Eine Unschooler-Familie und eine Verkäuferin im Elektrofachhandel

(Papa, Mama, Nami, Chopper um die 4,5 , Verkäuferin um die 45)

Verkäuferin: Wie alt wirst Du denn

Chopper: Ich bin 4 und werde bald 5

Verkäuferin: Dann gehst Du ja bald in die Schule

Chopper (verzieht das Gesicht): Nein, da will ich nicht hin.

Verkäuferin: Was?? Aber Du kannst doch nicht im Kindergarten bleiben

Chopper (verzieht wieder das Gesicht): Ich gehe nicht in den Kindergarten

Verkäuferin: Aber da ist es so schön, da gehen alle Kinder hin

Chopper: Nein, ich will nicht, dass der Kulmin kommt

Verkäuferin: Nein, da kommt keiner…. das ist hier nicht so. Aber in der Schule ist es doch schön. Alle Kinder wollen in die Schule. Da musst Du hin. Da lernst Du lesen und schreiben. Dann kannst Du der Oma einen Brief schreiben.

Chopper: Ich kann schon lesen und schreiben.

Verkäuferin: Ähhhh….. schau mal, ich hab hier eine Fernsehzeitschrift… wollt ihr die?

Papa: Nein, danke, wir schauen kein Fernsehen

Verkäuferin: Und wo wohnt ihr, in einem Zelt?

Chopper: Ja. Mit rosa und purple.

Verkäuferin: Du machst wohl Witze.

Papa: Chopper, daran musst Du Dich gewöhnen.

Das ist wirklich passiert. Es hab mich fast weggeworfen vor Lachen. Die arme Verkäuferin war total verwirrt. Ich habe mir jede Erklärung über Unschooling, Homeschooling und anderes gespart. Ich habe keine Lust mehr jedem mit kulturellen Dogmatas vollgepumpten Menschen zu erklären, dass alles, was er über Schule denkt, total falsch ist. Die denken das halt. Damit müssen sie leben. Aber nicht ich.

Ich glaube es ist jetzt auch langsam an Chopper selber seine Wahl zu verteidigen – oder einfach zu lächeln und zu nicken.

Die Mama hat es sehr gereizt zu antworten. Da ja Deutschland (neben der Volksrepublik China) als einzige Länder Homeschooling als illegal betrachten. Da sie zwangsintegriert wurde (böse Muttersprache) ist sie da besonders empfindlich.

Was die elektrischen Kinderzahnbürsten betrifft, hat sie uns aber sehr gut beraten (glaube ich).

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37 Kommentare zu “Eine Unschooler-Familie und eine Verkäuferin im Elektrofachhandel

  1. Ich muß jetzt mal was provozierendes sagen, lieber 1000Sunny. Du „predigst“ hier das Unschooler Dasein aber genauso als das einzig Wahre, wie die „anderen“ das Schulwesen…(und Du weißt, ich stehe dieser Idee durchaus offen gegenüber!) Meinst Du nicht auch, dass, wie immer im Leben, der Mittelweg, oder ein Kompromiss das Ideal ist, wenn es denn eins gibt?

  2. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, um es mit Adorno auszudrücken. Was man also von sogenannten „Mittelwegen“ zu halten hat, muss wohl nicht weiter erläutert werden.

    Wie immer im Leben, gehen nur die Mutlosen, um das Wort feig nicht zu gebrauchen, Kompromisse ein. So ist der Mittelweg bekanntlich auch ein „vom (eigenen) Weg abkommen“, und damit grundsätzlich (!) abzulehnen.

    Auf Provokation folgt eine dementsprechende Antwort. Nicht böse sein schlapunzel, gell.

  3. Bin keineswegs böse! Sehe aber meine Aussage schon etwas bestätigt.
    Das Schulsystem als solches ist sicher sehr, sehr verbesserungswürdig. Aber es gibt immer einzelne, die sich selbst in diesem Metier alle Mühe geben und tolle Lehrer, Rektoren etc sind. Kinder, die keine Eltern haben, die sich um die Bildung ihrer Kinder Gedanken machen, können sich doch glücklich schätzen, eine Zuflucht bei einem guten Lehrer in der Schule zu finden, oder liege ich da so falsch!? Meiner Meinung nach krankt das Schulsystem an der Gesellschaft in vielen Fällen. Denn selbst das beste Konzept kann nicht fruchten, wenn es die Eltern nicht annehmen bzw. sich einen Dreck um sich und ihre Kinder kümmern…Was schlagen denn Unschooler und deren Befürwortert Kindern für eine Lösung vor, deren Eltern an der Flasche hängen, gefrustet zu Hause vor der Glotze von Hartz4 leben, in sozialen Brennpunkten ums Überleben kämpfen und wirklich und wahrlich alles andere als Bildung im Kopf haben? Ich weiß leider keine Lösung für diese Kinder und deren Eltern. Wüßte ich eine, wäre ich sicher in der Politik bestens aufgehoben. Aber hier liegt doch auch ein riesengroßes Übel begraben. Und diese Kinder haben, wenn überhaupt, nur eine Chance, wenn sie zur Schule gehen, um überhaupt was anderes zu sehen…

  4. Insofern betrifft Unschooling doch eigentlich eh nur Kinder aus „besserem Hause“, die Eltern mit gehobener Bildung haben, die aus gesicherten finanziellen Verhältnissen kommen. Ist das also nicht auch ein Luxus-Problem?

  5. Oh, hier läuft ja schon eine heiße Diskussion 🙂
    Schlapunzel, Du stellst eigentlich alle interessanten Fragen auf einmal (inklusive Luxusproblem).

