Bedingungsloses Grundeinkommen – Unerzogen – Voluntarismus

So nachdem wir jetzt die 50.464 erreicht haben will ich kurz eine theoretische Betrachtung von unter den Gesichtspunkten Unerzogen und auch des Voluntarismus beitragen – zweier Strömungen, die mich im letzten Jahr (neben einer Menge Fachliteratur) stark beeinflusst haben.

Ich hoffe keiner der Initiatoren dieser Initiativen ist mir böse, und ich beanspruche auch nicht die Interpretationshoheit über diese Themen. Es ist einfach meine Auslegung.

Vorher will ich aber jeden noch einmal aufrufen (wer es gut findet) für diese Petition (Handlungsaufforderung in meinen Augen) zu unterschreiben – wir haben zwar jetzt die von Beamten festgelegte 50.000 überschritten – aber jetzt kommt die Kür – und es geht darum zu zeigen: In der Kür sind wir noch stärker:

Adresse der Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422

Unerzogen – Bedingungsloses Grundeinkommen

Unerzogen ist ein neuer Erziehungs-Trend. Hier wird besonders der Aspekt der Gleichberechtigung betont. Die Eltern stellen also nicht die ganze Zeit Fantasie Regeln und Grenzen auf, sondern versuchen diese so minimal wie nur irgend möglich zu halten. Dennoch gelten natürlich die Natürlichen Grenzen. Also einmal die Grenzen der Eltern selber, aber auch physikalische, sowie die der Mitmenschen. Um mit den Worten der pädagogischen Psychologie zu sprechen: „Die Erziehungssituation wird so weit wie möglich entschärft“ – so werden aus Eltern und Kinder Partner – und die Hierarchie wird abgebaut. Man geht von Zuckerbrot und Peitsche weg, und bestraft nicht mehr. Ich glaube wir haben das mittlerweile recht gut verinnerlicht und bestrafen unsere Kinder höchstens einmal im Monat (z.B. 2 Tage kein Fahrrad – wenn Chopper alleine über eine dicht befahrene Straße fährt) – und auch nur im Notfall – und wahrscheinlich so, dass viele fragen würden, was denn jetzt überhaupt die Strafe ist.

Das Bedingungslose Grundeinkommen finde ich sehr im Gleichklang damit. Der aktuelle Kapitalismus droht jedem, der nicht arbeiten will oder kann (oder sich lieber um etwas anderes kümmert, z.B. seine Kinder), dass ihm die Existenzgrundlage entzogen wird. Noch schlimmer, er muss sich vor Beamten nackig machen und diese bewilligen dann Zuwendungen. Erzieherischer geht es in meinen Augen nicht mehr.

Aber auch für die Arbeitssituation gilt das Gleiche. Man darf nicht das machen, was man für wichtig hält und wahrscheinlich mit einer großen Intensität und Erfindungsreichtum verfolgen würde. Man bekommt ein gewisses Angebot und aus diesem kann man auswählen. Dann wird man noch gecastet, ob man auch wirklich „passend“ ist.

Arbeitet man dann in einer Anstellung, dann gilt: Mitmachen oder Gehen. Wer eigene Wege gehen will und Ideen entwickelt, anstatt sich anzupassen und denselben Brei auf dieselbe Weise zu rühren, der kann sich schnell zum Beamten auf dem Arbeitsamt begeben. Das ist natürlich auch die heftigste Art der Erziehung.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen entfällt all das. Die eigene Existenz ist immer gesichert, ohne dass man sich verbiegen muss, und ohne dass man sich verbiegen lassen muss. Man kann voranschreiten und so sein wie man ist, und das werden, wofür man bestimmt ist. Oder was man sich ersinnt. Niemand kann einem mehr mit dem Entzug der Existenzgrundlage drohen. Es ist eben bedingungslos. Die einzige Bedingung, die man jetzt erfüllen muss, ist zu machen, was man will. Und das ist nicht so einfach, denn am Ende eines Lebens kann ab jetzt niemand mehr sagen: „Ich hätte das und das gemacht, wenn ich nur gedurft hätte“.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen entfällt jegliches Bestrafungs- und Erziehungsrepertoire für Erwachsene – und dieses wird sich auch auf spätere Generationen übertragen. Auf unseren Umgang mit Kindern und auch auf unser Menschenbild. Wie oft hören wir von Schulbefürwortern: „Das Leben ist kein Wunschkonzert, wo man machen kann, was man will“. Hier würden wir neue Erkenntnisse gewinnen und herausfinden, dass ein Orchester in dem jeder sein Lieblingsinstrument spielt viel besser klingt, als eines, wo Instrumente nach Bedarf zugewiesen wird.

