Anruf meiner Nichte – Unschooling in der Familie

Hin und wieder habe ich ja schon darüber geschrieben. Meine Schwester macht bei mir so eine Art Unschooling-Ausbildung. Nach langen Ehejahren… dann Scheidung… rappelt sie sich jetzt wieder auf in ein neues Leben. Wer aber immer auf die Kinder aufgepasst hat, der kriegt mit über 40 nicht mehr so leicht einen Job – geschweige denn einen Beruf.

Also machen wir seit einem halben Jahr ein Unschooling-Coaching.

Meine Nichte macht da auch perifer mit. Die tolle Chancengleichheit gilt ja nicht für Kinder aus Familien, die gerade unschön geschieden werden. Also hat sie keinen Abschluss (oder Quali).

Sie ruft mich öfter an, und wir sprechen so miteinander – sie sagt mir auch, was sie gerade interessiert. Einmal war sie sogar schon in der Bibliothek dabei (sie wohnt aber in einiger Entfernung auf dem Lande) – und damit ist das nicht so einfach.

Angefangen haben wir mit Dürrenmatt, gemischt mit Kinderliteratur (z.B. das letzte Einhorn) + einen Sartre.

Physik würde sie wahrscheinlich auch interessieren und Mathe (aber da müssen wir den richtigen Einstieg erst noch finden).

Nun ja, sie erzählte mir, dass sie sich jetzt für Geschichte interessiere. Also habe ich ihr diesesmal eingepackt:

1.) Die Geschichte des privaten Lebens (Teil 1 – Rom bis Byzanz)

2.) Dostojevski – Der Großinquisitor (Eines der größten Stücke, die jemals über Freiheit geschrieben wurden)

3.) Dürrenmatt – Durcheinandertal

4.) Alexander – König von Asien

5.) Der schwarze Pharao (der Autor dieses Buches hat übrigens ein tolles Kinderbuch über Hieroglyphen geschrieben)

..

Heute rief sie an – hellauf begeistert von den Büchern (die ersten 3 zumindest) – und sagte, sie werde Nummer 1 gleich als Tipp ihrer Lateinlehrerin schicken 🙂 – Warum man denn so etwas nicht im Unterricht lese.

Bin gespannt, was sie zu den letzten beiden sagt, wenn sie die anfängt. Sie hat die Bücher ja erst gestern Abend bekommen.

Ihre Frage, warum man das nicht im Unterricht dran nehme, beantwortet das Buch in der Einleitung eigentlich selber (aus dem Gedächtnis zitiert): Die Geschichte des Privaten geht um den Raum, der den Menschen gehört. Ohne staatliche Einmischung. Dieser wird in neuerer Zeit, auch durch neue Technologien, immer mehr zurückgedrängt und der Staat weicht die 4 Wände des privaten Menschen immer mehr auf und macht sie immer durchsichtiger. Ist die Geschichte des Öffentlichen ein Kampf von Staaten untereinander, so ist die Geschichte des Privaten, der Kampf der Menschen ihre Privatsphäre vor einem immer neugierigerem Staat zu bewahren.

Wenn man Beruftstätige coacht, hat man als Messlatte eigentlich immer ihr Gehalt und ihre Zufriedenheit (zusätzlich zur Begeisterung). Bei Kindern und Jugendlichen ist es die Begeisterung alleine. Anders kann Bildung nicht funktionieren.

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17 Kommentare zu “Anruf meiner Nichte – Unschooling in der Familie

  1. Jetzt muss ich aber doch verwundert fragen, wie Sie dazu kommen, jemandem vorzuschlagen, was er lesen soll? Mir braten Sie eins über, weil ich meinen Schülern Bücher vorstelle, mich dazu überreden lasse, ein weiteres Buch in die Auswahl aufzunehmen, und dann darüber abstimmen zu lassen – und Sie wählen für die Bildung eines jungen Menschen ganz eigenmächtig aus, was Ihnen sinnvolle Lektüre erscheint.

    Liegt das Problem jetzt daran, dass ich das im Rahmen einer bösen, Zwang ausübenden Institution mache? Denn inhaltlich sehe ich keinen Unterschied. Mir scheint eher, dass Sie mit zweierlei Maß messen. Sie tun doch überhaupt nichts anderes als ein Lehrer, wenn Sie Ihrer Nichte Bücher vorschlagen. Selber lesen und selber denken müssen Schüler nämlich auch.