    Das mit dem Kompromiss sehe ich eigentlich so wie CU3000. Für mich gibt es keine Kompromisse an sich, man entscheidet sich hier halt nur für eine andere Lösung, die aus den gewollten Lösungsansätzen zusammengeschnipselt ist. Wahrscheinlich hat Schlapunzel aber den 3.ten Weg gemeint. Also die Lösung, die die Bedürfnisse beider Parteien berücksichtigt.
    An der Schule kritisiere ich den dogmatischen Zwang.
    Also man MUSS. Sonst Gefängnis. Sorgerechtsentzug.
    Den Kompromiss daraus versucht der Staat ja gerade zu finden. Er droht den Eltern mit Gefängnis, schickt Bußstrafen, betreibt Sorgerechtsentzug. Dann werden die Urteile wieder aufgehoben, Bußstrafen werden erhöht. Die Kinder kommen nach einem Monat wieder zurück (wenn es gut läuft).

    Allerdings gefällt mir dieses mit der Pistole vor der Nase der Eltern rumfuchteln gar nicht. Das ist nur noch schlimm. Die verbringen ihr Leben zwischen Bangen und Hoffen. Diese Eltern sind jeden Tag nahe des gesundheitlichen Kollapses und der Leidensdruck auf die Familie ist enorm. Alles gewollt von Politikern und Beamten, die vergessen haben, dass „das Volk“ aus einzelnen Menschen besteht. Verletzlich und sterblich.
    Bis jetzt kenne ich (bis auf Oliver Heuler) keine Unschooler aus der gehobenen Schicht. Es scheint ein Lösungsansatz zu sein, der von „unten“ gefunden wird (auch in den Ländern, wo es legal ist).
    Dies stimmt auch mit der soziologischen Rolle der Schule überein. Die Schule übermittelt die Wertvorstellung und die Kastenordnung der Elite (finanziell).

    Und das bringt mich zur Gretchenfrage: Wer hat die HarzIV-Menschen den ausgebildet? Wer hat denen denn das Lernen so gründlich ausgetrieben, dass sie (anstatt sich selbst zu verwirklichen) vor dem Fernseher vegetieren und sich zudröhnen mit allen Betäubungsmitteln, die unsere Gesellschaft legalisiert hat?

    Und zuletzt will ich noch auf eine interessante Korrelation hinweisen: Intelligenzquotient – Postleitzahlenbereiche.

    (Intelligenzquotient misst die Schulleistungsfähigkeit)
    Staatliche Schule ist für mich wirklich ein totales No-Go. In Deutschland schirmen sich die „Schichten“ nach unten besonders ab. Dieses ist in der Genehmigunspolitik in Deutschland berücksichtigt.

    Diesen Fluchtpunkt für Kinder sollte es wirklich geben. Dass er aber das fragwürdige Produkt „staatliche Bildung“ gleich zwingend beinhaltet ist aber eher schlecht als recht.

    Ich habe vor dieses Jahr eine kleine Geschichte zu schreiben, in dem all diese Fragen aufgerollt werden. Besonders auch den Punkt: Unschooling for the poor. Ich glaube nämlich: Die Kinder keiner anderen gesellschaftlichen Schicht profitieren mehr, als die Kinder der Armen.

  6. Auf der anderen Seite verstehe ich natürlich die Kritik. Ich habe mich ein Leben lang mit Lernen und Metastrategien beschäftigt (inkl. pädagogische Psychologie). Für meine Kinder habe ich z.B. ein Computerspiel zum Lesenlernen geschrieben.
    Auf der anderen Seite bin ich ein Informatiker. Wenn ein Künstler ein Kind hat, würde dieser ihr sehr viel über Kunst beibringen. Dies alles ist natürlich nur möglich, wenn wir Begriff der „Allgemeinbildung“ (von allem ein schädliches Halbwissen) überwinden könnten und akzeptieren lernen, dass Menschen verschiedene Stärken haben dürfen, diese Stärken selber finden und diese wahrscheinlich später ihr Beruf werden.

  7. Ahhh….. jetzt ist die Antwort schon wieder so lang geworden… ich hoffe ich habe nicht die weitere Diskussion dadurch abgewürgt 🙂

    Noch mal zu der ersten Frage. Ich finde ich bin schon viel versöhnlicher gegenüber den Schulisten geworden. Wenn ich solche Leute im Kaufhaus treffe, die denken: „Jeder der nicht zur Schule geht, wohnt im Zelt“ – dann lächle ich mittlerweile nur noch, und diskutiere nicht mehr ewig. Merkt man das nicht 😉 ?