Bedingungsloses Grundeinkommen und Voluntarismus

Der Voluntarismus sagt vereinfacht gesagt: „Kein Zweck heiligt Zwang“ – alles, was wir tun, tun wir besser, wenn es freiwillig ist.

Auch Steuern sind nicht freiwillig (zumindest solange es keine Möglichkeit gibt diese zu verweigern). Somit unterscheiden sich Steuer-Eintreiber nicht von Schutzgeld-Erpressern der Mafia.

Der Voluntarismus ist eng liiert mit der Anarchie – also der Ordnung ohne Rang – oder Gemeinschaft ohne Herrschaft. Eben keine Hierarchie mehr – und jeder ist gleichberechtigt.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Umverteilungssystem, das von Steuern finanziert wird, auf den ersten Blick also weder mit Anarchie noch mit Voluntarismus zu verknüpfen.

Jetzt könnte ich natürlich sagen, dass das bedingungslose Grundeinkommen keine Aussagen darüber macht, ob es der Staat ist, der die Umverteilung vornimmt, oder ob die Steuern verweigert werden dürfen oder nicht. Dieses sind eher Details. Was mich interessiert ist, ob die Grundidee stimmt.

Ich habe lange lange über die Anarchie nachgedacht und auch das ein oder andere gelesen. Und all das will ich um einen Aspekt ergänzen.

In einer Anarchie bin ich komplett frei, ich darf nur nicht meinen Nächsten schädigen. Mir bringt aber alle Freiheit nichts, wenn ich nicht genug Ressourcen zum Leben habe – und auch keine Möglichkeit mir diese selbst zu erarbeiten. Um mir aber meine Ressourcen (Essen, Kleidung) selber zu erarbeiten benötige ich, neben meiner Kraft, auch noch ein Stück Erde. Wer also keinen Grund hat, der hat auch in der schönsten Anarchie wahrscheinlich ein Sklaven- oder Bettlerleben. Dies gilt für kapitalistische Anarchien (Grund als Eigentum) – als auch für sozialistische Anarchien (Grund als Gemeineigentum – und anteilig gerechnet als Privateigentum). Dieses Stück Erde muss groß genug sein um mir mein Leben zu unterhalten.

So muss jeder Mensch mit einem Stückchen Grund geboren werden. Hat er dies nicht, so ist er nicht frei.

An dieser Stelle kommt natürlich der Vorwurf der statischen Gesellschaft ins Spiel. Eine Gesellschaft (also ihre Individuen) kann sich nicht entwickeln, wenn jeder damit beschäftigt ist, sich selber mit dem nötigsten zu versorgen.

Die Idee an dieser Stelle ist es natürlich, den unveräußerbaren Grund (also meinen Lebensgrund) zu vermieten. An Miete, die sich spezialisiert haben den Grund in Güter zu transformieren. So kann der Vermieter sich spezialisieren und z.B. die Maschinen erfinden, die diese Transformationen ermöglichen. Oder die Energien erfinden, die diese Maschinen antreiben. Das Einkommen aus diesen Grundvermietungen macht ihn frei – wir hätten also eine spezialisierte Gesellschaft mit lauter freien Individuen ohne auf Selbstversorgung zurückzufallen.

Interessanterweise würde dieses Modell dem Namen „bedingungsloses Grundeinkommen“ alle Ehre machen. Die einzige Bedingung ist nur das man geboren wurde – man wird enteignet durch den Tod.

Da ja die Grund-Transformer (z.B. Bauern, Industrielle) diesen Boden auch bezahlen müssten, müssen sie dieses auf die Produkte draufschlagen – eine Art Konsumteuerung. Die Petition hat dieses in Form einer Konsumsteuer vorgeschlagen (wobei Steuer ja schon wieder den Staat als Eintreiber bezeichnet – dieses ist aber nur eine organisatorische Frage).

Ich denke das Modell ist also auch theoretisch mit der echten Welt und dem Voluntarismus in Einklang zu bringen.

