir aber als wirklichkeit unreflektiert annehmen, ändern…

    es ist aber noch komplizierter, es gibt nicht nur nicht „kinder“, es gibt auch keine ordnung. es gibt nur ordnungen, mehrzahl. man gehe auf wikipedia und gebe dort „kind“ ein. schnell wird man merken, dass es kein „kind“ gibt, sondern dass sich die „kinder“ je nach wissenschaftsgebiet unterscheiden, in der medizin, rechtswissenschaft, psychologie, soziologie usw… es sind unterordnungen, die sich auf der „hauptordnung“ orientieren, die hauptordnung ist das kind, die unterordnung sind die unterschiedlichen, nach wissensgebieten unterteilten „kinder“, jeweils unterschiedlich definiert.

    kultur? ja, eine ordnende kultur, die alles normalisiert, diszipliniert, einengt, bezeichnet, definiert und sich damit untertanen, unterdrückte und sklaven schafft, nach den ordnungen dieser kultur, unter dem deckmantel eines sogenannten humanismus. lächerlich, wenn man sich die realen konsequenzen davon ansieht, die alles andere als humanistisch sind. nun stellt sich die nächste frage: was ist ein „mensch“?

    an der stelle soll mal schluss sein mit diesen theorien, sie mögen auch falsch sein, falsch formuliert, falsch wiedergegeben, etc… sie sollen euch nur ein bisschen ärgern und zum denken anregen, weil denken, dass menschen anfangen zu denken, fragen zu stellen, dass wollen die da oben ganz und gar nicht. sie bevorzugen einseitige kommunikation. fernsehen, radio hören oder sowas, wo man immer nur der seher oder hörer ist, und keine fragen stellen kann.

  4. Das stimmt schon. „Kind“ ist genauso ein Begriff wie „Bürger“ :
    Mensch – Rechte= Kind
    Mensch – Rechte= Bürger

    Es bleibt immer dasselbe. Du bekommst eine Rolle, die dich von der Verantwortung und auch der Macht über Dein eigenes Leben entbindet. Die Macht bekommt immer jemand anders – und der macht dann was er will. Heutzutage: Gesetze nach Geschmack.

    Wenn Du sagst das ist mein Leben, dann bleibt Dir nur der Begriff Mensch. Da dieser aber heutzutage gleichgesetzt wird mit Bürger – die ganze Welt ist bedeckt mit Nationalstaaten – bleibt Dir nur der Begriff Pirat. Mensch ohne Gesetz.

  5. Ja, Sartre sagt das auch so schön in seinem Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“.

    Ich versuche eine Zusammenfassung der Seiten 140-141 von Sartre: Das Sein und das Nichts. 10. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1993.

    Sartre gibt dort das Beispiel des Kellners. Sartre sagt: „der Kellner spielt mit seiner Stellung, um sie zu realisieren.“ Niemand wird als Kellner geboren, es gibt Spielregeln, wie man einen Kellner spielt. Eine Lampe ist eine Lampe, ein Glas ist ein Glas, aber ein Kellner ist nicht Kellner. Ein Mensch kann höchstens Kellner spielen, „er spielt Kellner sein.“ Kellner ist nur eine „Vorstellung“, daraus folgt, ich kann Kellner nur als Vorstellung spielen, ich kann aber kein Kellner sein. Sartre sagt auf S. 142 „Ich bin es nach dem Modus, das zu sein, was ich nicht bin.“ (Nebenbemerkung: hier kommt das Nichts ins Spiel, welches ich aber der Einfachheit lieber weglassen möchte, weil man es auch ohne Nichts halbwegs versteht)

    Sartre ist so lieb und gibt eine Seite weiter auf Seite 143 eine Antwort, wie das genau zu verstehen ist, was damit gemeint ist mit „sein, was ich nicht bin“.