  8. Dass es einen Schulzwang gibt, ist sicher für Menschen, die ihre Kids selbst unterrichten möchten, ein sehr großes Übel. Bei einem vernünftigen Konzept der Eltern sollte eine Genehmigung möglich sein, das finde ich auch. Vermutlich müßten dann Leistungskontrollen stattfinden, um irgendwie „messen“ zu können, ob das Homeschooling funktioniert bzw. die Kinder auch das „Richtige“ lernen, was natürlich extrem schwierig ist, denn dann müßten sich Home-bzw. Unschooler wieder an Lehrplänen orientieren, die sie vermutlich verachten.
    Aber Eltern, die sich um die Bildung ihrer Kinder mehr Gedanken machen, als vermutlich die meisten, mit Kindesentzug, Strafen und anderen Repressalien zu drohen bzw. diese dann auch durchzuziehen finde ich schon den Hammer! Warum werden Eltern nicht zum Hausaufgaben betreuen „gewungen“ bzw. dazu z.B. ihren Kindern auch neben der Schule was zu bieten…!? Ein Loch ohne Ende…Dabei finde ich dieses Umkehrschluß am naheliegendsten und deshalb würde ich auch nie annehmen, ein Kind, das nicht zur Schule geht, weil es zu Hause unterrichtet wird, würde im Zelt wohnen: denn das setzt eine Menge an Einsatz von den Eltern vorraus!
    Wie meinst Du, könnte man Kindern aus der sozialen „Unterschicht“ vor deren Eltern retten? Klar, die selbst saßen schon in der gleichen Falle. Aber auch deren Kinder werden es wieder weiter geben usw usf…Irgendwie müßte man dieses Problem knacken. Bildung für jeden, aber bitte so, dass es Spaß macht. Ganz schön schwierig!

  9. Ich denke, die Leute reden von der Schule ja auch nur so, weil das allgemein eben so gemacht wird. Den meisten fällt einfach nichts anderes ein, was sie den Kindern sagen könnten.
    Ist ein Kind 3, dann wird sofort gefragt, ob es schon in den KiGa ginge, ist es 5, dann ist eben die Schule dran.
    Ich glaube nicht, dass es die Leute interessiert und sie weiter einen Gedanken daran verschwenden. Das ist so, als sagen sich Erwachsene: Blödes WEtter heute, oder? Im Sommer meckert man über den vielen Regen, oder zuviele Hitze, im Winter über mildes WEtter oder zu strenge Kälte. Egal. Viele wissen nichts anderes zu sagen, und das sind so die sozialen Floskeln.

    Bei uns war es so, dass alle Lisa ständig gefragt haben, und sie anfing zu denken, SChule sei etwas magisches und besonderes. WEnn alle so davon schwärmen, muss es ja toll sein!

    Nun, wir sind ja im Endeffekt einen Kompromiss eingegangen, mit dem wir aber derzeit sehr zufrieden sind. Es ist nicht anders, als vorher, nur dass sie eben zeitweise im Schulgebäude ist, was ihr aber nichts ausmacht. Im GEgenteil geht sie liebendgern in die Schule, um dort mit ihren Freundinnen zu spielen. Ansonsten ist es ein Art ‚Unschooling‘-Schule. (alle die von Rebecca Wild schon gelesen haben, wissen sicher, was ich meine)
    Wir haben einen großen Glücksgriff gemacht – mit Risiko verbunden – aber manchmal muss man das halt wagen.
    Für uns war Auswandern keine Möglichkeit. So ist es auch super!

    1000sunny, ich denke in vielen Dingen ganz genauso wie ihr. 🙂
    Auch über das Ding mit der Allgemeinbildung, die von der Schule vorgegeben wird, denke ich oft nach. Darüber, wie sie mir meinen Weg verbaut habe, den ich jetzt mühsam freischaufeln muss.
    Ja, als künstlerischer Mensch bringt man seinen Kindern sicher das nahe, was mit Kunst zu tun hat, und ein Logischer Mensch hat wieder andere Dinge zu bieten. Aber das heisst ja nicht, dass man die individuellen Neigungen der Kinder nicht wahrnehmen und anderweitig unterstützen kann.
    Wenn meine Kinder sich für Informatik interessieren, dann muss ich einen Weg finden, wie sie es lernen können – und da sind die Möglichkeiten mit ein bisschen Phantasie doch sehr vielzählig.
    GEnauso, wenn die Kinder eines Informatikers musikalisch begabt sind – dann muss man ‚da draußen‘ nach Mitteln und Wegen suchen.
    Das schlimme ist doch aber, dass die Schule einem das GEfühl gibt besser zu wissen, was man können und wissen muss.
    Ich wäre liebendgern den musikalischen Weg gegangen, habe aber zugunsten der Schule alles an den Nagel gehängt.
    Ich dachte, es sei nichts wert.
    Aber das ist genau das, was in mir ist.
    Das ist eine schmerzliche Erkenntnis, wenn man jahrlang herumgeeiert ist, und sich fragt, ob irgendetwas nicht mit einem stimmt, um dann mit 30 oder so festzustellen, dass man auf dem Irrweg war. Nicht jeder ist dafür geboren, im Büro oder im Handwerk oder so zu enden.
    Es gibt Menschen, die einen ganz anderen Weg gehen müssen, um sich selbst zu verwirklichen.
    Die Schule sieht das nicht vor. Die Schule arbeitet nach SChema und kann nicht individuellen Bedürfnissen und Neigungen nachkommen.

    Klar hat die Schule ihren Platz und ist für viele sicher eine Art Zuflucht. Allerdings bezweifle ich, dass Kinder aus sozialen Brennpunkten von der Schule groß profitieren, denn die SChulen in den Gegenden sind oftmals dementsprechend, und dort geht es nicht so viel anders zu als zu Hause.
    Alkohol, Drogen, Erpressung, Bedrohung, Mobbing, Pornographie, etc. sind dort tagtäglich auch schon bei jüngeren Schülern präsent und Realität.
    Die Schule als ’sicherer Hafen‘ ist meiner Ansicht nach eher ein romantisches Trugbild. 😉

  10. sorry, dass die Antwort so durcheinander ist…aber wenn drei Kinder um mich herumhüpfen, wird’s mit der Konzentration schwierig. 😉

