Buchbesprechung – Tom DeMarco – Der Termin

(Papa)

Dies ist ein Roman über Projektmanagement. Vom Autor kannte ich schon Wien wartet auf Dich. Das habe ich gelesen als ich noch jung und Workaholic war. Damals lebte ich noch nach dem Motto: Make money, to make more money. (Darüber werde ich auch noch schreiben).

In diesem Roman werden verschiedene Projekte jeweils 3 mal in einem Land namens Morovien entwickelt. Es werden optimale Bedingungen ermittelt und nett dargestellt. Eigentlich ist es die Aufarbeitung von Wien wartet auf Dich für Projektmanager die überhaupt nicht mehr arbeiten wollen, und denen damit jedes Fach-büchliche Buch suspekt ist.

Wir erfahren eine Menge, auch wenn die ein oder andere Ansicht inzwischen (z.B. Funktionspunkte) in meinen Augen überholt ist. Auch erfahren wir, wie sich Druck auf Leistung auswirkt, und was für ein Menschenbild Chefs haben, die Druck ausüben um Leistung zu bekommen (nämlich das Menschenbild eines Kindesmißhandlers). Druck wirkt sich höchstens negativ aus – es lähmt das Denken, anstatt es zu beschleunigen.

Wir treffen bekannte Leute (Bill ….) und unbekannte (Miss Hollihan) und Aristoteles Kenoron – der beste Programmierer von Morovia.

Wer aber kein Informatiker ist oder nicht wenigstens mit technischen Projekten zu tun hat, für den ist das Buch nahezu wertlos. Es ist aber immer noch von Relevanz, z.B. ist es auf der Literaturliste für Projektmanagement an der Uni (und die von mir als überholt eingestuften Funktionspunkte, haben es sogar in die Übungen zur Vorlesung geschafft).

Das Ambiente und das ganze drumherum macht das Lesen aber irgendwie schön und gemütlich. Es jagt einem nicht das Gehirn in die Luft und man muss nicht nachdenken. Überall Marmorpaläste und Holzhütten, gutes Essen und schönes Wetter mit schönen Stränden und Nächten voller Sternen.

Ich habe es schon allein deswegen genossen, das Buch zu lesen. Allerdings lassen mich die informatischen Standpunkte mittlerweile kalt. Ich bin einer der muss nicht wissen, wie lange ein Projekt dauert. Programmierer sind keine Drohnen. Echte Entwickler sind kreative Menschen, die nicht den physikalischen Gesetzen unterworfen sind. Vielleicht kommt mal ein Buch heraus, das dieses Wissen in der Bevölkerung verankert. Und das ziemlich bald, denn umso mehr das Berufsbild sich in Richtung Tipp-Drohne verändert umso mehr Drohnen werden diesen Beruf ergreifen und studieren. Die Konsequenz ist, dass Computer-Programme nicht mehr über sich selbst hinauswachsen und wir immer in denselben unhandbaren Web-Applikationen herumtippen, und 30 Handgriffe nötig sind, wo einer genügen müsste.

Programme, die unser Leben nicht vereinfachen und bereichern, sondern es einfach nur ergänzen.

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