Gedanken zur Geburt

1000Sunny Mummy

In letzter Zeit habe ich mir immer mehr Gedanken über die bevorstehende Geburt von Sanji gemacht – mein Grundgedanke war: Ich will in die Klinik, damit ich ein paar Tage Ruhe habe… Aber irgendwie hat es in mir nicht gepasst.

Für Chopper und Nami war ich beide Male in einer großen Klinik, die auf Risikoschwangere spezialisiert ist. Warum? Bei Chopper war die Begründung folgendermaßen: Die Klinik war nur ein paar Straßen weiter, wir wollten super-vorsichtig sein wegen Papa 1000Sunny’s Herzfehler (Das Baby sollte, wenn nötig, sofort in die Intensiv verlegt werden können), und ausserdem war uns Sicherheit am aller-wichtigsten.

Bei Nami lautete es schon so: Die Klinik ist immernoch nur ein paar Straßen weiter, ich kenne sie schon, so schlimm war’s nicht, ich weiß ja, welche Hebamme ich nicht will und auf was ich unbedingt bestehen will.

Und jetzt?  Ich habe die „Verlegung des Geschehens“ ins Krankenhaus beide Male als Riesen-Unterbrechung eines natürlichen Vorgangs erlebt. Choppers Geburt verlief – nach 20 Stunden unglücklichen und viel zu schwachen  Wehen im Krankenhaus – nur deßhalb so gut, weil ich für ein paar Stunden nachhause gegangen bin und geschlafen habe. Das war schon nachdem die Fruchtblase offen war – was ich aber geheim hielt, damit sie mich gehen lassen.

Nami’s Geburt fing – anders wie Choppers, die mit der falschen Hebamme und einer Ärztin in Ausbildung (die mir erstmal die Hand zerstach) anfing, – richtig gut an. Dann wieder die Unterbrechung. Dann die Hebamme, die mich überredete, die Fruchtblase zu platzen – weil jetzt grad alle da wären, auch alle Ärzte, es wäre von der Zeit her wirklich optimal, nachher ist Schichtwechsel, Frau 1000Sunny. Es macht ja für Sie keinen Unterschied, Frau 1000Sunny. Nach dem dritten Mal darauf Drängen seitens der Hebamme gab ich nach. Tja, wieder etwas gelernt. Nami und mir hing die Geburt noch Monate lang nach.

Meine Überlegungen waren: Wie kann ich diese Unterbrechung vermeiden?

Meine Gedanken dazu waren (in zeitlicher Reihenfolge, über Monate verteilt, immer mal wieder):

1. Ich gehe ins Geburtshaus. Das habe ich aber ziemlich schnell wieder ausgeschlossen, weil ich a) nicht ambulant entbinden will, ich will ja in der Zeit danach Ruhe und eben nicht an Kochen, Waschen, etc denken müssen; b) weil das Geburtshaus am anderen Ende der Stadt ist, und Autofahren mit Wehen nicht das angenehmste ist; c) weil das ziemlich teuer ist.

2. Ich suche mir eine Klinik, diesmal richtig, wo ich mich wohl fühle. Bei Choppers Geburt hatte ich gar keine Zeit, eine Klinik richtig zu suchen, ich hatte bis 2 Tage vor Termin irgendwelche Uni-Prüfungen, Pflicht-Praktika, stundenlange Pflicht-Exkursionen (Stunden lang im Wald herum laufen und Pflanzen erkennen), Gesangsstunden geben. Ich dachte, wenn ich das diesmal richtig mache, kann ja eigentlich nichts schief gehen. Aber ich will ja eigentlich nicht weit weg von meiner Familie sein, die sollen mich ja besuchen kommen, sich mit dem Baby anfreunden etc,  also kommt eh nur die eine Klinik in Frage, die in unserer Nähe ist. Und die hat einen hervorragenden Ruf, sie gilt als Geheimtipp, seitdem die Frauenklinik general-überholt wurde. Passt ja.

