Pädagogische Psychologie – Ein Windfähnchen der Politik?

Oft werden alle möglichen Wissenschaften als Windfähnchen der Politik bezeichnet. Der Grund ist, je nachdem welche Partei gerade dran ist wird Forschung betrieben, Ergebnisse veröffentlicht und findet Rezeption in den Massenmüllmedien statt.

Nach drei Legislaturperioden sind dann Psychologie, Pädagogik, pädagogische Psychologie und andere in den Augen vieler nicht mehr ernst zu nehmende Pseudowissenschaften, die ihre Ergebnisse nach aktuellen politischen Trends ausrichtet.

Schaut man genauer hin, so ist das nur die Hälfte der Wahrheit.

Es gibt die ganze Zeit Forscher aller Richtungen. Allerdings werden die Budgets und die Etats von den Politiker gemacht – die reichen gerade mal für die Erhaltung der Gebäude aus und ein paar Planstellen, die man benötigt um die Lehre aufrecht zu erhalten.

Zusätzlich gibt es Forschungsgelder von der Politik (und Institutionen). Für diese muss man sich bewerben. Paper einreichen und dann auf Genehmigung hoffen. Natürlich werden nur solche genehmigt, die auch „erfolgsversprechend“ sind. Wenn man auf die Namen der Forscher schaut, so wechseln diese auch, da die Forscher selber ja eher beständig sind.

Die Forscher selber ändern ihre Richtung nur sehr selten – selbst, wenn neue Erkenntnisse ihre Ergebnisse umstoßen versuchen sie diese zu widerlegen (sehr wichtig zur Validierung) oder zu integrieren. Berühmtestes Beispiel war Einstein mit seinem Satz: „Gott würfelt nicht“ – und seinen damit verbunden Versuchen die Quantentheorie zu widerlegen (diese Versuche waren zahllos – endeten aber jedes mal in einem niedergeschlagenen Einstein – man sagt zu dieser Zeit soll er auch Reportern die Zunge rausgestreckt haben).

Piaget ist dagegen ein sehr gutes Beispiel für Integration anderer Theorien. Besonders Wygotski integrierte er sehr kurios. Wygotski selber wurde hinter dem eisernen Vorhang totgeschwiegen, da er westliche Forscher zitierte.

Bestes Beispiel für einen Forscher, der auf einem politischen Gleis stand, wo gerade ein Zug drüber fuhr, war der von der CIA geförderte Wissenschaftler Timothy Leary. Die CIA hatte zu der Zeit eine Vision von psychischen Superkräften. Timothy Leary war Befürworter von LSD und anderen Psychopharmaka. Er wurde von Harvard entlassen, als er an LSD festhielt nachdem es als suchtgefährdend eingestuft wurde. (die wahre Geschichte werden wir wohl nie erfahren).

Wie dem auch sei. Es wird also immer Forschung in alle Richtungen betrieben. Wieviel Geld in was investiert wird, hängt aber von der aktuellen politischen Partei ab.

Der gemeinste Trick allerdings ist die quantitative Forschung. Kein Ergebnis gilt mehr, solange es nicht an 1000 verschiedenen Menschen nachgewiesen wurde. Dieses hebelt fast die komplette nicht-öffentlich finanzierte Forschung aus – obwohl es keinen wirklichen Qualitätsgewinn (meiner Meinung nach sogar viele Nachteile) bringt.

Dafür kommt die Forschung viel langsamer voran und wenn man einen Fehler gemacht hat, muss man fälschen und zurechtbiegen, damit man irgendwie noch einmal eine Chance auf ein Budget hat. Die quantitative Forschung ist meiner Meinung nach der schnellste Weg ins europäische Mittelalter.

Die Frage ist nun aber: Welchen Forschern kann ich vertrauen – was kann ich von dem Glauben, was in der B*ld steht?

Hier muss ich Sie enttäuschen: Die absolute Wahrheit ist bis jetzt noch nicht gefunden (selbst die Mathematik ist nur konstruiert in dem Sinne in dem wir denken… vielleicht 🙂 ).