Das bedingungslose Grundeinkommen schafft die Notwendigkeit ab sein Leben zu vermieten und man vermietet anstelle dessen seinen Lebensgrund. Auf diesen hat man ein Anrecht durch seine Geburt.

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20 Kommentare zu “Bedingungsloses Grundeinkommen – Unerzogen – Voluntarismus

  1. Sehr gute Denkanstöße, danke. Als „Jünger“ des Voluntarismus sehe ich, genau wie du auch, den trotzdem noch vorhandenen Staat und Steuerzwang. Andererseits bestärkt das Bürgereinkommen in sehr vielen anderen Bereichen den Voluntarismus. Es wäre auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Ein sehr großer Schritt.
    Würde mich interessieren, was Oliver selbst dazu sagt.

  2. @sowai
    Deswegen vermeide ich auch den Begriff Bürgereinkommen. Hier ist immer der Staat dabei (sonst wäre man ja kein Bürger/Untertan). Beim Grundeinkommen hänge ich es an den Grund und damit an den Konsum. Hier hat man die freie Entscheidung zu konsumieren, selbst zu produzieren oder still halten. Es gibt ja keinen Konsumzwang. Die obige Interpretation des Grundeinkommens kommt auch komplett ohne Staat aus.

    Zusätzlich glaube ich, dass 90% der Gründe, die gegen den Voluntarismus angeführt werden mit dem bedingungslosen Grundeinkommen widerlegt würden. (Arbeit ohne Zwang usw.)

    Ich finde sogar einen Aspekt performanter als im Voluntarismus. Dort bin ich auf den Altruismus anderer angewiesen, wenn ich kein Geld habe. Also muss ich mir monatlich 900 € zusammenbetteln. Das verbraucht all meine Zeit, die ich im bedingungslosen Grundeinkommen vielleicht auf eine super-coole Erfindung verwenden könnte.
    Dennoch ist mir bewusst, dass der Altruismus im bedingungslosen Grundeinkommens-Modell untergraben werden könnte. Auf der anderen Seite würden nach dieser Argumentation auch Krankenversicherungen den Altruismus in der Nothilfe untergraben – generell jede Art von Versicherung. Ich weiß nicht, ob man die Freiheit des Menschen an den Altruismus eines Mitmenschen hängen sollte. Hier hälfe wahrscheinlich wirklich nur Diskussion mit einem Guru des Voluntarismus weiter.

  3. buuuhuuuu… liebe(r) 1000sunny, wer unerzogen als „neuen erziehungstrend“ bezeichnet, hats irgendwie nicht gerafft. auch versuchen unerzogenen nicht „eine erziehungssituation möglichst zu entschärfen“ oder werden gar „regeln und grenzen so minimal wie möglich gehalten“. es geht eben genau darum, erziehung aus der beziehung zum kind rauszuhalten, weg von erziehung zu kommen, eine gleichberechtigte, partnerschaftliche beziehung zum kind zu haben. eine erziehungssituation sollte da gar nicht vorkommen. ergo kann es keine erziehungstrend sein, weil erziehung abwesend ist. von deinem kruden fahrrad-strafe-einmal-im-monat-notfall will ich gar nicht reden 🙂
    ich musste das klar machen, weil es vllt. leute gibt, die noch nie von unerzogen gehört haben und hier ein falsches bild bekommen.

    lg
    vicky

  4. Ähm… erstmal danke an vichy!
    Wer und auf welche Weise verteilt denn den Grund? Was ist, wenn sich der Wert des Grundes, z.B. durch Bebauung oder das Auffinden von Bodenschätzen oder das Absaufen nach eine Überschwemmung, ändert? Wer bekommt meinen Boden nach meinem Tode? Verschärfung der Frage: Wer bekommt meinen Boden, nach meinem Tode, wenn ich ihn zur Lebenshaltung selbst genutz habe und mir, z. B. einen üppigen Garten angelegt und ein kleines aber feines Haus gebaut habe? Was geschiet mit diesem Grund, wenn ich sterbe aber meine Frau und meine Kinder diesen Garten und dieses Haus weiterhin nutzen wollen? Was machst du, wenn es plötzlich mehr Menschen gibt, als du Boden verteilen kannst???

