Neue Lesetechnik + Unerzogen Treffen

(Papa)

Oft habe ich es schon versucht – auszusteigen aus dem falschen Lesen. Dieses in der Schule antrainierte Buchstabe-für-Buchstabe, Wort-für-Wort, Seite-für-Seite lesen. Immer wieder bin ich zurückgefallen. Mehrere Bücher zum Schnelllesen, Photoreading usw habe ich gelesen. Nichts hat auf Dauer geholfen. Ich bin immer wieder in die idiotische Schul-Lesetechnik zurückgefallen.

Doch jetzt endlich scheine ich den Ausbruch zu schaffen. Es ist einfach zu viel, was mich mittlerweile interessiert. Und die Bücherei-Regale sind immer noch prallvoll mit Büchern voll lebenswichtiger Erkenntnisse. Bei den Büchern, die ich zur Zeit lese, denke ich mir oft: „Hätte ich das früher gewusst! Wieso hat mir das nie jemand gesagt? Wie konnte ich nur in diesem Nichtwissen leben?“

Ja, es ist traurig aber wahr. Wer in der Schule war, der weiß nicht viel – er ist mit höchster Priorität sozialisiert worden. Und was immer an Fakten er vergessen hat, seinen Platz in der Gesellschaft kennt er jetzt.

Meine neue Lesetechnik, die ich nun schon seit Samstag anwende: immer den ersten Satz einer Seite (oder auch nur jeder zweiten Seite). Wenn es interessant wird gehe ich schon tiefer. Den Rest konstruiere ich mir. Ich werde auch über dieses Experiment berichten.

Am Sonntag war dann das Unerzogen Treffen hier in München. Es war interessant, wie verschieden Menschen sein können, und sich dennoch verbunden fühlen können. Fast berauschend mal einen Gegenüber zu haben, der nicht die Hände über den Kopf zusammenschlägt, wenn man von einem Leben ohne das Sch…-Wort spricht.

Ich habe auch viele Inspirationen mitgenommen, und so beschränke ich meine private Computerzeit jetzt am Tag. Auf eine Stunde abendlich.

Auch ein interessantes Experiment (vor allem für mich), ich werde berichten. Bis jetzt scheine ich eine Menge mehr „Sport“ zu machen (in meinem Fall Fahrradfahren).

—-

Und ich bin seit gestern Barfuß. Mal schauen, wie sich das entwickelt. Ich habe, als ich eine kurze Zeit draußen barfuß ging gemerkt, dass ich viel mehr Gefühl für meine Gehbewegung (insbesondere die Wirbelsäule) bekam. Da ich hier ja massive Probleme habe (besonders Kopfschmerzen) bin ich gespannt, wie sich das auswirkt.

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9 Kommentare zu “Neue Lesetechnik + Unerzogen Treffen

  1. spontan zum neuen Lesetechnik:

    ^^

    !

    Bin auf dein Bericht gespannt… vielleicht ein „Buchbesprechung“ mit mehrere Blogger? Wer hat was verstanden?

    (wahrscheinlich zu „schulisch“, gel? Aber im Namen der Wissenschaft ^^!?! fände ich das äußerst interessant!)

  2. (Papa)
    Hmmm, ich finde das eine schöne Idee.
    Schulisch finde ich das bis auf einen Punkt (dazu später) gar nicht.
    Niemand wird gezwungen.
    Niemand wird benotet.
    Es geht um Verständnis und nicht um Faktenbulimie.
    Jeder kann wann und wie er will lesen 🙂
    Ein schulisches Problem liegt natürlich nahe:
    Welches Buch? Müssen wir uns alle auf das gleiche einigen?
    Wer hätte denn Interesse mitzumachen? Ich bin dabei 🙂

  3. Ich wollte dazu noch schreiben, dass ich das ähnlich mache.
    Allerdings nur bei Sachbüchern. Da geht dieses Überfliegen-Lesen sehr gut.
    Aber bei Romanen könnte ich das nicht, da ich dann wenig Zeit habe, in die GEschichte einzutauchen, und mich in die Personen hinein zu fühlen.

