Regeln – das Ende der Freiheit?

Auf spezielle Anfrage von Sevenjobs schreibe ich heute mal einen Post über Regeln auf der 1000Sunny:

Wir haben natürlich einige Regeln:

-Die eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt

-Die eigene Freiheit hört dort auf, wo ein anderer Schaden nimmt

so das war es auch schon. Für die Umwelt gibt es eine abgemilderte Version: Also kein Tier töten, ohne Hunger – keinen Baum fällen (ohne wichtige Bedürfnisse dadurch zu stillen)

Hier sind noch ein paar Gedanken zur Freiheit (inklusive Verteidigung gegen Angriffe).

Die goldene Regel: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ – die finde ich ist ein sehr logisch klingendes Gebilde, aber dennoch sehr gefährlich. Und war mitunter bestimmt schon oft die Rechtfertigung für das ein oder andere Verbrechen/Krieg.

So und jetzt bitte ein paar Beispielfälle.

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5 Kommentare zu “Regeln – das Ende der Freiheit?

  1. Bei der goldenen Regel sehe ich das Problem, dass ich ja ein ganz anderes Schmerzempfinden haben kann als andere. Wenn ich also immun bin gegen Beleidigungen, dann verbietet mir die goldene Regel nicht, andere zu beleidigen.
    Bei der positiven Version (»behandle andere so, wie du behandelt werden möchtest«) sehe ich das gleiche Problem. Wie sollte da der Masochist handeln? Ich schlage daher folgende Orientierungsrichtlinie vor:
    Erkenne und achte deine eigenen Bedürfnisse und die der anderen.

  2. Mir sind die Regeln auch zu abgehoben, denn genau in der Definition von Freiheit liegt ja nun das Problem.
    Wenn 1000SunnyMama einen Trockner kaufen gehen will und Kind2 bei Euch aber lieber Leier spielen will, wessen Freiheit hat dann mehr recht? Wenn die Köchin lecker gekocht hat, Kind1 bei Euch aber lieber sein Computerspiel zu Ende spielen will, wird sich die Köchin verletzt fühlen, weil ihre Arbeit nicht gewürdigt wird. Kind 1 fügt also u.U, der Köchin einen Schaden zu.
    Wenn Ihr Euch der Freiheit der Kinder allerdings unterwerft, dann könnte es funktionieren, aber dann sind die Regeln, die Du aufstellst verletzt.

  3. Habe mich schon über die wenigen Fragen gewundert 🙂

    @sevenjobs
    Beides Mal versuchen wir eine Lösung zu finden, wo alle Bedürfnisse gestillt werden.

    Bei dem Trockner war es im Endeffekt so, dass ich bei Nami geblieben bin, während Mama den Trockner kaufen ging.

    Wenn jemand zu Ende spielen will, dann soll er zu Ende spielen, wieso soll sich da jemand anders verletzt fühlen. Vielleicht liegt es dann daran, dass der andere nicht gerne gekocht hat. Dann verletzt er sich aber schon selber durch das Kochen und soll es lieber bleiben lassen.
    Es ginge ja auch nicht, wenn irgendwelche anderen Leute bei sich etwas kochen und dann sagen: Wenn ihr nicht zu mir kommt, dann fühle ich mich verletzt. Oder, wenn ich einen Schweinebraten mache, ein paar Veganer einlade und dann sage, ich fühle mich verletzt, wenn ihr nicht aufesst.
    Bei uns ist folglich auch jeder wann er will – gekocht wird allerdings nur eine Sache zu einer bestimmten Zeit.

  4. …also beim Kochen würde ich mich auch nicht verletzt fühlen…
    Heute hatten wir das gerade wieder, und die Große mochte das MIttagessen irgendwie nicht und hat dann lieber Tomaten und Gurke verdrückt.

    Ansonsten gibt es bei uns die selben ‚Freiheitsregeln‘. Allerdings sind sie manchmal schwer einzuhalten, und ab und an übertreten wir die Grenze – jeder mal auf seine Art und Weise.
    Ich bin hier allein und mit drei Kindern. Wenn ich einkaufen gehen will, muss die Kleine leider mit, die Großen können sich das schon aussuchen.
    Überhaupt wird Amelies Freiheit viel zu arg eingeschränkt – zumindest für meinen Geschmack. WEnn ich Lisa von der Schule holen MUSS (das ist zweimal die Woche), und Amelie aber garnicht raus will…muss ich ihre Freiheit einschränken (anziehen, spielen unterbrechen, rausgehen)…das tut mir sehr leid, und wenn ich viel Geld hätte, würde ich mir eine Nanny anschaffen. Dann wäre es leichter. 😉

    Auch haben meine Kinder ab und an das Problem, dass sie MEINE Freiheit nicht wahrnehmen, und z.B. meinen Besitz kaputt machen, oder etwas nehmen und verbrauchen, was eben mir gehört, und dann bin ich auch sauer.
    Ich frage die Kinder eigentlich immer, wenn ich mir etwas von ihnen nehmen möchte, und ich mache auch nicht ihre Sachen kaputt.
    Vielleicht setze ich meine Grenzen nicht deutlich genug – was schon immer eine Schwäche von mir war. ABer ist schon viel besser geworden.

    Ansonsten finde ich das mit dieser Regelung sehr gut und gelungen. Mehr braucht man eigentlich nicht. 🙂

  5. Hi Isla,
    ist bei uns genauso. Manchmal übertritt man die Grenzen, weil man nicht anders kann (in jeder Hinsicht). Diese Regel beschreibt den optimal-Zustand, das ist nicht immer leicht, nicht immer machbar, aber dennoch kann ich mir keine andere vernünftige Regel vorstellen.

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