  5. @vicky
    Hallo vicky, Du hast jetzt gesagt, was es nicht ist. Auch ich habe lange überlegt unter welchem Begriff man Unerzogen subsumieren kann. Allerdings wollte ich hier auch weniger unerzogen selber diskutieren (da besteht noch einiger Diskussionsbedarf aus obigem Post), sondern wollte es kurz (auch für Aussenstehende, die dieser Begriff oft überfordert) darstellen – für tieferes Interesse habe ich ja auf die unerzogen Seite verwiesen. (Gleiches gilt für Voluntarismus).

    @Andy
    Die Gedanken sind eher ein theoretisches Modell. Bisherige kapitalistische Modelle (z.B. das Kapital) geben der Umwelt einen Wert von 0. Es gibt Grund im Überfluss und niemand macht sich darüber Gedanken. So haben alle unsere kapitalistischen Modelle den folgenden Nachteil, je stärker die Umwelt geschädigt und ausgebeutet wird, desto höher ist der Wertzuwachs. Also, wenn ich einen Baum fälle, dann habe ich einen Wert geschaffen, in dem ich Brennholz erzeugt habe.
    Genauso ist der Garten und das Haus ein reiner Mehrwert. Es wird nicht damit gerechnet, dass beim Bau und der Kultivierung natürliche Ressourcen zerstört werden. Das selbe gilt für den Abbau von Bodenschätzen.
    Auch sind in aktuellen kapitalistischen Theorien nicht die nachfolgenden Generationen miteinkalkuliert. Dadurch, dass jemand ein Land mit einem Zaun umgibt, macht er es anderen unmöglich dort zu zäunen, die nach ihm geboren werden.
    In obigen Modell hat jeder Lebende ein unveräußerliches auf ein Stück Land, aus dem er sein Leben bestreiten kann. Dann habe ich das Modell weiterentwickelt, um noch die Faktoren Spezialisierung, Wertschöpfung und Mobilität zu integrieren. Wenn Du stirbst verlierst Du automatisch Dein Anrecht auf deinen Boden (Frau und Kinder behalten ihren – die haben ja zusätzlichen bei ihrer Geburt bekommen) – dafür gewinnt ein Neugeborener diesen Boden.

    Jetzt noch die große Frage: Was passiert, wenn es mehr Menschen gibt, als es Boden gibt? Oder gleichviel Menschen, wie unterhaltenden Boden? In dem Falle, dass es gleichviel gibt, mündet dieses System im Kommunismus. Alle haben genug zum Leben und mehr Boden gibt es nicht.
    Im Falle, dass es weniger gibt. Haben alle Menschen ein Problem. Und es entsteht Hunger auf der Welt. Die Erde ist in diesem Moment überbevölkert.

    Gottseidank kann aber irgendjemand eine Erfindung machen, die die Produktivität steigert und wieder mehr Menschen ernähren kann (eine Produktivitätssteigerung erhöht sozusagen die Fläche).

    In diesem Modell ist allerdings die Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens für Kinder und für Erwachsene gleich.

  6. @1000sunny:

    ich habe nicht nur gesagt, was es nicht ist, sondern auch was es ist – unerzogen. nämlich eine gleichberechtigte, partnerschaftliche beziehung zum kind zu haben (anzustreben ist wohl eher bei vielen realität). du hast mich missverstanden. ich möchte gar nicht unerzogen hier diskutieren, ich möchte nur klarstellen – besonders für menschen, die nur über deine zeilen hier von unerzogen erfahren – dass es KEIN neuer erziehungstrend ist, wie du sagst, und dass es nicht darum geht, eine erziehungssituation zu entschärfen, oder gar regeln und grenzen so minimal wie möglich zu halten.

    ich halte es für absolut wichtig, das hier zu sagen, weil eben ein falscher eindruck entstehen könnte, wenn man deine beschreibung unkommentiert stehen lassen würde.