    Er nennt als Beispiel nun die Traurigkeit, und fragt, ob sie nicht ein Verhalten ist, als Schutz und Zuflucht. Er sagt: „Und heißt in diesem Fall traurig sein nicht zunächst sich traurig machen.“

    Wenn man sich nun traurig macht, ist es dann nicht so, dass man dieses Traurig-sein nicht trotzdem auch empfängt? Das Bewusstsein ist traurig. Das ist doch das Resultat, oder nicht? Nein, falsch. Dann versteht man die Natur des Bewusstseins schlecht, so Sartre. „Wenn ich mich traurig mache, so weil ich nicht traurig bin; das Sein der Traurigkeit entgeht mir gerade durch den Akt und in dem Akt, durch den ich mich damit affiziere.“

    Kurz gesagt, das Bewusstsein macht sich Traurig-sein, weil es nicht traurig ist. Und wenn es nicht traurig ist, kann es traurig nur durch einen Akt realisieren, der einen Zustand von Traurigkeit bewirkt, aber Bewusstsein ist nicht traurig. Es handelt sich wie gesagt nur um ein Verhalten, nicht um ein Sein. Korrekt müsste man also vielleicht sagen „Ich verhalte mich traurig“, oder „Ich mache mich traurig“, und nicht „Ich bin traurig“.

    Um auf den Kellner zurück zu kommen, um den es ja ging: Es wird vom Menschen in unserer Kultur erwartet, dass er stillschweigend Subjekt wird. Sartre sagt dazu auf Seite 141: „Und es ist gerade dieses Subjekt, das ich zu sein habe und das ich überhaupt nicht bin.“ Ein Kellner-Subjekt, ein „Rechtssubjekt“, ein „Kinder-Subjekt“, dabei sind all das nur „Vorstellungen“, die ich nur als Vorstellung sein kann. Sartre stellt fest: „ich kann nur spielen, es zu sein, das heißt mir einbilden, daß ich es sei.“
    Der Kellner „verhält“ sich Kellner. Er ist nicht Kellner. Er verhält sich gemäß Vorschriften, Normen, Umgangsformen, usw. damit er als Kellner geduldet wird. Es wäre geboten, sprachlich eine gewisse Genauigkeit an den Tag zu legen, damit diese Dinge ins Bewusstsein rücken. Niemand ist Kellner, wie wir gesehen haben. Niemand ist Kind. Niemand ist Frau. Niemand ist Mann.

    Kellner, Kind, Frau, Mann usw. sind gesetzte (einem Gesetz gehorchende) Seinsideale, Seinsprototypen. Sartre sagt (auf S. 140): „Das sind Vorkehrungen, die den Menschen in dem einsperren sollen, was er ist. Als ob wir in der ständigen Furcht lebten, daß er daraus entweicht, daß er plötzlich aus seiner Stellung herausspringt und sie umgeht.“ Es sind Subjektivierungen, durch die Menschen als „Frau“, „Mann“, „Kellner“ eingeteilt werden, um sie in diesen Subjektivierungen einzusperren, um sie Gesetzen unterwerfen zu können. Rechtssubjekte, Frau Mayer, Herr Huber, Schüler Jedermann,…
    Viele sagen „Ich bin ein Mann“ oder „Ich bin eine Frau“ oder „Ich bin ein Kellner“ und übernehmen so die Gesetze, die für Frauen, Männer, Kellner usw. gelten. Das subjektive am Frau-Sein, Mann-Sein, Kellner-Sein ist offenbar gar nicht wirklich subjektiv/individuell, sondern vorgegeben, und mit Gesetzen behaftet, die man als Frau oder als Mann oder als welches Subjekt auch immer annimmt. „Sein, was ich nicht bin“, nun wird es langsam klar, was Sartre damit sagen will.

