Woher kommt Mobbing?

Nachdem ich in der letzten Zeit viele Mobber beim Arbeiten gesehen habe, hat sich mir die Frage gestellt: Woher kommt all das Mobbing?

—-Vorweg—-

Ich folge hier dem Mobbing Verständnis, bei dem man eine In- und eine Outgroup unterteilt. Die in der Outgroup sind die Opfer.

Das Opfer soll sozial isoliert werden (oder in der Isolation gehalten werden), die Schuld soll übertragen werden (du bist selber Schuld, dass wir Dich nicht mögen), und die Täter sind moralische Sieger und überhaupt besser.

Neben Wikipedia ist hier eine gute Seite: http://www.drdutschmann.de/Mobbing.html

———————-

Die obersten Mobber sind meiner Meinung nach Nationalstaaten. Sie mobben die ganze Zeit andere Nationalstaaten (oder inländische Ausländer): Wir sind wir und ihr seid anders!

Wenn man sich die Zeitungen so ansieht kommt mir so eine Idee, wieso das Mobbing so allgegenwärtig ist:

Schröder: „Der Professor aus Heidelberg“ (danach trennt sich Merkel von Professor Kirchhof)

Merkel: „Wir fallen nicht auf Euch herein, ihr Spitzbuben, oder sollte ich besser sagen: ihr Spitzelbuben.“ (Merkel bezeichnet die Linke (alle) als DDR-Spitzel)

Und bei dem Austritt von Clement aus der SPD hat ihm doch die CDU gleich eine Ehrenmitgliedschaft angeboten. (Wem das zu subtil ist, der stelle sich vor, dass die MLPD (Marxistisch-Leninistische-Partei-Deutschlands) der Merkel das selbe Angebot machen würde – sie wäre bald der Spott unter ihresgleichen).

Eigentlich ist es auch klar. In der Politik (zumindest in einer mit Mehrheitsstimmrecht) geht es darum Stimmen zu gewinnen. Für die eigene Sache/Person muss man von anderen solange Stimmen abspalten und wegschälen, bis man mehrheitsfähig ist. Also Menschen von anderen Menschen trennen, um sie für sich zu gewinnen.

Vielleicht kommt Mobbing von dort? Wir lernen es dann alle über die Zeitungen und am Ende hält es Einzug in die Schulen.

Aber wie genau lernen es unsere Kinder?

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8 Kommentare zu “Woher kommt Mobbing?

  1. Eine gute Frage… ich habe gesagt, von den Eltern (so zumindest, wenn man davon ausgeht, dass diese Kinder nicht ganztags in irgendwelche Einrichtungen verbringen, sondern viel Zeit –in den frühen Jahren– von ihre Eltern, danach von den außerfamiliäre Betreuer sowie Lehrer, Trainer usw.

    Es drängt sich die Frage auf, wieso es dazu kommt und wie man dagegen etwas unternehmen kann…

    (Also alle Kinder zu ihrem Schutz von den Eltern weg?)

  2. 1000Sunny Mummy

    Für mich stellt sich die Frage, warum müssen Menschen mobben?
    Oder ist es etwas, in das der Mensch und viele andere Tiere verfallen?
    Sehr frühe Menschen haben sich ja dauernd die Köpfe eingehauen, das könnte man ja als ausgelebtes Mobbing interpretieren…
    Das Mobbing, das wir kennen, ist ja nichts anderes als nicht ausleb-bare Aggression, und die gibt es schon sehr lange und in vielen Tier Gesellschaften zu sehen (sehr eindrucksvoll unter verschiedenen Schimpansen-Familien)

    Damit will ich nicht sagen, dass Mobbing etwas gutes ist, etwas natürliches, ohne das ein Leben nicht möglich ist.
    Aber es ist glaube ich ein Aspekt, der bedeutet, dass man aktiv daran arbeiten muss, nicht mobben (oder sich-die-Köpfe-einschlagen) zu müssen. Es ist sozusagen ein Schritt in der Menschheitsentwicklung, der bewusst in Angriff genommen werden sollte.

  3. Mummy 1000Sunny
    Bei den Tieren und den frühen Menschen ging es ja hauptsächlich um Revier /Partner-Streitigkeiten. Diese Restriktionen haben wir nicht mehr. Es gibt – prinzipiell – genug Platz, genügend potentielle Partner, sodass es nicht nötig ist, die Gruppe klein zu halten, d.h. einige „andere“, oder fremde sofort rauszuschmeißen.