  7. Leider hast du wichtige Fragen unbeantwortet gelassen:
    Wer verteilt den Grund und unter welchen bedingungen, auf welche Art und Weise erfolgt diese Verteilung?
    Was geschiet, wenn der Grund eine Wertänderung erfährt? Dann bekommt duch wohl der Inhaber dieses Grundes einen höheren Betrag, oder? Welchen Anreitz sollte jemand haben, des Grund von jemanden zu mieten, der das Pech hatte, dass sein Grund leider in einem Moorgebiet liegt? Oder überschwemmt wurde?
    Was machst du mit der Familie, dessen Mann im obrigen Beispiel verstorben ist? Klar haben die Frau und die Kinder auch einen Grund, nur wird der ja woanders, an einem anderen Ort liegen oder? Wenn die Familie nun den Grund mieten würde, auf dem ihr Haus und der Garten liegt, hätte sie beträchtliche Einnahmeausfälle oder wird die Miete wohl nicht aufbringen können?!
    Hat Produktivitätssteigerung auch grenzen? Was machst du, wenn diese Steigerung mit der Steigerung der Bevölkerung nicht standhalten kann?

  8. dhas mit dem voluntarismus hinkt simulantistisch ideologisch liberalistisch. s(ch)au dir aml eine gute definitive definierte devinitivierte devinitio an am pesten in mirreren philo-l(m)exikos. am (ab)-oder anfahrtsplan kommt frau vite vite vite vite auf schopenhauer (metaphysischer pöser volutantrismus, der wie dieser nette onkel in dem volun.de video den modus der grausamkeit annehmen kann. barbario-hillario(us). dann gibts noch ontologischen/theologischen als auch psychologischen als sowie sie auch einen ethischen volumenstarken volontarismus kennen.
    es gibt hinkologie dialektisch, es stürtzzzzzzt fast ein. *stürz**Zwinko*Zwinker* aber es ist ein schöner versuch und jetzt? und später? und?

    *zwinker*menschen grundsätzlich vertrauen, und gute absichten unterstellen.*zwinker*als polymorph perverser**zwinnnnker*wie es freut(d)*zwinnnnnnk*
    *rosen**1000**berg*rosenberg: *zinker*jede handlung, und sei sie noch so grausam, aus einem validen bedürfnis heraus geschieht.*zwinker*oh wie gRausamE gRausamkeiten*zwinker

  9. Hallo Sunny!

    Ich bin sofort für dein System, wenn es ohne Gewalt auskommt. Wenn mir also niemand mit der vorgehaltenen Waffe etwas wegnehmen darf und wenn sich niemand in meine Beziehungen zu anderen Menschen einmischt, bin ich dabei.
    Wenn also das Geld, das an andere verteilt wird, freiwillig gegeben wurde, dann haben wir den Zwang und die Gewalt, die das jetzige System kennzeichnen, hinter uns gelassen.
    Ich fürchte nur, dass die meisten BGE-Befürworter etwas anderes im Sinn haben. Über die Gewalt wird nie gesprochen, immer nur über das Einkommen. Also die Frage lautet: Wird das nötige Geld mit Gewalt eingetrieben?
    Wenn du diese Frage verneinen kannst, dann hat das System eine voluntaristische/gewaltfreie Gesinnung und einen weiteren Anhänger.

    Liebe Grüße
    Oliver

  10. @Andy
    Das ist ein theoretisches Modell. Ich mache keine Aussagen darüber, wer den Grund verteilt. Das ist also je nach Staatsform (Anarchie, Demokratie, usw) verschiedene Mechanismen sein.
    Der Grund muss Existenzsichernd sein (sonst ist man ja nicht frei, sondern darauf angewiesen für jemanden anderen zu arbeiten).

    @Zwinker
    Ich verstehe die Einwände, und die Gefahren bestehen natürlich. Es kommt auf das Menschenbild an, das man im Hinterkopf hat – ich denke das bedingungslose Grundeinkommen kann uns einige Antworten über die Natur des Menschen geben, die wir anders aus keinem Geschichtsbuch bekommen.

    @Oliver Heuler
    Danke, dass Du auch geantwortet hast. Ich wollte Dich schon persönlich anschreiben, um eine Meinung zu bekommen. In der Lösung oben wird das auf die Konsumentenpreise aufgeschlagen.
    Ich denke, wie bei allem gibt es verschiedene Strömungen für das bedingungslose Grundeinkommen. Und auch die Frage, wer wann, wie Gewalt einsetzt (oder ob) wird von verschiedenen Befürwortern verschieden beantwortet werden. Ich kann also nicht für alle sprechen – die gewaltfreien BGE-Befürworter müssen für sich selber sprechen.

  11. Sunny:
    Ich habe das Gefühl, du weichst der Diskussion aus. Warum beantwortest du wieder nur eine meiner Fragen???

