Kindliches Sprachenlernen lernen

Kinder lernen Sprachen, indem sie eine Lautfolge und eine Echte-Welt-Bedeutung angeboten bekommen.

Später wird das ganze runter auf das symbolische Niveau gebracht. Es wird ein Wort angeboten und dann das Wort in der anderen Sprache.

Zur Zeit schauen sich Chopper und Nami die Teletubbies an. In allen Sprachen, die sie nur finden können.

Die Teletubbies sind übrigens optimal für die ersten Spracherfahrungen – finde ich.

Dipsy, Lala, Poe und Tinky Winki versuchten einen großen Keks zu essen und wiederholten bei jedem Scheitern: Mosz nam (oder so etwas). Chopper sah sich irgendwann zu mir um und fragte: „Was heißt denn -mosz nam- ?“

Einen Moment dachte ich, ich sage ihm jetzt, was ich glaube, was es heißt; sagte dann aber: „Was glaubst Du denn was es heißt?“ – Er dachte wirklich kurz nach und meinte dann, dass er Keks zu crunchy sei und die ja keine Zähne haben, also heißt das, der Keks sei zu crunchy …

Vielleicht ist das eine Übung, die man Sprachlernen immer wieder zumuten sollte (also auch sich selbst): Einfach nachdenken und gut raten.

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12 Kommentare zu “Kindliches Sprachenlernen lernen

  1. Pingback: Wie lernt man Latein? - Sevenjobs

  2. Teletubbies…ich bin entsetzt! 😉 Nee, die gibts hier nicht, die find ich schrecklich (auch wenn sie die Kinder lieben-meine Nichten hatten vier dieser grausigen Teletubbies Puppen. Daher wahrscheinlich mein TRauma!)

  3. Ja die Teletubbies. Hast Du schon meinen Artikel hier über Norbert Elias gelesen. Wenn Du entsetzt bist über die Jugendkulturen (hier Babykulturen) heißt das, dass Du gut sozialisiert wurdest 🙂

  4. *klatsch-mich-am-Stirn*

    Teletubbies sind nicht gut für die Sprachbildung von Kleinkindern…

    Marina Krcmar und ihre Kollegen von der Wake Forest University in Winston-Salem haben kürzlich im Wissenschaftsmagazin „Media Psychology“ dieErgebnisse ihrer Forschungen rund um die Spracherziehung von Kleinkindern vorgestellt. In ihrer Analyse forschten die Wissenschaftler an 48 Kleinkindern. Es stellte sich heraus, dass Kinder bis zum zweiten Lebensjahr durch Sendungen wie zum Beispiel die Teletubbies keine Erweiterung ihres Wortschatzes erfahren. Effektiver sei daher die Interaktion mit erwachsenen Menschen. Bei älteren Kindern konnte ein Lerneffekt durch die „Sesamstraße“ festgestellt werden.
    Quelle und weiterlesen

    So. Teletubbies mag ich auch nicht. Aber das ist nicht das wichtigste. Lieber 1000 Sunny, ich schätze, dass ihr so „involviert“ mit dem Lernen bzw. so eben nicht „involviert“ mit dem Lernen eure Kinder seid (also das LEBEN UND LERNEN ist einfach „Eins“, vereint, bildet ein Ganzes, anstatt die Kiddies von Programm A nach Frühforderung B zu schleppen), dass das die ausschlaggebende Merkmale sind, wieso ihr etwas positives aus den Teletubbies gewinnen könnt.

    Ich habe damals an der Uni Phonetik als Hauptfach mit Schwerpunkt kindlicher Spracherwerb gehabt… (Man, ist das aber laaange her 😉 ) und kann nur sagen, ich habe es einfach nicht so gemacht mit meinen Kindern, wie es an diese Bildungstempel gepredigt wird. Unsere Kiddies bekamen und bekommen ein Kauderwelsch zwischen deutsch, englisch, holländisch und die amerikanische Gebärdensprache–z.T. alles in einer Satz–von ihrer Mutter (das bin ich) vorgelebt. Und? Sie können sehr gut alle Sprachen von einander halten, haben in der Schulsprache wenige/gar keine grammatische Auffälligkeiten… Yada, yada, yada.

    Der Punkt: Wenn Eltern sich schlicht für ihre Kinder interessieren, sich für ein Leben MIT ihren Kindern einsetzen, dann kann man schon diese wissenschaftliche-bewiesene Wege verlassen, ohne dass jemand einen Schaden davon trägt…

    Aber den Ansatz: Selber nachdenken und gut raten finde ich immer sehr gut.

    Danke für diese Gedanken!

    (Mussten es wirklich Teletubbies sein, die diese Idee zu uns transportieren??? *kopfschüttel*)

  5. Hier noch die Originalstudie:

    http://www.literacytrust.org.uk/pubs/krcmar.html

    Ich mag Focus-Schule nämlich nur halb so gerne, wie die Teletubbies.