    In einer Gesellschaft wie unsere eine ist, ist eine große Individuenzahl sogar erfolgsversprechend, weil Vielfalt auch ein größeres Potential hat, Lösungen zu finden, die für alle positiv sind. Es könnten sich Gruppen gemeinsamer Ziele bilden, ohne sich gegenseitig zu behindern.

    Mobbing hingegen hat in unserer Gesellschaft nur kurzfristige Vorteile für den Mobber. Er kann sich kurzfristig auf Kosten anderer gut fühlen. Das könnte er aber auch (nicht auf Kosten anderer), wenn er sich auf sein Leben und seine Ziele konzentrieren würde, statt das Leben und die Ziele anderer Menschen zu (zer)stören.

    In meinen Augen erzeugt Mobbing nur Frust und Wut. Auch der Mobber hat ja nichts wertvolles bewirkt.
    Der Nutzen von Mobbing ist schon lange überholt.

  4. Gibt es einen Beleg dafür, daß sich die frühen Menschen dauernd die Köpfe eingehauen haben?

    Ich habe übrigens kürzlich – ich glaube es war bei A. S. Neill, gelesen, daß Aggressionen eben nicht zur Ursprungsaustattung des Individuums gehören, sondern erlernt sind. Ich finde das nachvollziehbar, aus meiner eigenen Erfahrung. Nur wenn ich an das Buch „Das fünfte Kind“ von Doris Lessing denke, dann bekomme ich Zweifel. Und die Erzählungen mancher Eltern gleichen der Handlung dieses Buches ziemlich …

  5. „Bei den Tieren und den frühen Menschen ging es ja hauptsächlich um Revier /Partner-Streitigkeiten. Diese Restriktionen haben wir nicht mehr.“

    In der Bibel ist der erste Bericht, das mit Mobbing zu sehen ist, ist der von Kain und Abel.

    Du schreibst „Revier-/Partnerstreitigkeiten“, was ist der dahinter liegende Problem? Ist es nicht Neid und Eifersucht? Ist es nicht ein „auf sich selbst Bezogenheit/Besessenheit“? So, wie wenn ich nur meine eigene Interessen/Bedürfnisse im Blick habe?

    Bei Kain und Abel war der hintergründige Problematik eigentlich die Tatsache, dass der einer sein Opfer Gott brachte, um Gott zu gefallen (also other-orientated), der anderer, um sich selber bei Gott gut darzustellen (also self-orientated). Diese übertriebene Ich-Bezogenheit führte zu Neid und Eifersucht und eben das schlimmste Mobbingakt: Mord.

  6. (1000SunnyPapa)
    Das mit Kain hat Gott selber verbockt. Er hat eine Konkurrenzsituation geschaffen, in der es um nichts anderes ging, als dem obersten Geschöpf selber zu gefallen. Allerdings finde ich das ganze alte Testament etwas überholt (ich wollte schon öfter das ein oder andere Kapitel zum Spaß umschreiben 🙂 )

    Was ich bis jetzt gelesen haben würde ich Revier-/Partnerstreitigkeiten auch ursprünglicher ansiedeln, als Neid und Eifersucht (die ja schon wieder eine sehr kulturelle Prägung haben).

    Vielleicht ist es sogar ein Attribut des Verstandes (also Tiere und Menschen) zu kategorisieren und dann auch Out-Gruppen zu definieren. Also Entitäten mit denen eine Paarung erfolglos bleibt oder negative Folgen bringt.

    Und es ist dann jetzt wiederum ein Zeichen unseres Fortschrittes diese ursprünglichen Kategorien (z.B. ethnische Zugehörigkeit, körperliche Anomalien, unterschiedliche Weltbilder) zu überwinden und den Menschen (oder das Lebewesen) hinter jedem zu sehen.

    Also Mobbing (Gruppenausschluss) war vorher – dann kam erst die Toleranz und das Verständnis anderen gegenüber.
    ???

  7. Genau umgekehrt würde ich das sehen: zuerst Akkzeptanz/Liebe/Zuneigung, dann Toleranz, dann MobberanzAusschluß/Ausgrenzung.

    Z.B. das Gefühl, das (fast) jede Mutter hat, nach der Geburt eines Kindes: einfach Liebe.

    Oder das Gefühl nach einer Eheschließung: einfach Liebe.

    Dann kommt die Ernüchterung. Ein Wandel von Akkzeptanz zum Toleranz. Dann kommt der Alltagstrott und wenn man nicht aufpasst schlüpft man noch tiefer ab: ständig das Gefühl selber nicht genüg beachtet zu werden, immer zu kurz kommen, Ausgrenzung, Mobbing.

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