ADHS – eine besondere Fähigkeit

In der Fachliteratur wird oft gesagt, dass das Zeitalter der „alten Schule“ vorbei ist. Es sei uninteressant tausend Dinge auswendig zu wissen und in einem Test möglichst genau wiedergeben zu können.

Heute ist es nötig eher stark assoziativ, kreativ zu arbeiten, von der Situation (mit bekannten unveränderlichen Bedingungen) geht es über zur Simulation (mit tausenden Variablen, die sich verändern und teilweise nur Optimierungen zulassen).

Während Situationen in den alten Schulen abgefragt wurden, werden die Simulationen in Computerspielen trainiert. So werden viele Computerspiele mittlerweile als „Problem in a Box“ (Herausforderung in einer Schachtel) konzipiert.

ADHSler, die im alten, überkommenen Schulsystem oft versagten, haben in dieser neuen Bildungswelt einen festen Platz. Sie können sich stunden- und tagelang auf solche Simulationen konzentrieren. Mein Rekord war auch so an die 18 Stunden ohne Aufstehen, Trinken, Essen, Toilette – danach bin ich aber etwas eingeknickt…

Als ich heute bei Elphaba las, dass ADHS vielleicht doch ganz gut ist, fand ich es schön, dass diese wissenschaftliche Richtung nun auch an die Öffentlichkeit gelangt. Je mehr das Dogma um die Schule ins Wanken gelangt, desto mehr Menschen müssen sich keinem Mainstream-Menschenbild beugen und sich mit allen Mitteln normieren lassen. Vielleicht leben unsere Kinder (oder deren Kinder) irgendwann einmal in einer Welt, in der es kein „normal“ mehr gibt, sondern die individuellen Stärken jedes Menschen berücksichtigt werden.

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