Ein Vorfall im Hugendubel – Schreiende Kinder im Geschäft

Bisher haben wir das ja immer nur von anderen gehört: Das Kind liegt am Boden, schreit, tritt und windet sich.

Bei uns ist dieses unrühmliche Ereignis jetzt auch eingetreten.

Wir waren gerade im Hugendubel, und die Mama wollte noch in den Saturn (lang gehegter Wunsch: Einen Trockner kaufen). Uhrzeit 19.00 Uhr.

Die Nami drehte gerade an so kleinen Drehleierkästen, kam dann zu uns und sagte ihren üblichen Satz: „Shall I show you?! “ (Soll ich Dir was zeigen?!) – Mama hatte sich diese Leierkästen schon gut 10 Minuten mit Nami zu Gemüte geführt.

Die Mama wollte dann endlich losstarten, erklärte uns allen und Nami, dass es jetzt losging. Nami sagte aber immer wieder „in-a-minute“. Irgendwann fing Mama an ihr die Schuhe anzuziehen. Das wollte Nami aber auf keinen Fall.

Sie wand sich am Boden und schrie, wie am Spieß. Die Mama war schon ziemlich genervt und hatte überhaupt keine Energie mehr, da machte sie weiter. Es war klar, dass Nami noch lange nicht mit den Leierkästen fertig war.

Leider fehlte der Mama jede Energie um das zu erkennen (sie war vorher schon viel mit Nami unterwegs, da sie immer noch das Auto von der Mutter am anderen Ende der Stadt holen muss).

Ich redete Nami aber nur gut zu, und streichelte ihr durchs Haar, damit sie sich wenigstens ein bisschen beruhigen konnte, damit sie nicht mehr so strampelte und schrie. Da sie aber strampelte und Mama ihr die Schuhe anzog, war da ein richtig kleiner Kampf im Gange.

Als Mama fertig war und Nami beruhigt, schlug ich vor, dass ich noch mit Nami im Hugendubel bei den Leierkästen bleibe und Mama währenddessen gemütlich ihren Trockner kaufen kann (und sich alle entspannen können). Das war für alle eine gute Lösung.

Der Rest der Geschichte:

Mama und Chopper gingen zu den Trocknern und Nami und ich zu den Leierkästen. Dann spielte sie noch ungefähr eine halbe Stunde. Irgendwann fragte sie: „Wo ist Chopper?“ Und dann gingen wir auch schon los. Genau in dem Moment kamen aber schon Chopper und Mama uns entgegen – sie freuten sich beide total über den neuen Trockner (der mittlerweile schon im Keller steht und mehrere Ladungen bearbeitet hat).

Eigentlich fand ich das schlimm, dass wir so stark gegen Namis Willen handelten. Wahrscheinlich wäre alles nicht so stressig gewesen, wenn wir eine Auszeit genommen hätten.
Noch einmal kommt das bestimmt nicht wieder vor, aber die letzten Monate waren einfach zu viel für uns alle.

PS: Man müsste einen guten Weg finden Eltern ein bisschen mehr zu entlasten, damit sie am Tagesende dann nicht immer total ausgebrannt sind.

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5 Kommentare zu “Ein Vorfall im Hugendubel – Schreiende Kinder im Geschäft

  1. *ichgehundkommnichtwieder*

    Ah. Diese Geschichte nimmt doch eine Wende, die ich nicht erwartet hätte.

    1000Sunny, hast Du kein schlechtes Gefühl auch deine Frau gegenüber??? HÄ???

    Ich meine, sie hat den ganzen Tag den Schwangerenbauch vor sich her schieben… wie kommt es überhaupt, dass Frau 1000Sunny dem Kind die Schuhe anziehen sollte? Als Gentleman, wäre dies nicht deine Rolle?

    (Dann hättest Du geschnallt, dass es ein Konflikt gibt… und hättest dann, die Nami eine Lösung für ihre Schwierigkeiten/Enttäuschung finden helfen können…)

    ((Mir kommt es vor, als sei die 1000Mama auch der Buhmann der Geschichte, wollte sie doch der Nami die Schuhe aufzwingen und weiter ihr Ding machen… vor allem, wenn 1000Sunny als Ritter der kleinen Nami ankommt und ihr Problem/Enttäuschung löst…))

    Ja, ich verstehe und finde den Ansatz nicht schlecht oder verwerflich, einem Kind nicht bevormünden zu wollen.