    Übrigens habe ich VOR der SChule selber lesen gelernt, und gern Wort für Wort gelesen.

  4. Also, im Namen der Wissenschaft –wenn das unsere Beweggründ ist– dann sollte es vielleicht doch das gleiche Buch sein, denn dann könnte man feststellen, ob man vergeleichbare Ergebnisse bekommt:

    Bekommt man das gleiche Verständnis (das im Buch vermittelt wird), wenn man deine Methode gegenüber der „schulische“ Methode setzt?

    (Genauer gesagt–für Skeptiker 😉 –reicht es, wenn man deine Methode anwendet, um Inhalte mitzubekommen? Welche Methode ist „schneller“ und gleichzeitig „umfangreicher“ oder „effizienter“ und „ausführlicher“? Welche Methode funktioniert?

    Kann man dann pauschale Aussagen treffen, oder ist das ein Erkenntnis, dass aufzeigt, wie unterschiedlich „Mensch“ liest…?

    Fragen über Fragen…

    Und hinzu möchte ich fragen: Wie sollte man deine Methode lernen, ohne dass man vorher nach herkömmliche Art und Weise das Lesen gelernt hat? Geht das überhaupt?

    Irgendwie sehe ich das ähnlich wie das Zählen, erst mit irgendwelche „Hilfen“ (Finger, Klötzchen, Äpfel…), dann später geht es „abstrakter“ zu… was meinst du?

  5. Hi Isla,
    Danke Du hast eine wichtige Ergänzung gemacht. Es gibt ja diese Bemerkung über das Schnelllesen:
    Jemand der gerade Krieg und Frieden schnellgelesen hat sagt: „Es ging um Krieg“.
    Also nur für Sachbücher! Wichtig!
    Sobald es zum Genießen ist, langsam lesen, vielleicht sogar betont langsam (oder wie auch immer).


    Jetzt zur Buchauswahl:
    Das gleiche Buch stelle ich mir doch problematischer vor, als verschiedene Bücher. Wir haben alle unterschiedlichen Background und ein unterschiedliches Wissen. Vorwissen ist ja immer noch der größte Faktor beim Verstehen von Inhalten.


    Meine Lesetechnik will ich aber noch etwas erweitern – ich lese nicht nur das Buch, sondern auch Amazon Rezensionen und Buchbesprechungen im Internet.

    Welches Buch schwebt Euch denn so vor. Vielleicht etwas über die Resistance 😉


    Meine Methode? Wahrscheinlich machen das schon viele und wir wissen nur nicht von Ihnen – es ist ja so eine Art modifiziertes Querlesen.

    Ob und wie man die Methode lernen kann, bevor man normal lesen lernt, das finde ich eine super-interessante Frage. Das können wohl nur Homeschooler herausfinden!

    (Papa)

  6. Pingback: Buchbesprechung - (Vorläufig) Jacques Derrida - Schurken « Thousand Sunny’s Weblog

  7. …wollte ich dazu noch sagen, dass wir dieses schnelle Lesen an der Uni in UK gelernt haben. 😀
    Ist mir grade eingefallen.

  8. Cool! In UK muss man an der Uni noch lesen können. Das habe ich auch schon gehört. Hier in Deutschland gibt es ja zum Glück Vorlesungen. Da kann auch ein Abiturient studieren 🙂

  9. Ja, wir hatten sehr viel zu lesen. Auch Literatur.
    Vorlesungen in einem großen Saal hatten wir kaum (oder garnicht? ich erinnere mich nicht)
    Ich war in zwei kleineren Arbeitsgruppen, war ein bisschen wie SChule (also Schulklassen von ca. 10 – 15 Leuten), nur die Arbeitsweise war selbständiger.

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