    —Aber es ist schon heftig, dass uns diese Gut-Raten-Lektion durch die Teletubbies beigebracht wurde.
    —Auch wäre es interessant dieses für die Zweit-, Dritt- usw Sprachen zu untersuchen.
    Über diese Studie könnte man viel diskutieren.

    Mir gefällt das Sozial-Verhalten der Teletubbies (da könnten einige Manager und Projektleiter noch etwas lernen) – *wegrenn*

  6. Biiiig Huuuug. Ich habe sie immer gehasst, diese Tubbies. Wahrscheinlich aber nur, weil ich nicht selber damit aufgewachsen bin. 😉 Meine Kinder finden die süß. Aber zum Sprachenlernen brauchten sie sie nicht. 😛

  7. Charlotte mag die Teletubbies auch (obwohl wir gar keinen Fernseher haben – aber wir haben z. B. ein Megapuzzle mit den Tubbies drauf, und sie mag die „Kinder“ in den verschiedenen Farben).

    Was das Sprachenlernen betrifft, bin ich überzeugt, daß der direkte Sprachkontakt mit Erwachsenen oder älteren Kindern und Jugendlichen allem Künstlichen weit überlegen ist. Das bestätigen auch Forschungen aus dem Home Education Bereich (Alan Thomas), wo festgestellt wird, daß Kinder die Sprache zu Hause immer besser lenern als in Einrichtungen mit massenweise gleichaltrigen Kidnern, und zwar unabhängig vom Bildungsstand der Eltern.

    Manchmal kann man es aber nicht leisten, selber immer für die Kleinen mit einem offenen Ohr da zu sein. Charlotte hört dann z. B. stundenlang die immer gleichen Cassetten und hat davon auch schon sprachlich profitiert. Nur bin ich mir sicher, daß sie das nur kann, weil sie reale Ansprechpartner im Hintergrund hat – nur Sprache aus der Konserve würde vermutlich nichts (oder nicht viel) bringen. So stelle ich mir das auch mit den Teletubbies im TV vor.

    Ich hasse sie weder noch liebe ich sie. Sie sind für mich einfach eines von vielen vielen modernen Spielzeugen, die es in meiner Kidnheit nicht gab, die aber heute verbreitet sind.

    Ich bin übrigens fest davon überzeugt, daß Kinder zum (gesunden und glücklichen) Aufwachsen nicht wirklich (vorgefertigte) Spielzeuge brauchen. Sie brauchen Bezugspersonen (erwachsene und +/- gleichaltrige), und wenn die nicht da sind, können Spiezeuge auch einen gewissen Ersatz leisten.

  8. Die Studie sah mir auch sehr nach Optimierungsstudie aus. Es ging darum, ob nach 5 Mal einen Gegenstand benennen das Kleinkind dieses kann, oder nicht.
    In Wahrheit schauen sich aber Kinder viel öfter diese Sendungen an – ebenfalls beschäftigen sich die Sendungen immer mit einem geschlossenen Thema – da für den Versuch keine extra Teletubbies aufgenommen wurden, sondern einfach bestehende überspielt wurden (dubbed?) ist natürlich die Frage, ob es hier nicht vielleicht einen semantischen Clash gab.
    Zudem ist eine Sache überhaupt nicht mit eingeflossen. Eltern können unmöglich die gesamte Wachzeit von Kindern für diese (pädagogisch wertvoll) da sein.

    Teletubbies scheinen aber schon wieder out zu sein (für Chopper und Nami). Jetzt sind gerade die Berenstain Bears angesagt. Schauen wir mal. Es wird wirklich Zeit für ein Update bzgl. dieses Themas.

  9. Kleine Kinder lernen sicher durch Raten, was ein ihnen unbekanntes Wort bedeuten mag. Ständig bauen sie neue Theorien auf, wenden sie an, oder verwerfen sie – wie die ‚echten Wissenschaftler‘ erst später in der Schule wird ihnen das Interesse am Lernen verleidet, weil meist die Betonung auf ihre Fehler gelegt wird, anstatt auf ihre Erfolge.

    Kinder lieben es, zu raten – das Leben für sie ist ein Spiel und das Spiel ist ihre Arbeit. Die beste Art, eine neuen Sprache lernen ist sicher die Verbindung von Lautfolge und realem Objekt oder einer Handlung – die ‚Echte-Welt-Bedeutung‘. Ja, so macht Sprachenlernen Spaß! —- Die Teletubbies sind wieder ein anderes Thema …

  10. Willkommen auf unserem Blog und danke für Deinen Kommentar.

    Du hast Recht, die Schule ist eine schlimme Sache. Es gibt ja immer noch ein paar Menschen, die sie als „zivilisatorische Errungenschaft“ bezeichnen. In Österreich ist das gottseidank nicht so schlimm, wie hier in Deutschland – hier herrscht absoluter Schulzwang – und es braucht viel Mut und Verantwortungsbewusstsein, sich dagegen zu entscheiden.

  11. Und man muss die Option haben schnell auswandern zu können. Sonst werden die Kinder gekidnappt.

    Das mit den Teletubbies war übrigens sehr schnell wieder vorbei – zur Zeit ist es die Maus auf dem Mars.

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