Papa 1000Sunny meinte scherzhaft dazu, ich mache mir viel zu viele Gedanken. Ich solle einfach zuhause bleiben, dann muss er nicht dauernd durch die Gegend fahren, und so fit wie ich danach immer bin (?), kann ich auch gleich das Kochen wieder übernehmen… (er unterstützt mich und übernimmt für mich jederzeit, wenn es darauf ankommt, aber man würde es nicht denken, wenn man ihn so reden hört… 😉

Aber nein, zuhause gebären kann ich doch nicht, ausserdem weiß ich, dass er das mit dem Übernehmen ja auch ein bißchen ernst meint. Und überhaupt, die Nachbarn. Wenn wir jetzt ein Haus hätten… Aber das haben wir nicht.

Als ich dann mit der Hebamme in der Frauenarztpraxis darüber sprach, meinte sie ohne Umschweife: Schon mal an eine Hausgeburt gedacht? Und ich wieder: Aber ich will doch meine 2 Tage Urlaub, ich freue mich jetzt schon seit Monaten darauf, und ausserdem, die Nachbarn…

3. Ich will nicht in ein Krankenhaus. Ich will nicht wieder diese Unterbrechung erleben, dann das Drängen der Ärzte / Hebammen, die meinen, wenn vorher Wehen da waren, dann müssen jetzt auch noch Wehen da sein, und zwar stärker als zuvor. Wenn nicht, dann eben mit Gewalt. Ich will nichts gespritzt bekommen „Schmerzlindernd, Frau 1000Sunny!“, von dem mir nur schwindelig wird, nicht wirklich schmerzlindernd. Ich will auch nicht 2 Tage von meinen Kindern getrennt sein, den verstörten Blick sehen, wenn sie das erste Mal ins Zimmer kommen und sich nicht trauen zu ihrer Mama zu kommen und das Baby zu berühren und in die Familie aufzunehmen. Ich will nicht 2 Tage von Papa 1000Sunny getrennt sein, direkt nachdem unser Kind auf die Welt gekommen ist – in der Zeit, wo wir uns gegenseitig wirklich brauchen. Ich will auch nicht die ganzen Untersuchungen an Sanji „machen lassen“ (was für ein schrecklicher Ausdruck), ich will nicht, dass eine Schwester, die das 20 mal am Tag macht, meinem kleinen Sanji eine Nadel in die Ferse rammt, „nur um sicher zu sein“. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen – ich bin froh, dass es eine gute ärztliche Versorgung gibt, aber es scheint mir einfach etwas übertrieben, ohne Indikation soviel ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wie es bei einer Geburt im Krankenhaus üblich ist (meiner Erfahrung nach).

Ich will zuhause gebären. Ärztliche Unterstützung habe ich für Chopper und Nami eh nicht gebraucht, sie hat mich leider mehr abgelenkt als geholfen. Chopper und Nami sollen an der Geburt ihres Bruders teilhaben können, wenn sie es wollen. Ich will mich zwischendurch ausruhen können, wenn ich will. Überhaupt will ich bestimmen, was ich wann und wie mache. Ich will eine vertrauenswürdige Hebamme haben, die mich unterstützt und meine Wünsche respektiert.

Wenn es die Nachbarn stört, sollen sie woanders hingehen.

Der 2-Tage Urlaub? Die Ruhe werde ich mir nehmen. Ich werde mich und den Haushalt vorbereiten, damit die ganze Familie einen Urlaub nehmen kann- hoffentlich länger als 2 Tage.

Ich werde auch eine Krankenhaus-Geburt vorbereiten – und falls ich mich doch zu unsicher fühle, kann ich immer noch ins Krankenhaus fahren. So ist der Sicherheitsaspekt -für mein rationales, logisch denkendes Ich- auch abgedeckt.

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19 Kommentare zu “Gedanken zur Geburt

  1. Der Entschluss hört sich sehr schön an, ich kann Dich dazu nur ermutigen.
    ich habe meine drei Kinder alle zu Hause bekommen und es war wirklich gut – ich hätte es nicht anders haben wollen.