    Meine Kollegen und ich machen übrigens eine Menge über privates Leben, im Geschichts- wie auch im anderen Unterricht. Das besagte Buch steht sogar bei uns in der sonst schlecht ausgestatteten Bibliothek. Die angedeutete Verschwörungstheorie, dass Schulen kein Interesse daran haben, ihren Zöglingen das Privatleben als etwas Schützenswertes zu vermitteln, können Sie sich schenken.

    Sicher ist an den SChulen nicht alles in Ordnung. Ein paar gesalzene Gerichtsverfahren zur Schulpflicht scheinen mir bei näherer Betrachtung im Sinne der Menschenrechte auch durchaus angebracht. Aber diese alberne Vorstellung, die Schule sei dazu da, den Menschen zu einem unterwürfigen, angepassten Duckmäuser zu erziehen, die ärgert mich, weil die Schule nämlich nicht aus Regeln besteht, sondern aus Menschen, die erstaunlich eigenständig handeln dürfen. Und ein großer Teil tut das auch.

  2. Zuerst zur Bücherauswahl: Was passiert meiner Nichte denn, wenn sie die Bücher in der Ecke liegen lässt? Komme ich vorbei und erteile ihr einen Malus? Versaut sie sich ein Zeugnis? Beraubt sie sich ihres Platzes in der Gesellschaft? Nein. Was passiert aber, wenn einer Ihrer Schüler sagt: „Beziehungsschnulzen kotzen mich aber erst mal grundprinzipiell an – Ich lese das nicht – ich lese gar nichts – ich spiele jetzt erst mal nur noch Computer und kommen tu ich auch nicht mehr“

    Dann zu meiner Verschwörungstheorie. Ich habe keine. Auch keine angedeutete. Zur Zeit findet ja wieder die große Hatz auf alles, was privat und nicht planwirtschaftlich ist, statt. Der nicht-staatlichen Wirtschaft wird vorgeworfen an der Finanzkrise schuld zu sein. Online-Durchsuchungen, Kameras an öffentlichen Plätzen, alles ist Genehmigungspflichtig. Wir besitzen nicht einmal ein Versammlungsrecht in Deutschland (was öffentliche Plätze betrifft). Bildung im Privaten wird massiv von den meisten Lehrern angegriffen – obwohl das Privatleben ihrerseits schützenswert ist, habe ich sie bisher auch nur schlecht darüber reden hören. Wir sind kurz vor der Einführung der Kindergartenpflicht und sogar die Krippenpflicht klingt schon in so manchen Gesetzen an. Diese Sachen heißen alle Pflicht. Aber eine Pflicht ist etwas, wo man selbst entscheidet (hier verweise ich auf Wikipedia oder andere Lexika). Wer hier selbst entscheidet, bekommt solange „Entscheidungshilfen“ bis er sich „richtig“ entscheidet. Sobald etwas Schlimmes in einer deutschen Familie passiert, werden alle Eltern als Kollektiv schlecht gemacht und geschrieben: „Das Problem der schlechten Erziehung hat nun auch die Mittelschicht erreicht“. Dadurch steigt das Misstrauen wieder ein Stück und der Ruf nach einer erneuten Stärkung des Staates ist wieder da.
    Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist ein Teufelskreis aus Unmündigkeit und Misstrauen gegen einander, der uns in einen immer stärkeren Staat hineintreibt. Mit immer weniger Mündigkeit für den Einzelnen.
    Auch wenn Lehrer sich dieser Tatsache nicht bewusst sind, so sind sie doch Teil ihrer eigenen Entmündigung.
    Solange die Schüler mit einem Polizeieinsatz rechnen müssen, solange die Familien mit öffentlicher Demontage und finanzieller Enthauptung + Beugehaft + staatlicher Kindesentführung rechnen müssen, sobald sie sich gegen die Schulpflicht wehren (was dem Verhalten eines mündigen Bürgers entspräche) – solange ist an den Schulen nichts in Ordnung. Erst wenn jeder Schüler, jeden Tag aufs Neue entscheiden darf, ob er heute am Unterricht teilnimmt, und wie lange er das tut, dann sind die Menschenrechte gewahrt. Dann kann man auch erst von Bildung sprechen. Die Ergebnisse der behavioristischen Dressur, die wir heutzutage Bildung nennen, werden durch freiwilliges und selbstbestimmtes Lernen lächerlich wirken.
    ..
    Zu dem letzten Punkt, das mit dem Duckmäusertum. Lesen Sie mal das Milgram Experiment – wenn Sie wollen 🙂

  3. Sunny, ich muss mir das mal abgewöhnen, Sie zu lesen, weil das so ein krauses Wirrwar ist, was sie da produzieren. Darin liegt die eigentliche Tragik der Sache.

