Kindergarten – wann entfernen wir uns von unseren Kindern?

Immer noch bei der Durcharbeitung dieser vielen Informationen und Argumente, die mir die Kindergartenleiterin gegeben hat.

Sie erzählte von einem Vater, der nachts arbeiten mußte. Deswegen schlief er dann tagsüber. Er bat die Kindergärtnerin sein Kind erst um 11 Uhr bringen zu müssen. Der Vormittag wäre Spielzeit mit dem Papa.

Das ging natürlich nicht. Auf so einen Dreck wie Familienleben kann das Bayerische Förderungs und Vollpfostengesetz keine Rücksicht nehmen.

Mittlerweile hat das auch ein gutes Ende genommen: Der Sohn freut sich mittlerweile so auf den Kindergarten, dass er überhaupt nicht mehr mit dem Vater spielen will…. na endlich … Die Leiterin war ganz stolz und freute sich über ihre gute Arbeit. Ich war entsetzt und konnte mich nur schwer zurückhalten etwas zu antworten.

Als ich nach Hause kam, bin ich erst mal 6 Kilometer auf unserem Fahrrad gefahren…

Warum will man denn die Kinder weg von der Familie haben?

Hier noch ein paar besinnliche Worte aus der deutschen Geschichte, die rein gar nichts damit zu tun haben, die mir aber doch manchmal im Ohr klingen:

„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muß weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene Jugend will ich. Jugend muß das alles sein. Schmerzen muß sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muß erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das erste und wichtigste. So merze ich die Tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus. So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen.“

Jeder Herrscher wußte, umso früher er die Kinder aus der Familie trennt, desto stabiler ist sein Staat. Die Perfektionierung im großen Stil ist wohl „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Ich glaube nicht, dass die Herrscher das bewußt machen. Ich glaube es sind viele unabhängige Geschehnisse und ihre „Lösungen“, die diese Entwicklung vorantreiben. Zusätzlich damit, dass eine Idee immer für alle Menschen gleichzeitig gelten muss, sonst ist die Idee schlecht…

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9 Kommentare zu “Kindergarten – wann entfernen wir uns von unseren Kindern?

  1. Hm, das kann ich alles gar nicht verstehen…hört sich alles sehr, sehr komisch an. Und wie immer im Leben steht und fällt so vieles mit der Macht einer einzelnen Person. Wäre die Kindergartenleitung eine andere, ich wette, da wären auch andere Möglichkeiten drin.
    Als wir einen Kindergartenplatz gesucht haben, rief ich drei Kindergärten in der Umgebung (auf dem Land, wohlgemerkt, also drei Gemeinden) an. Der erste, mit Krippe ab einem Jahr, sagte mir, hier geht gar nix, alles voll. Und nicht mal aus unserer Gemeinde? Vergessen sie es. Der zweite: was, ihr Kind ist erst 2Jahre alt? Ne, da gibt es nur einen Babyvormittag am Montag und da sind alle Plätze belegt. Und dann, Kindergarten Nr.3: ah, ihr Kind ist also erst zwei. Na ja, wir haben vor demnächst auch jüngere Kinder zu nehmen, kommen sie doch mal vorbei. Gesagt, getan. Ich traf auf eine sehr offene und v.a. sehr nette „Chefin“, sehr flexibel und zuvorkommend. Wir vereinbarten, dass Punzelzart erst mal einen Tag geht, dann zwei und irgendwann steigern wir das dann. Und so wird es bis zum heutigen Tage gemacht. Er durfte mitten unterm Jahr dazu stoßen, ging im letzten halben Jahr an drei Vormittagen und seit Januar jetzt vier. Ab seinem dritten Geburtstag wollen wir es mit den fünf Tagen versuchen, aber ich bin mir sicher, dass es auch vier oder drei bleiben könnten. Ich zahle zwar den vollen Satz von fünf Tagen, aber das ist es mir WErt. Scheinbar habe ich wirklich viel Glück mit manchen Dingen…gebt nicht auf, Kindergarten kann echt toll sein! Ihr werdet sicher noch einen anderen finden!

  2. Wir HATTEN sogar so einen tollen Kindergarten gefunden. Ich war sehr zufrieden damit. Alles war offen, und die Erzieher dort eher Begleiter und keine ‚Erzieher‘.
    Trotzdem: Lisa wollte nach einigen Besuchen dort nicht wieder hingehen.
    Und…eigentlich war ich dann auch froh darüber.
    Ich habe gelernt voll und ganz auf der Seite meines Kindes zu stehen. Sie soll sich nicht an etwas ‚gewöhnen‘ müssen, wenn sie noch nicht reif dafür ist.
    Auch wenn ich denke ‚das ist doch sehr schön hier. Das macht ihr sicher Spaß.‘
    Ich habe es keinen Moment bereuht, sie nicht in den KiGa geschickt zu haben. Sie hatte in der Schule keinerlei Probleme sich ’sozial‘ (was auch immer man darunter versteht) zu verhalten.
    Sie steht morgens freiwillig früh auf, lernt freiwillig, nimmt freiwillig ihr Schreibbuch mit in die Schule.
    Es kann mir keiner erzählen, dass Kinder den KiGa BRAUCHEN, um sich zu vollwertigen Menschen zu entwickeln.
    Das ist einfach nicht wahr!
    Der KiGa ist EIGENTLICH eine ‚Verwahrungsstätte‘ für Kinder, deren Eltern arbeiten (müssen, wollen). Alle anderen Argumente für den KiGa sind Vorwand, damit man kein schlechtes Gewissen haben muss (als Eltern).
    Kann ich sogar verstehen.
    Wäre es anders herum, und die Experten würden für Mama-zu-Hause plädieren, dann würden sich viele Frauen schlecht fühlen, weil sie entweder ihr Kind ‚abschieben‘ oder eben zu Hause sitzen, obwohl sie es nicht wollen.
    So ist es viel bequemer. 😉