    Da wir bei der ersten Geburt in einer Wohnung lebten, haben wir die Mitbewohner/Nachbarn 1-2 Wochen vorher schriftlich ‚vorgewarnt‘ – damit sie nicht aus Versehen die Polizei alarmieren, wenn ich am ‚rumschreien‘ bin. 😉
    Die beiden anderen Geburten fanden dann im Haus meiner Mutter statt – was für mich besonders schön war.

    Urlaub…daran hatte ich garnicht gedacht. Ich hätte mir Urlaub in der Klinik eher als Stress vorgestellt. 😉
    Ich war den nächsten Tag mit dem Kleinen im Tuch schon wieder unterwegs bzw. saß draußen auf der Terrasse in der Sonne.
    Bei Amelie bin ich frühmorgens während der WEhen durch Mamas Garten gegangen und habe den Sonnenaufgang bewundert.
    Memories I will treasure for the rest of my life!

    Angst hatte ich zu Hause keine – zumindest keine, dass irgendetwas schief gehen könnte.
    (die Schmerzen haben mir bei der ersten GEburt schon irgendwie ANgst gemacht, bei der dritten waren sie aber kaum der Rede wert…)
    Aber eine Krankenhaustasche hatte ich immer vorbereitet – einfach so zum abhaken der Liste. 😉

  2. Glückwunsch zur Entscheidung für die Hausgeburt! Und was die Bedenken wegen des Haushalts betrifft: Habt Ihr keine Großeltern oder Freunde, die Euch ein paar Tage lang unterstützen könnten? Sonst gibt es auch noch die Möglichkeit, eine Familienhelferin zu engagieren (kann ich sehr empfehlen).

  3. Ich kann Dich auch nur in Deiner Entscheidung unterstützen, 1000Sunny Mummy. Ich hatte zwei Hausgeburten, zu keiner kam der Arzt, das erste Mal war das mein großer innerer Wunsch, daß da kein Mann dabei sein sollte, und es hat sich so gefügt, beim zweiten Mal habe ich es bewußt verlangt und dadurch noch mit der Hebamme Probleme bekommen, aber es kam wieder wie gewollt. Beim zweiten Mal kam dann die Plazenta nicht raus, da mußte doch noch der Arzt kommen (war okay, ist ja ein sehr guter und netter Arzt, nur gebären wollte ich alleine), und er hat zwei Stunden an mir rumgearbeitet, bis die Plazenta dann schließlich doch noch kam. Später erfuhr ich, daß in solchen Situationen spätestens nach einer halben Stunde die Frau dann doch noch in die Klinik kommt – ich bin diesem Arzt und der Hebamme, die so gute Nerven bewiesen haben, ewig dankbar!

    Wegen Haushalt: Du bekommst eine Haushaltshilfe halbtags bezahlt nach Hausgeburt, frage mal Deine Krankenversicherung. Und Du bekommst den Einsatz einer Hebamme bezahlt. Das mit der Haushaltshilfe habe ich als sehr entlastend empfunden. Beim ersten Mal, als ich noch von Nichts wie es im normalen bürgerlichen Leben geregelt ist eine Ahnung hatte und sehr blauäugig war, habe ich schließlich über das Jobcenter (über das ich selbst oft gejobbt hatte – nicht zu verwechseln mit den Jobcentern der ARGEn wie sie heute sind!) eine junge Portugiesin geschickt bekommen, die war wie ein Engel zu meinem Baby und meiner Wohnung (und mir). Es war perfekt. Beim zweiten Mal hatte ich vorher alles schon arrangiert, über die katholische Sozialstation, die Frau wurde dann auch sofort nach Geburt pünktlich geschickt, sie war nett, aber es war nicht mehr perfekt.

    Die Nachbarn haben in beiden Fällen überhaupt keine Rolle gespielt, weder daß sie mich zuvor in Gedanken beschäftigt hätten noch danach (außer daß von den einen Geschenke und von den anderen Bemerkungen kamen, aber letzteres war mir grade schnuppe). Selbst heute würde ich unter der unglaublich angespannten Situation mit dem Stalker im Haus jederzeit wieder ohne Zögern in meiner Wohnung mein Baby gebären (nur bin ich wohl leider zu alt für ein weiteres Kind).