    Mich stört lediglich, dass deine Reue/Schuldgefühl ausschliesslich der Nami gilt und (zumindest vom Beitrag zu erörtern) nicht deiner Frau…

  2. Hmmm… Ja, Du hast bestimmt recht. Allerdings hätte ich ihr die Schuhe nicht angezogen. Ich habe diesen Artikel auch ungefähr eine Woche aufgeschoben, weil es so eine komische Situation war. Voller Widersprüche in alle Richtungen – dass ich Mama1000Sunny zur Hilfe springen hätte sollen, ist genauso wichtig für mich, als wie Nami zur Hilfe springen.
    Als ich die Geschichte niederschrieb, kam es mir auch so vor, als sei die Mama der Buhmann – das war aber nicht so gemeint. Wir waren alle schon ziemlich fertig. Ich denke der eigentliche Grund für dieses „fertig sein“ war, dass der Autoverkäufer uns sehr unter Druck setzte (5 Minuten vor der Szene noch mal ein Anruf): Mit einer „jetzt oder nie Gelegenheit“, wegen der wir schon den ganzen Tag diskutierten – und wegen der mein ganzer Kopf schon wieder angespannt war und die Mama auch komplett.

    Auf der anderen Seite sind diese „Wer-ist-der-Buhmann“-Diskussionen auch bei uns total irrelevant, da wir überhaupt keine Schuldzuschreibung betreiben. Es findet auch keine Sühne statt (natürlich fühlt man sich manchmal schlecht nach so etwas) – aber im Endeffekt suchen wir nur nach Strategien, das nächste Mal mit so einer Situation besser umgehen zu können.
    Und in dieser Situation haben wir einfach unsere sehr wichtige Erkenntnis nicht beachtet: „Bei Gegenwehr: allen Druck weg – sich beruhigen – besprechen was los ist – Lösung suchen – gemeinsam umsetzen“

  3. So, so.

    Aufgeklärte unerzogene einfühlsame Menschen wie ihr seid. Wenn ihr euch von einer Situation nicht wieder unter Druck aussetzen wollt, dann habt ihr euch getäuscht.

    Denn ich habe noch eine Frage (nur eine kleine *grins*):

    Wieso lässt ihr euch „sehr unter Druck setzen“ vom Autoverkäufer? Schliesslich wollt ihr was von ihm und nicht umgekehrt.

    Kommt mir einer mit einer „Jetzt oder Nie“ Gelegenheit an, dann heisst es: „Sind Sie noch bei trost? Jetzt oder Nie? Passen Sie mal auf, ich bin sicher, Sie finden den passenden Käufer. Ich spiele dieses Spielchen nicht mit.“ Und gehe getrost zum nächsten Händler…

    Dann ist es gut eine Tefal-mentalität zu haben, da haftet nichts (an negative, gestresste Gedanken von außen) und ich kann unbekümmert meine Geschäfte nachgehen…

    Also, beim Autokauf auch diese neugewonnene Erkenntnis anwenden: Bei Gegenwehr: allen Druck weg – sich beruhigen – besprechen was lost ist – Lösung suchen – gemeinsam umsetzen.

    Kannst Du dein Autoverkäufer so begegnen, so bin ich sicher, ihr bekommt euer Auto zu eure Konditionen…

  4. 1000Sunny Mummy
    Danke für Deine Gedanken, Andrea.
    Ich bin es, die sich immer als erstes unter Druck setzen lässt, und mein Druck setzt dann Papa 1000Sunny unter Druck…
    Und da wir schon seit einigen Monaten immer wieder mit mittleren bis großen Katastrophen konfrontiert werden (finanziell und zeitlich, zumindest), reicht schon ein ganz kleiner Schubser, und ich bin wieder voll im Stress und unter Druck und so weiter.
    Ich glaub ich brauch Urlaub…
    In zwei Monaten kommt ja das Baby, da hab ich dann ein paar Tage im Krankenhaus 😉 Ich freu mich wirklich drauf, kein Scherz.

    Aber ein gutes hatte der Autoverkäufer schon: Wir sind uns darüber klar geworden, was wir wollen, und wie wir vorgehen, was unser Limit ist und vorallem: dass wir uns von einem Heini, der eigentlich was von uns will, nicht nochmal unter Druck setzen lassen werden.

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