Sozialkompetenzen im Kindergarten

Ich bin immer noch wütend. Jetzt arbeite ich gerade in Gedanken die Argumente durch, die die Kindergartenverwalterin im Auftrag des Borg an mich übermittelt hat.

Eines war die Sozialkompetenzen:

Kinder, wenn sie nicht jeden Tag da sind, können die Sozialkompetenzen ja gar nicht lernen – das muss ich mit meinem Gewissen ausmachen. Ich kannte diesen Spruch schon von der ADHS-Diskussion, da soll man seinen Kinder auch Drogen geben – oder es mit seinem Gewissen ausmachen, dass man seinen Kindern die Zukunft verbaut und das Leben versaut.

Auf der anderen Seite hat sie dann gesagt, wenn die Kinder nicht jeden Tag da sind, dann wird es aus den Gruppen ausgeschlossen, die sich dann gebildet haben werden – und an denen es nur bei regelmäßiger Teilnahme teilhaben kann. Bei nicht regelmäßiger Teilnahme drohen Außenseitertum.

Ehrlich, das schneidet sich doch brutal mit dem Argument der Sozialkompetenzen. Menschen in eine Gruppe zu integrieren, auf sie zugehen, sie anzunehmen, auch wenn sie andere Gewohnheiten haben, das sind doch Sozialkompetenzen. Ihnen erklären, was gestern war, und warum man heute eben das andere macht. Das sind Sozialkompetenzen.

Was sind denn bitte die Sozialkompetenzen, die sie gemeint hat: Eine Gruppe bilden. Diese sozial nach aussen zu isolieren und gegen jeden Neuankömmling verteidigen – bis man vor Intoleranz so strotzt, dass man reif für den Schulbesuch in Deutschland ist?

Toll – darauf kann, will und muss ich verzichten. Wenn das die sozialen Werte der deutschen Gesellschaft sind, dann würde ich meinem Kind doch das Leben versauen, wenn ich es in Deutschland aufwachsen ließe. Denn diese Einstellung kann doch nur zu einem Land führen, dass von Fremdenhaß und Fremdenangst gebeutelt wird.

Wenn das die Werte sind, die in einem Kindergarten vermittelt werden, dann kann ich keines meiner Kinder guten Gewissens in dieses Haßtraining schicken. Denn das sind nicht meine Werte. Ich will auf andere Menschen zugehen, egal, wie oft ich sie sehe.

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2 Kommentare zu “Sozialkompetenzen im Kindergarten

  1. Oh, Du schreibst mir aus der Seele. Von 5 Kindern war leider 1 Kind 1 Jahr lang im Kindergarten. Das genügte, um alle andere zu Hause zu lassen.

    Und es wird nicht besser, diese Sozialisationsgedanken.

    In der Schule gingen meine Kinder z.B. nicht mit auf Klassenfahrt. Irgendwann sagte mir die Lehrerin vom Kind 1: „das Kind ist nicht integriert, weil es nicht beim Lesenacht in der Schule schlafen darf, weil es nicht mit auf Klassenfahrt darf. Wie soll das Kind lernen, sich in einer Gruppe zurecht zu kommen, wenn es nie anwesend ist? Die andere Kinder schliessen das Kind aus, lassen es gar nicht Teil der Gruppe sein. Ich bin am Ende meines Könnens und kann keine Rücksicht mehr auf Ihr Kind nehmen.“

    Dabei habe ich eben genau diese gleiche Gedanken gehabt, wie Du sie oben schreibst: Bitte, soll die Gruppe zeigen, wie gut alle Kinder sozialisiert sind… Fehlanzeige.

    Du sagst es sehr schön im vorrige Beitrag:

    Die Mauer ist nicht weg. Wir tragen sie in uns.

  2. Dito. Wo bleibt das Recht sich asozialisieren zu dürfen. Das ist nämlich dringen nötig, wenn Sozialkompetenzen so aussehen. Und ich will eine Parallelgesellschaft sein dürfen. Das ist ja bis jetzt ein Vorrecht der Politiker, das sie für sich reserviert haben… und daraus ableiten, dass sie nie mit uns, aber immer über uns und zu uns sprechen dürfen. Nein Danke.

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