Sprachen lernen… im Halbschlaf

Nein! Das wird jetzt kein Post darüber, dass Super-Learning funktioniert. Keine Angst.

Zur Zeit machen wir immer eine große Einschlafrunde. Das bedeutet wir legen uns alle ins Kinderzimmer. Chopper oben im Stockbett. Die Mama (oder ich) auf eine Matratze – der andere legt sich unten ins Stockbett. Die Nami legt sich zur Mama oder ins Gefängnis (das ist eine Spieldecke, die jetzt umfunktioniert wurde). Wir benötigten ein Gefängnis, weil so viele Verkehrsverbrechen geschahen (Choppers Monster-Truck war daran beteiligt).

Als erstes schläft dann immer die Mama ein 🙂

Chopper hat heute in den Raum gefragt: „Mama bist Du da“ – Ich habe ihm dann gesagt: „Frag nicht die Mama, frag die Nami, die Mama schläft schon“ – „Nami, ist die Mama da“ – Nami: „Ja“

Dann schlief die Mama ein. Und Chopper fing an: „Un, Deux, Un, Deux“ und dann summte er. Er dachte an die Szene aus Mogli, wo die Elefanten durch den Dschungel marschieren und ein Marschlied singen – da wird am Anfang gezählt. Und Mogli haben wir nur auf Französisch.

Chopper: „Un, Deux, … Eins, Zwei“

Papa: „Ja, genau“

Chopper: „Was kommt dann?“

Papa: „Trois, Quatre“

Chopper: „Und dann“

Papa: „Cinq, Six, Sept, Huit“

..bis zehn (dix)

Dann fragte er nach anderen Sprachen. Ich sagte immer die Sprache, wer von seinen Freunden die Sprache spricht und wie man bis zehn zählt. „Welche Sprachen gibt es noch? – Und noch? Und noch?“

„Unos, dos, tres, …“ Spanisch. „adin, dva, …“ Russisch. „Egy, kettö, harom, …“ Ungarisch

Er fragte immer mehr. Und da er gerade französisch lernt (weil er ja Mogli verstehen will und alle Lieder) landeten wir wieder bei französisch.

Chopper: „Welche Sprachen hast Du gesprochen als Du so alt warst wie ich?“

Papa: „Nur Deutsch“

Chopper: „Nur Deutsch? Warum?“

Papa: „Man lernt immer, was die Eltern können und noch ein bisschen mehr“ (oder viel mehr)

Die Erklärung verstand er.

Die Zahlen bis 10 fand er dann wirklich sehr viel. Also sang ich ihm ein kleines Lied:

Un, deux, trois,

j’irai dans les bois

quatre, cinq, six

cueillir des cerises

sept, huit, neuf,

dans mon panier neuf

dix, once, douce

ils seront tout doux

Dann musste ich es übersetzen.

Danach haben wir noch über „Prom’nons nous dans les bois“ unterhalten und auch das musste ich wieder übersetzen.

Gegen Ende kamen noch die beiden Wörter „denken“ und „dormir“, die er wissen wollte.

„Petit“ (klein) und „Loup“ (Wolf) kann er jetzt schon recht sicher.
Dann hieß es „bonne nuit“

Das war wirklich sehr schön!!

Ein kleines kritisches Fazit will ich noch ziehen, da die meisten seiner Freunde „Ausländer“ sind und genau das ein zusätzlicher Grund für sein Interesse an deren Sprache ist.

Die Aussage: „Ausländer senken den Klassendurchschnitt“ finde ich einfach nur rassistisch und zusätzlich dumm. Hätten wir ein Schulsystem, das weniger von Ideologie, Ausländerfeindlichkeit und Xenophobie (Angst vor Fremden) durchdrungen ist, hätten wir all diese Probleme längst in Vorteile umgewandelt. Aber wer Lösungen sucht, hat am Ende nichts mehr zu meckern. Und was dann? Also lassen wir lieber alles so wie es ist und jagen die Leute, die Lösungen suchen und umsetzen.

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