  12. In der Lösung oben wird das auf die Konsumentenpreise aufgeschlagen.

    Wenn ich also mit meinem Freund Roland ein Geschäft mache (er gibt mir eine Gitarre, die er gebaut hat, und ich gebe ihm eine Unze Gold), dann muss ich dafür noch ein Stück Gold einem Dritten geben, den ich nicht kenne? Habe ich das richtig verstanden? Was, wenn ich das nicht möchte? Kommt dann die Waffe aus dem Holster?

    Liebe Grüße
    Oliver

    PS: Ich frage extra etwas provokativ, nicht aus Geringschätzung dir gegenüber, sondern um in der Sache ganz klar zu sein. Wenn dir etwas missfällt (auch im zukünftigen Austausch, dann schreib es bitte gleich).

  13. @ Oliver und sunny: so sieht es das mir einleuchtende Konzept über das BGE vor. Alle anderen Steuern abschaffen, nur noch Konsumsteuer auf alle Produkte. Da man ja nicht zum Konsumieren gezwungen werden kann (ich halte es zumindest für sehr unwahrscheinlich) finde ich, daß es durchaus gewaltfrei ist.
    Ich sehe gerade während des Schreibens, daß die Aussage „nicht zum Konsumieren gezwungen werden kann“ sich in unserem heutigen System mit „nicht zum Leben gezwungen werden kann“ ersetzen läßt. Man wird wohl konsumieren müssen, wird aber durch Notwendigkeit und nicht mit Waffengewalt dazu gezwungen. Und man bestimt selber über die Menge des eigenen Konsums.

    @Andy: So wie ich das sehen, geht es beim BGE um ein GrundEINKOMMEN, damit Geld. Das mit dem Grund ist in diesem Fall eine Analogie (sunny, bitte korrigiere mich, wenn ich falsch liege). Vielleicht entstehen dadurch einige Mißverständnisse, weil eben nicht alles von „Grund“ auf „Geld“ analog übertragbar ist? Beispiel minderwertiger Grund, weil „Moorgebiet“ oder „Überflutung“, Waldbrand, etc.
    Der größte Unterschied ist dabei, das BGE bekämst du monatlich, also nicht von Geburt an eine Summe, mit der du jetzt lebenslang auskommen mußt.
    Bei Todesfall steht es dir doch trotzdem frei, daß evtl. zugewonnene zu vererben. Weitere monatliche Einkommen natürlich nicht. Das ist doch aber was ganz anderes, als der komplett vorhandene Grund, der jetzt wegfällt, oder auf den die Frau / Kinder Miete zahlen müßten. Sie hätten in diesem Fall weiterhin ihr eigenes BGE, nur eben kein zusätzliches von dir, du brauchst es jetzt aber auch nicht mehr.

  14. während ich hier gemächlich vor mich hin schreibe, erscheint über meinem Post Olivers (von mir vorher nicht gelesener) Kommentar.
    Aber guter Denkanstoß, finde ich. Eines der Vorteile des BGE ist ja auch der Wegfall der Schwarzarbeit. Dafür dann ein Blühen des Schwarzhandels? Mit den bekannten Konsequenzen und Repressalien? Vermutlich leider ja, würde ich sagen. In dieser Welt der Farbaddition kann man aus jeder beliebigen Farbe und sei sie noch so hell mit den entsprechenden Zusatzfarben in der Tasche was Dunkles machen. Aus einer dunklen Farbe was Helles? Kaum. Das bezieht sich jetzt nicht auf das BGE, sondern auf die heutige menschliche Mentalität der Mehrheit.

  15. Hmmmm…. das sind so viele Fragen und ich hier passiert gerade so viel, dass ich mindestens 20 Posts hinterher bin.
    Ich will die Diskussion erst mal so aufnehmen. Und diese interessanten Fragen später mal in einem neuen Post bearbeiten. Wenn das OK ist.

    @sowai
    >Ich sehe gerade während des Schreibens, daß die Aussage “nicht zum Konsumieren gezwungen werden kann” sich in unserem heutigen System mit “nicht zum Leben gezwungen werden kann” ersetzen läßt. Man wird wohl konsumieren müssen,<
    Da triffst Du den Nagel auf den Kopf

    @Oliver Heuler
    Deine provokanten Fragen sind schon OK. Dennoch bin ich froh, dass Du auch noch das PS geschrieben hast.
    Auch diese will ich in einem neuen Post später mal beantworten. –
    Ich hoffe das ist OK. Ich will die Diskussion hier nicht abwürgen – und freue mich, wenn noch nach und nach Fragen eintrudeln.

