Schlaflosigkeit (4ter Tag? oder 5ter?)

…. was ist eigentlich ein Tag? Diese Frage stellt sich irgendwie.

Mein Tagesablauf sieht zur Zeit so aus.

1.) Ich gehe sehr früh ins Bett (22.30)

2.) Ich schlafe ungefähr bis 3 Uhr (dann geht die Mama ins Bett) – mit Unterbrechungen und vielen aufwühlenden Träumen

3.) Ich bleibe bis um 4 Uhr liegen und gebe meinem Körper die Chance doch noch einzuschlafen (manchmal lese ich währenddessen)

4.) Dann stehe ich auf und arbeite (ich programmiere den Sprachtrainer)

5.) Um 7 Uhr ungefähr gehe ich dann wieder ins Bett und lese dann bis ungefähr um 9Uhr

6.) Dann stehe ich auf und frühstücke mit den Kindern

Zwischen 11 und 13 Uhr gehe ich ins Bett und schlafe die Differenz zu 8 Stunden.

Ich versuche so langsam die Schlafenszeit nachts auszudehnen – und die Zeit, die ich am Tag schlafe zu verringern.

—–

Natürlich frage ich mich, warum ich nicht schlafen kann – zumindest nicht mehr Nachts.

Am Anfang war ich Abends einfach sehr müde, dann musste ich auch noch Petzi vorlesen – manchmal sogar vor dem Abendessen. Und da bin ich immer eingeschlafen (Petzi vorlesen ist einfach nur anstrengend – wieso mögen meine Kinder keine interessanten Bücher – z.B. Fachbücher über Geschichte, Psychologie oder pädagogische Psychologie 🙂 ).

Dann konnte ich nachts nicht mehr einschlafen… und fing an nachzudenken… langsam realisierte ich die Folgen der Finanzkrise für unser reales Leben. Und dann noch die Arbeit… 1000SunnyMamas Studium… die Diplomarbeit…. Schwangerschaft (und damit verbundenes lautes Atmen beim Schlafen)… Aber hauptsächlich die Finanzkrise und der Verlust der finanziellen Unabhängigkeit… der schwere Weg, wie ich mir diese Unabhängigkeit erkämpft habe…. Verzicht auf Leben und Familie… Burn-Out…. Krankenhaus… Krankenhaus… Krankenhaus… Krankenhaus… Krankenhaus… (das waren jetzt 5 Mal) …. Ängste… Nicht mehr öffentliche Transportmittel fahren können…. all das habe ich gemacht, damit ich dann „ausgesorgt“ habe… und mit der bescheuerten Idee das Geld zu investieren (um sich in München ein Haus leisten zu können) alles zu verlieren.

Das sind erst mal Gedanken, die man alle verdauen und bearbeiten muss. Tagsüber geht das nicht. Mit zwei hüpfenden Kindern um einen herum, die dauernd spielen wollen. Da hat sich mein Körper und mein Geist vielleicht einfach die Zeit genommen, die er brauchte. Und die ist nun mal Nachts.

Und ist eingeleitet von vielen, vielen Träumen…

Mittlerweile bin ich fast über die Phase hinweg, wo ich bei jedem Gedanken an ein Ereignis der vergangenen Jahren dachte: „Da hatte ich mein Geld noch“

..Aber ich arbeite das jetzt alles auf und zeichne es auf, denn es ist schon das zweite Mal, dass ich all mein Geld verloren habe (und vorher auch finanzielle Unabhängigkeit erreicht hatte) und ich will nicht mehr, dass mir das noch einmal passiert.

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7 Kommentare zu “Schlaflosigkeit (4ter Tag? oder 5ter?)

  1. Mein Tipp:

    Blog Dich Frei!