  11. Isla, dass die Schule ein sicherer Hafen ist, ist sicher eine romantische Vorstellung. Leider, leider ist das so…denn gerade in Gegenden mit sozial schwachen Familien wäre sie so wichtig meines Erachtens. Und doch, es gibt wenige Ausnahmen- Lehrer, Schulen, die versuchen auch benachteiligten Kindern etwas mit auf den Weg zu geben. Leider ist die Masse außen vor. Und warum hat Dich die Schule daran gehindert, einen musikalischen oder künstlerischen WEg zu gehen!? Meinst Du nicht, das waren vielmehr Deine Eltern, Dein Umfeld, Du selbst? Ich denke kaum, dass alle Künstler und Freigeister dieser WElt das nur werden und sein konnten, weil sie nicht auf Schulen waren…

  12. Die Schule, die einen zum Freigeist erzieht, die kenne ich aber auch nicht. Ich glaube sogar, dass wäre gegen den Lehrplan. Die meisten Freigeister waren aber wirklich nicht auf der Schule oder schenkten ihr fast keine Beachtung oder brachen sehr früh ab.
    Ich hatte früher auch diese romantische (lutheranische) Grundidee der Schule. Aber Schule dient mittlerweile eben dazu, den Menschen ihren Platz in der Gesellschaft zu zeigen und plausibel zu machen.

    Ich denke, den Grundfehler, den wir machen ist: Wir wollen die Kinder vor ihren Eltern beschützen. Und das in einer Kultur, in der Intelligenz als hauptsächlich erblich betrachtet wird. Anders als in der chinesischen oder japanischen Kultur, wo die eigene Leistung das einzige ist, was zählt. Dennoch ist es sogar in diesen Familien wichtig, welcher Familie man entstammt.
    Indem wir also die Kinder vor ihren Familien beschützen (und ihnen damit sagen: Deine Familie ist nichts wert) nehmen wir ihnen jede Möglichkeit auf „Rettung“. Sie können ihre Familie (und sich) nicht als etwas betrachten, das Unglück hatte und mit etwas Hilfe geht es wieder aufwärts. Sie können sich nicht sagen: „Hey, diese Hilfe kann ich selbst sein“. Sie werden zum Opfer erklärt und müssen gerettet werden. Jeder Motivationspsychologe weiß, wie verheerend und falsch dieser Schritt ist.
    Und auf der anderen Seite ist da noch der elterliche Aspekt. Diese haben wahrscheinlich in der Schule versagt. Und jetzt werden sie über ihre Kinder gezwungen dieses Versagen noch einmal zu erleben. Einmal, weil sie ihnen nicht helfen können, zum anderen, weil sie ihnen schon durch ihre Existenz das Leben versaut haben. Da bleibt doch nur noch die Flucht in gesellschaftlich legitimierte Drogen. Wer hat da die Kraft sich aufzulehnen. Man müsste sich nämlich nicht nur gegen die eigene Faulheit auflehnen, sondern gegen alle gesellschaftlichen Fesseln, die einen unten halten. Wie z.B. das eigene Schulzeugnis von vor 30 Jahren. Die Meinung der Lehrer über einen, als man jung war. Die Institution Schule, die einem (nach ihren Aussagen) eine faire Chance gegeben hat, die man aber nicht genutzt hat.

    Ich glaube eine Gesellschaft, die versucht Kinder vor deren Eltern zu retten (ohne Verlangen der Kinder), hat schon verloren. Einfach weil es der falsche Grundgedanke ist.

  13. @schlapunzel: Für mich war es so. Die Schule hat mich 13 Jahre lang geformt.
    Meine Eltern haben mir ganz viel Freiheit gelassen.
    Die SChule macht sich aber den Anspruch zu eigen, über Dich Bescheid zu wissen.
    Was Du kannst, und wozu Du nützlich bist, wird Dir in der Schule ‚beigebracht‘.
    Dein Geist wird konditioniert.
    Manch einer hat das Glück, sich davon frei machen zu können – viele haben dies aber nicht!
    In meinem Jahrgang waren viele, die die Dinge aufgaben, die ihnen etwas bedeutet haben, weil sie schlichtweg keine Zeit mehr dafür hatten.
    Meine Eltern haben mich bei allem unterstützt, was ich machen wollte. Dass ich z.B. die Musik aufgegeben habe, war MEINE Entscheidung, und meine Eltern hätten mich nicht gezwungen, weiter zu machen.
    In der SChule wird man auf so viele ARt und Weise beeinflusst – und wenn man sensibel ist, lässt man sich beeinflussen. Man glaubt, was da über einen gesagt wird.
    Wenn viele Mitschüler sagen, du bist hässlich, dann glaubst du auch das irgendwann.
    Wenn die Lehrer dir sagen, du bist ein hoffnungsloser Fall, dann glaubst du das auch – oder fragst dich eben, was mit Dir nicht stimmt.

    Ich sehe bei mir das Problem, dass meine Eltern sehr konträr zum Schulsystem erzogen haben. Und das war eben nicht stimmig. Zu Hause hast du Freiheit, aber in der SChule ist es autoritär und es wird dir gesagt, was gut und schlecht ist, und was du zu tun hast. Die SChule kann dann durchaus den weit stärkeren Einfluss bekommen, als die eigenen Eltern.
    Ich war total verwirrt währen der SChulzeit, und auch noch lange Zeit danach. Ich wusste einfach nicht mehr, wer ich eigentlich war.
    Und durch viel Arbeit, habe ich es wieder herausgefunden.
    BEVOR ich zur SChule kam wusste ich bereits ganz genau, wer ich war, was in mir war, und was ich machen wollte!
    Das ist das, was mich heute erstaunt und berührt.