    Ich habe ein wenig herumgelesen, und die Sache mit der Schulpflicht scheint mir auf rechtlich äußerst fragwürdigen Füßen zu stehen. Aber wie soll denn die Öffentlichkeit irgendein Interesse daran kriegen können, wenn die Schulpflicht-Gegner aus einerseits spinnerten Sektenanhängern und andererseits Leuten wie Ihnen besteht, die nicht sachlich argumentieren, sondern andere mit ihrer Wir-Sind-Nur-Einen-Fußbreit-Vom-Totalitarismus-Entfernt-Haltung vergrätzen.

    Sie sind vermutlich nicht mal der Meinung, dass Sie mich beleidigen. Tun Sie aber. Und Mr McEwan haben Sie auch beleidigt.

  4. Weiß nicht, wo Sie den Totalitarismus herauslesen?
    Jaja, wir sind alle Spinner. Die Gesetze könnten Sie übrigens alle nachlesen – aber Sie weigern sich ja irgendwas anderes zu lesen als mich 🙂

    Auch diesen Prozess, den ich Ihnen kurz abgerissen habe, können Sie bei Norbert Elias (Prozess der Zivilisation) nachlesen. Den Prozess, den sie andeuten, der steht wohl bei Platon (Der Staat).

    Ich glaube wir haben uns beide auf dem falschen Fuß erwischt. Sie haben Schüler verspottet, als sie über die Pressekonferenz berichtet haben. Das hat mich sauer gemacht, das hat wieder Sie beleidigt und so weiter.

    Ich will Ihnen aber anerkennen, dass Sie zumindest ins Zweifeln geraten. So was erlebt man nicht oft, wenn es um Schulpflicht geht.

  5. Ahem.

    Who is Mr. McEwan?

    Und ich finde dein Geschreibse auch manchmal sehr durcheinander, 1000Sunny. (Zum Beispiel war mir bei dieser Post nicht klar, ob es sich um deine Schwester ging oder um deine Nichte… unter anderem).

    Und ja, manchmal kommt es einem sehr messianisch vor, was von allen Seiten geschrieben wird.

    Wenn man nur dahin käme, auf einander einzugehen… dann kämen wir mitleser vielleicht einfacher mit… (Pressekonferenz? Schüler verspottet? Hab ich was verpasst?)

    Und Mrs. H, bitte, bitte nicht abgewöhnen, das Lesen hier… 1000Sunny braucht Sie! (*schmünzel*, seine eigene Lehrerin… die ihn herausfordert, seine Sache ordentlich zu machen!) Please don’t go!

  6. Heeeey 🙂
    Ach, ihr habt schon recht. Ich hab mich zum Trollen hinreißen lassen. Und wahrscheinlich hat es sogar eine der wenigen Lehrerinnen abbekommen, die sich anscheinend wirklich über staatsfreie Bildung kundig macht.

    @andrea
    Eine eigene Lehrerin… so habe ich das noch gar nicht betrachtet 🙂 Musste aber wirklich Schmunzeln bei dem Gedanken. Das ist wohl das Ironischste, was einem Unschooler passieren kann. Aber ich bin ja schließlich kein Unteacher.

    @sevenjobs
    Ja, ja. Wirr und widersprüchlich – na wenigstens gestehst Du mir noch engagiert zu 🙂 Wie würde das wohl in einem Mitarbeiterzeugnis formuliert werden?
    1000Sunny hat sich stets bemüht seine Gedankenstränge unter Kontrolle zu bekommen. *grins*

    @isla
    … wenigstens eine, die mich versteht (danke) 🙂


    Vielleicht wird es wieder besser, wenn die nächsten 2 Wochen vorbei sind.