Ein vielversprechender Weg ist es natürlich diesen Blog zu lesen 😉 Aber selber Fachliteratur zu lesen hilft auch – besonders die Pearson Studium Reihe fasst sehr vieles zusammen. Aber auch die umstrittenen Wissenschaftler bei einer literarischen Prügelei zu beobachten ist sehr informativ und interessant. Allerdings braucht es Jahre bis sich der Stoff gesetzt hat und man zu einer alltagsfähigen Meinung kommt, auf Basis derer man handeln kann. Also doch lieber B*ld?

Nein, auf keinen Fall. Hier sind Journalisten am Werk, die nichts von der Materie verstehen, aber schnell Artikel und Antworten produzieren müssen (zusätzlich einen Redakteur haben, mit einem eigenen Weltbild). (Von F*kus, F*kus Schule und ähnlichem will ich auch dringend abraten, was man da oft lesen muss, ist eine Zumutung.. vom wissenschaftlichen Standpunkt aus: blanke Lügen).

Mein Lieblingswissenschaftler ist übrigens Mihaly Csikszentmihalyi. Ich habe ihn das erste Mal gelesen, als ich 16 war. Und jetzt wieder – aus wissenschaftlicher Sichtweise.

Abgesehen davon, was er sagt, ist es interessant, wen er zitiert. Er fängt mit den alten Griechen an und fährt fort, bis er bei seinen eigenen Kindern ankommt. Diese befassen sich alle mit demselben Thema wie er. Und das finde ich ist das beste Qualitätsurteil: Alle seine Kinder sind von seiner Arbeit so fasziniert, dass sie sich in dieselbe Richtung entwickeln. Eigentlich seine ganze Familie.

Was ist mit Winterhoff und Konsorten (Bueb, Huether usw.) ?

Huether ist wenigstens noch Professor, obwohl er in seinen Büchern an manchen Stellen auch weit über den Stand seiner eigenen Forschung hinausschießt.

Winterhoff und Bueb sind keine Forscher, sie haben gerade mal einen Doktortitel. Ein Doktorthema kann schwer sein (und damit verdient) aber auch sehr einfach und nicht mehr als eine statistische Aufstellung.

Winterhoff und Bueb haben aber einen zusätzlichen Fehler, an dem sie erkennen können, dass hier nicht geforscht wurde, sondern die eigenen Biographie aufgearbeitet. Beide hatten keinen Erfolg. Winterhoff wird von vielen seiner Patienten als Monster betrachtet. Ich habe ehemalige Patienten von ihm Drohungen ausstoßen hören (selbst heute, wo sie erwachsen sind). Bueb hat als Reformpädagoge gestartet und ist dann 100 Jahre zurückgegangen. Weil er keinen Erfolg hatte. Bueb ist ein Versager und hat sein Versagen zur Doktrin erklärt.

Weder Bueb noch Winterhoff werden in irgendwelchen relevanten Fachbüchern zitiert.

Diesen Test kann man sehr einfach überprüfen. Sie holen sich ein relevantes Fachbuch und schauen in die Bibliographie am Ende, steht ihr Lieblingsautor dort, dann ist es gut. Steht er nicht dort, dann fangen Sie an zu zweifeln.

-Am Ende müssen Sie sich selber trauen.

Bringt dieser Forscher irgendeine Verbesserung für mein Leben?

Verstehe ich durch ihn die Welt besser?

Sie müssen bereit sein ihre Meinung zu revidieren, sobald eine bessere Option ihr Wissen anreichern kann.

Tabuthemen als Kriterium?

Oft wird gesagt: Jemand, der Hitler oder Stalin Vergleiche zieht, der argumentiert unsachlich. Das ist aber zu einfach gedacht.

Prüfen Sie bei solchen Vergleichen, will jemand damit etwas präzisieren, oder will er den anderen nur mobben (also gesellschaftlich unmöglich machen). Prüfen sie aber auch, ob er nicht jemand anders als Vergleich hätte heranziehen können, aber bewusst die negativen Assoziationen dieses Vergleichs nützt (also unfair manipulieren will).

Auch der Sektenvergleich fällt in diese Kategorie.

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