Gewalt ist eine Lösung…

Da Chopper ein Schwesterchen hat bekommen wir natürlich hautnah mit, wie sich Konflikte zutragen – und die Lösungen entwickeln.

Vorweg muss man sagen, dass wir von vornherein klar gestellt haben, dass „Hauen“ nichts bringt – man soll eine Lösung suchen.

Jetzt wo Chopper über 4 Jahre ist glaube ich die Zeit reif für eine Zusammenfassung.

Es scheint als ob Konflikte durch die Strategien ihrer Protagonisten gelöst werden.

Es werden zuerst die vielversprechendsten Strategien angewandt und dann hinunter zu den brutaleren Strategien übergegangen.

0.) Die unterste Strategie ist keine Strategie – also Weinen und Verzweifeln.

1.) Dann kommt Gewalt

2.) Dann Schreien

3.) Subtile Gewalt: Ins Gesicht Pusten, Zähne zeigen und ganz nah an das Gesicht gehen, Schreien – aber diesmal Drohlaute zur Einschüchterung

4.) Verhandeln – Gegenangebot machen

5.) Erklären und Bitten

… (weitere Stufen, sobald ich sie entdecke)

Immer, wenn eine der höheren Strategien fehlschlägt, wechselt Chopper auf eine niedere Ebene, bis er auf der Ebene 0.) ankommt, also aufgibt.

Müdigkeit und Krankheit beeinträchtigt natürlich das ganze, er fängt also nicht unbedingt bei einer optimalen Strategie an (in Choppers Fall 5.)) sondern darunter und rutscht dann sehr schnell auf 0.) herunter.

Um so mehr er eine Situation kennt, um so mehr kann er Strategien von vornherein ausschließen und geht auch sehr schnell nach unten – oder entwickelt etwas Neues.
Jetzt stellt sich uns Eltern an dieser Stelle ein pädagogisches Problem:

Natürlich soll er die oberen Strategien auch mit einer guten Wirkung erleben (->Selbstwirksamkeit -> Resilienz) soll aber dennoch nicht immer seinen Willen bekommen (oder?)

Auf der anderen Seite versteht Nami nicht immer was Chopper meint, oder sagt einfach immer Nein.

Das ist natürlich eine Schande, wenn er ihr etwas erklärt und sich geduldig Zeit dafür nimmt und dann sagt sie einfach „Nein“.

Also was tun?

Ich habe folgendes mit Chopper versucht, und ihm erklärt, dass Namis Gehirn sich gerade entwickelt und sie, wenn wir mit ihr sprechen ungefähr folgendes hört: „Nami, Bing Bing Bing mach Bing Bing Bing OK?“ Zusätzlich haben wir Chopper erklärt, dass wir alle Nami helfen ihr Gehirn soweit zu bringen, dass sie immer weniger „Bings“ hört und uns immer mehr versteht.

So kann er seine fehlgeschlagenen Erklärungsversuche auf Namis mangelndes Verständnis zurückführen und muss es nicht sich selbst zuschreiben.

Das funktioniert bis jetzt recht gut und Chopper sagt bei Misserfolgen ungefähr so etwas: „Jetzt versteht sie nur Bing Bing, aber wir helfen ihrem Gehirn zu grown (wachsen)“.

Interessanterweise wird uns immer von allen Seiten gesagt, dass Gewalt keine Lösung ist. Das stimmt aber nicht. Gewalt ist eine Strategie, die der anwendet, der mit allen anderen Strategien gescheitert ist – oder keine anderen zur Verfügung hat.

Die Politiker haben sich sogar das Gewaltmonopol gesichert. Also muss es zumindest eine einfache Strategie sein 🙂

Die Demokratie würde ich übrigens als formelle Gewalt einordnen (Stufe 2) – man sagt: „Schau mal her, Du kleiner Revoluzzer, wir sind mehr… damit ist Deine Meinung irrelevant, den Kampf sparen wir uns einfach. OK?“

Ich darf das sagen, ohne mit dem Verfassungsschutz in Konflikt zu kommen, da Deutschland ja keine Demokratie ist.

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Ein Kommentar zu “Gewalt ist eine Lösung…

  1. (Mama)
    Noch kurz zur Bing-Bing-Bing Geschichte:

    Nachdem ich vor ein paar Wochen Nami etwas gefragt hatte und sie überhaupt nicht reagierte, habe ich sie gefragt, ob sie mich gehört hat. Sie antwortete: Yes. Und da sie immer noch nicht im Geringsten auf die erste Frage reagierte, habe ich sie gefragt, was sie denn verstanden hat, und sie sagte: bing-bing-bing.

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