    Ich wünsche Dir alles Gute und die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment! Wann steht der Geburtstermin denn bevor?

  4. Hm, das ist schwierig und eine Entscheidung, die jede Frau und Familie für sich treffen muß. Eine Hausgeburt kann was sehr, sehr schönes sein und geht in den meisten Fällen gut. Aber…
    Für mich käme es dennoch nicht in Frage. Aus dem einfachen Grund, dass ich zuviel Angst hätte, die Zeit, bis wirklich eingegriffen werden kann, ist zu lang. Allerdings wohnen wir auch knapp eine halbe Stunde Autofahrt entfernt von der nächsten Klinik. Da ist mir das Risiko schlicht zu groß. Diesmal wird es bei mir eh wieder ein Kaiserschnitt. Ich bin eigentlich froh. Denn beim ersten Mal war ich einfach nur erleichtert, dass nach der langen und unerfreulichen WEhenzeit endlich das Kind „geholt“ wurde, weil es nicht weiter ging. Deswegen hab ich sicher kein Trauma, wie scheinbar viele andere Frauen. Da bin ich zu pragmatisch und medizinisch zu bewandert. Für eine spontane Zwillingsgeburt ist die Narbe an meiner Gebärmutter diesmal gefährdet zu rupturieren, daher wieder ein kleiner Schnitt. Fertig.
    Ich würde es mir an Deiner Stelle wirklich gut überlegen. Deine ersten beiden Geburten waren keine schnellen, einfachen Geburten. Gerade dann finde ich das Risiko zu groß, dass es beim dritten Mal ähnlich verläuft. Es kann jederzeit zu einem Geburtsstillstand mit Unterversorgung des Babys kommen und was dann passiert, das weißt du ja. Ich bin immer für maximale Sicherheit in so einer Situation.
    Die Crux ist, und da stimme ich Dir zu, dass man nie weiß, an wen man im Krankenhaus gerät. Es kann eine tolle Hebamme, ein toller Arzt sein, bei dem alles klappt, aber es kann auch das genaue Gegenteil sein, und frau fühlt sich sehr unwohl. Bei meiner ersten Geburt hat mich eine Kollegin von der Anästhesie betreut, die hätte ich am liebsten geschlagen während sie völlig unfachmännisch an mir rumdokterte. Gräßlich. Aber für mich zählt das Endergebnis. Ich bin am zweiten Tag gesund und mit gesundem Baby nach Hause gegangen und dieses Kapitel war mehr oder weniger abgeschlossen.
    Aber falls Du noch zu Hause entbindest: eine Haushaltshilfe bekommst Du auf alle Fälle von der Kasse bezahlt. Ich habe auch grad eine, weil es mir doch so mies geht und das ist einfach nur toll!
    Ich wünsch Dir eine für Dich gute und stimmige Entscheidung. Letztendlich ist es richtig, auf seinen Bauch zu hören. Aber wenn Zweifel bleiben, würde ich mich für die Klinik entscheiden.( Es gibt mittlerweile schon Familienzimmer, frag doch mal, welche Klinik in der Umgebung das anbietet? Dann könnte 1000Sunny bei Dir bleiben, auch über Nacht. Und man kann in jeder Klinik die Entbindungsstationen anschauen. Das hab ich auch gemacht und die mir sympathischte Klinik gewählt.)

  5. (1000SunnyMummy)
    Danke für all eure Erfahrungen, Bedenken und Tipps.
    Die Geburt steht erst im Februar an, offiziell ist es der 5.2., aber die anderen kamen auch 5 Tage später. (Die Zeit brauch ich auch noch, die letzte Prüfung ist erst am 9.2., dann ich ich endlich scheinfrei!):)