    Bis dahin lasse ich eines meiner Lieblingsvideos für mich sprechen:

    Und Stopp des Art.120 BayEUG

  7. Guten Tag, Mrs. H.,

    Sie schreiben:

    Aber wie soll denn die Öffentlichkeit irgendein Interesse daran kriegen können, wenn die Schulpflicht-Gegner aus einerseits spinnerten Sektenanhängern und andererseits Leuten wie Ihnen besteht, die nicht sachlich argumentieren, sondern andere mit ihrer Wir-Sind-Nur-Einen-Fußbreit-Vom-Totalitarismus-Entfernt-Haltung vergrätzen.

    Es interessiert mich wirklich, ob Sie niemand anderen als spinnerte Sektenanhänger und Leute wie 1000Sunny unter den Schulpflichtgegnern gefunden haben.

    Daß wir möglicherweise nur noch einen oder wenige Fußbreit vom Totalitarismus entfernt sind, würde ich nicht unbedingt als völlig falsche Annahme hinstellen. Je nachdem, was man selbst für eine Position im Leben und der (hiesigen) Gesellschaft einnimmt, kann es einem durchaus gelegentlich so vorkommen – selbst bei völlig nüchterner Betrachtung und sachlicher Analyse des Ist-Zustandes. Wer noch nicht wirklich auf der Schattenseite des Lebens stand, kann solche Unkenrufe nicht glauben, das ist mir klar. Aber wenn man erstmal die Schattenseite kennengelernt hat (insbesondere auch, wenn man zuvor auf der Sonnenseite stand) und dann etwa noch Gerichtsprozesse erlebt hat, die jeglicher Rechtsstaatlichkeit spotten, wenn man im Bekanntenkreis ungerechtfertigte und brutale Kindesherausnahmen aus der Familie erlebt hat und dergleichen mehr, dann sieht man die Heimat mitunter in anderem Licht …

    Mit freundlichen Grüßen,
    Elisabeth Kuhnle

  8. Gestern habe ich mir noch einmal meinen Kommentar mit dem „krausen Wirrwarr“, der die eigentliche Tragik ist durchgelesen. So schlimm war er wirklich nicht. Ich behaupte mal, dass jeder ihn mit etwas gutem Willen verstehen kann, auch wenn er nicht alle Fakten und Gesetze kennt, auf die ich anspiele und die in der Homeschooler Szene bekannt sind.
    Dennoch kann man auch dieses durch Nachfragen verstehen. Genau dieses haben Sie aber nicht getan. Sie haben etwas ganz anderes getan, und ich habe mir lange überlegt, ob das wirklich der Fall ist, und ob ich das hier wirklich benennen sollte.
    Was Sie getan haben, das nennt sich Mobbing.

    Dieser Absatz von Ihnen:
    „Ich habe ein wenig herumgelesen, und die Sache mit der Schulpflicht scheint mir auf rechtlich äußerst fragwürdigen Füßen zu stehen. Aber wie soll denn die Öffentlichkeit irgendein Interesse daran kriegen können, wenn die Schulpflicht-Gegner aus einerseits spinnerten Sektenanhängern und andererseits Leuten wie Ihnen besteht, die nicht sachlich argumentieren, sondern andere mit ihrer Wir-Sind-Nur-Einen-Fußbreit-Vom-Totalitarismus-Entfernt-Haltung vergrätzen.“

    bedeutet grob übersetzt: Ich (die Öffentlichkeit, in deren Namen ich hier ein Urteil spreche) würde ja gerne Eure Sache unterstützen – aber vorher müsst ihr euch von den spinnerten Sektenanhängern trennen – und von Leuten, wie 1000Sunny.

    Hier ist eine Seite, wie man Mobbing erkennen kann und wie die gängigsten Mobbingtechniken funktionieren:
    http://www.drdutschmann.de/Mobbing.html

    Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie das mit Absicht getan haben, denn Sie sind täglich in der Schule und dort ist Mobbing ja Alltagsgeschäft.

    Aber eines muss uns klar sein, wenn freie Bildung jemals an eine breitere Öffentlichkeit gelangt, dann werden wir es mit vielen solchen „False Friends“ zu tun haben, die unsere Argumente akzeptieren unter der Bedingung, dass wir uns spalten und nochmals spalten, bis wir zu schwach sind um irgendetwas verbessern zu können.

    Eljascha – deswegen wirst Du auch dieses Mal keine Antwort von Miss h. bekommen. Sie hat nämlich schon ihr Ziel erreicht: ich habe mich schuldig gefühlt und mich bei ihr entschuldigt. Jetzt kann sie sich gemütlich im Lehrerstuhl zurücklehnen und die Klasse kann ihre Arbeit fortsetzen. Die Hackordnung ist ja geklärt.