    (Schreibe alle diese Dingen, die dich bewegen für deine Leser auf. Das kann -und vielleicht soll- anders sein, wie Du das für dich aufschreibst… dreh ein Ami-schen Geschichte daraus…)

    Von einem, der auszog, um die Welt zu erobern…

  2. schreiben, ja schreiben ist immer gut. Ob im Blog oder auf einem Block ist egal.
    Ich schreibe vorzugsweise morgens meine Gedanken auf. EGal was und wie es so kommt. Ich schreibs einfach auf, dass ich meinen Kopf frei bekomme.
    Meist werden es so drei DinA4 Seiten. Manchmal weniger, manchmal mehr. Ab und an garnichts.
    Aber schreiben hilft mir sehr.

  3. Danke an alle.
    Ja, Schreiben hilft wirklich. Auch wenn es noch ein paar: „Die Böse Finanzkrise hat mein Leben erschüttert“-Einträge geben wird – aber über die muss ich wohl auch hinweg 🙂

  4. mir stellt sich in dem zshg irgendwie die frage was glück ist? bedeutet glück nur, dass man viel geld hat und unabhängig ist?

    wie kommts zu dieser abhängigkeit? warum wird man in dieser
    gesellschaft so schnell abhängig? wer macht einen abhängig? warum kann man nur mit viel geld unabhängig sein?

    wer erzählt uns, dass wir mit viel geld am konto unabhängig sind? woher kommen diese gedanken? macht geld wirklich unabhängig? macht geld glücklich und frei?

    warum gibt es so viele promis und reiche, die trotz ihres geldes viele sorgen haben und unglücklich sind?

    was ist glück?

    flow?

    den augenblick schätzen?

    das schätzen was man hat, und nicht ständig über das nachzudenken was man nicht hat?

    schwierig schwierig dieses thema 🙂

  5. „Der Mensch, dieser definitive Träumer, ist täglich unzufriedener mit seinem Los. Er quält sich mit den Objekten ab, die er zu benützen gelernt hat, die bequem sind oder der Anstrengung bedürfen. Meist ist es seine Anstrengung, denn er hat zugestimmt zu arbeiten, mehr oder weniger ohne Verweigerung sein Glück zu suchen – das, was er sein Glück nennt! Eine große Bescheidenheit wird ihm zuteil: Er weiß, welche Frauen er gehabt hat, in welche lächerlichen Abenteuer er sich verstrickt hat. Sein Reichtum oder seine Armut bedeuten ihm nichts, in dieser Hinsicht bleibt er wie ein neugeborenes Kind. Und was die Frage des moralischen Gewissens angeht, gebe ich zu, dass man darauf getrost verzichten kann. Wenn ihm irgendein Lichtblick bleibt, kann er nur zu seiner Kindheit zurückkehren, die ihm, obwohl durch Dressur massakriert, voll Zauber erscheint. Dort eröffnet ihm die Abwesenheit aller bekannten Zwänge die Perspektive mehrerer Lebensentwürfe gleichzeitig. In diese Illusion verbohrt er sich. (…) Unter all dem ererbten Missgeschick muss man erkennen, dass uns als größte Freiheit die des Gedankens geblieben ist.“ (André Breton: Surrealistisches Manifest, Paris 1975. S. 11ff.)

  6. Ich denke, dass die Schule uns in Richtung Abhängigkeit sozialisiert.
    Man sieht das eigentlich sehr gut in den Entwicklungsländern, wo die Schule Bauern in Frisöre transformiert:
    https://freiebildung.wordpress.com/2008/12/20/spenden-die-moderne-art-des-imperialismus/#comment-721
    Auf einmal brauchen Familien, die sich über Jahrtausende selbst ernährten einen Abschluss (Blatt Papier) und eine Berufsausbildung um anderen Menschen die Schuhe putzen zu dürfen.
    Ich bin der letzte, der in eine Agrargesellschaft zurück will. Aber ein bisschen Selbstversorgung sollte dennoch möglich sein – und nicht durch ein flächendeckendes und homogenes Gesellschaftsbild ersetzt werden.

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