Forschung im Kindergarten vs. Forschung zu Hause

Wenn ich höre, wieviel im Kindergarten geforscht wird, dann werde ich manchmal ganz neidisch. Die machen chemische Experimente und physikalische und biologische…. usw.

Die schütten Wasser auf Natron, mischen Nitroglycerin und keine Ahnung was noch.

Wenn sich dann der Neid gelegt hat, denke ich mir: „Was haben die Kinder jetzt verstanden? Sind sie dadurch wissenschaftler geworden… oder sind es einfach kleine Kinder, denen zwei Substanzen gegeben wurden und die einen Zaubertrick nachstellen durften?“

Ich glaube nicht, dass auch nur einem dieser Kinder dieses Experiment zu chemischen, physikalischen oder mathematischen Einsichten hilft. Irgendwie ist das ganze Jungforschertum total aufgesetzt. Zusätzlich werden diese Kinder davon abgehalten, die Dinge zu erforschen, die sie mit ihrem Wissensstand verstehen können – es ist und bleibt ein Zaubertrick.

Heute habe ich Chopper mit einem Gummiband durch die Wohnung laufen sehen. Er hat versucht die Schranktür mit der Küchentür zu verbinden… dann hat er es so überdehnt, dass ich mir beide Augen zugehalten habe… dann hat er es zwischen Schubladen und Kommode gequetscht… dann hat er es als Tragegriff für verschiedene Dinge benutzt… dann ist es gerissen.

Irgendwie hat mich das glücklich gemacht und mir gezeigt: die haben zwar die Millionen Euro, aber nicht alles Geld der Welt kann einen Menschen dazu bringen, von selber ein Gummiband auszupacken und damit eigene Experimente nach Fantasie zu gestalten. Da sind die ganzen Millionen Euros sogar hinderlich, denn sie müssen ja irgendwie verwendet werden, anstatt eine freie Forschung zuzulassen.

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4 Kommentare zu “Forschung im Kindergarten vs. Forschung zu Hause

  1. Das erinnert mich an meinen Sohn und den Ballon. 😀
    Was man da so alles mit anstellen kann…
    Er hat es auch geschaff den BAllon halbwegs aufgepustet über den Schornstein seiner Holzlok zu ziehen (und der blieb so sitzen und keine Luft kam raus – sah lustig aus!).
    Am Ende – nach vielen Experimenten – musste er dann doch platzen.

    Dein Beispiel erinnert mich an so vieles, was im Kindergarten angeboten wird und als Förderung gilt. Englisch z.B.- Die paar Wörter die da gelernt werden bringen den Kindern nicht wirklich etwas, und später in der Schule haben sie dadurch auch keine 1.
    Die Zeit hätten sie mit Phantasiespielen etc. besser verbringen können.

  2. Hi Bettina und willkommen 🙂
    Die Kindergartenpflicht finden viele gut, das stimmt. Die Schulpflicht sogar noch mehr.
    Das ist auch mein Kritikpunkt an der Demokratie (so wie sie in Deutschland falsch verstanden wird) – als Mittel um Minderheiten zu unterdrücken anstatt sie zu integrieren.

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