Das Labyrinth – Chopper und der Faden der Ariadne

(Papa)

Wieder sind 1000 Dinge passiert in den letzten Tagen. Doch eine interessante Entdeckung vorneweg.

Bis jetzt dachte ich immer Chopper hätte kein Interesse daran sich tief in Sachen hineinzuknien. Er spielte zwar gerne Lollipop und die Schlaumäuse, liest und schreibt etwas, und spielt seit ein paar Tagen auch gerne die Spiele auf http://www.thomasandfriends.com/de . Hier geht es um Thomas die Lokomotive und es gibt etwas für Feinmotorik, Gedächtnis, Labyrinth und eine Art Puzzle.

Jede Tätigkeit schien er aber nur so lange zu machen, wie es ihm leicht erschien, sobald es etwas schwerer wurde schien er kurz zu brennen (puuh, ächz, … ich kann nicht mehr) und aufzuhören.

Das Labyrinth brachte mich auf die Idee nach anderen Labyrinth spielen zu suchen. Und ich fand das hier.

Er griff es sofort auf. In der ersten Runde spielte er bis Level 5. Jetzt in der zweiten Runde (also nach nochmaligem Anfangen) ist er schon auf Level 9 (wobei in Level 6 Anfangs- und Endpunkt sehr nah beieinander lagen). Level 7 habe ich etwas für ihn gespielt. Level 8 hat er alleine gelöst und Level 9 ist er auch schon fast am Ziel.

Ich konnte es gar nicht glauben, als ich die Intensität beobachtete, mit der er sich damit beschäftigte.

Ansonsten üben beide zur Zeit Rollschuhe und Roller. Ein Laufrad bei neuen Freunden.

Die Freunde haben wir auf dem Feuerwehrfest kennen gelernt (Vorsicht nie Wasser auf heißes Fett. RIESENEXPLOSION – Chopper lief schnell weg. Nami verkrampfte sich sehr stark). Die neuen Freunde sind echt cool. Er ist Physiker. Zu allem gibt es immer eine Super-Erklärung, die ich gut verstehe. Wir haben sie heute gleich besucht. Sie haben zwei Kinder. Es gab super-leckere Waffeln.

Meine Schwester wurde vom Leben arg geschüttelt (zusammen mit ihren 3 Kindern). Da sie Probleme hat einen Arbeitsplatz zu finden (nach der Scheidung) nehme ich sie jetzt in die Unschooler-Ausbildung.

Gestern war Geburtstagsfeier bei der Gran. Es waren auch viele andere Leute anwesend. Auch ein behindertes Kind (stark geistig und körperlich behindert), mit dem ich dann eine Weile spielte. Sie hat ein schlimmes Schicksal und die Mutter ist total überfordert. Es waren auch noch ihre zwei Söhne da. Einer wollte am Ende fast nicht mehr weg und er war so traurig, dass ich schon fast vorschlug in eine Weile bei uns aufzunehmen. Die Mutter wäre sogar dankbar, denn sie ist so unter Beschuss (der Ältere Sohn steht jetzt kurz vor dem Übertrittszeugnis auf einer 3.3) und für die Tochter muss sie ein Vollzeit-Internat finden. Zudem ist sie Kirchenmusikerin. Da hat man ein Auskommen, das von der Willkür eines Pfarrers abhängt, der einen mag oder nicht (hat man mir erklärt) und sie muss ihre Wohnung abbezahlen.

Ansonsten genießen wir das Wetter, lange Erkundungs- und Abenteuerspaziergänge. Picknick auf Spielplätzen. Füße in den kalten Bach. Fahrradtouren am Abend.

Letzten Sommer wiederholte ich zu mir öfter den Satz: „Das hier ist nicht die Hölle“. Seitdem wir umgezogen sind hat sich das geändert. Jetzt sage ich manchmal leise zu mir: „Das hier ist das Paradies“

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2 Kommentare zu “Das Labyrinth – Chopper und der Faden der Ariadne

  1. Auch ein behindertes Kind (stark geistig und körperlich behindert) , mit dem ich dann eine Weile spielte. Sie hat ein schlimmes Schicksal und die Mutter ist total überfordert. [… ] für die Tochter muss sie ein Vollzeit-Internat finden.

    Wenn ich sowas lese oder höre, macht mich das immer total wütend und traurig. Wenn die Mutter ein Vollzeit-Internat finden will, ist das in Ordnung. Wenn sie aber muß, weil sie nicht mehr ein noch aus weiß, ist es ein Skandal!

    Würde die „öffentliche Hand“, welche die Finanzierung für die Unterbringung schwer behinderter Menschen größtenteils trägt, diese Gelder den Betroffenen direkt zukommen lassen, dann könnte die Mutter eines schwer behinderten Kindes sich, wenn sie wollte, eine komplette Rund-um-die-Uhr-Pflege zu Hause für ihr Kind leisten. Inklusive einer Putzfrau, jawohl!

    Oft macht einen die Betreuung eines schwer behinderten Kindes ja nicht nur wegen der zeitlichen und körperlichen Belastung fertig, sondern wegen der damit verbundenen unendlichen psychischen Belastung. Es ist schon eine Aufgabe, das „eigene Fleisch und Blut“ nicht gedeihen sehen zu können, sondern abbauen sehen zu müssen. Es tut auch verdammt weh, wenn man merkt, daß es irgendwann vielleicht keine andere Lösung mehr geben wird, als das „eigene Fleisch und Blut“ in institutionelle Fremdbetreuung zu geben. Nur deshalb, damit man selber nicht kräftemäßig und vor allem finanziell vor die Hunde geht.

    Was leben wir in einer unmenschlichen Welt, die solchen Menschen, den schwer kranken und den ihnen innerlich verbundenen Pflegenden echte Hilfe und Unterstützung verweigert!

    Spezielle Einrichtungen, in denen Behinderte „aufgefangen“ werden, sind ebenfalls ein Skandal, und zwar selbst wenn sie gut funktionieren, so ist es ihre bloße Existenz! Ich habe das an der Schule für geistig Behinderte, die meine Tochter eigentlich besuchen müßte, sofort gemerkt. Man darf diese Menschen nicht in Gruppeneinrichtungen „zusammenpacken“. Da entsteht eine ungeheuerliche Atmosphäre, bei geistiger Behinderung kommt so etwas Fratzenhaftes mit. So ein besonderer Mensch kann erblühen, wenn er in normaler, ihn annehmender Umgebung lebt, aber zusammengepackt in der Spezialeinrichtung, das ist eine kleine Hölle.

    Wäre schön, wenn auch da gesagt werden könnte „das ist nicht die Hölle hier“ und dann irgendwann sogar „das ist das Paradies hier“. Wieviele Lichtjahre sind wir davon noch entfernt?

  2. Kann ich meinen Kommentar editieren? Das Grinsegesicht im vorigen Kommentar hat sich da eingeschlichen! Es sollte eine Klammer ) sein.

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