    Es ist leider sehr komplex, und dies kann nur ein kleiner und kurzer Versuch sein, einen Hinweis zu geben. Aufgrund der Kürze fehlt viel wichtiges. Ich hoffe trotzdem, dass es halbwegs intuitiv fassbar war. Der Rest steht in den Büchern…

  6. Zum Piraten, der ein Mensch ohne Gesetz ist.

    Der Pirat ist nicht ohne Gesetz. Was er ist, oder wie er es mit „Gesetz“ hält, will ich jedoch nicht verraten.

    Das ein Pirat aber nicht ohne Gesetz sein kann, ist klar, denn es würde das Paradox entstehen, dass er sich dann irgendwie auflösen würde:

    Wie erkenne ich einen Piraten, wenn er keine Gesetze hat? An welchen Gesetzmäßigkeiten erkenne ich einen Piraten? Daran, dass er keine Gesetze hat? Dann ist das Gesetz des Piraten, kein Gesetz zu haben?
    Was würde „ohne Gesetz“ heißen? Stillstand oder Implosion? Auf Gesetze kann man nicht verzichten, sonst „verliert man sich“, und dieser apostrophierte Ausdruck ist noch harmlos formuliert.

    Zweites Problem:

    Ich kann der Setzung als Pirat nicht entfliehen. Die Setzung setzt so: Gleiche/Normale und Andere/Nicht-Normale.
    Als Pirat werde ich gesetzt zu den Anderen/Nicht-Normalen. Also eine Negation. Als Negation stütze ich aber immer noch den Kreislauf, sogar mehr als mir lieb ist, denn nun beginnen sich die Räder der teuflischen Maschine zu drehen. Die Maschine benötigt seltsamerweise nicht nur Gleiche. Sie benötigt vor allem auch Andere, zu den unterschiedlichsten Zwecken. Wenn man Mathematiker oder Physiker oder sowas ist, wird man sich das umso besser vorstellen können. Einerseits werden die negativen Elemente dazu benötigt, die positiven Elemente zu steuern und am Leben zu erhalten. Diese tendieren nämlich grundsätzlich dazu, in sich „zusammen zu brechen“ und zu „verwischen“ bzw. ein „Ganzes“ zu bilden. Damit dieses „Ganze“, welches für die Maschine das Ende wäre, vermieden werden kann, braucht es „negative“ Elemente, die gleichsam ordnend wirken. Das ist aber nur eine Eigenschaft, welche die „negativen“ Elemente haben. Wie immer ist es sehr komplex, und dieser Hinweis soll mal reichen, der Rest steht in vielen Büchern, und dürfte den meisten ohnehin auf die eine oder andere Weise bekannt sein.

    Sei nicht böse, dass ich dich so beim Wort genommen habe mit dem „ohne Gesetz sein“. Ich weiß schon, dass das auch viel komplexer gemeint ist, und nur so eine Formel ist. Aber man wird sich doch Gedanken machen dürfen. Ich will euch auch nicht das Piratentum destruieren, denn das Leben unter freiem Mond ist bewundernswert. Ich will nur spielen.

    Ja, man müsste vielleicht nur „unter“ leben. Unter dem Mond, unter der Sonne, unter dem Firmament. Und nicht „als“ leben. Nicht als Pirat, nicht als Mensch, nicht als Bürger. Einfach nur unter. So wäre es auch ok, unter der Piratenflagge zu leben, die aber verführerisch ist, denn wem gehört sie? Das ist das schöne am Mond, der keinen Besitzer kennt. Darum will ich nur unter dem Mond leben. Vor der Flagge habe ich Angst.

