Altenheimpflicht – 2013

Nachdem die komplette Kinderbetreuung in Institutionen stattfindet, zum Schutz und zum Wohle der Kinder, wurde eine neue bedrohte Bevölkerungsschicht ausgemacht.

Auch deren Wohl wird von allen Seiten bedrängt, immer wieder hört man von Rentnern, die in der U-Bahn oder anderen Jugendlichen zusammengeschlagen wurden, oder die sich zusammen mit anderen oder sogar untereinander in Unfälle verwickelten, die nicht selten tödlich ausgehen. Zusätzlich bedrohen Krankheiten den verwelkten Körper wie nie zuvor in dessen Leben. In diesem fortgeschrittenen Alter wird der einst robuste Körper wieder zerbrechlich.

Die ist aber noch nicht alles, denn nicht nur der Körper schwindet, sondern auch der Geist durchläuft die Entwicklungsphasen seiner Jugend in umgekehrter Reihenfolge. Nach Piaget geht der Geist zurück in die Phase des egozentrierten Weltbildes.

Beide Ungemache, das körperliche, sowie das geistige sind jedoch nicht unausweichlich. Durch eine rundum Betreuung durch geschultes Fachpersonal, durch eine sichere Umgebung, durch eine sportliche Integration und eine dauernde ärztliche Betreuung können die körperlichen Bedrohungen gemindert werden.

Der geistige Verfall, auf der anderen Seite, kann sogar gestoppt werden. Meditationsübungen und Knobel-Aufgaben sorgfältig abgestimmt auf das Alter können den geistigen Verfall nicht nur aufhalten. Nein, sie können den Geist wieder revitalisieren, so dass jeder Rentner wieder jugendliche Denkkraft erhält.

Und nicht nur die Rentner profitieren unendlich von dieser neuen Betreuung, nein auch die nachwachsende Generation kann früher das Erbe antreten und somit effektiver an der Gesamtwirtschaft teilnehmen. Durch die verminderte Verletzungsgefahr der Rentner werden Krankenkassen bis zu 6-stellig entlastet. Auch auf dem Gebiet der Altenpflege enstehen eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, die zur Zeit noch vom Privatbereich verhindert werden.

Auch Umweltschutz und Straßensicherheit profitieren immens, wenn diese Gruppe, die nachweislich am meisten Freizeit und damit Fahrzeit hat, endlich unter dem Schutz des Staates ein Heim gefunden hat.

Und nicht zuletzt profitieren die Rentner am meisten. Denn Rentner brauchen Gleichaltrige zum Spielen, die Emanzipation von ihren erwachsenen Kindern ist wichtig für beide Seiten.

In dem neuen Gesetzesentwurf ist auch die Möglichkeit privater Altenheime vorgesehen, jedoch müssen sie -zum Wohle der Rentner- hohe Qualitätsstandards erfüllen.

So muss geschultes Personal 24 Stunden Bereitschaft haben.

Besonders wichtig sind auch eine Turnhalle und ein Becken zum Aqua-Jogging, sowie ein Fitnessraum und ein Außengelände für Spaziergänge.

Bis 2016 soll ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einem Altenheim flächendeckend für die ganze Bundesrepublik eingeführt werden. Gleichzeitig soll §1666 BGB angepasst werden, um auch die Rentnerwohlgefährdung gesetzlich zu verankern, so dass schon im selben Jahr jeder Rentner in einem sicheren Raum in einem sicheren Altenheim mit einem gut gefüllten Stundenplan gefördert werden kann.

Die Rentner verkörpern den Erfahrungsschatz unserer Kultur, wir können sie nicht den ungeschulten Händen von Familienangehörigen überlassen oder sich selbst – denn das wäre der sichere Tod unseres wertvollsten Gutes.

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Ein Kommentar zu “Altenheimpflicht – 2013

  1. Hach, ich lese nicht regelmäßig genug in den verschiedenen Blogs. Hier habe ich eine echte Post-Perle übersehen … Ja, die liebe Expertokratie.

    Selbstverständlich müssen Kinder, die von ihren Eltern unterstützt werden, eigenständiges Denken und Handeln zu entwickeln (oder die das heimlich durch innerliche Abwesenheit im Unterricht tun usw.) aufs Schärfste kontrolliert werden, die Tendenz dazu, geistige Eigentändigkeit zu entwickeln, muß bereits in ihren Anfängen gekappt werden.

    (Sonst haben wir später noch Altenheimschwänzer und ähnliche Probleme zu befürchten …)

    War nicht schon Illichs Vorstellung, daß eine nicht erfolgende Entschulung der Gesellschaft – im positiven Sinn als geistige Befreiung des Menschen – eine entschulte Gesellschaft – im negativen Sinn, daß nämlich das Pädagogische das Leben allumfassend und allgegenwärtig durchdringen werde – hervorbringen würde?

    Letzteres – als der Jackpotgewinntraum des Staates und jedes ängstlich auf Lebenssicherheit bedachten Bürgers – wird von Staatsdienern, Kulturhütern und Bildungsbeflissenen beständig und mit absoluter Immunität gegen Kritik eifrig seiner hundertprozentigen Verwirklichung zugeführt.

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