    (…)
    Ich will hier jetzt kein Buch schreiben. 😉
    Natürlich ist die SChule nicht nur schlecht, aber sie ist nicht für jeden geeignet. Ich habe mich so oft nach einer WAhl gesehnt, und habe mir in Gedanken meinen ganz persönlichen Homeschooling-Plan zusammen gebastelt.
    (dem ich allerdings nie folgen konnte…)
    1000sunny hat recht – sehr viele Freidenker waren entweder nicht in der SChule, wurden zu Hause unterrichtet, oder haben die Schule frühzeitig geschmissen. Da gibt es eine Menge Zitate irgendwo…
    Yehudi Menuhin hat z.B. gesagt, er war einmal in der SChule, und dann nie wieder. 🙂

  14. Der Kulmin (eigentlich Kulmini) in Anlehnung an „1984“ ist jemand, der alle Kinder zwingt sich auf harte Stühle zu setzen und nach vorne zu schauen um sich langweilige Vorträge anzuhören, über Dinge, die sie nicht interessieren – er aber für richtig hält.
    Man kann ihn durch Nasezwicken in einen netten Kulmini konvertieren – der macht prinzipiell dasselbe, wie der böse Kulmini, aber ohne Zwang. (Kulminis können auch spontan nett werden – so wie der in Kanada)

  15. ich bin grad noch von Hannelore Voniers Argumentation in „Freiheit ist, was folgt. Für ein Leben in Verantwortung.“ beeinflusst. Die passt ganz gut hierher. ich maße mir aber nicht an, sie hier wiedergeben zu können, will nur drauf hinweisen, dass sich das Lesen in Zusammenhang mit der hier geführten Diskussion lohnt. (rette-sich-wer-kann.com)
    will gerne noch was zum Thema schreiben, wenn ich Zeit hab.

  16. Ich möchte jetzt wirklich keine Lanze für die Schule hier brechen, denn ich selbst habe mich die letzten Jahre wirklich mit Ach und Krach da durchgequält…aber das lag eher an bestimmten Lehrern, als an der Schule an sich. Dennoch sehe ich es auch nicht unbedingt als Aufgabe einer Schule an, die Kinder zu Freigeistern zu erziehen. Jeder ist dafür sowieso nicht geeignet. Mitgeben sollte die Schule den Kindern, dass sie werden können, was sie wollen und ganz wichtig, eine gute Schule zeichnet sich dadurch aus, das Kind individuell zu sehen und jeden nach seinen Möglichkeiten das mitzugeben, was derjenige mitnehmen kann. Sicher waren viele Künstler nicht oder nur kurz auf Schulen. Aber die Mehrzahl war es. Und man darf nicht vergessen, jeder ist auch gar nicht geeignet, ein Leben auf völlig selbstständiger Basis als „freier Geist“ zu führen. Manchmal, und das ist einfach so, wird das durch den angeborenen Intellekt einfach eingeschränkt. So mies sich das vielleicht hier auch anhört. Es kann nicht jeder Akademiker oder Künstler werden….Vielleicht sehe ich auch vieles entspannter weil ich selber auf einer Privatschule war und die Schule nicht als dogmatisch und indoktrinierend erlebt habe. Das was ich als schlecht empfunden habe, lag an persönlichen Indifferenzen zwischen mir und anderen. Aber ich hatte immer das Gefühl, ich könne werden, was ich wolle, es liegt nur in meiner Hand.
    Daher hab ich auch mein Abi durchgezogen, obwohl sämtliche Lehrer prophezeiten, ich würde es nicht schaffen. Ich hab mich wirklich gegen eine ganz schöne Wand gestemmt. Aber sie ließen mich schließlich gewähren und ich trat an…na ja, und nun bin ich eine „Studierte“ und bin stolz darauf 😉 (obwohl ich ja auch eigentlich im Moment viel lieber Künstlerin wäre 😉 )
    Was ich damit sagen möchte: ich kann es nicht verstehen, wenn man sich in der Schule so unterdrückt fühlt, dass man sich nicht traut, seinen eigenen Weg zu gehen, gerade wenn man ein offenes und unterstützendes Elternhaus hat…das ist mir irgendwie immer noch nicht verständlich? Was nicht böse gemeint ist, Isla, ich kann es nur nicht verstehen…Wäre denn nicht ein Schulwechsel möglich gewesen?

  17. @Schlapunzel
    Eins verstehe ich jetzt aber echt nicht. In Deiner Beschreibung hört sich die Schule für Dich wie eine absolute Zeitverschwendung an. Gut Du hast einen Zettel bekommen, auf dem stand, dass Du in die Uni darfst. Aber sonst scheinst Du mehr gegen den Willen Deiner Lehrer etwas geworden zu sein.
    (zur „Hochschulreife“ habe ich unter https://freiebildung.wordpress.com/kinderarbeit-in-deutschland/ mir schon meine Gedanken gemacht, die vielleicht meinen Lösungsvorschlag etwas mehr verdeutlichen)
    Ich bewundere jeden, der die Sozialisation der Schule in solch jungen Jahren von selbst überwinden kann. Ich habe es nicht geschafft. Bei mir hat es nur geclasht und ich bin computerspielsüchtig und fernsehsüchtig geworden. Ich habe es nicht verstanden, dass alle meine Interessen nichts Wert waren, Goethe und der Gehirntod in Venedig aber schon.

  18. ich lebe auch noch trotz Schule. Daraus schließe ich nicht, die Schule sei notwendig, gut oder wenigstens nicht schlimm.

