Deflation – Inflation – Transmutation

Zur Zeit sprechen ja alle von einer Deflation. Also alles wird billiger – ganz schlimm! Nämlich dann kann sich ja jeder alles leisten – und die HarzIV-Sätze würden auf einmal ein Luxusleben ermöglichen. Das sollen sie nicht, denn HarzIV ist ja als Strafe und Druckmittel gedacht.

Nur eine kleine Gruppe verwegener Ketzer spricht von Inflation. Nämlich, wenn alle entlassen werden gibt es bald keine Güter mehr. Dann kann man so viel Papiergeld haben wie man will, es wird nicht für ein Pfund Butter reichen.

Da ich ein Anhänger der Ketzer bin (siehe Unschooler) habe ich mir ein kleines bisschen Gold gekauft – mir fiel nämlich beim durchlesen eines Harry Potter Bandes (350 Blatt Papier), dass dieser nicht annähernd soviel kostet, wie dieselbe Menge Papier mit Geldscheinmuster bedruckt. Zudem scheint die Zaubergilde sowieso kein Fan von Muggle-Währung zu sein und zahlt selber in Galleonen (Name der Goldstücke bei Harry Potter).

Jetzt habe ich mir natürlich gestern eine Sorge gemacht. Mittlerweile weiß ja jedes Kind, dass man ein Element in ein anderes verwandeln kann. Und so denkt sich der Goldbesitzer natürlich: „Hey, wenn jetzt einer auf die Idee kommt aus Stroh (oder Papiergeld) Gold herzustellen. Dann schau ich ganz schön blöd.“

Also habe ich gestern mal gestöbert. Das Verfahren zur Umwandlung von einem Element in ein anderes heißt: Transmutation. Man kann Gold herstellen – als Ausgangsmaterial eignet sich Platin (noch teurer als Gold) und Quecksilber. Bei Quecksilber ergeben sich so allerhand physikalische Probleme. Bei Platin würde ein einfacher Kernreaktor oder auch ein Teilchenbeschleuniger genügen. Und natürlich VIEL Energie – genaue Größenordnungen habe ich leider noch nicht in Erfahrungen bringen können.

Danach habe ich noch ein bisschen auf den Seiten von Papiergeld-Gegnern rumgestöbert. Die spotten genauso über Papiergeld, wie wir hier über die Schule. Wenn ich bedenke, dass ich vor 4 Jahren noch ein staatsgläubiger, wählender, buckelnder, burn-outender, Schul-Mehrwerttheorie-Gutheißender, Steuern zahlender, Papiergeldfanatiker war – der mithelfen wollte an der aktuellen Gesellschaft mitzuwirken.

Oh, mann ! Deschooling ist so ein harter, verlustreicher und oft auch tränenreicher Vorgang, dass ich jeden Menschen verstehe, der an seinem Schul-Aberglauben festhält. Leute, die Schule ist gut, Papier hat einen Wert, der Euro ist kein Teuro, der statistische Warenkorb hat bezug zur Realität und auch der Kulmini will nur das Beste für eure Kinder. Wandelt nicht auf unseren Wegen – im Schoße des Staates ist es doch warm und kuschelig… es wird halt alles immer nur ein bisschen teurer und das Leben muss ja auch keinen Spaß machen.

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8 Kommentare zu “Deflation – Inflation – Transmutation

  1. Ich weiß, ich schreibe das überall wo es meiner Meinung nach passt, aber ich finds einfach zu geil. Bin im Rahmen der Bloggerei auf die beiden Wissenschaftsjournalisten Maxeiner und Miersch gestoßen und muss sagen, dass das genau das richtige in dieser Situation ist, wenn die Schwarzmaler mal iweder überhand nehmen…

  2. „Oh, mann ! Deschooling ist so ein harter, verlustreicher und oft auch tränenreicher Vorgang, dass ich jeden Menschen verstehe, der an seinem Schul-Aberglauben festhält.“

    Aber du hast dich nun mal auch für die „rote Pille“ entschieden. Und es gibt kein zurück mehr, wenn man sie genommen hat. ‚I never said, it would be easy. All I offer, is the truth.‘ Ja, Morpheus, so ist es.
    Ich denke, die meisten kommen irgendwann (oder öfter) an den Punkt, an dem sie sich nichts sehnlicher wünschen, als doch die „blaue Pille“ genommen zu haben. Aber das geht vorbei.
    Ich denke, ich schreibe dir noch ne mail. Als Kommentar wird es doch zu off-topic 🙂

  3. Ich weiss, warum ich hier so gern mitlese. 😀

    Außerdem ist es mir egal ob inflation oder deflation oder was auch immer.
    Es macht uns ja nur Angst, weil wir nicht wissen, was daraus für uns entstehen würde.
    Wir haben immer Angst, wenn unsere vermeintliche Sicherheit dahin ist.
    Aber: eigentlich gibt es keine Sicherheit, und das ist vielleicht auch gut so.

    Ich selbst habe eigentlich keine Angst. Alles neue bringt auch wieder Potenzial und neue Möglichkeiten. Und sei es nur, dass die Menschen das Wesentliche wieder besser wahrnehmen können.
    Im Leben geht’s ja eigentlich nicht um Geld…oder?

  4. @Isla
    Danke 🙂
    Ich glaube, wenn es im Leben eigentlich um Geld ginge, dann wäre es schon viel eher in der Evolution vorgekommen. Wir können davon ausgehen, das Geld also komplett für den A… ist, sowie Schule halt auch (der größte Fürsprecher von Papiergeld) 😉

  5. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich habe mich jüngst mit demselben Thema beschäftig. Es stellte sich mir die Frage ob eine hohe Inflation (Hyperinflation) oder eine Deflation schlimmer ist. Betrachtet man die Inflation, so wird man schnell feststellen, dass ein gewisses Maß für die Wirtschaft gesund ist. Steigt diese jedoch über eine gewisse Höhe (Hyperinflation) so ist sie immens bedrohlich. In einer gesunden Wirtschaft wird es immer Konjunkturzyklen geben. Je nach Zyklus herrscht entweder eine Inflation oder Deflation vor. Erst der Eingriff seitens der Staaten / Zentralbanken mithilfe der Geldpolitik führt zum ausufern beider Seiten. Die Ursache für eine hohe Inflation (Hyperinflation) wird immer in der Geldpolitik gelegt. Eine normale und gesunde Deflationsphase (Wirtschaftsabschwung) wird in der Regel nicht zugelassen. Die Zentralbanken versuchen diese Phase mit der Geldpolitik zu umgehen. Die daraus resultierende expansive Geldpolitik stellt die Grundlage für eine Hyperinflation dar. Einer sehr hohen Inflationsphase geht somit meist eine Deflationsphase voraus, auch wenn diese durch die expansive Geldpolitik oftmals nicht zu sehen ist. Ob eine jetzt Deflationsphase oder eine hohe Inflationsphase schlimmer ist, kann meiner Meinung nicht eindeutig beantwortet werden. Bei einer Hyperinflation kann ein Neustart (in der Regel ein Währungsneustart) schneller vonstattengehen. Die Auswirkungen finden hierbei in einem sehr kurzen Zeitfenster statt. Das Endergebnis einer Deflation ist meist nichts anderes … jedoch wird der Crash in der Regel nach hinten verschoben …

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