  3. Ich kann auch 1000Sunny’s Ausführung sehr nach empfinden, so ging es mir vor 8 Jahren als meine Tochter mit 3 ins KiGa gesteckt würde. Auf die Frage, ob ich das Kind 2 oder 3 Vormittage hinbringe (da ich arbeitete), waren die Argumente genau wie hier oben angesprochen.

    Die Tochter ist ein Jahr hingegangen bevor wir sie dann doch rausnahmen und im private unsere Betreuung organizierten (mit meiner Schwägerin haben wir uns gegenseitig unterstützt).

    Müsste ich es nochmals machen, würde ich das Kind anmelden für das KiGa meiner Wahl und es einfach nur 2 Tage bringen (sollen die Erzieher erzählen, was sie wollen…). Aber vielleicht geht das nicht mehr so lange, wird bestimmt zu einer gesetzlichen Bestimmung gemacht… Kindergartenpflicht.

  4. 1000Sunny Mummy
    Ich kann mir das gut vorstellen:
    Entweder Kindergarten, oder staatlich anerkannte Tagesmutter mit mind. 3 Kindern, mind. 2 davon original deutschsprachig. Tagesmütter bekommen ein zwingendes Curriculum, und Eltern werden dazu aufgefordert, auf die Einhaltung dieses Curriculums zu achten und notfalls das Jugendamt aufmerksam zu machen. Und ein weiterer Schritt ist getan.

    Durchführbar wäre es schon.

  5. @schlapunzel
    Ich glaube Städte haben auch eine Vorreiterrolle in Menschen noch mehr zu beengen und die Zivilisationsschraube noch weiter und enger zu drehen. Was mich wundert ist, dass Du doch auch in Bayern lebst, also die Frau an das Gesetz gebunden ist… oder war es eine „private“ Initiative.

    @KiGa Pflicht
    Ich denke auch, die Ausbildung für Tagesmütter wird verbindlich. Früher durfte ja auch jeder, der was konnte Lehrer werden. Heute nur noch staatlich zertifizierte. Ich glaube sie hören nicht auf Schritte zu gehen, bis „Mutter/Vater“ sein illegal ist – aktuell gilt das ja nur als Arbeitsverweigerer, Sektierer und Sozialschmarotzer.

    @Isla
    Ja genau. Es ist eine Verwahrungsstätte. Nichts anderes. Was für ein bescheuerter Begriff „Kindergarten“. In Frankreich ist das ein Spielplatz – jardin d’enfants – also ein Garten für Kinder – und kein Container(Sammel- und Verwahrstelle) für Kinder.

  6. Ähm, ich weiß leider nichts von diesem Gesetz und blicke da auch irgendwie nicht durch. Ich bin davon ausgegangen, dass, wenn es um Kleinkinder geht, einfach eine gewisse Flexibilität da sein ´MUSS, v.a. in der Eingewöhnungszeit. Wie lang ein Kind braucht, um sich einzugewöhnen, kann ja nun wirklich nicht gesetzlich geregelt werden…Auf alle Fälle hat in unserem Kindergarten niemand was dagegen, dass unser Kind jetzt nur vier Tage geht. Das bestimme ich.

  7. 1000Sunny, kannst Du uns den Gesetzestext (oder Stelle) auftreiben, worauf sich die Erzieherin bezog?

    Geht es darum, dass Eltern für alle 5 Tage bezahlen müssen, egal, ob die Kinder 5 Tage kommen?

  8. http://de.wikipedia.org/wiki/Bayerisches_Kinderbildungs-_und_-betreuungsgesetz

    Wer nach diesem Kotz-BayKiBiG sucht, der findet so einiges Negatives darüber. Ich dachte mir schon, ich sei der erste, der damit Probleme hat (die Kindergartenführerin hat das so dargestellt)… ich bin nicht der erste.. das Gesetz ist total umstritten… es wäre schön, wenn sich der ganze Widerstand mal organisieren würde… aber ich glaube dazu sind wir zu atomisiert (das war ja auch der Sinn der Schule – niemand kann sagen, dass Schule nicht funktioniert)

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