Geld verdienen

Zur Zeit suchen wir eine gute Möglichkeit wieder Geld zu verdienen. Und da die Mama1000Sunny schon mal Gesangslehrerin war und Native-Speaker ist. Liegt nichts näher als frühkindliche Sprach- und Musikförderung.
Da ich Pädagogik, IT und Mathe … äh wie sagt man…. studiert habe. Liegt nichts näher, als das ich einen Programmierkurs für Kinder gebe (und vielleicht auch einen für Erwachsene) sowie Mathekurs.
Jetzt stellten uns natürlich zwei Fragen, wie macht man solche Kurse, ohne in alte Schulmuster zu fallen. Bei Mathe wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, da echte Mathematik ja nicht im Lehrplan steht und jede Abweichung von Schulmethoden bestraft wird.
Aber bei allen anderen Dingen sind wir komplett frei.

Auf der Suche im Internet nach ähnlichen Kursen sind wir über bumblebee gestolpert. Die wollen 3-jährigen Englisch beibringen. Man liest dort folgendes:

Da das kindliche Verarbeitungssystem nur Informationen aufnimmt, die es gerade gebrauchen kann, besteht keine Gefahr, ein Kind dadurch mit Informationen zu überfluten.

In jeder der o.g. sensiblen Phasen lernen Kinder bestimmte Fähigkeiten besonders schnell. Man spricht hier von sogenannten “Zeitfenstern”. Je mehr ein Kind in dieser Zeit gefördert wird, desto leichter und schneller lernt es später. Diese Lernfähigkeit nimmt ab dem fünften Lebensjahr kontinuierlich ab. Die Lernfenster fallen nach und nach zu, und wenn die Verschaltung der Nervenzellen im Gehirn nicht zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, lässt sich das nicht mehr nachholen. Die sensible Phase zum Erlernen einer Sprache geht von der Geburt bis zum 10. Lebensjahr. Rasant geht die Sprachentwicklung ab dem Alter von zwei Jahren.

Wer hier fleißig mitliest (besonders die Zusammenfassung aus der pädagogischen Psychologie), der weiß: das ist eine reine Phantasieerzählung. Eine grausame Verzerrung (oder Mißverständnis) der Fakten. Man sieht richtig, wie die Zellen sich „falsch“ verschalten. „Sensible Phasen“ und „Lernfenster die zufallen“ — meine Güte.

Was die Sprache anbelangt, sind uns die Kleinen weit voraus.

Nun, da spricht wohl die Betreiberin der Seite für sich selbst. Ich finde es zwar gut, wenn Menschen früh anfangen Sprachen zu lernen – aber diese Panikmache ist doch niveaulos.

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8 Kommentare zu “Geld verdienen

  1. Dieser ganze Frühförderwahn geht doch meistens an den Bedürfnissen der Kinder vorbei. Für ein Kind im sog. „Vorschulalter“ ist es viel wichtiger, sich zu bewegen und zu spielen, als im Englisch-Unterricht rumzuhocken. Und ob das frühe Englischlernen wirklich langfristig etwas bringt, ist sehr umstritten. Es ist ein Unterschied, ob ein Kind zweisprachig aufwächst (also jeden Tag beide Sprachen hört und spricht) oder ob es nur einmal pro Woche im „Frühförderkurs“ ein bißchen Tralala in der Fremdsprache mitkriegt.

  2. ja, eben. ich muss mir dann immer das Schmunzeln verkneifen, wenn manche Mütter sooo stolz sind, wenn ihr Kind schon im KiGA ein paar Worte Englisch lernt.

    Warum lassen sie ihre Kinder nicht einfach machen. Die folgen ihren eigenen Wegen, und Englisch lernen kann man auch später super, wenn man sich dafür interessiert.
    Genauso, wie es Quatsch ist, dass man nur ein Instrument gut lernt, wenn man mit 3 oder 4 Jahren damit beginnt.
    Man kann auch mit 20 anfangen und mit Eifer und wahrem Interesse ganz schnell einen super Standard erreichen (je nachdem in welcher Hinsicht man spielen will).

    Warum lässt man Kinder nicht einfach spielen und kreativ sein. Das ist so spannend, was die sich ausdenken, und ich denke, dass ist echte Intelligenzbildung.

  3. Good heavens, ich fand Spielkreise nur gräßlich. Und obschon ich viele gute Ideen, die ich auch mit mehrere Kindern umsetzen kann und tue, bin ich immer wieder davon weggekommen, doch regelmäßig Kurse anzubieten…

    Dass, was 1000Sunny oben schreibt ist genau die Verarschung, die das Volk will. Ich aber nicht. Ich kann und will sowas nicht anbieten.

    Und ich glaube nicht, dass 1000Sunny sowas macht…

  4. Polyhistoricum war eine Schulgründung. In Bayern habe ich da keine Lust mehr drauf. Einer hat sogar Selbstmord gemacht. Nein danke. Schule hier ist eine üble Kiste von Interessen und Interessenskonflikten.

    Es gibt wirklich ein paar Gründe mit den Sprachen schon früh anzufangen (wenn die Kinder dann später in die Schule kommen) – da schreibe ich mal einen eigenen Artikel drüber. Die Zeitfenster und Verschaltungsfantasien sind aber nur Panikmache.

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