    @Schlapunzel: Das ist es ja: Die Geburten selbst waren wirklich einfach – ausser dass Nami’s Geburt sehr schmerzhaft war. Und weißt Du warum? Ich hatte nicht die Zeit, mich darauf vorzubereiten. Mein Körper hat eine Pause gebraucht, dem Kind ging es gut (sie ist sogar eingeschlafen, und ist mit einem furchtbaren Geräusch durch die Hebamme absichtlich geweckt worden). Es musste alles sofort gehen, die Hebamme hatte mir bei Ankunft gesagt, dass das Baby in ein paar Stunden da sein würde, und so sollte es auch geschehen.
    Das ging soweit, dass ich keine Presswehen hatte, aber die Hebamme angeordnet hat, dass ich pressen soll. Das tut natürlich höllisch weh. Die Geburt wurde ohne medizinische Begründung einfach über meinen Kopf hinweg vorwärtsgetrieben.
    Bei Chopper habe ich die eigentliche Geburt als etwas positives erlebt – ich kann nicht sagen, dass in der Pressphase keine Schmerzen da waren, aber sie waren ok. Ich war eigentlich mehr überrascht, wie stark sie waren, es waren aber in keinem Moment Schmerzen da, die mir Angst gemacht haben. Der Vorgang war komplett durch meinen Körper gesteuert, aber ich hatte noch die Möglichkeit, bewusst einzugreifen. Es hat sich gut angefühlt. Vor den zwei Stunden Schlaf zuhause wäre ich dazu nicht in der Lage gewesen. Allerdings wurde da wieder gewaltvoll eingegriffen – als die Presswehen schon angefangen hatten, sollte ich noch vom normalen Bett zum Kreisbett rübermarschieren. Ich wollte dann nicht auf das Kreisbett klettern (es war ziemlich hoch), und wollte im Stehen das Baby zur Welt bringen. Worauf ich gewaltvoll auf das Bett gehievt (geschmissen?) wurde. Meiner Meinung nach völlig überflüssig.

    Es waren beide Male Hebammen, die mein Vertrauen hatten, sympatische Ärzte, etc. „Optimale Bedingungen“, aber nicht optimal genug.

    Ich würde mich freuen, wenn die dritte Geburt ähnlich verläuft wie die ersten beiden – ich war zwar lange in den Wehen, aber ich hatte auch das Gefühl, dass das nötig war. Es war nicht so, dass „nichts voranging“. Es ging nur nicht im Krankenhaus-Rhythmus voran.

    Der Entschluss ist also eigentlich schon gefasst – ich muss nur noch alles organisieren. Der Familie ist es auch recht, Papa 1000Sunny unterstützt die Entscheidung, Gran 1000Sunny hat ihre Hilfe schon zugesagt (sie war auch bei den ersten beiden Geburten dabei) Oma 1000Sunny wird wahrscheinlich aufs Dach steigen (das tut sie aber immer 😉 ), und ich fühle mich richtig gut, ruhig und verbunden mit Sanji und dieser Schwangerschaft. Und ich freue mich mittlerweile auf die Geburt, auf Sanji und auf unsere wieder-einmal vergrößerte Familie.

  6. *smile*

    Hach. Ich finde nach 5 Krankenhausgeburten, 1 Kaiserschnitt, 1 Saugglocke und 3 stink normale es einfach schön, wenn eine Frau sagen kann, was sie möchte und dann nach ihren Weg sucht.

    Ich wünsche euch wirklich die beste Hebamme (na, die zweit Beste, meine ist die Beste und wohnt hier in unsere Nähe!) und schlicht Ruhe und Gelassenheit.

    (Ich habe 3 Mal „Urlaub“ in der Klinik gehabt, die anderen 2 Mal waren ambulant… und stünde ich nochmals vor einer Entbindung, würde ich es vorziehen, wieder ambulant zu entbinden. Zuhause ist es am schönsten und so lange von meinen Mann und Kindern wegzusein möchte ich nicht… und diese schöne Anfangszeit mit den „Fremden“ in der Klinik zu teilen ist irgendwie nicht sehr prikelnd.)