    Menschen, die wirklich helfen wollen, die machen es nicht daran fest, ob vielleicht ein, zwei Spinner unter uns sind. Die machen es nicht daran fest, ob einer vor dem Mittagsessen betet. Die helfen bedingungslos unter Achtung der Menschenrechte.

  9. *klatschgegendiestirn*

    Wenn Mrs. H. nicht wieder kommt, dann nicht weil Sie dich gemobbt hat.

    (Wer behauptet hier, dass Mobbing „Alltagsgeschäft“ in der Schule ist? Und dass eine Lehrerin nicht in der Lage sei, sich diese Verhalten zu entziehen?)

    ((Vermutlich bin ich nicht in der Lage, die Situation so zu sehen, wie Du, 1000Sunny?))

  10. Ich freue mich natürlich, wenn ich falsch liege.
    …..

    Eine Sache hatte ich noch in dem eigentlichen Post vergessen:
    Meine Nichte sagte noch: „Die Bücher sahen alle so interessant aus, dass sie gleich alle 3 angefangen hat zu lesen – und sich dann erst dafür entschied die Geschichte des privaten Lebens zu lesen.“


    Eigentlich macht nur meine Schwester das Coaching – meine Nichte äußert eigentlich nur hin und wieder Buchwünsche, die ich ihr dann erfülle. Sie alle leben auf dem Land und dort sind die Bibliotheken ihrer Aussage nach extrem schlecht ausgestattet.

  11. WER legt eigentlich fest, wer ein ‚Spinner‘ ist? Woran erkennt man ihn? Ist ein Spinner immer der, der nicht in die Norm passt?

    Dann bin ich ein Spinner! Na toll!
    Aber immerhin bin ich 13 Jahre in die SChule gegangen.

    @Andrea: Ich fand das irgendwie auch beleidigend von Frau H…

  12. …sorry, der Spinner war natürlich nur auf Sektenanhänger bezogen.
    Aber ehrlich: ich habe noch überhauptkeine Sektenanhänger unter Homeschoolern getroffen..

  13. Die Behauptung mit den Sektenanhängern hatte mich ja schonmal irritiert. Sie sollte fairerweise belegt werden, aber das geschah nicht. Also ist das schlicht und ergreifend eine Verleumdung!

    Spinner sind alle, die anders sind, als man halt normalerweise so ist. Das ist meine Erfahrung. Z. B. auch aus meiner Herkunftsfamilie. Ich war immer das schwarze Schaf, immer die Spinnerin, und das bin ich noch heute. Und wenn den Normalos die Argumente gegen die Spinnerten ausgehen, dann nehmen sie Scheinargumente, d. h. Behauptungen, die sehr abschreckend klingen aber nicht zu belegen sind – Beispiel: Sektenanhänger. Das werden dann die Totschlagargumente.

    Der Obrigkeit kommen solche Totschläger gerade recht, Beispiel Frankreich: Die letzte Gesetzesverschärfung für die Homeschooler in Frankreich ist einer solchen „Sektenhysterie“ zu verdanken. Eine Gemeinschaft der „Zwölf Stämme“ in Südfrankreich wurde als negatives Beispiel für Homeschooling aufgebaut und vorgeführt. Die dort begangenen „Verbrechen“ and den Kindern der Gemeinschaft: Sie hatten kein TV und kannten gewisse Fußballstars nicht. (Das kann ich auf Wunsch alles belegen.)

    Elisabeth

  14. @Isla:
    Ich vermute, dass mit den „spinnerten Sektenanhängern“ die Glaubensgemeinschaft der Zwölf Stämme gemeint ist, um die es vor einigen Jahren in Bayern ein großes Getöse gab (und wohl auch in Frankreich, siehe Kommentar von eljascha). Sie weigerten sich, ihre Kinder in die Schule zu schicken und unterrichteten sie zuhause. Es gab Bußgelder (die nicht bezahlt wurden) und Erzwingsungshaft gegen die Väter. Inzwischen ist eine eigene Ergänzungsschule für die Kinder genehmigt (kann man bei Wikipedia nachlesen).
    Das Bayrische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen nennt übrigens als erstes der „obersten Bildungsziele“ die „Ehrfurcht vor Gott“ … Soviel zum Thema „spinnert“.

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