    Vielleicht hat jemand auch Hinweise für mich auf so ein Modell, in dem die Ressourcen (besonders Grund) miteinbezogen werden – denn für mich ist diese Herleitung auch neu. Es war irgendwie ein Kurzschluss aus Voluntarismus und bedingungsloses Grundeinkommen – der für mich mit immer mehr nachdenken sehr klar wurde und viele Fragen beantwortete, die aktuelle (mir bekannte) Theorien offen ließen.

    @Andy
    tut mir leid, wenn Dich meine Antworten nicht befriedigen konnten. Vielleicht wird es in einem späteren Post klarer und ich bin fähig dieses Modell noch einmal klarer zu erläutern.

  16. Ach, sunny, eines habe ich noch vergessen…
    „Deswegen vermeide ich auch den Begriff Bürgereinkommen“ .. danke, habe es verstanden und bin dabei, es zu verinnerlichen. Denn ich finde, du hast damit vollkommen recht. Der von mir dummerweise gewählte Begriff „Bürgereinkommen“ resultiert daraus, daß die alte Idee des „Bürgergeldes“ schon so lange in meinem Kopf ist. Wir arbeiten daran 🙂

    „Vielleicht hat jemand auch Hinweise für mich auf so ein Modell, in dem die Ressourcen (besonders Grund) miteinbezogen werden“
    Dazu nur mal: Das Modell mit dem Grund hieße analog zum BGE: Du bekommst Anfang deines Lebens eine bestimmte Geldsumme, von der du (nach heutigen Bedingungen, wenn nichts dazwischenkommt, du es dir vernünftig einteilst, etc., etc.) den Rest deines Lebens bestreiten kannst und mußt. Du kannst es vermehren, oder auch verlieren. Inflationen, Teuerungen, Abbrennen deines Geldbestandes (oder Bankenpleite, falls es eingelagert ist) und ähnliches ist nicht mit eingerechnet.
    Möchte übrigens noch einen link loswerden. 100 Minuten-Film zum thema BGE, sehr informativ finde ich:
    http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

  17. @Oliver
    Ich habe jetzt noch einmal das Modell untersucht. Zur Vereinfachung nehme ich an, dass Dein Freund die Gitarre komplett auf seinem Grund produziert hat (mit seinen Ressourcen). Er wird von Dir einen Preis verlangen. Dieser ist zu bezahlen – fertig. Hier wird kein Gold einem dritten übereignet.
    Sollte Dein Freund noch andere Güter von 3.ten benötigen muss er diese natürlich einkaufen und einkalkulieren.

    @sowai
    Somit ist auch die Frage beantwortet, ob ich konsumieren muss. In diesem Modell muss ich nicht konsumieren, da ich auf meinem Grundstück selbsterhaltend arbeiten kann. Das ist ja die Grundidee.

    @Andy
    Du machst vieles an dem echten Grund fest. In dem Modell wird ja der Grund angenommen und dann auf eine monetäre Entschädigung (Miete) extrapoliert. Auch die Frage nach dem Mehrwert muss ich zurückgeben. Da zum Beispiel für Oliver eine Gitarre viel Mehrwert bringt. Andere hätten lieber den Baum intakt gelassen. Generell sollte der Besitzer aber Werterhaltend arbeiten – sonst schädigt er sich ja selber.
    Zur Frage mit der Überschwemmung: Hier gibt es nach Gesellschaftsform wieder verschiedene Lösungen. In einer Anarchie könnten ihm alle solidarisch helfen, sein Gebiet wieder lebenserhaltend zu machen. Andere Formen könnten eine Gebietsversicherung vorsehen, die diese solidarische Hilfe abstrahieren.
    Zur Frage von Moorgebieten und Wüsten: Das Gebiet ist laut Definition mit der eigenen Arbeit lebenserhaltend.

  18. Das verstehe ich jetzt nicht? Der Grund existiert gar nicht und trotzdem mietet ihn jemand?
    Und ich kann, wenn ich will, auf ihm durch eigene Arbeit mein Leben erhalten?

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