  7. @Sylvia
    Ich kenne dieses Zitat von Dem Propheten – aber irgendwie gefällt es mir nicht (zumindest nicht in allen Punkten). Ich bin mir z.B. sicher, dass ich sehr fortschrittlich bin und deswegen auch in den Häusern der Zukunft wohnen kann. Vielleicht ist es mir aber einfach zu selbstlos – und das entspricht nicht meinen Charakter 😉

    @Jan – Sartre
    Ich sehe hier das Konzept der Rollen wieder – in der Informatik bekommt ein Actor (Mensch) eine Menge Rollen, die kann er gleichzeitig haben, hintereinander oder wie auch immer. Er ist aber keines davon, er besitzt diese Rollen nur.
    Die Informatik ist sehr philosophisch. Das stört mich ein bisschen an den ganzen anderen Wissenschaften. Die sind in Tabus gefangen. Und bevor einer eine Erkenntnis hat muss er erst 1000 Seiten schreiben, die mit den Tabus abrechnen. Und trotzdem wird er nachher auf den Scheiterhaufen gebracht.
    In der Informatik kann man einfach ein weltweit freies Lexikon machen – und dann klappt es oder nicht. In der Politik würde es tausend Jahre dauern, so eine verrückte Idee überhaupt auch nur anzusprechen.

    @Jan – Piraten
    Jeder Pirat hat ja eine eigene Flagge – da gleichen sich keine zwei.
    Ich meine Pirat auch eher in Anlehnung an Norbert Elias (Der Prozeß der Zivilisation). Dort wird das Aussterben des Ritterstandes besprochen. Sie waren nicht mehr nötig, da billige Schußwaffen dem Kampf zu Pferde den Vorteil raubten. So konnte sich der Fürst eine Polizei und eine Demokratie zimmern und den Ritterstand einfach aushungern.
    Piraten kann kein Fürst aushungern. Sie werden sogar stärker, wenn der Fürst stärker wird.
    Ich glaube Piraten wird es erst nicht mehr geben, wenn es keine Sklaverei und keine Unterdrückung mehr gibt (hier verstehe ich auch erzwungene Lohnarbeit, wie sie in Deutschland herrscht).

    Die Erde kennt doch eigentlich auch keine Besitzer. Nur eine Menge Typen mit Waffen, die glauben zum Besten ihres jeweiligen Volkes zu handeln.

  8. Wie ist es eigentlich in der Informatik möglich, dass zb bei einem Stream von Musik, die Musik erhalten bleibt? Ich muss die Frage noch präzisieren: Die Musik wird komprimiert und von „unnötigen, redundanten“ Informationen befreit, damit die Datenmenge klein bleibt, welche übertragen wird. Jetzt wird das ganze dann wieder dekomprimiert beim Empfänger, mittels Algorithmen also wieder das Ganze hergestellt. Das heißt, es kommt dabei weniger auf den Inhalt an, als auf die Synchronisierung der Algorithmen – der Sender und Empfänger müssen vorher eine Abmachung (Synchronisationsprozess) getroffen haben, nach welcher sie komprimieren/dekomprimieren. Ein erstaunlicher Prozess, kommt es doch also nicht mehr primär auf den Inhalt der Information an, sondern auf die Form der Abmachung, mit welcher der Inhalt reproduziert werden kann.
    Es kommt also auf den „Inhalt der Form“ an (den Inhalt des Komprimierungsverfahrens/der Synchronisation) mit der der „Inhalt des Inhalts“ (der Inhalt der Musik) rekonstruiert werden kann.

    Paradox. Vor allem, wenn man das weiterdenkt. Sehr paradox.

    Wenn ich nun Dekomprimierer bin, und nicht Schöpfer, Dekomprimierung vor der Schöpfung. Dann müsste ich nur wissen, wie ich etwas dekomprimiere. Ich brauche also nicht den vollständigen Inhalt kennen, um mir den vollständigen Inhalt zu schöpfen, ich bräuchte nur die Dekomprimierungsregeln kennen, mittels derer ich aus etwas unvollständigem etwas Vollständiges mache. Ich könnte einen Menschen „dekomprimieren“, ich bräuchte nicht den vollständigen Menschen, ich müsste nur die Dekomprimierungsregeln kennen, um etwas aus einem Mangel wieder zu einem Ganzen zu machen. Da stimmt was nicht, das ist eindeutig ein Paradox, ein Irrtum. Wo liegt der (Denk)-Fehler?

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