Buchbesprechung/Inhalt – Pädagogische Psychologie 10.Auflage – Anita Woolfolk – Kapitel 3

Persönlichkeits-, soziale und emotionale Entwicklung

Nachdem in Kapitel 2 die Entwicklung des Denkens besprochen wurde, werden jetzt die anderen Entwicklungsdimensionen betrachtet und die verschiedenen Modelle besprochen.

3.1 Körperliche Entwicklung

In der Adoleszenz findet ein zunehmendes Maß an körperlichen Veränderungen statt (eigentlich doch schon die ganze Zeit davor) – dieses führt dazu, dass sich jugendliche intensiv mit ihrem Körper auseinandersetzen. Niemals zuvor wurde soviel Wert auf äußere Erscheinung gelegt, wer sich da reinsteigert ist schnell bei Essstörungen und Magersucht – wobei Magersucht zum Hungertod führen kann.

In diesem Alter benötigen Menschen eine verstärkte emotionale Ansprache, deshalb suchen sie Abenteuer und Risiken – Lehrer können diese Suche auf politisches oder soziales Engagement hinführen.

Auch die Uhren werden neugestellt, so dass manche nicht vor 0.00 Uhr einschlafen können. Da die Schule aber dieses nicht berücksichtigt kommt es zu diversen Problemen.

–> Ich bin hier nicht einverstanden mit der vorschnellen Art die Ursache zu finden: Also woher kommt denn die Fixierung auf das Aussehen (laut KMK dürfen sich Schüler in sonst nichts mehr unterscheiden). Und ich glaube kleine Kinder brauchen genauso eine verstärkte emotionale Ansprache und kommen auch oft nicht vor 0.00 Uhr ins Bett. Wenn man bereit ist auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Und sie nicht mit kulturellen Gebräuchlichkeiten niedermäht. Für die Mehrheit der westlich-orientierten Welt muss man allerdings zustimmen.

3.2 Erikson: Stufen der individuellen Entwicklung

Eriskons psychosoziale Theorie beschreibt Entwicklungsstufen, die immer eine neue Entwicklungskrise mit sich bringen, die dann entweder erfolgreich oder erfolglos abgeschlossen wird:

Urvertrauen vs Misstrauen 0-12/18 Monate Stillen Füttern liebevoller Ansprechpartner
Autonomie vs. Scham/Zweifel 18-13 Monate Reinlichkeitserziehung Kontrolle über Körper
Initiative vs. Schuldgefühl 3-6 J. Selbstständigkeit Eigene Initiative ermutigen

Eine vollständige Auflistung der Stadien, die bis zum Tod gehen ist hier.

Stufe 4 – Fleiß vs Minderwertigkeit. „Wie gut Schüler in den ersten Schuljahren sind, bestimmt mehr den zukünftigen Schulerfolg als ihre Schulleistungen zu jedem anderen Zeitpunkt“ (Entwisle & Alexander, 1998, S.354).

Die Schule vertritt allerdings Werte und Normen der Mittelklasse, allen darunter wird das Leben besonders erschwert.

Im Jugendalter (Stufe 5) sucht der Mensch seine Identität. Dies mündet entweder in:

1.) Übernommene Identität: Keine eigene Erforschung sondern Übernahme von Werten eines aktuellen Vorbildes. Neigung zu Rigidität, Dogmatismus und Defensivität.

2.) Moratorium: Man weiß noch nicht, was man werden soll, sucht deshalb noch weiter (Moratorium: Verweilen)

3.) Erarbeitete Identität: Man weiß was man werden will und setzt das um. Bei Studenten dauert es etwas länger (Studienabbrecher).

Heutzutage unterscheiden sich diese Stufen stark von früher. Länge, Art und Wiederholbarkeit haben sich verändert – alles ist flexibler.

Wenn man die letzte Phase meistert (Ich-Integrität vs. Verzweiflung) überkommt man die Angst vor dem Tod, ansonsten verzweifelt man daran, dass man mehr aus seinem Leben hätte machen können jedoch nichts daraus gemacht hat.

Bronfenbrenner: der soziale Kontext für Entwicklung

Bronfenbrenner entwickelte ein Modell, das die Kultur und die Machtverhältnisse, sowie die persönliche Geschichte eines Menschen mit in Betracht zog.

Da die Systeme sehr unterschiedlich dargestellt werden (je nach Adaption) gebe ich hier zwei Links an:

In diesem PDF gleich auf Seite 1

oder hier:

(das Chronosystem wird bei Woolfolk und somit hier nicht besprochen)

Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

1.) Alle Einflüsse in sozialen Systemen sind wechselseitig

2.) Es gibt viele wechselseitige, dynamische Einflüsse, die die Entwicklung beeinflussen

Die wichtigsten Kontexte werden im folgenden zusammengefasst:

3.3.1 Familien

Familien treten in vielen Variationen auf, von der Ein-Kind-Familie bis zur 5-Kind-Patchwork-Familie, Scheidung, Adoptiv, nur ältere Geschwister usw.

Scheidung

Scheidung bedeutet eine starke Veränderung und starke Anpassungsleistungen für das Kind. Auch die Zeit vor der endgültigen Trennung waren meist lange, konfliktreiche Jahre. Die ersten 2 Jahre nach der Scheidung sind die schwersten.

Erziehungsstile

4 Erziehungsstile wurden von untersucht (Berger (2006)) – je nachdem, wie starkt ausgeprägt Wärme und Verständnis waren, und zusätzlich, ob geringe oder starke Kontrolle ausgeübt wurde:

1.) Autoritäre Eltern (wenig Wärme, starke Kontrolle)

Begründungen sind meist: „Weil ich das sage!“ – Wenige Austausch über Gefühle – Strafen streng aber nicht hart. Lieben ihre Kinder, zeigen aber ihre Gefühle nicht. -> Schuldgefühle und depressive Verstimmungen (kann, muss nicht)

2.) Autoritatives Erziehen (viel Wärme, starke Kontrolle)

Klare Grenzen und Regeln. Erwartet reifes Verhalten. Hören sich Kummer der Kinder an, geben Erklärungen für ihre Regeln, demokratische Entscheidungsfreiheit. Anleitung statt Strafen. Eltern helfen Kindern Konsequenzen zu überblicken. -> zufrieden mit sich, gute Beziehungen zu anderen

3.) Permissive Eltern (viel Wärme, wenig Kontrolle)

Viel Wärme, wenig Regeln. „Es sind doch noch Kinder“ -> Probleme bei sozialen Interaktionen

4.) Ablehnende, vernachlässigende Eltern (wenig Wärme, wenig Kontrolle)

Emotional wenig an die Kinder gebunden. Möchten mit Elternaufgaben nicht belästigt werden. ->  auch schlecht, aber nicht weiter ausgeführt

Wenn Eltern oder Lehrer die Funktion von „Türöffnern“ übernehmen (also Kinder selbständig neue Erfahrungsräume erschließen lassen) trägt das zur „Entschärfung“ der Erziehungssituation bei.

….to be continued (ist ein recht großes Kapitel)

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