Party Time – Die Gute und die Schlechte

(Papa)

Dieses Wochenende waren ja an allen Ecken und Enden Sommerfeste.
Durch Zufall entdeckten wir am Freitag eine Party im Perlacher Krankenhaus. Freund, Personal, Patienten und Nachbarn waren eingeladen. Es gab ein dickes Büffet, das man grob mit dem Namen: Lateinamerikanisch/Cubanisch bezeichnen konnte. Shrimps, Fisch, Fleich, Salate, Obst, Kuchen, … alles so viel man wollte und umsonst. Zudem spielte eine Cubanische Band heiße Merengue Rythmen und nach und nach füllte sich auch die Tanzfläche. Zuerst trauten sich nur die Kinder. Später dann die Erwachsenen im sozialen Schutze der Kinder und später trauten die Erwachsenen sich ganz alleine. Erst die Ausländer dann auch die Deutschen. Die Dynamik mit der sich eine Tanzfläche füllt ist sehr interessant und sollte mal empirisch untersucht werden.

Die Party war wunderschön. Die Heimfahrt ging an einem Bach entlang, der nächtlich, schweigend vor sich hinplätscherte. Diese Ruhe, die eben nur Bäche haben, wenn es dunkel ist.

Zuhause musste Chopper sich leider übergeben – er machte das professionell, das beeindruckte mich.

Das nächste Fest, am Samstag, war in der Bundeswehr-Universität. Wir gingen hin. Es war mitten am Tag, von 10 bis 16 Uhr. Dann wann die Sonne am höchsten Stand. Da waren wir nun, zwischen staubigen Kasernen, ohne viele Bäume. Weite Wege, die für Militärtransporter eher als für Kinder- und Menschenfüße waren. Und die große Attraktion war ein Jaguar-Panzer zum Beklettern und ein Hubschrauber der landete und wieder abhob. Dann gab es noch ein paar hundert Soldaten, die ein bisschen rumexerzierten.

Ein General sagte zu einem kleinen Kind: „Schau mal, Nachwuchs“ – Die Mutter zog schnell ihr Kind weg.

Ein kleines Kind sagte zu den marschierenden Soldaten (im Gleichschritt): „Kuck mal Mami, ein Tausendfüßler!“

Alle Soldaten waren in peinlicher Uniform. Und ich wurde mit Kamerad angeredet. Was soll das denn heißen? Kommt das vom lateinischen Camera – Zimmer. Wollen die andeuten, dass ich ihr Zimmergenosse bin? Oder meinen die § 12 Soldatengesetz (SG) – dass Sie mich auch in Lebensgefahr mit Waffengewalt beschützen wollen und ich dasselbe tun soll?

Nun ja, dann kam noch der Vertedigungsminister und stieg in den Hubschrauber und flog ab. Alles in allem eine ziemlich lahme und langweilige, dafür anstrengende und unsinnige „Party“.

Interessant war zu beobachten, welche Distanz zwischen dem gemeinen Zivilisten und dem militanten Soldaten war. Blickkontakt wurde gemieden. Waffen wurden irgendwie mit einem komischen Gefühl wahrgenommen und sonst auch konnte man meinen, dass Deutschland mittlerweile von Pazifisten infiltriert worden wäre. Und das trotz der Schulpflicht!

Doch der Schein trügt und wir wissen: Sobald der Vater Staat es verlangt, die Mutter Erde zu beschützen, so greift die ganze Familie mit einem „Juchhe“ zum Gewehr und schießt ihren Mitmenschen in den Rücken.

Die erste Party – die der Invaliden – war super. Die zweite war purer Mist und Zeitverschwendung – und erschreckend.

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4 Kommentare zu “Party Time – Die Gute und die Schlechte

  1. anitz sagt:
    (I like your blog very much too!)
    (thanx for the memory)
    (gotta come home soon)
    (schade)
    zurück nach Deutschland?
    fänd‘ ich auch schade nach dem, was Du über das Land in dem Ihr jetzt seid geschrieben hast!
    herzliche Grüße

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