  7. Liebe 1000Sunny Family, eine Geburt ist in der Tat ein sehr intimes Erlebnis. Wir haben drei Kinder, welche alle bei uns zu Hause innerhalb kürzester Zeit und ohne Komplikationen zur Welt gekommen sind. Wir könnten es uns gar nicht anders vorstellen. Es war jedesmal nur eine Hebamme dabei, welche uns auch während der Schwangerschaft begleitet hat. In der dritten Schwangerschaft hatten wir nicht einmal mehr einen Arzt, keine Schwangerschaftsuntersuchungen, keine Ultraschalls, nichts. Einzig die kompetente Hebamme begleitete uns. Was genau für die wunderschönen, perfekten Geburten ausschlaggebend war, da können wir nur spekulieren. Aber Zufall war das sicher nicht. Bei der Geburt unseres jüngsten Sohnes waren die beiden älteren Töchter (damals 20 Monate und 4 1/2 Jahre alt) auch mit dabei. Diese letzte Geburt war für mich der Beweis, dass eine Geburt alles andere als schmerzvoll sein muss. Im Gegenteil. Die Mädchen haben nach der nicht mal ganz 1 stündigen Geburt gefragt, wieso ich so leise gewesen wäre (sie waren darauf vorbereitet gewesen, dass ich ev. auch laut werden könnte)! Darüber könnte ich natürlich vieles schreiben, doch zwei Dinge möchte ich noch erwähnen, die man kaum in einem Geburten-Ratgeber finden wird. Erstens: Etwas vom Schönsten bei der Geburt fand ich, dass ich als Mutter das Kind selber an meine Brust nehmen konnte, als es soeben rausgekommen war. Normalerweise wird einem das frischgeborenen Baby vom Arzt oder der Hebamme auf den Bauch gelegt. Doch ist es nicht das Natürlichste der Welt, dass die ersten Hände, welche das Baby berühren, jene der Mutter (oder des Vaters)sein sollten? Zweites: Wieso muss ein Kind in den ersten Minuten seines Lebens gewogen und gemessen werden? Das genügt auch am nächsten Tag.
    Ach, ich könnte schon ein ganzes Buch über Schwangerschaft und Geburt und vor allem auch die Zeit danach schreiben, doch das würde den Rahmen eines Kommentares sprengen. Auf jeden Fall wünsche ich der ganzen 1000 Sunny Family und dem zukünftigen neuen Familienmitglied ein wunderbares Geburtserlebnis, wo auch immer die Geburt sein wird.

  8. (1000SunnyPapa)
    Manchmal denke ich mir: „Cool machen wir das einfach zu Hause. Die Mama ist kräftig wie eine Elefantenkuh (immerhin hat sie während der Schwangerschaft eine Wohnung mitrenoviert und die anderen beiden ohne PDA und ähnliches) und jung und gesund.“
    Auf der anderen Seite denke ich mir: „Mir wird schwindlig“

  9. Auf der anderen Seite denke ich mir: “Mir wird schwindlig”

    Hallo 1000SunnyPapa,

    ich glaube, das was Du da schreibst ist der Grund, warum ich in Bezug auf Geburten richtiggehend archaische Bedürfnisse entwickelt habe und auf keinen Fall einen Mann dabei haben wollte. Ein Mann kann das alles immer nur von außen miterleben, niemals wird er auch nur annähernd nachvollziehen können, wie es ist zu gebären. Dadurch kann er durch seine Unsicherheitsgefühle, die sich bei ihm evt. einnisten, die Mutter ganz schön aus dem inneren Gleichgewicht bringen und evt. davon abhalten, ihren wahren Bauchgefühlen zu folgen.

    Ich bin überzeugt, daß die weibliche, ungestörte Intuition der Schwangeren immer richtig sagt, ob es zu Hause okay ist oder ob sie nicht doch plötzlich trotz aller gegenteiligen Planungen ins Krankenhaus soll.

    Meine ersten Befreiungsversuche hatten nichts mit Schulpflicht zu tun, sondern mit feministischen Themen. Da wurde mir mehr als bewußt, in welchen Illusionen wir leben. Auch das Krankenhaus ist kein Garant für gesunde Mütter und gesunde Babies oder gar die sichere Abwendung des Todes. Als es meiner Tochter sehr schlecht ging mit ihrer Epilepsie und ich Angst um ihr Leben hatte, wurde mir das auch besonders klar: im Krankenhaus wird oft gestorben, still und unspektakulär.

