Bedingungsloses Grundeinkommen II

Es gibt manchmal Dinge, die fühlen sich für mich richtig richtig an. Da gehört Unschooling dazu (natürlich – obwohl es ein harter Weg war). Mindestlohn gehört gar nicht dazu – absolut häßliche, fleischgewordene und formalisierte Sklaverei.

Bedingungsloses Grundeinkommen gehört auch dazu.

Viele Menschen werden sagen: Aber Hey, dann kriegen ja auch die Menschen Geld, die nicht arbeiten wollen.

Ich sage: Ja, so wird es sein. Und so ist es auch gut. Diese Menschen kriegen jetzt auch schon Geld – man kann sie ja nicht verhungern lassen. Aber sie lassen sich von einer Fortbildung in die andere bringen und stellen sich bei jedem Bewerbungsgespräch möglichst blöd an. Schlimmer sind aber die, die absolut nicht arbeiten wollen, und die dennoch eine Arbeit haben. Diese Firmen kosten diese Menschen sehr viel Geld  – da sie mehr kaputt machen als aufbauen. Sie vertreiben Kunden, zögern Termine heraus und schießen das Produkt unter eine Qualitative Grenze.

Kurzum, indem man sie zwingt, übt man Gewalt aus. Und Gewalt und Druck wird nur mit stetig steigender Subversivität belohnt (ich und die Schule sind wohl ein gutes Beispiel dafür). Und so arbeiten sich beide aneinander auf. Dem einen bleibt nur das gute Gefühl, den anderen zum Arbeiten zu zwingen und diesem kein Geld umsonst haben zu lassen, der andere mit dem guten Gefühl nie arbeiten zu müssen und einfach immer stärker den Zwinger zu torpedieren.

Das bedingungslose Grundgehalt ändert diese Situation von Grund auf. Der Vermittler am Arbeitsamt bekommt nur noch die motivierten Leute. Die Firmen bekommen nur noch die Leute, die wirklich arbeiten wollen und auch noch in genau dieser Firma.

Und zu guter Letzt, der der nicht arbeiten will kann richtig schön entspannen und wird zu nichts mehr gezwungen. Irgendwann wird in ihm das Bedürfnis erwachen doch noch etwas aus seinem Leben zu machen. Existenzsorgen kennt er ja nicht mehr (siehe Maslow) und vielleicht wird er sogar eine tolle Erfindung machen oder auch „nur“ ein guter Vater/Mutter.

Die Geschichte eines „faulen“ kennen wir alle. Es ist Frederick die Maus. Alle Mäuse sammeln die ganze Zeit Nahrung. Nur Frederick liegt in der Sonne. Als dann der Winter länger dauert geht die Nahrung zu Ende. Und als allen ganz kalt wird, erzählt Frederick von der Sonne und den Farben – und allen wir wieder ein bisschen wärmer und sie schaffen den Rest des Winters noch.

Ich glaube nicht, dass die Arbeit ausgeht. Aber ich glaube wir brauchen viel mehr Freiheit um die Arbeit genießen zu können.

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4 Kommentare zu “Bedingungsloses Grundeinkommen II

  1. Tja, hier scheiden sich die Geister:
    ist der Mensch von Grund auf blöd und faul ODER sozial und wißbegierig?
    Je nach dem auf welcher Seite man steht und wieviel Vertrauen man in die Menscheit aufbringt, muss man das Grundeinkommen gutheißen oder verdammen.Danke, dass Du meine Seite nochmal ins Wanken gebracht hast. internet bildet eben doch 🙂

  2. Blöd und Faul… wenn diese Leute aber gezwungen werden die Arbeitsvermittler zu behindern und Firmen zugrunde richten. Ist doch super, wenn die endlich weg vom „Arbeitsmarkt“ sind. Vielleicht würde sich auch die Frau Merkel und ein paar aus ihrem Gefolge dann anderen Hobbies zuwenden 🙂
    Interessant finde ich, dass sich die Gewerkschaften dagegen aussprechen.

  3. Genau den Punkt mit den Gewerkschaften (und der SPD, die ja sooo bürgernah ist) finde ich auch interessant. Aber bei den Gewerkschaften habe ich es ziemlich schnell verstanden: Es würde die Berechtigung ihrer Existenz doch massiv infrage stellen. Wer braucht sie denn noch, um Streiks zu initiieren um für mehr Gehalt zu streiten? Wenn dem Arbeitnehmer der Lohn nicht paßt, kann er ja einfach so die Arbeit schmeißen, seine Existenz ist trotzdem gesichert.
    Ich finde die Idee mit dem Grundeinkommen sehr gut. Sie ist nicht neu, nur der Name vielleicht, ich kenne die Idee unter dem Namen Bürgergeld. Fand ich schon immer einen sehr interessanten Ansatz, der viele Möglichkeiten eröffnet.

    „Kurzum, indem man sie zwingt, übt man Gewalt aus. Und Gewalt und Druck wird nur mit stetig steigender Subversivität belohnt (ich und die Schule sind wohl ein gutes Beispiel dafür)…“
    Genau so sehe ich das auch. Ich habe früher meinen Bekanntenkreis mit dem Satz ’schockiert‘: „Ich bin für leistungsgerechte Bezahlung. Erfolgt die nicht, erbringe ich eben bezahlungsgerechte Leistung. Jeder hat es selber in der Hand, wie sehr er sich engagiert“.

  4. Ich bin froh, dass sie den Namen von Bürgergeld zu bedingungsloses Grundeinkommen geändert haben. Bürger hat schon den Untertanen im Wort dabei. Ich sage immer Bürger = Mensch – Freiheit.

    Ansonsten: DITO – Gewerkschaften Pfui! Allerdings könnten sie sich damit verdingen das Bürgergeld zu erhöhen (falls es unter ein gewisses Maß sinkt). Wenn man sie sich aber einfach spart – ist schon wieder Systemeffizienz gewonnen.

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