    Den Glauben an DEN guten Lehrer, der all das Wert ist, teile ich nicht. Wieviele Menschen habe ich nicht kennengelernt, weil ich stattdessen in der Klassengemeinschaft zu sitzen gezwungen war. Mit der Lehrerin, die ich sehr mochte, konnte ich nur die vorgeschriebenen Deutschstunden verbringen und noch nicht mal immer über das sprechen, was ich mit ihr eigentlich gerne gesprochen hätte. Den Schulstoff sollte sie uns ja auch lehren.

    Wie kann mensch nur freiwillig für eine Pflicht stimmen, die er nicht nur sich selbst auferlegt, sondern auch allen anderen? Das soll keine rhetorische Frage sein. Überhaupt, denkt euch beim Lesen dieses Kommentars eher eine verzweifelte als eine scharfe Stimme.

  19. ach 1000sunny. Der Gehirntod in Venedig war doch gar nicht mal so uninteressant/unintellektuell. Na egal…

    schlapunzel: Ich möchte ein Spiel mit dir spielen! Darf ich dir dazu folgende Frage stellen! Warum bist du eigentlich hier auf diesem Blog, und beteiligst dich an der Diskussion? Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint, sondern ich hätte wirklich gerne eine Antwort! Wie bist du hierher gekommen? Wurdest du von jemandem gesandt? Was erwartest du dir hier?

    Wenn du schlau bist, schlapunzel, spielst du dieses Spiel nicht mit!

  20. @CU3000
    Das mit Schlapunzel finde ich aber jetzt unfair. Sie war immer ein netter und fairer Kommentator. Ich habe sie übrigens auf ihrem Blog kennengelernt. Allerdings weiß ich, dass sie meine Verteidigung gar nicht braucht.

    @CU3000 – Tod in Venedig
    Ich hab es in der Klasse gelesen. Satz für Satz. Das meiste, was ich damals am Schuljahresende verbrannt habe, habe ich mittlerweile mit großem Interesse noch mal gelesen (ohne Unterbrechungen und Vorleseübung für meine legasthenischen Mitschüler).

  21. Zeitweise verstand ich die Schule wirklich als Zeitverschwendung…ich wollte alles andere machen, nur nicht dort sein. Was ich stattdessen gern gemacht hätte!? Tja…nichts konkretes. Nur raus da. Dennoch, im Nachhinein bin ich froh, dass ich dort geblieben bin. Und ich sehe nun auch Dinge positiv, die ich damals nicht positiv sehen konnte, weil mich meine Pubertät voll im Griff hatte und ich vieles, was man mir sagte nicht annehmen konnte und wollte.
    Ich weiß, dass Schule einem das Leben echt zur Hölle machen kann…aber doch nicht immer und ständig! In unserer Schule waren unsere persönlichen INteressen sehr wohl von Wert. Wir wurden unterstützt und gefördert. In künsterlischer Hinsicht hatte ich auch immer Spaß in der Schule, wo wir diesbezüglich viel gemacht haben. Bei mir hakte es eher an den Lernfächern…nun ja, da konnte man mir irgendwie den „Zauber“ nicht so vermitteln. Was mich geärgert hat, als ich im Studium wie ein Idiot im Chemie oder Physikseminar saß…war ein bissl peinlich 😉
    Und was ich noch sagen wollte: ich gehe ganz mit Dir konform, dass man Kindern aus sozial schwachen Familien nicht die Opferrolle aufdrängen sollte! Das ist ja genau das, was ich meine: sie sollten oder könnten in einer wirklich guten Schule merken, wie viel in ihnen steckt, wie viel sie wert sind, dass nicht ihre Eltern ihr Leben bestimmen müssen, sondern sie es selbst können…so wie Du es schreibst, sehe ich es ja auch!
    Das ganze ist ein schwieriges Thema. Ich beschäftige mich ja erst damit, seit ich zufällig hier gelandet bin 🙂 Aber es interessiert mich, sehr sogar! Und ich finde immer, dass Menschen, die sich Gedanken machen, die andere WEge fordern, die Ideen haben, gegen den Strom schwimmen an sich die sind, die wirklich etwas bewegen wollen. MIr fällt daran nur die Radikaltät zu akzeptieren schwer. Denn wenn von einem Tag auf den anderen alle Schulen abgeschafft wären, ich glaube, ein ganz schönes Chaos würde ausbrechen und viel Kinder würden auf der Straße sitzen und Mist bauen. Die Durchführbarkeit zweifle ich an. Nicht die Idee an sich…
    Schade, dass mich cu3000 provozieren will…wenn Du spielen willst, gern! Aber bitte fair!
    Und noch was: eine Diskussion wäre ohne verschiedene Meinungen ein sanfter Dialog und Ringelpietz mit Anfassen. WEnn es das ist, was Du magst, bitte…aber dann bin tatsächlich nicht der richtige „Gesprächspartner“ und Du kannst ja dann meine Kommentare einfach ignorieren.
    Bisher hab ich den Meinungsaustausch hier immer sehr genossen und auch das faire Gelten lassen, verschiedenener Ansichten.
    Ich muß nicht, nur weil mich eine Idee begeistert, gleich die Fahnen schwingen und fanatisch werden…in der Regel versuche ich, offen zu bleiben.
    Und überhaupt, ich lerne hier, ich nehme vielleicht manches an, manches nicht. Auf alle Fälle kommen neue Gedanken hinzu und das finde ich, ist immer gut! That´s it! Und viele Grüße 🙂

  22. Ich finde auch, du solltest hier weiter lesen und ich lese Deine BEiträge eigentlich gern.
    JEder hat eine andere Meinung.
    Und bevor ich mich jemals mit Homeschooling und vor allem freiem Lernen auseinander gesetzt habe, habe ich genauso gedacht wie du, schlapunzel.
    Nur jetzt – nach so einigen Jahren des Unschoolings mit meinen eigenen Kindern, nachdem ich Unmengen Bücher gelesen habe, und mich intensiv mit meiner Vergangenheit auseinander gesetzt habe und immer noch aus einander setze, verstehe ich wirklich, was passiert ist, und warum.