    Schwangerschaft und Geburt sind keine Krankheiten, sondern höchst natürliche Ereignisse, die mit dem Frau- ud Muttersein aufs Natürlichste verbunden sind. Daher ist eine Vorab-Planung, dafür ins Krankenhaus zu gehen, nicht nötig – sie ist jedoch normal (und in Fällen wie bei Schlapunzel mit der Zwillingsgeburt nach vorherigem Kaiserschnitt sicher sehr vernünftig). Und für den Notfall steht dann das Krankenhaus doch jederzeit zur Verfügung (wobei ja schon durch die Erzählungen von 1000Sunny Mummy rüberkommt, daß das Personal dort natürlich lieber Kundschaft hat, die nach Plan und Schicht versorgt werden kann, als solche, die überraschend ankommt …

    LG, Elisabeth

  10. Das ist echt sehr bedauerlich, dass es Dir so erging während Deiner Geburten…ich frage mich immer noch, was manche Ärzte dazu bewegt, so herrisch über ihre Patienten regieren zu wollen!? Verstehe ich nicht. Manchmal, ja, da muß man als Arzt durchgreifen und ein Machtwort sprechen. Und ja, es gibt Frauen, die sind während einer Geburt sowas von verpeilt, da kann es besser sein zu sagen, so sie machen das jetzt so und nicht anders, sonst kommt man womöglich nicht ans Ziel. Aber bei einer mündigen, vernünftig denkenden Frau ist das doch nicht notwendig? Wenn Du im Stehen entbinden möchtest, dann ist das Deine Sache, würde ich sagen. Und das sollte akzeptiert werden. Komisch finde ich, dass mittlerweile fast jedes Krankenhaus mit Gebärhocker, Seilen usw. ausgerüstet ist aber die wenigsten Frauen dann diese Hilfsmittel in der Austreibungsphase auch benutzen…vielleicht verlangt das ein Zuviel an Loslassen auch von den Hebammmen und Ärzten.
    Schwierig finde ich nur das generelle Verteufeln der einen wie auch der anderen Seite…das ist klar. Und ich finde es sehr, sehr schade, dass viele Frauen immer noch ein sehr negatives Bild von Klinikentbindungen haben (müssen). Eigentlich sollte das genau anders sein, findet ihr nicht? Die Klinikgeburt als Weiterentwicklung der früher einzig möglichen Hausgeburten zu sehen, die den Frauen Sicherheit vermittelt und eine UNTErstützung sein soll, die medizinische Versorgung anbietet sowie Hilfestellung in den ersten Stunden oder Tagen nach der Geburt.
    Aber das ist leider nicht der Fall…die Frauen, die sich wirklich Gedanken zur Geburt machen, werden leider auch ein negatives Bild über Krankenhausgeburten haben und das ist, auch medizinischer Sicht, äußerst schade. Denn dann läuft was falsch, eindeutig.
    Ich würde gern so viel Vertrauen in mich, meinen Körper und meine Kräfte setzen, um mir (v.a. im Moment) auch nur ansatzweise eine Hausgeburt vorzustellen (auch, wenn ich nur mit einem Kind schwanger wäre). Aber das trau ich mir schlichtweg nicht zu…schön, wenn andere Frauen das können.

  11. (Vielleicht off-topic, aber mir fällt auf, wie ähnlich diese „authoritäre Ärzte“ gegenüber „mündige Patienten“ die auch hier im Blog diskutierte „authoritäre Erziehungsstaat“ gegenüber „mündige Bürger/Schüler“ Problematik…)

    So könnte diese Satz von Schlapunzel auch anders lauten:

    Die Eltern, die sich wirklich Gedanken zu Bildung (ihrer eigenen Kindern) machen, werden leider auch ein negatives Bild über Schulische Bildung haben und das ist, aus pädagogischen Sicht, äußerst schade…

  12. Wer ein negatives Bild von einer Sache hat, hat im Allgemeinen doch Gründe für dieses Bild. Dann ist es ganz und gar nicht schade, dass jemand ein negatives Bild hat – sondern es ist schade, dass die schulische Bildung, die Krankenhausgeburt etc. so viele negative Aspekte hat, dass ein negatives „Bild“ davon entsteht. Und das führt dann dazu, sich über Verbesserungen und Alternativen Gedanken zu machen und dies ist gewiss nicht schade.

