Von Menschen in Wagenburgen und Villen

Heutzutage hängt das Ansehen von Menschen ja von ihrem finanziellen Status ab. Je mehr einer hat, desto mehr ist er wert. Susanne Wiest die Tagesmutter aus Mecklenburg Vorpommer ist aber ein prominentes Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Sie lebte jahrelang in Wagenburgen und so auch ihre Freunde. Doch was sie sagt, das ist überzeugend und hat Hand und Fuß. Man merkt, dass hier ein gereifter Mensch spricht, der fest in seiner intellektuellen Entwicklung fortschreitet und hart dafür arbeitet sich weiter zu entwickeln.

Von so einer Mutter können auch die eigenen Kinder profitieren. Man merkt auf er anderen Seite auch, dass es wohl wirklich keinen Maßstab dafür gibt, bei welchen Eltern die Kinder gut aufgehoben sind und bei welchen nicht (sollte es so etwas geben). Wir können es nicht am Einkommen festmachen, nicht am SÖS (sozio-ökonomischer-Status), aber auch nicht am Aussehen, und auch nicht an der Kleidung (da bin ich wohl ein abschreckendes Beispiel – da ich Kleidung kaufen so verabscheue, dass ich es in guten Zeiten nicht über zwei Hosen schaffe 🙂 ).

Wo immer wir auch ansetzen um herauszufinden, ob es gute Eltern, gute Menschen, würdige Menschen sind, wir versagen. Seit Binets ersten Intelligenztests hat sich bis heute nichts daran geändert. Ein Gespräch mit Susanne Wiest zeigt mir, dass hier mehr Qualifikation vorhanden ist, als in allen Lehramtsausbildungen zusammen. Wir werden sogar oft von unseren Hoffnungsträgern enttäuscht und von den Underdogs überrascht. Wir haben ein überbordendes Zertifikate, Zeugnis und Qualifikationssystem, von dem nichts seine Versprechen hält.

Das bedingungslose Grundeinkommen trägt auch diesem Fall Rechnung. Wir wissen nicht, wer gut ist und wer schlecht ist. Wir wissen nur, dass ab diesem Tag (bei sinngemäßer Umsetzung und akkurater Inflationsanpassung) jeder Mensch die Chance und die Möglichkeit hat zu zeigen, was in ihm steckt. Wir leben dann eben bedingungslos. Und verfolgen dieses wunderbare Erziehungsparadigma nicht mehr nur für unsere Kinder, sondern auch für unsere Mitmenschen.

Und wenn auf einmal all diese Ungerechtigkeit und Bedingungen verschwinden denke ich, dass auch die Menschen in ihren Villen profitieren würden. Zum einen würden sie natürlich auch das Grundeinkommen bekommen (oh wie schlimm, gemessen an ihrem Einkommen und Steueraufkommen) – es wäre aber jetzt nicht mehr eine Tribut, sondern ein kleines Dankeschön der anderen Menschen für ihre finanzträgliche Arbeit. Ich glaube wirklich, das bedingungslose Grundeinkommen ist die eine Möglichkeit von einer Neidgesellschaft in eine Anerkennungsgesellschaft zu kommen. Niemand muss mehr mit dem Finger auf die Reichen zeigen und sagen: „Die haben all das Geld gar nicht verdient – die hatten nur Glück und ich Unglück“. Es besteht dann schlichtweg kein Grund mehr dazu.

(Zur bedingungslosen Elternschaft siehe Alfie Kohn – Unconditional Parenting (bedingungslose Eltern) und http://www.unerzogen.de)

Hier noch einmal zum Zeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422

Hier noch eine Linksammlung zum Grundeinkommen:

http://aktuelles.archiv-grundeinkommen.de/petitio.html

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5 Kommentare zu “Von Menschen in Wagenburgen und Villen

  1. Reformvorschläge in der Sozialversicherung – Bedingungsloses Grundeinkommen Wiest, Susanne 17.02.2009 50991

    gestern um diese Zeit hatte ich (trotz großer Hoffnung) noch Zweifel, ob die 50tsd-Marke erreicht wird.

    Danke sunny daß du uns darauf aufmerksam gemacht hast. Ich hätte ohne dein blog nie davon erfahren.

  2. Yo, bei mir war das auch so.

    Da habe ich doch glatt noch überlegt, ob es sich immer noch lohnen würde, die Petition zu unterzeichnen. Da fehlten nämlich gestern noch mehrere Tausend Unterzeichnungen.
    Aber wie man sieht, hat es sich trotzdem geklappt.

    Mal sehen, wie viele Personen bis zum Schluss unterzeichnet haben werden.

  3. Habe auch erst mal überlegt, gebe ich ehrlich zu. Dann kam mir der Gedanke, daß vielleicht gerade in dem Moment einige Tausende davor sitzen und überlegen.
    Soweit zum leider oft bemühten Thema: ich alleine reiße es jetzt auch nicht mehr raus.
    Wenn das alle sagen, haben dummerweise alle recht. Wenn nur genügend sich finden, die es trotzdem versuchen, … siehe oben 🙂

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