  23. @Isla
    Ja, ganz meiner Meinung.

    Und auch zu dem anderen. Ich glaube, wir haben alle mal so gedacht, wie Schlapunzel. Aber dann sind wir irgendwie infiziert worden.
    Ich kann mich noch an meinen ersten Kontakt mit dem Gedanken, dass jemand Homeschooler ist, erinnern.
    Das, was ich dachte ist das, was ich seitdem immer von allen anderen „Neulingen“ zu hören bekomme. Eins zu Eins. Copy/Paste. Das ist doch ein wahres Indiz für eine Indoktrination, oder? Wenn alle auf wundersame Weise dasselbe denken.
    Wenn jetzt einer anfängt mit der Litanei, was alles gegen Homeschooling spräche, dann denke ich mir oft: „Ich glaube ich könnte da mitsingen – so gut kann ich den Text mittlerweile“. 🙂
    Es sind einfach Jahre ins Land gegangen. Jahre intensiver Beschäftigung mit Fachliteratur und der Frage: Warum ist die Schule, so wie sie ist?

  24. Das ist doch klasse 🙂 Vielleicht bin ich auch schon infiziert, huch, und merke es nur noch nicht 😉 !? Angespitzt auf jeden Fall, sensibilisiert und neugierig, das könnte der Anfang sein, oder!?

  25. Ach Schlapunzel, Du machst das schon toll, und Punzelzart, der ist deine neue „Schule“… Du wirst immer mehr und mehr merken, wie sich das Ganze bei dir entwickelt…

    Und Du bloggst! So können wir alle lesen, wie sich das bei Dir so weiter geht… (und natürlich auch deine Kommentare hier…!)

  26. ich saß früher mit vielen Leuten (Kindern, später waren wir jugendlich, junge Erwachsene) im Unterricht, die Schule ätzend fanden, Lehrer doof, den Unterrichtsstoff langweilig. Ich selbst hatte wirklich viel Langeweile in der Schule, fand viele Lehrer grässlich, beinahe von allen Lehrern wurde ich früher oder später enttäuscht, wenn ich sie nicht von Anfang an doof fand. Ich konnte also meine Mitschüler verstehen und in ihrem Chor mitsingen. Heute sind die meisten von ihnen vermutlich der Meinung, dass es eine Schulpflicht geben muss, dass Menschen nichts lernen, wenn man ihnen nicht in den Hintern tritt, dass es doch immer den ein oder andern guten Lehrer gibt, etc. Dass sie einst als Jugendliche die Schule abgelehnt haben, gilt nur als weiterer Beweis dafür, dass der Mensch einen Tritt in den Hintern braucht. So ein Mensch nimmt sich gar nicht ernst; also, er nimmt das nicht ernst, was er früher einmal wollte. Natürlich meint er, nur einen kritischen Blick auf sein früheres Verhalten zu werfen.
    Es ist auch schwer, sich ernstzunehmen, wenn man jahrelang ignoriert worden ist. Die ganze Zeit meines Kindergarten- und Schulbesuchs wurden dringende Wünsche, die ich hatte, ignoriert. das ging anderen sicher nicht anders. Und wie sollen sie heute unterscheiden, ob sie sich bloß selbstkritisch hinterfragen oder nicht ernstnehmen.

  27. schlapunzel: Die Provokation entspringt deiner Wahrnehmung. Weil du meine Worte, Sätze und Absichten nicht verstehst, nicht verstehen kannst. Diese Leere am Beginn, als mögliche Ankündigung des Verstehens…
    Ich wollte dich vor dem Verstehen beschützen, sehen, ob es deine Harmonie nicht erschüttern würde. Schon wieder Leere in dieser letzten Antwort, weil ich jetzt sicher weiß, dass du auf einem guten Weg bist, den ich nicht weiter kreuzen oder gefährden will.

    Viel Sonne, und denk nicht weiter über meine Worte nach. Ich werde nichts mehr schreiben, damit du vergessen kannst.

  28. Traurig wenn Kinder zu Hause unterrichtet werden, da aber keine kompetenten Ansprechpartner vorfinden!

  29. Warum so gehässig? Dogmata ist der englische Plural.
    Der Unterschied zwischen Unschooling und Schule ist ja, dass Kinder nicht unterrichtet werden – und keiner ihnen vorspielt, dass er perfekt sei.

  30. @Anonym:
    Sind Lehrer wirklich immer DIE KOMPETENTEN Ansprechpartner?
    Finden Schüler in Schulen unter Garantie verläßliche Ansprechpartner?

    Wenn sich herausstellt, daß Schulen den Kindern und Jugendlichen MEHR und BESSERES bieten als Elternhäuser und andere Lernumgebungen, die ohne Verpflichtung Lernangebote machen, dann ist die deutsche Schulbesuchspflicht wirklich gerechtfertigt.