  13. Klingt doch ganz vernünftig, der Plan, mit einem Krankenhaus in nächster Nähe und einer (hoffentlich) erfahrenen Hebamme. Krankenhausbetrieb kann bei einer Geburt schon nerven, auch wenn sie’s nur gut meinen. Beim zweiten Kind hatten wir auch schon überlegt, es zu Hause zur Welt zu bringen, nur dann wäre ich beinahe an einem HELLP-Syndrom gestorben, das Kind mit, dann kam es halt 11 Wochen zu früh mit einem superbequemen Luxuskaiserschnitt. Hauptsach, das Kind ist jetzt gesund, aber gewünscht hätte ich es mir schon anders.

    Für Risikoschwangerschaften würde ich jene besagte große Klinik aber sehr empfehlen – sie sind dort sehr, sehr nett zu den Risikoschwangeren, und sehr erfahren, und die Kinderintensivstation ist ein Traum.

  14. Habt ihr schon mal über eine Beleghebamme nach gedacht? Das wäre der goldene Mittelweg. Du nimmst „deine“ Hebamme mit ins Krankenhaus. Idealerweise habt ihr vorher besprochen, wie du dir alles wünscht. Ärzte und ITS sind in greifbarer Nähe, aber praktisch unsichtbar. Nach der Geburt kannst du im Krankenhaus bleiben oder du gehst einfach wieder.

  15. @schlapunzel
    (1000SunnyPapa)
    Ich erlebe das mit der Pädagogik/Psychologie auch immer wieder. Es gibt so viele Pfuscher unterwegs… was ich in letzter Zeit bei ADHD gelesen habe, was die Familien dort erlebten. Die Auswahl der Therapien, die die Praktiker vorschlugen, da staunt man darüber, wie die überhaupt ihr Diplom/Doktor bekommen haben. Die meisten haben genau die eine Maßnahme vorgeschlagen, die man eben nicht machen darf. Ich fand das sehr erschütternd, und ich fragte mich manchmal: warum machen die das?
    Man kann nur staunen über die Berichte.

  16. Genau, das ist es ja! Einige schwarze Schafe versauen den Gesamtdurchschnitt, der unterm Strich gar nicht mal sooo schlecht ist. Und das finde ich schade. Denn ich kenne auch eine Menge engagierter Ärzte und Hebammen, die sich wirklich Mühe geben, dann aber unter dem allgemein negativen Bild leiden. Und das ist schade, finde ich…

  17. (weiter off-topic: Der kleine aber nicht zu geringzuachtende Unterschied liegt darin, dass die Gebärende sich ihr Niederkunftsort selber aussuchen darf. Es gibt keine Klinikpflicht und schon gar nicht eine Verpflichtung, sich ausschließlich in der Klinik in der Nähe des Wohnortes zu gebären.)

  18. bzw. in den Geburtskliniken der im Rahmen des Neugeborenen-Screenings vergebene ID-Barcode des Kindes aufgeklebt werden

    Kaum dem Bauch entschlüpft und schon mit einem Barcode versehen? Das wär‘ für mich eines der stärksten Argumente GEGEN eine Krankenhausgeburt und FÜR eine Hausgeburt!

    Link zum Artikel, aus dem das Zitat entnommen wurde:
    Meldepflicht … (Seite 415, rechte Spalte, zweiter Absatz, etwa in der Mitte)
    Geht zwar um Mecklenburg-Vorpommern, wird jedoch vermutlich auch in den anderen Bundesländern so gehandhabt.

    Barcodes wurden ursprünglich zur Erfassung von Waren entwickelt – das Neugeborene, die Ware „Humankapital“ … 😦

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