    Bisher (nach sieben Jahren des – autodidaktischen – Forschens auf diesem Gebiet) habe ich noch KEINEN EINZIGEN Bereich oder Punkt gefunden, in dem Schule wirklich verläßlich besser abschneidet. Im Gegenteil …

  31. Ich würd mal sagen, „Anonym“, ist das ein verlässliches Gesprächspartner?

    Bitte, Anonym, bringe bitte Argumente auf den Tisch. Dogmen/Dogmatas hin oder her, wie bringt sich diese Hinweis die Diskussion weiter?

    Was genau sind deine Vorbehalte? Teile uns mit, welche Erfahrungen Du in der Schule hast, aus welche Quelle der Weisheit schreibst Du?

    Du hast dich gemeldet hier… sag was!

  32. bin heute erstmalig hier gelandet, und habe (vorerst nur diesen thread) mit Begeisterung verfolgt. Möchte ien kleine Anmerkung loswerden Richtung schlapunzel:

    „MIr fällt daran nur die Radikaltät zu akzeptieren schwer. Denn wenn von einem Tag auf den anderen alle Schulen abgeschafft wären, …“

    Ich kann beim besten Willen keine Radikalität feststellen, weder hier, noch allgemein beim Libertarismus.
    Es wird / wurde doch mit keinem Wort gefordert, die Schulen abzuschaffen, lediglich die SchulPFLICHT. Zumindest verstehe ich das so und würde es jederzeit sofort unterschreiben. Die jenigen, die es glücklich macht, können doch auch weiterhin in ihre geliebten Schulen gehen (oder ihre Kinder da hineinzwingen), auch wenn andere neben ihnen es nicht tun, oder?
    Analog dazu sehe ich immer das Geschrei, wenn es um die Aufhebung der Ladenschlußgesetze geht.Weil die Leute nicht verstehen, daß Aufhebung eines Gebotes KEINE Pflicht beinhaltet, nun das genaue Gegenteil zu machen. Wenn ein Laden 24 / 7 auf haben DARF, MUSS er das darum noch lange nicht. Es geht doch dabei um Freiwilligkeit. Sind die meisten Leute schon so in ihrem Pfllicht / Verbot – Denken verhaftet, daß sie aus dem Fehlen des einen automatisch das Vorhandensein des anderen sehen?

  33. Hallo sowai,

    freut mich dass Du zu uns gefunden hast und dass es Dir gefällt. Und besonders freue ich mich über jeden Kommentator, denn das bedeutet mehr Ideen, mehr Austausch.
    Eigentlich hast Du Dich ja an schlapunzel gerichtet und nicht an mich. Eine Sache wollte ich aber dennoch sagen. Ich glaube es gibt viele, die sehr versöhnlich mit der Schule sind und nur den Schulzwang weghaben wollen. Ich bin aber jemand, den eine Gesellschaft interessiert, in der die Kinder wieder Teil des Lebens und der Gemeinschaft werden. Von daher bin ich also wirklich ganz radikal und wünsche mir die Abschaffung der Schule. Ich wäre so gespannt, wie unsere Welt zusammen mit den Kindern aussieht – nicht getrennt in Sphären mit dem Kühlschrank/Esstisch als einzige reale Schnittmenge.

  34. Hallo 1000sunny,
    herzlichen Dank für das liebe Willkommen hier.
    Danke auch für die klaren Worte in deiner Antwort. Hiermit entschuldige ich mich (vor allem bei schlapunzel) für meine aus Voreiligkeit resultierende Fehleinschätzung des bisher Gelesenen. Tatsächlich habe ich wohl meine (libertäre) Ein- und Vorstellung auf dich / euch übertragen. Mea culpa.
    Ich kann deine Einstellung eigentlich gut nachvollziehen, vor allem aufgrund des letzten Satzes. Tatsächlich ist es in meinem Fall so, daß ich der festen Überzeugung bin, meine Schulzeit habe mir nachhaltig mein ganzes Leben versaut. Sicher ist mir bekannt, daß ich selber die Fehler begangen habe, aber die Motivation dafür liegt in meiner Schulzeit und in der Schule, so wie ich sie kenne. Selbst heute mit immerhin 40 Jahren leide ich noch unter der Schulzeit und den daraus resultierten Konsequenzen. Ich hätte vermutlich allen Grund dazu, deine radikale Einstellung diesbezüglich zu teilen, vor allem deshalb kann ich sie gut verstehen. Was mich allerdings davon abhält, ist meine oben bereits erwähnte libertäre Einstellung, die sich generell gegen Zwänge und Verbote ausspricht. Damit auch gegen ein Verbot von Schulen (als solches würde ich eine Abschaffung sehen). Warum soll man Leuten, die es gerne möchten diese Möglichkeit verwehren?
    Kleine Anmerkung noch: ich habe selber keine Kinder, bin also von der Thematik nicht direkt betroffen. Was ich habe, sind meine persönlichen Erfahrungen mit den Konditionierungsanstalten, und zwei Nichten, von denen die Ältere letzten Herbst eingeschult wurde. Die Jüngere hat es noch vor sich. Ihre Mutter (meine Schwester) hat mit Ideen, wie sie hier diskutiet werden übrigens rein gar nichts im Sinn. Was ich an Freiheitsdrang zuviel mit auf meinen Weg bekommen habe, hat sie in der Hinsicht zu wenig. Verhältnis ca. 90% zu 10 %. Da erübrigt sich jede diesbezügliche Diskussion, weil sie bereits nach wenigen Minuten in kontraproduktiven Streit ausartet und mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

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